Panorama Umwelt
 
Daimler hat den entscheidenden Meilenstein in der Batterietechnologie erreicht. Als weltweit erstem Hersteller ist es dem Stuttgarter Unternehmen gelungen, die bislang überwiegend in der Consumer-Elektronik eingesetzte Lithiumionenbatterietechnik auf die hohen Anforderungen im Automobilbereich abzustimmen. Der neue Energiespeicher wird ab 2009 im S 400 BLUETEC HYBRID in der Serie zum Einsatz kommen. Insgesamt hält Daimler 25 Patente, die den Durchbruch bei dieser wichtigen Technologie ermöglicht haben. Thomas Weber, Mitglied des Daimler-Vorstands, verantwortlich für Konzernforschung und Entwicklung bei Mercedes-Benz Cars erklärt: „Damit haben wir eine Schlüsseltechnologie in der Hand, die erfolgsbestimmend für die Zukunft der Automobilindustrie ist. Das ist ein Verdienst unserer intensiven Forschung, die wir seit 1992 auf diesem Gebiet betreiben.“
Seit November 2007 dürfen Mercedes-Benz-Citaro-Stadtbusse mit BLUETEC 5 das Gütesiegel „Blauer Engel“ tragen. Zu den technischen Voraussetzungen für die Verleihung des Umweltzeichens durch den RAL e.V. und das Umweltbundesamt zählt die Erfüllung der folgenden Kriterien: Motorabgaswerte nach Euro-5-Norm, die Einstufung als „Enhanced Environmentally friendly Vehicle“ (EEV), niedrige Geräuschemissionen innen und außen, die Verwendung von ozonschichtfreundlichen Stoffen und von Kältemitteln mit möglichst geringem Treibhauspotenzial sowie die Verwendung schwermetallfreier Lacke mit weniger als 130 g/m2 Lösemittel. Dies ist bei Mercedes-Benz-Bussen mit einfarbiger Lackierung sichergestellt, die zusätzlich mit Folien gestaltet werden können. Der „Blaue Engel“ ist ein Zertifikat für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Es wurde 1977 von der deutschen Umweltministerkonferenz ins Leben gerufen und soll umweltfreundliche Entwicklungen fördern sowie Alternativen zu herkömmlichen Produkten, die die Umwelt belasten, aufzeigen.
 
Seit der Markteinführung des innovativen Abgasreinigungssystems BLUETEC sind mittlerweile über 150.000 Mercedes-Benz Lkw mit BLUETEC-Ausstattung in Kundenhand übergeben worden. Nach Meinung von Hubertus Troska, Geschäftsleiter Mercedes-Benz Lkw Europa/Lateinamerika, erweist sich die Entscheidung für die BLUETEC-Technologie immer mehr als „effizientes Kraftstoffsparprogramm“, was gerade in Zeiten sich verteuernder Kraftstoffe und angesichts der aktuellen Klimawandel-Diskussion deutlich an Bedeutung gewinnt. Denn BLUETEC verbindet in einmaliger Weise Ökonomie mit Ökologie: Mercedes-Benz-Lkw mit BLUETEC zeichnen sich durch um etwa 80 Prozent niedrigere Partikelemissionen und bis zu 60 Prozent weniger NOx im Abgas aus. Außerdem verbrauchen Nutzfahrzeuge mit BLUETEC im Durchschnitt 2 bis 5 Prozent weniger Kraftstoff, was bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 150.000 km im Fernverkehr etwa 1.500 bis 2.000 Liter Diesel pro Jahr entspricht.
 
Das neue T-Modell der C-Klasse wurde ebenso wie die C-Klasse-Limousine mit dem Umweltzertifikat des TÜV Süd ausgezeichnet. Es bestätigt, dass beide Fahrzeugversionen gemäß den Anforderungen der ISO-Norm 14 062 umweltgerecht entwickelt wurden. Dem Zertifikat liegt eine vollständige Ökobilanz des neuen T-Modells zugrunde. Der durch die ISO-Norm 14062 definierte Leitgedanke „Design for Environment“ ist seit zwölf Jahren in den Entwicklungsprozess von Mercedes-Benz-Pkw verankert. Nach der im Jahr 2005 vorgestellten S-Klasse (2005) und der Limousine der C-Klasse (2007) ist das neue T-Modell der C-Klasse das dritte Serienmodell, dessen Entwicklungsprozess unter Umweltgesichtspunkten gemäß ISO-Norm überprüft und bestätigt wurde.
Daimler ist mit einem Anteil von 50,1% Prozent Mehrheitseigner der neu gegründeten „Automotive Fuel Cell Cooperation“ (AFCC) für Brennstoffzellenanwendungen im Automobilbereich. Mit der Neugründung soll die weltweit führende Rolle auf diesem Gebiet gemeinsam mit der Ford Motor Company und Ballard Power Systems weiter ausgebaut werden. Mit zahlreichen Patenten sowie rund 150 hoch spezialisierten Mitarbeitern ist das neue Unternehmen Technologieführer im Bereich Brennstoffzellen-Stacks für Automobile. Als „Think Tank“ für die erfolgreiche Weiterentwicklung der fahrzeugspezifischen Brennstoffzellentechnologie wird AFCC eng mit den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der beteiligten Autohersteller zusammenarbeiten. „Wir bei Daimler haben die Schlüsseltechnologien für eine nachhaltige Mobilität identifiziert und investieren gezielt in den Ausbau von Kompetenzen in diesen Bereichen“, erklärt Dr. Thomas Weber, im Daimler-Vorstand für Konzernforschung sowie Entwicklung Mercedes-Benz Cars verantwortlich. „Die Mehrheitsbeteiligung an der Automotive Fuel Cell Cooperation ist ein weiterer konsequenter Schritt in diese Richtung.“
 
Die Archer Daniels Midland Company (ADM), die Bayer CropScience AG und Daimler haben die gemeinsame Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von Jatropha (Jatropha curcas L.) in der Biodieselindustrie vereinbart. Die drei Kooperationspartner sehen in der tropischen Pflanze aus der Familie der Wolfsmilchgewächse einen viel versprechenden Rohstoff zur Erzeugung von Biodiesel. Die Jatropha-Pflanze wächst auch auf Böden, die für den Nahrungsmittelanbau nicht geeignet sind. Aus der Jatropha-Nuss hergestellter Biodiesel weist ähnliche Eigenschaften auf wie Treibstoff aus Ölsaaten. Er zeichnet sich außerdem durch eine positive CO2-Bilanz aus und kann so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Herbert Kohler, Umweltbevollmächtigter im Daimler-Vorstand und verantwortlich für Fahrzeugentwicklung und Antriebstechnologie: „Unsere Forschungsaktivitäten der letzten Jahre haben beispielsweise nachgewiesen, dass Jatropha-Biodiesel mit nahezu gleicher Qualität hergestellt werden kann wie Biodiesel aus Raps. Jetzt ist es an der Zeit, das wirtschaftliche Potenzial zu bewerten.“
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