Motorentechnik: Kompressor, Dieselantrieb, Benzin-Direkteinspritzung, DIESOTTO
Diesel-Personenwagen (1936 - 1973)
Rudolf Diesel wird 1892 das Patent für den nach ihm benannten Motor mit Kompressionszündung erteilt. Ein Jahr später läuft der erste Dieselmotor, bei dem der Kraftstoff mit einem sogenannten Einblaskompressor unter hohem Druck in den Brennraum geblasen wurde, zunächst ausschließlich geeignet für voluminöse stationäre Motoren und Schiffsdiesel.
Motor (Einspritzseite) des Mercedes-Benz Typ 260 D, erster serienmäßiger Diesel-Pkw der Welt, 1936-1940
Prosper L’Orange, seit dem 1. Oktober 1908 in Diensten von Benz & Cie. und ein genialer Ingenieur mit einer Leidenschaft für den Dieselmotor, ersinnt die Vorkammer-Einspritzung. Sie ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zum Fahrzeug-Dieselmotor. Bis zum ersten schnelllaufenden Fahrzeugdiesel liegen zwischen 1919 und 1921 noch drei weitere wesentliche Erfindungen von L’Orange: Trichter-Vorkammer, Nadel-Einspritzdüse und regelbare Einspritzpumpe.
Benz Fünftonner: Der erste Diesel-Lastwagen der Welt (1923)
 
 
45 bis 50 PS aus vier Zylindern: Der Lkw-Diesel OB 2 ging im April 1923 in Serie und befeuerte Fünftonnen-Fahrgestelle aus Gaggenau.
Der erste Diesel-Lastwagen der Welt ist ein Benz Fünftonner mit einem Vierzylinder-Vorkammer-Dieselmotor, der 45 PS (33 kW) bei 1000/min leistet. Er läuft erfolgreich am 10. September 1923 und braucht rund 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Fünftonner mit Benzinmotor. Das bei Benz entwickelte Vorkammer-Prinzip dient auch nach der Fusion mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft im Jahr 1926 als Grundlage des Lkw-Dieselmotorenbaus des neuen Unternehmens Daimler-Benz.
Mercedes-Benz 260 D: Der erste serienmäßige Diesel-Pkw der Welt (1936)
 
 
 
Mercedes-Benz Typ 260 D, erster serienmäßiger Diesel-Pkw der Welt, Droschken-Landaulet mit Schiebedach, 1936-1940.
1936, 13 Jahre nach dem ersten Diesel-Lkw, erscheint auf der Berliner-Automobil-Ausstellung der Mercedes-Benz Typ 260 D, der erste serienmäßige Diesel-Personenwagen der Welt. Er ist eine Sensation. Sein 2,6-Liter-Vierzylinder mit Mercedes-Benz Vorkammersystem und Bosch-Einspritzpumpe leistet 45 PS (33 kW) bei 3200/min und ist in das Fahrgestell des Benzinermodells Typ 200 eingebaut. Sein Durchschnittsverbrauch liegt bei etwas mehr als 9 Liter und unterbietet damit die 13 Liter des Benzintyps 200 erheblich. Dieselöl kostet 1936 nur 17 Pfennig, weniger als die Hälfte des Benzins. Vor allem Taxifahrer setzen sofort auf diesen Wagen. In diesem Segment spielen die Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge bald immer eine führende Rolle. Die Bewährung im harten Taxialltag zieht auch Privatkunden in die Verkaufsräume. Bis 1940 werden rund 2000 Stück des Mercedes-Benz 260 D gebaut.
Nach dem Krieg: Der Dieselmotor setzt seinen Siegeslauf fort
 
 
"Ponton-Mercedes" Typ 190 D, 1958 - 1959
Nach dem Krieg ist Wirtschaftlichkeit mehr denn je gefragt. Der Vierzylinder-Pkw-Dieselmotor setzt bei Mercedes-Benz seinen Siegeslauf fort, ab 1949 im 170 D und ab 1952 im 170 DS. Es folgen 180 D und 190 D in der Pontonkarosserie von 1953. In der „Heckflosse“, dem „Strich-Acht“ und den Nachfolgebaureihen kommt der Diesel auf immer höhere Stückzahlen und ist letztlich aus der „Mittleren“ Klasse von Mercedes-Benz, der heutigen E-Klasse, nicht mehr wegzudenken. Ständige Verbesserungen, größere Hubräume und steigende Leistung, bereits 1973 immerhin 2,4 Liter und 65 PS (48 kW), passen ihn ständig den Wünschen der Kunden an. Langsam kommt auch die Konkurrenz auf den Geschmack.
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