Road to the Future
Interview mit Prof. Dr. Herbert Kohler, Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung Fahrzeugbau und Antrieb, Umweltbevollmächtigter
Herr Kohler, wie entwickeln sich die weltweiten Fahrzeug-Emissionen?
Aufgrund des in den Schwellen- und Entwicklungsländern steigenden Bedürfnisses nach Mobilität laufen wir Gefahr, dass im weltweiten Maßstab zunächst ein Anstieg des CO2-Ausstoßes durch den Individualverkehr auftritt.
Das klingt aber eher fatalistisch?
Nein, kritisch reflektiert. Wir haben jedoch die Chance, mit modernen und innovativen Antriebstechnologien diesen möglichen Anstieg zu vermeiden oder zumindest sehr stark einzuschränken.
Das klingt nun wiederum sehr optimistisch ...
Das Beispiel Deutschland zeigt doch, wie so etwas geht. In Westdeutschland sind die CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs von 1990 bis 2006 um 17 Prozent gesunken, obwohl die Menschen mehr Auto gefahren sind. Im Osten Deutschlands hatten wir zum gleichen Zeitraum einen starken Anstieg aufgrund des enormen Nachholbedarfs nach der deutschen Wiedervereinigung. Der ist jetzt weitgehend befriedigt und wir werden deshalb dort auch sinkende Emissionsmengen sehen.
Ist das auch weltweit denkbar?
Ja, gegebenenfalls mit einer gewissen Zeitverzögerung. Grundsätzlich gilt jedoch: Je später ein Land in die Massenmotorisierung eintritt, desto mehr steht modernere Technik zur Verfügung. Daher müssen wir diese Technik möglichst schnell verfügbar und bezahlbar machen, um die Entkopplung von wachsender Mobilität und Kohlendioxidemissionen zu erreichen.
Beispielsweise mit der Brennstoffzelle?
Ja, nach meiner festen Überzeugung wird zum Beispiel die Brennstoffzellentechnologie in Verbindung mit Wasserstoff aus regenerativen Energien einen wesentlicher Beitrag dazu leisten können.
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