Stellungnahme der Verwaltung zu den Gegenanträgen zur Hauptversammlung 2006
Vorstand und Aufsichtsrat halten an ihren Beschlussvorschlägen zur Tagesordnung fest und nehmen zu den Gegenanträgen wie folgt Stellung:
Managementvergütung in Form von Aktienoptionen
Im Rahmen des Vergütungssystems für das Management verfolgen wir das Ziel, unsere Führungskräfte im internationalen Vergleich gemäß ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs angemessen zu vergüten und dabei durch eine hohe Variabilität den Unternehmenserfolg sowie die persönliche Leistung deutlich und unmittelbar zu berücksichtigen. Deshalb beinhaltet die Vergütung des Managements auch eine aktienorientierte Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung.
Bei der Weiterentwicklung der aktienorientierten Vergütung haben wir den Stock Option Plan durch eine Vergütungskomponente ersetzt, die neben dem Aktienkurs auch die Entwicklung weiterer Kennzahlen berücksichtigt. Der „Performance Phantom Share Plan“ basiert auf den Grundsätzen Erfolgsorientierung, Wettbewerbsbezug und Aktienbesitz und berücksichtigt so alle wesentlichen Kriterien, die in den nationalen und internationalen Corporate Governance Kodices empfohlen werden.
Eine detaillierte Beschreibung dieses Modells finden Sie auf den Seiten 110 ff des aktuellen Geschäftsberichts.
Bezüglich der Veröffentlichung von Optionsausübungen bzw. des Kaufs und Verkaufs von Aktien der Gesellschaft im Rahmen des WpHG § 15a ist zu berücksichtigen, dass diese Transaktionen unter Beachtung der zu Recht strengen Insidervorschriften zu erfolgen haben. Insofern ist es nachvollziehbar, dass zu Zeitpunkten, zu denen der Markt vollumfänglich informiert ist, also beispielsweise nach der Veröffentlichung von Jahres- und Quartalsergebnissen, ein vermehrter Handel erfolgen kann.
Personal und Beschäftigung
Bei den Personalabbauprogrammen, die wir gegenwärtig durchführen, geht es um die Optimierung unserer gesamten Organisation in Bezug auf Schnelligkeit, Flexibilität und Effizienz sowie klare Verantwortlichkeiten; es geht um „Operational Excellence“ in allem, was wir tun. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern, müssen wir in allen Bereichen des Unternehmens schlagkräftiger und schlanker werden. Es gibt dazu keine Alternative, wenn wir nicht die Wettbewerbsfähigkeit von DaimlerChrysler – und damit ein Vielfaches an Stellen – gefährden wollen.
Als global agierendes Automobilunternehmen wissen wir die Vielfalt unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schätzen. Diese Vielfalt zu gestalten und für den Erfolg des Unternehmens zu nutzen, ist das Ziel des Diversity Managements. Mit dem Begriff Diversity verbinden wir insbesondere auch die Förderung von Frauen in Managementfunktionen.
Vor diesem Hintergrund haben wir im Jahr 2005 die bestehende Gesamtbetriebsvereinbarung zur „Förderung von Frauen in der DaimlerChrysler AG“ um weitere fünf Jahre verlängert und die Zielkorridore für den Anteil von Frauen auf allen Hierarchieebenen und in der Gesamtbelegschaft festgelegt.
Qualität bei Mercedes-Benz-Pkw
Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass unsere Kunden bei den Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz zu Recht höchste Qualität erwarten. Daher handeln wir nach dem Leitsatz „Qualität ist Voraussetzung“ und treiben auch unsere Qualitätsoffensive mit höchster Priorität voran.
Unser umfassendes Qualitätsmanagement beginnt bei der Fahrzeugentwicklung und reicht über die Erprobungs- und Serienphase bis zu den Vertriebs- und Serviceaktivitäten. Auch über die gesamte Zulieferkette hinweg sorgen wir für die Einhaltung unserer hohen Qualitätsstandards. Dass wir mit unserer Qualitätsoffensive an den richtigen Stellen angesetzt haben, zeigen die Ergebnisse in internen und externen Qualitätsstudien. So haben wir uns beispielsweise bei der Initial Quality Study (IQS) des renommierten Marktforschungsinstituts J. D. Power, welche die Qualität der Fahrzeuge nach drei Monaten in Kundenhand misst, bereits deutlich verbessert. Unser Ziel ist es, die Qualität weiter zu steigern und in der Automobilindustrie die Nummer 1 zu werden.
Neue Antriebstechnologien und alternative Kraftstoffe
Zur weiteren Reduzierung von Verbrauch und Emissionen erforscht und entwickelt DaimlerChrysler mit Hochdruck viel versprechende alternative Antriebskonzepte. Hybrid- und Brennstoffzellentechnologie sind integraler Bestandteil unserer Antriebsstrategie.
Darüber hinaus arbeiten wir auch mit Nachdruck an Einsatzmöglichkeiten für verschiedene alternative und synthetische Kraftstoffe, wie zum Beispiel Biomass-To-Liquid – so genannte BTL-Kraftstoffe und Biodiesel. Auch der Einsatz von Erdgas als alternativer Kraftstoff ist ein Baustein unserer Strategie.
Auch bei den herkömmlichen Verbrennungsmotoren gibt es noch weitere Verbesserungspotenziale. So haben wir mit der BLUETEC-Dieseltechnologie weltweit einen neuen Standard gesetzt, um die strengsten Abgaslimits weltweit zu erfüllen und so in jeder Fahrzeugklasse den saubersten Diesel anbieten zu können.
Verteidigungstechnik
Fragen zum Thema Verteidigungstechnik und Landminen haben wir in den zurückliegenden Hauptversammlungen ausführlich und vollständig beantwortet. Nach wie vor gilt die Aussage, dass DaimlerChrysler niemals Landminen oder Anti-Personen-Minen produziert hat und dies auch in Zukunft nicht tun wird. Im Übrigen ist die Hauptversammlung der DaimlerChrysler AG aus unserer Sicht nicht der richtige Ort, um detaillierte Fragen zu einzelnen Produkten der EADS zu diskutieren.
Vorstand und Aufsichtsrat
Wie Sie der Tagesordnung entnehmen konnten, schlägt der Aufsichtsrat der DaimlerChrysler AG der Hauptversammlung vor, Herrn Dr. Manfred Bischoff (63) – bis Ende 2003 Vorstand der DaimlerChrysler AG und unter anderem gegenwärtig Chairman des Board of Directors der EADS – als Nachfolger von Herrn Lanigan für fünf Jahre in den Aufsichtsrat zu wählen.
Herr Dr. Bischoff erfüllt nicht nur alle gesetzlichen und satzungsmäßigen Anforderungen. Mit seiner Kenntnis des Unternehmens und der Automobilindustrie, seiner internationalen Erfahrung in anderen Aufsichtsgremien der Wirtschaft und den früheren Tätigkeiten im Bereich Finanzen & Controlling weist Herr Dr. Bischoff auch ein ausgezeichnetes Qualifikationsprofil auf.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat nach unserer Kenntnis im Falle des Ausscheidens von Herrn Professor Schrempp aus dem Vorstand noch nicht abschließend entschieden. Wir sind der Auffassung, dass wir den gesetzlichen Vorschriften entsprochen haben, da erst mit der Entscheidung des Aufsichtsrats am 28. Juli 2005 feststand, dass Herr Professor Schrempp zum Jahresende 2005 einvernehmlich im Rahmen einer gesamthaften Nachfolgeregelung aus seinem Amt ausscheiden würde.
Satzungsänderung zur Umsetzung des UMAG
Wir wollen unsere Hauptversammlung so effizient und strukturiert wie möglich gestalten, um unseren Aktionären eine sachlich fundierte und angemessene Aussprache mit der Verwaltung zu ermöglichen. Das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (kurz: „UMAG“) enthält nun die Möglichkeit, dass der Versammlungsleiter in der Satzung ermächtigt werden kann, das Frage- und Rederecht der Aktionäre zeitlich angemessen zu beschränken. Damit soll eine geordnete Leitung der Hauptversammlung gewährleistet werden. Wir schlagen daher der Hauptversammlung vor, von dieser neuen Regelung Gebrauch zu machen und die Satzung entsprechend der gesetzlichen Möglichkeiten zu ergänzen.
Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, zu den einzelnen Gegenanträgen in der Hauptversammlung am 12. April 2006 ausführlicher Stellung zu nehmen.
Stuttgart-Möhringen, März 2006
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