Daimler Unternehmensgeschichte
Wirtschaftswunder und Rückkehr auf den Weltmarkt (1949-1960)
Der Daimler-Benz AG gelang es im Zeitraum von 1949 bis 1960, ihre vor dem Zweiten Weltkrieg behauptete Stellung in der stark wachsenden deutschen Automobilindustrie wiederzuerlangen. Bereits 1954 erreichte das Unternehmen die Umsatzmilliarde und stellte damit den bisherigen Umsatzrekord ein.
 
 
Mercedes-Benz Typ 300 SL Coupé, 1954
Die hohen Absatzzahlen für alle Pkw der Marke Mercedes-Benz wurden zum Sinnbild des deutschen Wirtschaftswunders. Die Entwicklung des Nutzfahrzeugbereichs spiegelte die hohen Wachstumsraten der gesamten Volkswirtschaft wider.
Alle Lkw wurden mit Dieselmotoren ausgestattet. Während der gesamten 1950er Jahre hatte Daimler-Benz als Hersteller von Dieselmotoren fast eine Monopolstellung inne.
Beim Export war das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit selbstständigen Generalvertretern angewiesen. Diese übernahmen den Import und arbeiteten auf eigenes Risiko mit Vertragshändlern zusammen.
Diese Strategie wurde zum Teil bestimmt durch das bis 1952 bestehende Verbot von Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland.
Titelblätter. Prospekte von Mercedes-Benz Industriemotoren.
Werbeplakat Mercedes-Benz Lkw
Großer Preis von Frankreich, 1954. Rennsiegplakat von Hans Liska.
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Der Ausbau des europäischen Vertriebsnetzes wurde in der Folge sukzessive vorangetrieben. Bereits im Jahr 1955 verfügte das Unternehmen wieder über Geschäftsbeziehungen zu 178 Generalvertretern weltweit. In dieser Zeit setzte Daimler-Benz bei der erneuten Internationalisierung fast ausschließlich auf Erfolge im Motorsport, die den Namen Mercedes-Benz in aller Welt wieder in Erinnerung rufen sollten.
 
 
Mercedes-Benz Typ L 319 Kastenwagen, Plakat von 1961.
Bei den Nutzfahrzeugen wurde das Programmspektrum verbreitert und auf Transporter bis hin zum schweren Lkw ausgeweitet. Gleichzeitig wurde die Internationalisierung der Produktion vorangetrieben. Vor allem in Argentinien, Brasilien und Indien betrieben die Regierungen eine aktive Industrialisierungspolitik zum Aufbau einer heimischen Automobilproduktion.
Um dieses Ziel zu erreichen, knüpften die Regierungen die Vergabe von Importlizenzen an die Auflage, die Fahrzeuge nicht nur im Inland zu montieren, sondern auch einen wachsenden Prozentsatz der benötigten Teile aus heimischer Produktion zu beziehen.

Im Zuge dessen gründete Daimler-Benz unter anderem im Iran (IDEM), in Südafrika (UCDD), in der Türkei (OTOMAR-SAN), in Argentinien (Mercedes-Benz Argentina MBA), in Brasilien (Mercedes-Benz do Brasil S.A. in São Bernardo do Campo) und in Indien (Telco) Produktions- und Fertigungsstätten.
Mercedes-Benz Werk Argentina, San Martin bei Buenos Aires, ca 1954.
Werk Indien, Tata/Telco, aus einem Fotoband von 1956.
Nfz-Werkstatt Mercedes-Benz Argentina in Buenos Aires, Argentinien, 1951.

 
 
Lkw-Montage im Werk Mannheim, Bau 12, Oktober 1954, Typ LA 3500.
Die inländische Nutzfahrzeugproduktion konnte ihre Produktpalette erweitern. Als erste Neuentwicklung der Nachkriegszeit kam 1949 der Mercedes-Benz L 3250 auf den Markt, der im Werk Mannheim gebaut wurde. Darüber hinaus erlebte die Omnibusproduktion nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 einen erheblichen Aufschwung, der auf den Anstieg des öffentlichen Personennahverkehrs zurückzuführen war.

 
 
Universell einsetzbarer Unimog, 1950
Zu einem wesentlichen Imageträger entwickelte sich der seit 1951 von Daimler-Benz gebaute Unimog („Universal-Motor-Gerät“). Dieses für landwirtschaftliche Zwecke konzipierte Allzweckfahrzeug wurde seit 1949 von der Fa. Gebr. Boehringer GmbH in Göppingen produziert. Bereits im August 1948 fand die öffentliche Vorstellung des Unimog statt. Nach der Übernahme durch die Daimler-Benz AG im Jahre 1951 wurde die Unimog-Produktion in Gaggenau angesiedelt.

 
 
III. Carrera Panamericana in Mexico, 1952. Rennsiegplakat von Hans Lisk
Bei der Pkw-Produktion lag der Fokus der Marke Mercedes-Benz weiterhin auf technisch anspruchsvollen, hochwertigen Fahrzeugen. Die Produktion der Fahrzeuge erfolgte, abgesehen von wenigen Completely-Knocked-Down-Montagen (CKD), nur in Deutschland.
Neue Autos und sportliche Erfolge, wie bei der Carrera Panamericana Mexico und im Grand-Prix-Rennsport, machten Mercedes-Benz zur bekanntesten deutschen Marke.

 
 
Mercedes-Benz Typ 300 Limousine, 1952, der Dienstwagen von Konrad Adenauer.
Der Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer, der im Jahr 1952 als Rennsportwagen-Prototyp vorgestellt wurde, avancierte zum Traumauto einer ganzen Generation und trug entscheidend zur Reputation des Unternehmens bei. Automobiltypen wie der 300er Mercedes (Adenauer-Mercedes) waren Symbole des Wiederaufbaus und des wirtschaftlichen Erfolgs seiner Besitzer.
Der „Heckflossen-Mercedes“ des Jahres 1959 war ein Meilenstein auf dem Gebiet der automobilen Sicherheit. Erstmals wurde das Konzept der Knautschzonen an Bug und Heck in Verbindung mit einer gestaltfesten Fahrgastzelle realisiert.

Mitte der 1950er Jahre überstieg die Nachfrage nach Mercedes-Benz-Pkw die Produktionsmöglichkeiten des Unternehmens. Um die benötigte Kapazitätserweiterung zu gewährleisten, übernahm der deutsche Autobauer im Jahr 1958 die Auto-Union. Der Plan, darüber hinaus noch die Bayerischen Motoren Werke AG in München zu erwerben, scheiterte am Widerstand der Kleinaktionäre auf der BMW-Hauptversammlung Ende 1959.
 
 
"6. bis 14. Februar 1954. International Motor Sports Show in New York. Vorstellung der Mercedes-Benz Sportwagen Typen 190 SL und 300 SL."
Das rasche Wachstum des Unternehmens war trotz der hohen Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes nicht zuletzt auf den Export zurückzuführen. Nach dem Zweiten Weltkrieg räumte der Vorstand diesem sogar Vorrang vor dem inländischen Absatz ein.
Mit der zunehmenden Konzentration auf den ausländischen Markt erreichten die Auslandserlöse im Jahr 1959 erstmals die Milliardengrenze.
Der attraktivste Exportmarkt war Amerika, wo 1955 die Daimler-Benz of North America Inc. gegründet wurde. Zusammen mit dem amerikanischen Autohändler Maximilian E. Hoffman gelang der Durchbruch auf dem US-Markt. Mit seiner Hilfe konnten der 300 SL Flügeltürer und der 190 SL erfolgreich im amerikanischen Markt eingeführt werden.
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