Neue Antriebe für die Welt
„Shaping Future Transportation“: Daimler startet weltweite Initiative für umweltfreundlichere Nutzfahrzeuge
Gut 3.000 Lkw und Omnibusse von Daimler Trucks und Daimler Buses fahren derzeit täglich auf den Straßen der Welt mit einem alternativen Antrieb wie Gasmotor, Hybridkonzept oder Brennstoffzellensystem. Zu dieser umweltfreundlichen Flotte gehören etwa 900 Mercedes-Benz-Busse Citaro CNG und 500 Mercedes-Benz-Lkw Econic NGT mit Gasantrieb, 1.100 Orion-Hybridbusse, 200 Mitsubishi-Fuso-Lkw Canter Eco Hybrid sowie 36 Mercedes-Benz Citaro-Busse mit Brennstoffzellenantrieb.
Jetzt sollen emissionsarme Antriebe des weltweit führenden Nutzfahrzeugherstellers in weiteren Produktsegmenten und Regionen zum Einsatz kommen. Stellvertretend für ihr breit angelegtes Engagement präsentierte die Daimler AG zum Auftakt der Initiative „Shaping Future Transportation“ im November 2007 insgesamt 16 Lkw und Busse der Marken Freightliner, Mitsubishi Fuso, Mercedes-Benz, Orion und Thomas Built Buses. Hier eine Kurzcharakteristik der zukunftsweisenden Lkw und Busse:
Mitsubishi Fuso Aero Star Eco Hybrid
Der Omnibus Mitsubishi Fuso Aero HEV fährt in drei städtischen Fuhrparks in Japan täglich im Liniendienst. Fünf Fahrzeuge haben jeweils 150.000 km ohne Probleme absolviert. Ende September 2007 hat Mitsubishi Fuso unter der Bezeichnung Aero Star Eco Hybrid die zweite Generation präsentiert. Die überarbeitete Antriebstechnik des seriellen Hybrids kommt dank kraftstoffsparendem Downsizing mit einem kompakten 4,9-Liter-Vierzylinderdieselmotor aus. Die beiden Elektromotoren für den Antrieb leisten jeweils 79 kW. Der Bus fährt rein elektrisch an; sämtliche Nebenaggregate arbeiten ebenfalls elektrisch.
Mit dem Canter Eco Hybrid hat Mitsubishi Fuso bereits im Juli 2006 für Aufsehen gesorgt: Der erste Serien-Lkw mit Hybridantrieb von Daimler Trucks erfüllte als erster Lkw seiner Klasse die aktuell gültigen strengen Abgasvorschriften in Japan. Seitdem sind rund 200 Fahrzeuge gefertigt worden und bei Kunden im Einsatz.
Mit einer europäischen Variante des Canter Eco Hybrid startete zum Jahresbeginn 2008 der erste Flottenversuch in Europa. Zehn der an die europäische Abgasgesetzgebung angepassten Hybrid-Lkw werden drei Jahre lang in mehreren Fuhrparks getestet.
Anlässlich der Tokyo Motor Show 2007 zeigte Mitsubishi Fuso die erste Hybrid-Konzeptstudie eines Lkw-Kippers. Herausragendes Merkmal des Canter Eco-D ist die elektrisch betriebene Kippfunktion des Aufbaus. Dadurch werden Geräusche und Abgase deutlich reduziert, da die benötigte Energie aus den Batterien bezogen wird und der Dieselmotor während der Kippvorgänge abgeschaltet bleibt. Beim Fahrzeugantrieb kommen unverändert die Vorteile des Canter Eco Hybrid zum Tragen.
Der mittelschwere Lkw von Freightliner demonstriert die zusätzlichen Möglichkeiten eines Hybridantriebs: Über einen Nebenantrieb können auch Anbauaggregate elektrisch betrieben werden, wie zum Beispiel ein Hubsteiger für die Wartung von Stromleitungen und -masten. Derzeit läuft der M2 Hybrid erfolgreich in Flottentests; 150 Fahrzeuge sind für 2008 geplant. Die Serienfertigung beginnt 2009. Der Dieselmotor ist europäischen Ursprungs und auf amerikanische Abgasstandards ausgelegt.
In Nordamerika produziert Freightliner über sein Tochterunternehmen Freightliner Custom Chassis Corporation (FCCC) Fahrgestelle für spezielle Verteilerfahrzeuge („Walk in Van“). Von diesen Lieferfahrzeugen gibt es auch eine Variante mit parallelem Hybridantrieb. Der alternative Großtransporter mit Kastenaufbau hat seine Zuverlässigkeit und Sparsamkeit in einem ausgedehnten Kundentest über drei Jahre hinweg bewiesen: Eine Verfügbarkeit von 99 Prozent ist Beweis für die enormen Fähigkeiten des Hybridantriebs. Inzwischen sind bereits über 100 Fahrzeuge im Einsatz.
Die amerikanische Marke Thomas Built Buses ist mit einer Jahresproduktion von rund 15.000 Fahrzeugen der weltweit größte Hersteller von Schulbussen. Der Thomas Built Buses Saf-T-Liner C2 mit Hybridantrieb verbindet Wirtschaftlichkeit mit Umweltfreundlichkeit. Analog zu schweren Transportern und Lkw von Freightliner verwendet Thomas Built Buses einen Parallelhybrid. Aufgrund des zusätzlichen Elektroantriebs kommt der Bus mit einem kompakten Dieselmotor aus.
Der Weltmarktführer für Omnibusse mit Hybridantrieb kommt aus Nordamerika, heißt Orion und gehört zu Daimler Buses. Bereits 1995 hat Orion erste Hybridbusse gefertigt. Vom aktuellen Modell sind schon mehr als 1.100 Fahrzeuge im Linieneinsatz; über 1.500 weitere Bestellungen liegen vor. Der serielle Hybridantrieb senkt den Kraftstoffverbrauch um rund 25 Prozent. Die Hybridbusse von Orion haben sich zuverlässiger als vergleichbare Dieselbusse erwiesen und legen inzwischen im Jahr rund 50 Millionen Kilometer zurück.
Der Prototyp des Atego BlueTec Hybrid ging Ende Januar dieses Jahres in die Kundenerprobung als Verteilerfahrzeug bei der Deutschen Post. Aufgrund des parallelen Hybridkonzepts ist mit einer Kraftstoffersparnis von bis zu 20 Prozent zu rechnen. Bei der Entwicklung des Antriebs profitierten die Ingenieure von den Erfahrungen aus Japan, wo Daimler Trucks bereits rund 200 leichte Serien-Lkw mit Hybridantrieb auf der Straße hat.
Der für höhere Nutzlasten konzipierte Atego 12 t BlueTec Hybrid ist ein perfektes Beispiel für Downsizing: Die Antriebskombination aus Diesel- und Elektromotor verfügt über die Leistungsfähigkeit eines Sechszylinders. Im Jahr 2008 gehen die ersten Fahrzeuge in die Kundenerprobung.
Dieser Linienbus ist weltweit der erste Gelenkbus mit einem seriellen dieselelektrischen Hybridantrieb und vier elektrischen Radnabenmotoren. Die Nebenaggregate werden elektrisch angetrieben. Der Bus kann kurze Strecken umweltschonend und abgasfrei im Elektrobetrieb zurücklegen. Seine Entwickler rechnen mit einer Kraftstoffeinsparung gegenüber einem Diesel von bis zu 30 Prozent. Der Prototyp geht 2008 in den Kundenversuch; eine Kleinserie ist ab 2009 geplant.
Zwei Millionen Kilometer und 125.000 Betriebsstunden haben 36 Citaro-Stadtbusse mit Brennstoffzellenantrieb in zehn europäischen Metropolen, in Peking und Australien bisher absolviert. Der größte Versuch seiner Art wurde aufgrund des Erfolgs in Europa um ein Jahr verlängert. Die Verfügbarkeit von bis zu 95 Prozent demonstriert eindrücklich die Zukunftsfähigkeit des Brennstoffzellenantriebs.
Die Alternative zum Dieselmotor heißt bereits seit mehreren Jahren Erdgasantrieb. In ganz Europa fahren bereits mehrere hundert Citaro-Erdgasbusse. Sie erfüllen die Abgasnormen Euro 4 oder EEV. Die nach dem Otto-Verfahren arbeitenden Motoren verfügen dank Abgasturbolader über ein hohes Leistungsvermögen. Partikelemissionen sind praktisch nicht nachweisbar, die Emission an Stickoxiden ist deutlich geringer als bei Dieselmotoren. Zudem laufen die Motoren sehr leise.
Der Lkw Econic NGT, ein Kommunalfahrzeug mit Erdgasantrieb, erfüllt serienmäßig den strengen Umweltstandard EEV. Die magere Auslegung der Verbrennung sowie die Multipoint-Gaseinblasung senken den Kraftstoffverbrauch. Gleichzeitig verfügt der ungewöhnlich leise Econic NGT dank Abgasturbolader über eine kraftvolle Beschleunigung. Von dem serienmäßigen Erdgas-Lkw sind bereits rund 500 Einheiten im Einsatz.