Klare Vorteile: Serieller Hybridantrieb für Stadtbusse
„Da diese Batterie sehr teuer ist, wollen unsere Kunden sie während der gesamten Lebensdauer des Busses nicht austauschen müssen“, sagt Susuki. Entwicklungsziel war, dass sie 10 Jahre Alltagsbetrieb und gut eine halbe Million Kilometer verkraften muss. Entsprechend viel Ideenreichtum mussten die Ingenieure in die Umsetzung eines möglichst schonenden Lade- und Entladevorgangs stecken. Immerhin passiert das zigmal am Tag, bei jedem Anfahren – und Bremsen!
Im Bremsen steckt die eigentliche Musik des „Hybrid-Samba“: Hier kann der Bus nämlich einen Teil der Energie zurückgewinnen, die er zuvor ins Fahren investiert hatte. Bei konventionellen Antrieben vernichten die Bremsen diese Energie sonst zu völlig unnützer Wärme. Gerade bei einem typischen Stadtlinienbus mit seinen vielen Stopps kann die Rückgewinnung von Bewegungsenergie den Dieselkonsum deutlich senken. Dabei funktionieren die Elektromotoren umgekehrt als Generatoren, also große Dynamos. Beim Bremsen verwandeln sie einen Teil der Bewegungsenergie zurück in elektrische Energie und laden damit die Batterie. Diese Energie steht für das nächste Anfahren wieder zur Verfügung. „Beim Aero Star Eco Hybrid übernehmen die Elektromotoren das normale Bremsen sogar komplett“, betont Susuki.
Der Testfahrer führt nun vor, wie in Japan der offizielle Verbrauchszyklus für Nutzfahrzeuge gemessen wird. Über den Bildschirm vor dem Lenkrad wandert eine Kurve, die ihm vorgibt, wann er Gas geben, gleichmäßig fahren oder bremsen soll. Ein serieller Hybridantrieb verliert nämlich seinen Vorteil, sobald er schneller und gleichmäßiger fahren soll. Dann schlägt der zusätzliche Verlust negativ zu Buche, den die Erzeugung elektrischer Energie aus dem Diesel mit sich bringt. Für Fahrprofile mit weniger Stopps eignet sich der parallele Hybridantrieb besser, der generell in den heutigen Hybrid-Pkw oder etwa im Mitsubishi Fuso Canter Eco Hybrid eingesetzt wird. Bei ihm treibt auch der Verbrennungsmotor in Arbeitsteilung mit dem E-Motor die Räder an. Deshalb setzt Daimler Trucks bei den meisten Vollhybrid-Nutzfahrzeugen den Parallelantrieb ein. Der serielle Hybrid bleibt den Stadtlinienbussen vorbehalten, weil er hier am effizientesten ist.