Stellungnahme der Verwaltung zu den Gegenanträgen zur Hauptversammlung am 4. April 2012
Vorstand und Aufsichtsrat halten an ihren Beschlussvorschlägen zur Tagesordnung fest und nehmen zu den Gegenanträgen wie folgt Stellung:
Ergebnisentwicklung und Dividende
Das Geschäftsjahr 2011 verlief für Daimler sehr erfolgreich. Der Konzernumsatz und das EBIT erreichten neue Höchstwerte. Das Konzern-EBIT stieg dabei um 20% auf 8,8 Mrd. € und das Konzernergebnis legte um 29% auf 6,0 Mrd. € zu. Insgesamt konnte Daimler im Jubiläumsjahr des Automobils zahlreiche Rekorde erzielen. Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars erzielte beim Absatz, Umsatz und EBIT ebenfalls Spitzenwerte in der langen Unternehmensgeschichte.
Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts erreichte 1,0 Mrd. € und das trotz hoher Ausgaben für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung, der Zuführung von 2,0 Mrd. € zu den Pensionsvermögen und einer Auszahlung von 0,7 Mrd. € im Rahmen der Übernahme von Tognum.
Wir wollen unsere Aktionäre weiterhin in angemessener Form am Unternehmenserfolg beteiligen und schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 2,20 € (i.V. 1,85 €) vor. Dies ergibt eine Ausschüttungssumme von 2,3 Mrd. € und entspricht 41% des auf die Daimler-Aktionäre entfallenden Konzernergebnisses. D.h. wir orientieren uns weiter an einer Ausschüttungsquote von 40% und stärken mit einer umfangreichen Dotierung der Rücklagen gleichzeitig unsere Eigenkapitalposition.
Frauenförderung
In den zurückliegenden Jahren ist bei Daimler der Anteil der Frauen sowohl an der Gesamtbelegschaft als auch in den Führungsfunktionen kontinuierlich gestiegen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2011 lag der Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft bei 13,9% (i.V. 13,5%). In den Führungsfunktionen der Ebenen 1 bis 4 stieg der Frauenanteil überdurchschnittlich von 11,6% auf 12,4%. Im Jahr 2011 sind 30% der Beförderungen auf die Führungsebenen 1 bis 3 mit Frauen besetzt worden. Zur weiteren Erhöhung des Frauenanteils auf den verschiedenen Führungsebenen hat das Unternehmen deutschland- und weltweit eigene Ziele definiert, die in den Zielvereinbarungen der Führungskräfte verankert sind. Ein Ziel ist die Erhöhung des Anteils von Frauen in leitenden Führungspositionen bis zum Jahr 2020 auf 20%.
Diese Zielvorgabe berücksichtigt branchenbedingte Spezifika und den weit überwiegenden Anteil von männlichen Absolventen in technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen, der in Westeuropa zwischen 80 und 95% liegt.
Im Kreis der zehn Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats sind mit Frau Sari Baldauf und Frau Petraea Heynike bereits zwei Frauen vertreten und seit Februar 2011 sitzt mit Frau Dr. Christine Hohmann-Dennhardt die erste Frau im Vorstand der Daimler AG.
Bei der Eingruppierung und Bezahlung werden Frauen und Männer im Unternehmen gleich behandelt. Daimler unternimmt auch große Anstrengungen, Frauen nach Beendigung der Elternzeit attraktive Angebote zu machen, unabhängig davon, ob die Mitarbeiterinnen sich für Vollzeit oder Teilzeit entscheiden.
Zeitarbeit
Daimler und der Gesamtbetriebsrat haben sich bereits im Jahr 2004 im Rahmen einer auch heute noch gültigen Betriebsvereinbarung verständigt, die derzeit erforderliche Personalflexibilität sicherzustellen. Damit ist gewährleistet, dass das Unternehmen – auch im Interesse der Arbeitnehmer - schnell und flexibel am aktuellen Aufschwung teilnehmen kann. Zeitarbeitnehmer (häufig auch als Leiharbeitnehmer bezeichnet) ergänzen dabei die Stammbelegschaft, sie ersetzen sie nicht. Zudem ist die Zeitarbeit bei Daimler auch eine Brücke in die Festanstellung. Seit dem Jahr 2005 haben wir rund 2.700 Zeitarbeitnehmer als feste Mitarbeiter übernommen und im laufenden Jahr werden wir weitere Zeitarbeitnehmer übernehmen.
Der Stundensatz für unsere Zeitarbeitskräfte im gewerblichen Bereich entspricht dem Einstellentgelt für unsere unbefristeten Mitarbeiter und orientiert sich an den Anforderungen der Arbeitsaufgabe. Aktuell beträgt der Stundensatz für Zeitarbeitnehmer 17,05 €. An Standorten mit einer erhöhten Personalflexibilität werden darüber hinaus auch Schichtzuschläge gewährt. Prämien und Weihnachtsgeld werden Zeitarbeitnehmern gemäß den tariflichen und betrieblichen Bedingungen des Zeitarbeitsunternehmens gewährt.
Unsere Arbeitsplätze, an denen auch Zeitarbeitnehmer eingesetzt werden, unterliegen gemäß dem Arbeitsschutzgesetz hohen Schutzvorschriften. Für die jeweiligen Arbeitsplätze liegen Gefährdungsbeurteilungen vor, die die Basis für unsere Arbeitsschutzstandards sind. Daher besteht gegenüber der Stammbelegschaft keine erhöhte Unfallgefahr. Die Sicherheitsunterweisung am Arbeitsplatz unterscheidet sich nicht, da Zeitarbeitnehmer in die regulären Arbeitsplatzunterweisungen eingebunden sind. Ebenso wenig unterscheidet sich die persönliche Schutzausrüstung.
Der Gesetzgeber sieht vor, dass Entleihunternehmen die überlassenen Zeitarbeitnehmer über alle zu besetzenden Arbeitsplätze informieren müssen. Im Intranet der Daimler AG steht das Modul „Daimler-Stellenbörse“ zur Verfügung. So können sich Zeitarbeitnehmer auch ohne eigene Benutzerkennung an den Terminals in ihren zuständigen Bereichen oder in den Personalbereichen über die ausgeschriebenen Stellen informieren.
Export von militärisch nutzbaren Gütern
Die ordnungsgemäße und gesetzeskonforme Ausfuhr von Produkten ist für Daimler ein Grundprinzip verantwortlichen unternehmerischen Handelns. Die Daimler AG hat dazu in ihrem Einflussbereich einen effizienten und extern überprüften Exportkontrollmechanismus aufgebaut. Das Unternehmen hält sich strengstens an die geltenden Bestimmungen des Außenwirtschaftsrechts.
Darüber hinaus haben wir für Regierungs- und regierungsnahe Geschäfte interne Prozesse eingeführt, die eine eigene kritische Überprüfung vorsehen. Diese beinhaltet im Einzelfall auch den Verzicht auf Geschäfte, die durchaus rechtskonform abzuwickeln wären, aber unserer Unternehmensethik widersprechen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich politische Rahmenbedingungen auch jederzeit ändern können, wie wir dies in vielen Ländern derzeit beobachten.
Auch Tognum hat uns versichert, dass ihre Motoren für Militäranwendungen ausschließlich auf Basis des Außenhandelswirtschaftsgesetzes und der entsprechenden Exportbestimmungen ausgeführt werden.
Engagement in Südafrika in der Zeit der Apartheid
Wir halten die in den USA anhängigen Klagen zur Apartheid für unbegründet. Wir halten die Klagen in den USA auch für unzulässig, da keinerlei Bezug in dieser Sache zu den USA gegeben ist. Die Bundesregierung, die Europäische Kommission und viele andere Staaten teilen diese Auffassung.
Wir haben zu keinem Zeitpunkt mit den südafrikanischen Sicherheitskräften zur Aufrechterhaltung der Apartheid zusammengearbeitet. Wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten früh für eine rassenunabhängige Gleichbehandlung der südafrikanischen Mitarbeiter eingesetzt, etwa bei der Entlohnung oder beim Zugang zu unseren Bildungseinrichtungen. Die Betriebsvereinbarungen unserer südafrikanischen Tochtergesellschaft mit den Gewerkschaften Ende der 1980er Jahre fanden nach Beendigung der Apartheid sogar Eingang in das nationale Arbeitsrecht.
Unabhängig von den rechtlichen Fragestellungen sind wir uns unserer sozialen Verantwortung in Südafrika sehr wohl bewusst. Bis heute engagiert sich Daimler in zahlreichen sozialen Projekten in Südafrika mit Schwerpunkt in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Umweltschutz, Kunst und Kultur sowie Sicherheit und leistet damit seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Veränderung in Südafrika. Daimler war und ist ein aktiver Mitspieler in Fragen des gesellschaftlichen Wandels in Südafrika und genießt im Land einen ausgezeichneten Ruf.
 
Stuttgart, März 2012
Daimler AG
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