“Jugend forscht”-Bundessieger kommt aus dem Mercedes-Benz Werk Sindelfingen
 
 
Thomas Nesch, Mechatronik-Auszubildender im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen und "Jugend forscht"-Bundessieger
  • Thomas Nesch, Mechatronik-Auszubildender im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen wird auf Anhieb Bundessieger „Technik“ bei „Jugend forscht“
  • Prämierte Entwicklung eines Leckage-Sensors von Daimler AG beim Deutschen Patentamt eingereicht
  • „Für mich war es ein gigantisches Gefühl, diesen Preis aus den Händen von Bundesforschungsministerin Schavan entgegen zu nehmen“, so Thomas Nesch
Sindelfingen, 30. Mai 2008
Großer Auftritt für einen jungen Forscher aus dem Mercedes-Benz Werk Sindelfingen. Thomas Nesch, 19jähriger Mechatronik-Auszubildender wurde auf Anhieb Gewinner des 43. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“. Nesch ist damit seit 1988 wieder der erste Bundessieger im Bereich Technik aus Baden-Württemberg.
Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan überreichte dem Preisträger den mit insgesamt 2.500 Euro dotierten ersten Preis. „Für mich war es ein gigantisches Gefühl, diesen Preis aus den Händen von Bundesforschungsministerin Schavan entgegen zu nehmen. Schon bei der Nennung meines Namens und bei der Laudatio, die der VDI-Vorsitzende über mich hielt, hatte ich ein totales Glücksgefühl,“ so Thomas Nesch nach der Preisverleihung am 25. Mai 2008 in der Stadthalle Bremerhaven. Das Mercedes-Benz Werk Bremen unterstützte den Bundeswettbewerb mit 35.000 Euro.
Ausgezeichnet wurde Nesch für seine Entwicklung eines Leckage-Sensors, mit dem er schon im Regional- und Landeswettbewerb in Baden-Württemberg überzeugen konnte. Da es sich bei dem „Leckage-Sensor“ um eine komplette Neuentwicklung handelt, hat sich die Daimler AG dazu entschlossen, diese Erfindung beim Deutschen Patentamt in München einzureichen und vorläufig eintragen zu lassen. Mit dem von Nesch entwickelten Sensor wird es möglich sein, in den Köpfen von Lackierrobotern auch die kleinsten Leckagen festzustellen.
„Ich freue mich sehr, dass ich im Rahmen dieses Wettbewerbs einen völlig neuen Sensor entwickeln konnte, den es so bei keiner Firma zu kaufen gibt und der gleich in der Mercedes-Produktion eingesetzt werden kann“, sagte der Preisträger anlässlich seiner Auszeichnung.
Das besondere an Thomas Neschs Erfindung: Der Sensor lässt sich nicht von dem elektrostatischen Feld einer Lackierung beeinflussen und ist so klein, dass er sich problemlos in den Köpfen der Lackierroboter implementieren lässt. Außerdem reagiert er bereits auf extrem kleine Mengen ausgetretener Flüssigkeiten. Der Sensor erkennt selbst zerstäubte und transparente Flüssigkeiten, falls diese aus den Leitungen am Roboterkopf austreten.
Anlass für seine Forschungsarbeit war ein konkreter Auftrag aus der Lackierung zur Entwicklung eines solchen Sensors. Über die Betriebliche Ausbildung des Werkes Sindelfingen erfolgte schließlich die Beauftragung der betriebsinternen Auszubildendenfirma „A-tronik“. Diese interne Firma wird von der Auftragsannahme bis zur Übergabe von Auszubildenden des Werkes Sindelfingen geleitet. Thomas Nesch war in dieser Azubifirma tätig und erhielt hier auch die Unterstützung bei seiner Forschungsarbeit und deren Umsetzung in den Produktionsprozess.
„Unsere Auszubildenden machen uns, nicht nur durch die herausragende Leistung von Thomas Nesch, jeden Tag viel Freunde. Wir sind stolz auf deren Einsatz in jedem der von uns angebotenen Ausbildungsberufe. Wenn daraus ein Bundessieger bei „Jugend forscht“ hervorgeht, freut uns das natürlich besonders, zeigt es doch auch, dass wir mit unserem Ausbildungssystem auf dem richtigen Weg sind“ so Dr. Eberhard Haller, Leiter des Mercedes-Benz Werkes Sindelfingen.
In seiner Ausbildung zum Mechatroniker befasst sich Thomas Nesch mit den drei Ausbildungsschwerpunkten Mechanik, Elektrotechnik und Informationstechnik. Das Berufsbild des Mechatronikers deckt somit fast alle Bereiche ab, die für die Entwicklung des Sensors entscheidend waren.
Thomas Nesch wird im Juni dieses Jahres seine Ausbildung, die auf Grund seiner glänzenden Leistungen auf drei Jahre verkürzt wurde, im Unternehmen abschließen. Nach seinem Abitur an der Technischen Oberschule Stuttgart will er seinen Wissensstand über ein Studium zum Elektrotechniker weiter vertiefen. Dem Unternehmen bleibt Nesch trotzdem eng verbunden. Er wird weiterhin in die unterschiedlichsten Forschungsprojekte im Bereich Elektrotechnik eingebunden sein.
Ein großer Auftritt steht Thomas Nesch aber vor seiner Technik-Karriere noch bevor: Im Herbst empfängt Bundeskanzlerin Merkel den Preisträger, gemeinsam mit den anderen Bundessiegern, zu einem Gespräch im Bundeskanzleramt in Berlin.
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