Nächster Halt: Fuso Aero Star Eco Hybrid
 
Fluggäste an Tokios Flughafen Haneda warten auf den Shuttlebus.
TOKIO 33°N/140°W ——— „Omori, Omooori,“ ruft die singende Computerfrauenstimme die gleichnamige U-Bahn-Station aus, dann ertönt deren glockenspielartige Erkennungsmelodie. Wer in Tokio öffentliche Verkehrsmittel benutzt, erfährt sinnlich die Freude der Japaner an elektronischen Spielereien – und ihr Organisationstalent. Erstaunlich reibungslos funktioniert der Schienen- und Straßenverkehr in dieser Megacity, selbst die Taxifahrer wirken entspannt. Dabei transportieren Autos, Busse und Lkw tagtäglich enorm viele Menschen und Waren durch die Straßen des Ballungsgebietes, in dem fast 35 Millionen Menschen leben. Jedes Prozent Sprit, das hier der Straßenverkehr weniger konsumiert, ist ein spürbarer Gewinn für das globale Klima.
Ein effizienter Hybridbus für urbane Zentren
„Bis zu 30 Prozent Diesel kann dieser Hybridbus einsparen“, erklärt der Ingenieur Yuta Susuki stolz: „Das hängt von seinem Fahrprofil beim Busunternehmen ab.“ Nagelneu und glänzend steht vor uns ein Aero Star Eco Hybrid auf dem Fahrprüfstand. Er ist das neueste Modell der Mitsubishi Fuso Truck & Bus Corporation, dem japanischen Hybridpionier bei Nutzfahrzeugen und Mitglied im globalen Netzwerk von Daimler Trucks.
Wir befinden uns auf dem Testgelände von Mitsubishi Fuso in Kitsuregawa, nördlich von Tokio. Während der Testfahrer den Bus startet, der auf dem Rollenstand fixiert ist, erläutert Susuki-San, wie „Herr Susuki“ auf Japanisch heißt, die Technik. Der Mitsubishi Fuso Aero Star Eco Hybrid fährt mit einem seriellen Hybridantrieb. Dabei hat der Dieselmotor keinen direkten Kontakt mit der Antriebsachse, sondern treibt allein einen elektrischen Generator an. Dieser lädt eine große Batterie und versorgt zwei kräftige elektrische Fahrmotoren mit zusammen 158 kW (215 PS) Leistung.
„Der Bus fährt wie eine Tram“, erklärt Susuki. Dabei betont er lachend das süddeutsche Wort für Straßenbahn, das er auf seinen Dienstreisen nach Stuttgart aufgeschnappt haben muss. „Anstelle eines großen Dieselmotors mit über 8 Litern Hubraum konnten wir in den neuen Hybridbus einen viel kleineren und leichteren Motor mit nur 4,9 Litern einbauen.“ Der Dieselmotor darf schrumpfen, weil er von der Last des Anfahrens befreit ist. Dafür eignen sich die Elektromotoren auch viel besser, denn im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor bringen sie schon aus dem Stand heraus gleich ihre volle Antriebskraft auf die Räder. Der kleinvolumige Dieselmotor darf dagegen immer in der optimalen Drehzahl laufen, was seinen Durst nochmals senkt. Als Leichtgewicht gleicht er zudem einen guten Teil des Mehrgewichts wieder aus, welches die zusätzlichen Komponenten des Hybridantriebs verursachen.
Inzwischen ist der Bus auf dem Prüfstand zum Leben erwacht. Nun rollt er im beeindruckend leisen Elektromodus an. Der Strom kommt aus der großen Lithiumionenbatterie. Erst die Leistungsfähigkeit dieser modernen Akkus, deren winzige Verwandten in Digitalkameras oder Handys stecken, macht die Kombination aus Verbrennungsmotor und elektrischem Antrieb konkurrenzfähig. Beim Aero Star Eco Hybrid steckt die große Batterie unter einer markanten Hutze auf dem Busdach, woran Insider sofort die Hybridversion erkennen können.
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