Daimler Unternehmensgeschichte
Daimler-Benz in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945)
Von 1937 an produziert die Daimler-Benz AG verstärkt Rüstungsgüter, wie den Lastwagen LG 3000 und Flugmotoren wie den DB 600 und DB 601. Um neben dem Werk Marienfelde zusätzliche Kapazitäten für die Flugmotorenproduktion zu schaffen, wird 1936 das Werk Genshagen gebaut, das südlich von Berlin gut getarnt im Wald liegt.
Werk Genshagen bei Berlin, Produktion von Flugmotoren, 1939.

 
 
Wilhelm Kissel, seit 1937 Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG
Bis Kriegsbeginn nimmt der Anteil der Rüstungsproduktion am Unternehmensumsatz stetig zu. Im Sommer 1941 glaubt im Vorstand der Daimler-Benz AG unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Wilhelm Kissel niemand mehr an einen kurzen Krieg und die baldige Rückkehr zur Produktion von Zivilfahrzeugen.

 
 
Mercedes-Benz 4,5-t-Lastwagen Typ L 4500, 1945.
Wichtigstes Geschäftsfeld ist die Produktion von Lastwagen, während die Pkw-Fertigung - seit Kriegsbeginn ohnehin auf den militärischen Bedarf beschränkt - zurückgeht und bis Ende 1942 praktisch ganz eingestellt wird.

 
 
Daimler-Benz Flugmotor Typ DB 601 A, 12-Zylinder-V-Motor mit Benzineinspritzung, 1937.
Das Unternehmen forciert nun die Herstellung und Montage von militärischen Komponenten für das Heer, die Luftwaffe und die Marine. Große Bedeutung gewinnt auch die Ersatzteilfertigung und die Reparatur von Militärfahrzeugen und Motoren. Für die gesteigerte Rüstungsproduktion werden neue Arbeitskräfte benötigt, weil zahlreiche Arbeiter als Soldaten an der Front kämpfen.

 
 
Werk Sindelfingen: Zwangsarbeiterlager "Riedmühle", ca. 1944.
Zunächst stellt das Unternehmen Frauen ein, um die geforderten Stückzahlen herstellen zu können. Da diese Arbeitskräfte jedoch nicht ausreichen, kommen auch bei Daimler-Benz Zwangsarbeiter zum Einsatz. Diese Kriegsgefangenen, verschleppten Zivilisten oder Häftlinge aus Konzentrationslagern werden in der Nähe der Werke untergebracht: Zwangsarbeiter aus Westeuropa wohnen in Gasthöfen, Privatquartieren oder Schulen.

„Ostarbeiter“ und Kriegsgefangene sind unter schlechten Haftbedingungen in Barackenlagern interniert. KZ-Häftlinge bewacht die SS unter menschenverachtenden Bedingungen. Sie werden gegen Entgelt an Unternehmen „ausgeliehen“. 1944 ist fast jeder zweite der 63.610 Daimler-Benz-Mitarbeiter ein ziviler Zwangsarbeiter, Kriegsgefangener oder KZ-Häftling.
Nach dem Krieg bekennt sich Daimler-Benz zu seinen Verstrickungen in das NS-Regime und engagiert sich auch in der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die u.a. humanitäre Leistungen für ehemalige Zwangsarbeiter erbrachte.
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