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Der Mathematiker Vinton („Vint“) G. Cerf, Jahrgang 1943, ist einer der Architekten des World Wide Web. Mit Robert Kahn entwickelte er Ende der 1970er-Jahre die grundlegenden Protokolle (TCP/IP) für die Übertragung von beliebigen Datenpaketen über ein verteiltes Netz von Computern und schuf im so genannten ARPANET- Projekt die Basis für das Internet. Cerf promovierte in Informatik an der University of California in Los Angeles und erhielt unzählige Preise und Ehrungen für seine Arbeit. Heute ist er im Führungsstab der Google Inc. als Vice President und Chief Internet Evangelist tätig. |
HighTechReport: Wo kommen Ihnen die besten Ideen in den Sinn?
Vinton G. Cerf: Meine besten Projekte entstehen offenbar immer in einem kooperativen Umfeld. Kreative Ideen entwickle ich gerne in kleinen Diskussionsrunden. Das gemeinsame Sammeln und die Freude am Teilen solcher Gedanken „Schaut her, was ich Tolles gefunden habe!“ wirkt auf mich äußerst befriedigend.
HighTechReport: In welcher Alltagsdisziplin würden Sie sich als „Experten“ bezeichnen?
Vinton G. Cerf: Im Korkenziehen und Weingenießen. Aber Spaß beiseite. Ich glaube, ich fungiere als ein ganz passabler Katalysator, wenn es darum geht, klugen Menschen ein geeignetes Umfeld zu schaffen, in dem sie knifflige Aufgaben ausloten und durchdenken, bestenfalls sogar lösen.
HighTechReport: Welches Mysterium des Alltags bedarf am dringendsten einer Klärung oder Lösung?
Vinton G. Cerf: Mich fasziniert das menschliche Gehirn, eigentlich sogar jedes Gehirn. Wie schafft es dieser Klumpen Nervenzellen, so etwas wie Kreativität, Erfindungsgeist und komplette Gedankengebäude hervorzubringen, aber auch Leidenschaft, Freude, Hass oder Furcht?
HighTechReport: Warum verbringen wir immer mehr Zeit vor dem Computer, obwohl diese immer schneller werden?
Vinton G. Cerf: Zum einen wächst die Komplexität der Software schneller als die Rechenleistung der Hardware. Zum anderen wächst der Anteil an für uns relevanten Informationen, die sich nur mit Computerhilfe, seien es Handys, PDAs oder ein Laptop, nutzbar machen lassen.
HighTechReport: Vertrauen Sie Ihre besten Ideen einer Maschine an oder notieren Sie Ihre Einfälle auf Papier?
Vinton G. Cerf: Ich nutze den Computer wirklich intensiv, um meine Arbeit zu dokumentieren und Bedeutsames festzuhalten. Ist mir aber etwas wirklich wichtig, drucke ich es aus. So habe ich mit der Zeit einen prächtigen Papierstapel an Notizen aufgehäuft.