Crash per Klick. Im indischen Bangalore forschen Biomechanikexperten und Ingenieure von Daimler am Unfall der Zukunft. Bei ihnen kracht es nur noch in der digitalen Rechenwelt – die Unfallfolgen für die beteiligten Personen ermittelt die Simulation indes realistisch. „Human Body Models“, die virtuellen Versuchskaninchen der Konzernforscher, machen es möglich.
Der Aufprall ist gewaltig. Mit fünfzig Stundenkilometern wird die Limousine von der Seite gerammt. Die Tür beult sich in den Innenraum. Der Kopf des Fahrers versinkt im Windowairbag, Hände und Füße zucken spastisch. Eine Szenerie wie aus einem Alptraum: Mehrmals wiederholt sich der Crash in Zeitlupe, niemand schreitet ein, weder Aufprall noch Schreie sind zu hören. Nur die nüchterne Stimme von Girish Sharma, 32: „Für diese 120 Millisekunden haben wir wochenlang programmiert.“ Er stoppt die Animation auf seinem Bildschirm. Seinen feinen Gesichtszügen ist die Gelassenheit eines Menschen abzulesen, der die Welt durch die Formeln der Mathematik versteht.
Biomechanikexperte Girish Sharma will wissen, was während des Unfalls im und mit dem Körper des virtuellen Passagiers passiert. Klick. Die Schädeldecke öffnet sich. Klick. Die Haut ist weg. Klick. Sehnen und Muskulatur liegen frei. Autsch, wie sich die Knochen biegen! Klick. Jetzt sind nur noch bunte Linien zu sehen. Wir haben weit hineingezoomt in den virtuellen Körper, bis zu seinen kleinsten Teilen: Er besteht aus 80.000 Elementen. An den Knotenpunkten stehen Zahlen, Buchstaben, Gleichheitszeichen. Zahlenkolonnen sausen über den Bildschirm.
Simulationsfilme mit Human Body Models im Crash
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