Daimler Unternehmensgeschichte
Wiederaufbau (1945-1949)
Die 1945 durchgeführte Bestandsaufnahme der Kriegsschäden fiel für das Unternehmen ernüchternd aus, da nach dem Potsdamer Abkommen alle deutschen Vermögenswerte im Ausland beschlagnahmt und zu Reparationsleistungen herangezogen wurden.
Das Reparaturwerk im kriegszerstörten Werk Untertürkheim im Jahre 1947.

Daimler-Benz verlor sämtliche ausländische Tochtergesellschaften, Beteiligungen und Niederlassungen sowie alle Vermögenswerte in den sowjetisch besetzten Gebieten. Das zuvor aufgebaute internationale Netzwerk war damit zerstört und die Unternehmung musste mit ihrer Internationalisierung von Neuem beginnen. Darüber hinaus musste Daimler-Benz auf offene Forderungen gegenüber dem Staat ebenfalls verzichten.
So war das Unternehmen im Jahr 1945 auf seine vier süddeutschen Stammwerke Untertürkheim, Sindelfingen, Mannheim und Gaggenau sowie Berlin-Marienfelde und die westdeutschen Niederlassungen beschränkt.
 
 
Im Werk Untertürkheim wird ein Reparaturwerk für US-amerikanische Militärfahrzeuge eingerichtet, 1945.
Daimler-Benz war somit auf den Besitzstand zurückgeworfen, den es vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten aufweisen konnte. Das Werk Untertürkheim arbeitete anfangs vorwiegend als Reparaturwerk für US-amerikanische Militärfahrzeuge. Die Entnazifizierung der Unternehmensspitze zog grundlegende Änderungen im Vorstand nach sich. Noch vor der deutschen Kapitulation wurde Otto Hoppe, der wegen seiner jüdischen Ehefrau auf nationalsozialistischen Druck hin 1942 den Vorstand hatte verlassen müssen, zum 1. Mai 1945 wieder in den Vorstand berufen.

Nach langen Bemühungen erhielt das Unternehmen am 3. Januar 1946 von der amerikanischen Besatzungsmacht eine neue Produktionsgenehmigung. Trotz schwieriger Verhältnisse konnten die Werke bis zur Währungsreform 1948 zu erheblichen Teilen wiederhergestellt und der komplette Wiederaufbau 1951 abgeschlossen werden.
 
 
Mercedes-Benz 4,5-t-Lastwagen Typ L 4500, 1945.
Die Produktion war bereits 1947 in allen Werken wieder angelaufen. Die Werke Mannheim und Gaggenau konnten an die Lkw-Fertigung der Kriegszeit anknüpfen. In Sindelfingen und Untertürkheim mussten die ausgelagerten Betriebsstätten zusammengeführt und die Produktion neu aufgebaut werden. Zukunftsweisend war die Entscheidung, die Endmontage der Fahrzeuge nach Sindelfingen zu verlagern.

Trotz der bis zur Währungsreform am 20.6.1948 herrschenden chaotischen finanziellen Verhältnisse wies bereits die Bilanz im Jahr 1948/49 einen Gewinn für das Unternehmen aus.
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