110 Jahre Erfahrung: Antriebsalternativen aus Untertürkheim
1898
Die Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin-Marienfelde, Vorläufer des Mercedes-Benz Werks Berlin, stellt ihr erstes Elektrofahrzeug vor.
1899
Die Motorfahrzeug- und Motorenfabrik Berlin-Marienfelde bietet Personenwagen, Transporter und Kleinbusse mit Elektroantrieb zum Kauf an. Der erste elektrische Hotel-Omnibus geht an das Berliner Hotel Kaiser. Auch die Allgemeine Berliner Omnibus-Actien-Gesellschaft erhält Elektrobusse mit einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern und 18 km/h Höchstgeschwindigkeit.
1907
In Wien wird der von Ferdinand Porsche für Austro-Daimler entwickelte „Mercedes-Electrique“ mit elektrischen Radnabenmotoren präsentiert.
In Gmünd (Niederösterreich) nimmt der erste Austro-Daimler Oberleitungsbus, der einen vierrädrigen Kontaktwagen (Trolley) auf der Oberleitung hinter sich herzieht, den Betrieb auf. Bis 1912 folgen zahlreiche O-Buslinien in Österreich und der Schweiz, in Paris, Berlin-Steglitz und Heilbronn. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von rund 25 km/h sogar am Berg sind die Oberleitungsbusse damals den Benzinern überlegen.
1908
Die schweren Bleiakkus der Elektrofahrzeuge werden durch einen Benzinmotor mit gekoppeltem Generator ersetzt, der den Strom für die Radnabenmotoren erzeugt. Dieser Hybridantrieb, Daimler-Mixte genannt, wird vor allem von großen Berufsfeuerwehren geschätzt.
1922
Benz stellt einen Ackerschlepper mit Dieselmotor vor. Es ist das erste serienmäßige Landfahrzeug mit diesem Antrieb.
1923
Als ersten Diesel-Lkw bringt Benz einen verbrauchsarmen Fünftonner mit Vierzylinder-Dieselmotor OB 2 auf den Markt.
Die Mercedes 6/25/38 PS und 10/40/65 PS sind die ersten Serien-Pkw mit Kompressormotor.
1926
Mit dem Mercedes-Benz Leicht-Lkw Lo 2 000, den es mit Benzin- und mit Dieselmotor gibt, setzt sich der solide und verbrauchsarme Dieselantrieb bei Nutzfahrzeugen endgültig durch.
1936
Der Mercedes-Benz 260 D als erster Serien-Pkw mit Dieselmotor wird vorgestellt. Wegen seines geringen Verbrauchs ist er vor allem bei Taxifahrern beliebt.
1937
Die Oberleitungsbusse O 6000 und der O 10 000 werden produziert.
1943
Wegen der zunehmenden Treibstoffknappheit baut Mercedes-Benz in verschiedene Fahrzeuge auf Wunsch ab Werk eine Holzvergaser-Anlage ein.
1952
Daimler-Benz liefert 350 Trolleybusse O 6600 T nach Buenos Aires.
1967
In Erwartung strenger Abgasentgiftungs-Vorschriften in den USA startet Daimler-Benz gemeinsam mit VW das Entwicklungsprojekt „Elektromobil“ über den elektrischen Antrieb eines Mercedes-Benz Stadtbusses und eines VW-Transporters, einen hybriden Antrieb mittels Gasturbine, Diesel- oder Wankelmotor und Batterie sowie die Entwicklung von Titanhydrid-Speichersystemen für Wasserstoff.
1969
Die Vorstellung des Hybrid-Stadtomnibusses OE 302, der in der Stadt elektrisch, außerhalb mithilfe eines Dieselgenerators fährt, markiert den Neubeginn der Hybrid-Forschung.
1971
Mercedes-Benz stellt den Erdgas-Versuchsomnibus OG 305 mit einer Beförderungskapazität von 113 Personen vor.
1972
Mercedes-Benz präsentiert den Elektrotransporter LE 306 mit Batterie-Schnellwechselsystem. Je nach Fahrweise reicht eine Batterieladung für etwa 50 Kilometer.
1974
Ein Mercedes-Benz 450 SL (Baureihe R 107) mit einem auf Methanol optimierten Ottomotor wird der Öffentlichkeit präsentiert.
1975
Mercedes-Benz präsentiert den weltweit ersten Wasserstoff-Transporter mit Hydridspeicher als Versuchsfahrzeug.
In Esslingen bei Stuttgart nimmt der auf dem Mercedes-Benz OE 302 basierende elektrische „Duo-Bus“ (Batterie und Oberleitung) den Versuchsbetrieb im Linienverkehr auf.
1977
Der 1971 vorgestellte Erdgasbus OG 305 wird auf Betrieb mit Propan-Butan-Flüssiggas umgebaut und in Teheran im Alltagsbetrieb eingesetzt. Die islamische Revolution verhindert Verhandlungen über die Lieferung weiterer Busse.
1978
Der Mercedes-Benz Hybridbus OE 305 mit kombiniertem diesel-elektrischem Antrieb wird vorgestellt, im Folgejahr startet ein fünfjähriger Modellversuch mit dreizehn Bussen im regulären Linienverkehr.
1979
Mercedes Benz präsentiert verschiedene Fahrzeuge, deren Motoren mit den Alkoholkraftstoffen Ethanol, Methanol und M15 (15 Prozent Methanol, 85 Prozent Benzin) betrieben werden. In Berlin beginnt ein Praxisversuch mit 80 Fahrzeugen.
Ende der 1970er Jahre
Mercedes-Benz erprobt den Gyro-Antrieb mit Schwungradspeicher, der sich jedoch als nicht praxistauglich erweist.
1982
Ein Mercedes-Benz Typ 190 (W 201) ist das erste Versuchsfahrzeug mit Hybridantrieb auf Basis eines Mercedes-Benz Personenwagens.
1984
In einem bis 1988 laufenden Projekt setzt Daimler-Benz in Berlin je fünf wasserstoffbetriebene Transporter der Baureihe 310 und fünf Pkw 280 TE im Benzin-Wasserstoff-Mischbetrieb ein. Es ist der weltweit erste Flottenversuch mit Wasserstoff-Fahrzeugen.
1986
Dieselelektrische O 405 GTD-Gelenkbusse auf Basis des O 405 Standardlinienbusses werden angeboten, bis 1995 sind insgesamt 36 Fahrzeuge in Betrieb. Daimler-Benz stellt auch 100 reine Oberleitungsbusse des Typs O 405 GTZ für die Schweiz her – ein Großteil der Fahrzeuge läuft in Zürich.
1991
Auf dem Genfer Automobil-Salon wird ein Elektro-Versuchs-Pkw auf Basis der Kompaktklasse (Baureihe 201) vorgestellt, bei dem zwei aus Natrium-Nickelchlorid-Batterien gespeiste Elektromotoren je ein Hinterrad antreiben.
1992
Zur Olympiade in Barcelona präsentiert Daimler-Benz einen „Miniplus“-Elektrobus auf Basis des MB 100 E.
Auf der Insel Rügen beginnt ein auf vier Jahre angelegtes Demonstrationsprojekt zur Erprobung von Elektrofahrzeugen der neuesten Generation. Mercedes-Benz beteiligt sich mit 20 Fahrzeugen.
1993
Ein Elektro-Transporter auf der Basis des T1 wird vorgestellt.
Auf Basis der C-Klasse (Baureihe 202) entsteht ein Prototyp mit einem Elektromotor und einer Natrium-Nickelchlorid-Hochenergiebatterie (ZEBRA-Batterie) als Energiespeicher.
1994
Der NECAR I (New Electric Car) ist das erste Brennstoffzellen-Versuchsfahrzeug von Mercedes-Benz auf Basis eines Transporters aus der Baureihe MB 100.
Auf der IAA wird der Mittelklasse-Lkw 1117 Hybrid vorgestellt.
Die ersten Mercedes-Benz Omnibusse O 405 G mit Erdgasantrieb gehen in Serie. Insgesamt 216 Einheiten entstehen im Mannheimer Werk.
1996
Daimler-Benz stellt das Brennstoffzellenfahrzeug NECAR 2 auf Basis der Mercedes-Benz V-Klasse vor.
Beim dieselelektrischen Niederflur-Überland-Hybridbus O 405 NÜH, der im Ortskern emissionsfrei im reinen Batteriebetrieb fahren kann, werden ZEBRA-Batterien der Daimler-Benz-Tochter AEG erstmals in der Praxis getestet. Die Radnabenmotoren wirken auch als Betriebsbremse.
Der Vito 108 E mit ZEBRA-Batterie fährt mit einer Batterieladung 170 Kilometer weit, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h.
Beim Vario Hybrid kann der Elektromotor den Antrieb allein übernehmen, aber auch gemeinsam mit dem Dieselmotor arbeiten.
Der Transporter Sprinter NGT (Natural Gas Technology) und der Kommunal-Lkw Econic NGT mit Erdgasmotoren kommen auf den Markt.
1997
Der mit Wasserstoff und Brennstoffzellen betriebene NEBUS (New Electric Bus) wird vorgestellt. Seine Reichweite mit einer Tankfüllung beträgt rund 250 Kilometer.
Das Brennstoffzellen-Forschungsfahrzeug NECAR 3 stellt den Wasserstoff an Bord aus Methanol her.
1998
Mercedes-Benz präsentiert einen A-Klasse-Prototypen mit Elektroantrieb, der seinen Strom von einer ZEBRA-Hochleistungsbatterie bezieht. Ein großer Teil der Technik ist im Sandwichboden untergebracht.
Die Mercedes-Benz E-Klasse Hymatic mit Hybridantrieb erhält einen 4MATIC-Allradantrieb. Der Ottomotor (150 kW/204 PS) wirkt auf die Hinterachse, ein Elektromotor (26 kW/35 PS) auf die Vorderräder.
Der Midi-Bus Cito als dieselelektrisches Hybrid-Serienfahrzeug für 45 bis 65 Fahrgäste wird vorgestellt. Von 1999 bis 2003 werden 643 Einheiten produziert.
1999
Die Mercedes-Benz A-Klasse HyPer hat als Hybridfahrzeug einen quer eingebauten Verbrennungsmotor, der die Vorderachse antreibt, sowie einen Elektroantrieb für die Hinterachse.
2000
Das Brennstoffzellen-Forschungsfahrzeug A-Klasse NECAR 4a fährt mit Druckwasserstoff.
Beim NECAR 5 findet das gesamte Brennstoffzellen-System einschließlich Reformer im Sandwichboden der Mercedes-Benz A-Klasse Platz.
DaimlerChrysler stellt den Transporter Vario sowie den Lastwagen Atego mit hybriden Antrieben vor.
2001
Der Elektromotor des smart City Coupé HyPer Prototyps ist wegen des beschränkten Raums mit dem Dreizylinder-Dieseltriebwerk zu einer Einheit verbunden.
Ein Mercedes-Benz Sprinter mit Brennstoffzellenantrieb geht in die Alltagserprobung.
2002
Mercedes-Benz präsentiert die M-Klasse HyPer mit einem Hybridantrieb. Der Elektromotor ist ein scheibenförmiger „Disc-Motor“ mit vergleichsweise geringer Baulänge.
Für den Unimog entwickelt die Konzernforschung eine serielle Hybrid-Variante. Der Dieselmotor treibt beim Unimog E-Drive einen Generator an, der den elektrischen Fahrmotor und die Antriebe der Arbeitsgeräte mit Energie versorgt.
2003
DaimlerChrysler erprobt die A-Klasse F-Cell in einer Kleinserie von 60 Fahrzeugen weltweit in der Praxis. Mitgeliefert wird jeweils auch eine Wasserstoff-Tankstelle.
33 Mercedes-Benz Citaro-Stadtbusse mit emissionsfreiem Brennstoffzellen-Antrieb werden bei Verkehrsbetrieben in zehn Städten im Linienverkehr erprobt.
2004
Der Sprinter 311 mit Hybridantrieb und Nickel-Metallhydrid- (NiMH) oder Lithium-Ionen-Batterien wird vorgestellt. Die Reichweite im reinen Elektrobetrieb beträgt 30 Kilometer. Wer die Batterien nachts an der Steckdose wieder aufladen will, kann eine Plug-In-Funktion bestellen.
Auf der North American International Auto Show in Detroit wird das Forschungsfahrzeug Mercedes-Benz Vision GST 2 mit Hybridantrieb vorgestellt.
2005
Mercedes-Benz präsentiert die B-Klasse mit Brennstoffzellenantrieb auf dem Genfer Automobilsalon.
Auf der IAA in Frankfurt/Main zeigt Mercedes-Benz die Konzeptfahrzeuge DIRECT HYBRID (Benzin- und Elektromotor) sowie BLUETEC HYBRID (Diesel- und Elektromotor) auf Basis der aktuellen S-Klasse (Baureihe 221).
Auf der Tokyo Motor Show steht das von Mercedes-Benz eigens konzipierte Forschungsfahrzeug F 600 HYGENIUS mit Brennstoffzelle.
Die Erprobung des neuen Mercedes-Benz Sprinter 316 NGT mit bivalentem Erdgasantrieb beginnt.
Die BlueTEC Dieseltechnologie wird vorgestellt – entwickelt mit dem Ziel, die NOx-Emissionen zu reduzieren und den Diesel so sauber wie den Benziner zu machen.
2006
smart präsentiert die Serienversion des forfour lpg (liquified petroleum gas) mit Flüssiggas-Antrieb.
In Großbritannien startet ein Pilotprojekt mit dem smart fortwo ev (electric vehicle). Das Unternehmen bietet 100 ausgewählten britischen Kunden Fahrzeuge zum Leasing an.
Der Sprinter 316 CDI HYBRID mit Plug-In-Technologie und Lithium-Ionen-Batterie geht in Praxisbetrieb. Er lässt sich an jeder Steckdose aufladen und kann bis zu 30 Kilometer weit elektrisch fahren.
2007
Das erste Feuerwehrauto mit Brennstoffzellenantrieb, eine Mercedes-Benz A-Klasse F-Cell, geht in Sacramento/Kalifornien in den täglichen Betrieb.
Die Produktion des smart fortwo micro hybrid läuft an. Er hat ein Start-Stopp-System, das den Verbrauch des Benzinmotors auf 4,3 Liter pro 100 Kilometer bringt.
Mit dem Forschungsfahrzeug F 700 präsentiert Daimler den DIESOTTO-Motor, der die Vorzüge des Benziners und des Diesel vereint. Der DIESOTTO ist der erste Otto-Motor mit kontrollierter Selbstzündung wie ein Diesel. Er arbeitet mit Direkteinspritzung, variablem Ventiltrieb, schneller Nockenwellenverstellung und variabler Verdichtung sowie Turboaufladung.
100 mit Elektroantrieb ausgestattete smart Fortwo ed laufen in der Low Emission Zone von London in einem Flottentest. Auch die Londoner Polizei erhält vier Fahrzeuge.
2008
Daimler schafft den Durchbruch bei Lithium-Ionen-Batterien. Diese Hochleistungsbatterien werden ab 2009 in Serienfahrzeugen eingesetzt.
Mercedes-Benz stellt den S 400 BlueHYBRID als ersten Hybriden mit der innovativen Lithium-Ionen-Batterie vor, ebenso den Mercedes-Benz ML 450 BlueHYBRID als weltweit sparsamsten Benzin-Hybrid der SUV-Klasse auf den Markt.
Im Jahr 2008 ist Daimler Trucks Weltmarktführer bei umweltschonenden Nutzfahrzeugen – mit mehr als 8.000 Fahrzeugen auf den Straßen: Insgesamt hat Mercedes-Benz bisher 36 Citaro-Busse mit Brennstoffzellenantrieb ausgerüstet, dazu kommen rund 1.700 Busse und Lkw für Erdgasbetrieb. In den USA werden demnächst 2.800 Orion Hybridbusse unterwegs sein, in Japan sind es 350 Busse und Lkw mit Hybridantrieb sowie über 1.200 Erdgasfahrzeuge der Marke Fuso. Die US-Marke Freightliner wird 2009 über 360 Hybrid- und 1.300 Erdgas-Lieferfahrzeuge verkauft haben.