Interview mit Dr. Ralf Franke, Leiter des Bereichs „Health & Safety“
Herr Dr. Franke, weltweit sind rund 270.000 Mitarbeiter für Daimler tätig, die alle in ihrem Feld zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach hierzu das Gesundheitsmanagement von Daimler?
Ein solcher Erfolg ist nur mit motivierten und gesunden Mitarbeitern möglich. Dieser Überzeugung folgend bildet der Arbeits- und Gesundheitsschutz einen bedeutenden Eckpfeiler der unternehmerischen Verantwortung von Daimler. Um den hieraus resultierenden Anforderungen gerecht zu werden, hat das Unternehmen eine Strategie für umfassende Prozesse im Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt und hierzu Leitsätze mit konzernweiter Geltung verabschiedet. Diese legen einen klaren Schwerpunkt auf präventive Aspekte des Gesundheitsmanagements.
Im Jahr 2007 wurde Daimler für das vorbildliche Gesundheitsmanagement mit dem Unternehmenspreis Gesundheit „Move Europe“ ausgezeichnet, und in einer deutschlandweiten, vom „Handelsblatt“ in Auftrag gegebenen Studie erhielt das Daimler-Gesundheitsmanagement den ersten Platz. Welchen Beitrag leistet hierbei der Bereich „Health & Safety“?
Eine Vielzahl von Angeboten für die Mitarbeiter soll die Gesundheit fördern – und die Leistungsfähigkeit der Belegschaft aufrechterhalten. Es reicht von der medizinischen Versorgung über die betriebliche Gesundheitsförderung bis hin zur Sozialberatung. Zudem werden präventive Ergonomiemaßnahmen und Standards zur Erhöhung des Arbeitsschutzes festgelegt.
Die einzelnen Maßnahmen sind breit gefächert. Den Mitarbeitern wird eine Vielzahl von präventiven Maßnahmen angeboten, wie z. B. medizinisches Rückentraining an unserer mobilen Krafttrainingseinheit „Kraftwerk mobil“ oder beispielsweise die Möglichkeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen.
Gibt es weitere Handlungfelder im Gesundheitsmanagement?
Die beiden anderen Handlungsfelder im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bilden die Bausteine Therapie und Rehabilitation. So existieren im Bereich der Therapie beispielsweise bewährte und wissenschaftlich überprüfte Rückenprogramme, die helfen, bestehende Probleme zu beseitigen. Besonderen Zuspruch findet hier das in Zusammenarbeit von Health & Safety und der Daimler-Betriebskrankenkasse (BKK) entwickelte Rückenprogramm.
Ein weiteres Angebot unter vielen sind spezielle Raucher-Entwöhnungs- programme, die die Mitarbeiter bei ihrem Vorhaben unterstützen, das Rauchen ganz aufzugeben. Im vergangenen Jahr hat Daimler im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ein deutschlandweites Rauchverbot in allen Gebäuden zum Schutz der Nichtraucher ausgesprochen.
Das Handlungsfeld Rehabilitation schließlich versucht, gesundheitliche Probleme nachhaltig zu bewältigen und so eine reibungslose Rückkehr ins „normale Leben“ zu ermöglichen. Ist dies gelungen, so bietet Daimler seinen Beschäftigten eine individuell auf den Einzelfall zugeschnittene Rehabilitationsnachsorge zur Festigung des während der Rehabilitation erreichten Ziels.
Was kann Ihrer Meinung nach der einzelne Mitarbeiter zum Gesundheitsmanagement einbringen?
Ab einem bestimmten Zeitpunkt setzt Daimler gezielt auf die Eigeninitiative und Eigenverantwortung eines jeden Mitarbeiters selbst. Strategischer Partner ist hier unser Betriebssportverein, die SG Stern, die eine Vielzahl an Spartenangeboten wie etwa Fitnesskurse realisiert. Es gibt derzeit 1.300 ehrenamtliche Mitarbeiter bei der SG Stern, die an allen Werksstandorten vertreten sind und sich an der Entwicklung und Durchführung von entsprechenden Maßnahmen beteiligen.
Abgerundet wird dieses ganzheitliche Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung durch die Daimler-BKK, die eine Vielzahl der angebotenen Maßnahmen nicht zuletzt auch finanziell unterstützt und teilweise mitentwickelt hat.