Ausblick
Unseren Aktionären, den Analysten und der interessierten Öffentlichkeit möchte Daimler durch aktuelle, faire und transparente Kommunikation die Möglichkeit bieten, sich fundiert über das Unternehmen zu informieren.
Ausblick aus dem Zwischenbericht Q2 2008 (Stand 24.07.2008)
Die im Kapitel Ausblick getroffenen Aussagen basieren auf der aktuellen Einschätzung des Managements von Daimler. Diese beruht auf den nachfolgend dargestellten Erwartungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die im Einklang mit den Einschätzungen renommierter Wirtschaftsforschungsinstitute und den Zielsetzungen unserer Geschäftsfelder stehen. Die Erwartungen für den Geschäftsverlauf orientieren sich an den Chancen und Risiken, welche sich im weiteren Jahresverlauf aus den jeweiligen Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen ergeben.
Im Hinblick auf bestehende Chancen und Risiken verweisen wir auf die im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2007 gemachten Aussagen sowie die Hinweise zu den vorausschauenden Aussagen am Ende dieses Lageberichts. Im Verlauf des Jahres 2008 haben die Risiken infolge der Verschlechterung der makroökonomischen Perspektiven aufgrund der anhaltenden Finanzmarktkrise, der weiter steigenden Preise für Öl und wichtige Rohmaterialien sowie der weiteren Abwertung wichtiger Währungen gegenüber dem Euro zugenommen. Das Forderungsvolumen gegenüber Chrysler hat sich durch die Inanspruchnahme der bereits im Rahmen der Mehrheitsübertragung vereinbarten nachrangigen Kreditlinie in Höhe von 1,5 Mrd. US-$ erhöht.
Daimler geht für das Gesamtjahr 2008 davon aus, dass die Weltwirtschaft im weiteren Jahresverlauf weiter an Zugkraft verlieren wird. Der Einfluss hoher Rohstoffpreise, höherer Inflationsraten, rückläufiger Kaufkraft sowie angespannter Kapitalmärkte dürfte zu stark sein, um schon in den nächsten Monaten eine deutliche Belebung zu ermöglichen. Es ist zu erwarten, dass die Wachstumsverlangsamung nahezu alle Regionen umfasst, aber in den Industrieländern besonders ausgeprägt sein wird. Da aber die Schwellenländer trotz abnehmender Dynamik weiterhin solide expandieren sollten, erscheint aufgrund ihrer deutlich gestiegenen Bedeutung für die Weltwirtschaft als Ganzes aus heutiger Sicht trotz bestehender Unsicherheiten immer noch ein Wachstum von knapp 3% möglich (i.V. 4,0%). Dies setzt allerdings voraus, dass in den USA die eingeleiteten konjunkturellen Stützungsmaßnahmen greifen und zumindest ein leichtes Wirtschaftswachstum ermöglichen. Eine weitere wichtige Annahme ist, dass der Inflationsdruck nicht weiter steigt. Die ansonsten unvermeidlich folgenden zinspolitischen Reaktionen würden zumindest kurzfristig die Nachfrage beeinträchtigen. Die größten Einzelrisiken für die Weltwirtschaft kommen derzeit sicherlich von der Rohstoffseite und der Entwicklung des Ölpreises.
Aufgrund der sich langsam abkühlenden Weltkonjunktur geht Daimler für das Jahr 2008 von einer weltweiten Zunahme der Automobilnachfrage von nur noch rd. 2% aus (i. V. 4,2%). Wichtigster Wachstumstreiber der globalen Automobilmärkte werden weiterhin die Schwellenländer Asiens, Osteuropas und Südamerikas bleiben, allen voran die BRIC-Staaten. Daimler erwartet in diesen Regionen auch im laufenden Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum, und zwar sowohl bei Pkw als auch bei Nutzfahrzeugen. Die Triade-Märkte dürften sich hingegen wenig dynamisch entwickeln. Der Pkw-Markt in Westeuropa wird aufgrund der sich deutlich abschwächenden Konjunktur sein Vorjahresniveau voraussichtlich nicht erreichen und in einigen Volumenmärkten sogar rezessiv sein. Erfreulich ist jedoch, dass der wichtige deutsche Markt für das Gesamtjahr einen Zuwachs zeigen sollte. Für den westeuropäischen Nutzfahrzeugmarkt insgesamt zeichnet sich bei schwieriger werdendem Umfeld bestenfalls eine Seitwärtsbewegung auf dem hohen Vorjahresniveau ab, im Segment der Nutzfahrzeuge über 6 t sollte sich jedoch noch ein deutlicher Zuwachs ergeben.
Die US-amerikanische Konjunkturschwäche hat schwerwiegende Folgen für die Entwicklung des Automobilmarkts. Hier ist insbesondere in den Volumensegmenten von einem weiteren signifikanten Rückgang der Pkw-Nachfrage auszugehen. Innerhalb des amerikanischen Nutzfahrzeugmarkts wird die erwartete Erholung bei den schweren Lkw vermutlich erst Ende 2008 oder Anfang 2009 einsetzen. Der japanische Pkw-Markt dürfte voraussichtlich sein Vorjahresniveau knapp halten, wohingegen auf dem Nutzfahrzeugmarkt mit einem Rückgang der Nachfrage zu rechnen ist.
Auf Basis der Planungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2008 insgesamt steigen wird (i. V. 2,1 Mio. Fahrzeuge).
Mercedes-Benz Cars erwartet den Absatz im Jahr 2008 steigern zu können. Die volle Verfügbarkeit der neuen C-Klasse-Limousine und des T-Modells sowie des neuen smart fortwo tragen erheblich zum Absatzanstieg bei. Für das zweite Halbjahr erwarten wir neue Absatzimpulse von den kürzlich eingeführten Modellen der A- und B-Klasse, des CLS, SLK, SL und des neuen CLC. Von der Markteinführung der modellgepflegten M-Klasse und insbesondere des neuen GLK Ende 2008 erwarten wir zusätzliche Absatzimpulse für das kommende Jahr. Dagegen rechnen wir lebenszyklusbedingt mit etwas rückläufigen Absatzzahlen bei der E-Klasse, die sich im letzten vollen Modelljahr befindet. Im Hinblick auf das verschlechterte wirtschaftliche Umfeld werden wir die Produktion gegenüber der bisherigen Planung anpassen. Die veränderten Marktaussichten, steigende Rohstoffpreise sowie anhaltend negative Wechselkurseffekte werden auch zu Ergebnisbelastungen führen. Diese können durch die deutlichen Effizienzverbesserungen und Absatzsteigerungen nicht vollständig ausgeglichen werden. Daher wird das Ergebnis unterhalb des Vorjahresniveaus liegen; die Umsatzrendite wird in der Größenordnung von 8% erwartet.
Daimler Trucks rechnet für das Gesamtjahr 2008 mit einem steigenden Absatz. Dazu trägt im Wesentlichen die positive Entwicklung in Europa sowie die Steigerung in asiatischen Märkten bei. Materialkosten und die Auswirkungen der schwachen amerikanischen Konjunktur wirken dieser positiven Entwicklung entgegen. Insgesamt rechnen wir für das Gesamtjahr 2008 mit einem Ergebnis in der Größenordnung von 2 Mrd. €.
Der Bereich Transporter erwartet aufgrund der starken Nachfrage nach dem Sprinter sowie der positiven Absatzentwicklung beim Vito/Viano für das Jahr 2008 eine deutliche Absatzsteigerung und einen neuen Absatzrekord. Für das Busgeschäft erwarten wir, das hohe Absatzniveau des Vorjahres wieder erreichen zu können.
Daimler Financial Services rechnet für das Gesamtjahr 2008 mit einem moderaten Anstieg des weltweiten Vertragsvolumens. Trotz der Aufwendungen für den Neuaufbau des nordamerikanischen Finanzdienstleistungsgeschäfts gehen wir weiterhin davon aus, im Gesamtjahr eine Eigenkapitalrendite von mindestens 14% zu erreichen.
Für den Daimler-Konzern insgesamt rechnen wir für das Jahr 2008 mit einem leichten Umsatzanstieg (i. V. 99,4 Mrd. €).
Bei der Zahl der Beschäftigten erwarten wir einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Ausgehend von den Erwartungen der Geschäftsfelder rechnen wir für den Daimler-Konzern für das Jahr 2008 mit einem EBIT aus dem laufenden Geschäft von mehr als 7 Mrd. €. Effekte im Zusammenhang mit Chrysler sind darin nicht enthalten.
Weiterführende Informationen finden Sie in den ausführlichen Geschäfts- und Zwischenberichten sowie den ergänzenden Dateien und Berichtsformaten mehr
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