Ausblick
Unseren Aktionären, den Analysten und der interessierten Öffentlichkeit möchte Daimler durch aktuelle, faire und transparente Kommunikation die Möglichkeit bieten, sich fundiert über das Unternehmen zu informieren.
Ausblick: Zwischenbericht Q3 2009, Stand 27. Oktober 2009
Die im Kapitel Ausblick getroffenen Aussagen basieren auf der aktuellen Einschätzung des Managements von Daimler. Diese beruht auf den nachfolgend dargestellten Erwartungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und den Zielsetzungen unserer Geschäftsfelder. Die Erwartungen für den Geschäftsverlauf orientieren sich an den Chancen und Risiken, welche sich im weiteren Jahresverlauf aus den jeweiligen Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen ergeben.
Im Hinblick auf bestehende Chancen und Risiken verweisen wir auf die im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2008 gemachten Aussagen, die nachfolgende Einschätzung der weltwirtschaftlichen und branchenspezifischen Aussichten sowie die Hinweise zu den vorausschauenden Aussagen am Ende dieses Lageberichts. Dabei sind wir uns der Tatsache bewusst, dass Prognosen im derzeitigen Umfeld immer noch mit hoher Unsicherheit verbunden sind. Hinzu kommt, dass gegenwärtig noch keine verlässliche Aussage getroffen werden kann, wie nachhaltig die von den Regierungen verschiedener Länder verabschiedeten Maßnahmenpakete zu einer Erholung der Finanzund Gütermärkte beitragen werden.
Die konjunkturelle Entwicklung im dritten Quartal 2009 hat die Hoffnungen bestätigt, dass die Weltwirtschaft nach den dramatischen Rückgängen den Boden gefunden hat und sich nun wieder erholt. Das Durchschreiten der Talsohle wird aber nichts daran ändern, dass das Jahr 2009 wirtschaftlich das schlimmste Jahr der Nachkriegsgeschichte sein wird. Hinzu kommt, dass die Erholung noch nicht für jedes Land oder jede Branche gleichermaßen eingesetzt hat. Außerdem ist die aktuell zu beobachtende wirtschaftliche Verbesserung insbesondere in den Industrieländern weiterhin mit Unsicherheiten behaftet: Gegenwärtig sorgen vor allem Sonderund Einmaleffekte wie Fiskalmaßnahmen, der Lagerzyklus, niedrige Zinsen und eine geringe Inflation für Rückenwind. Diese positiven Faktoren sollten auch für den Rest des Jahres solide gesamtwirtschaftliche Zuwachsraten erlauben. Zentrale Konjunkturstützen wie Konsum und Investitionen fallen dagegen weiterhin zu einem großen Teil aus. Während eine steigende Arbeitslosigkeit und ungünstige Realeinkommensentwicklungen den privaten Konsum bremsen, begrenzt eine ausgesprochen niedrige Auslastung der industriellen Kapazitäten den Investitionsbedarf. Lediglich die Exporte ziehen in einzelnen Ländern schon etwas an, sofern sie von der sich belebenden Nachfrage des asiatischen Wirtschaftsraums profitieren. Insgesamt dürfte aber das globale Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2009 aufgrund des dramatischen Einbruchs im ersten Halbjahr um gut 2% zurückgehen. Ein selbsttragender Aufschwung ist jenseits einiger Schwellenländer wie China oder Indien vorerst nicht in Sicht. Viel wird in den nächsten Monaten auch davon abhängen, inwieweit die Finanz- und Kreditmärkte die nun einsetzende Erholungsphase entsprechend unterstützen.
Auf die globalen Automobilmärkte hat die tiefe Wirtschaftskrise im Jahr 2009 erhebliche Auswirkungen, auch wenn das Bild vor allem in einigen großen Pkw-Märkten durch staatliche Kaufanreize deutlich verzerrt worden ist. Besonders in Westeuropa haben staatliche Programme einen künstlichen Nachfrageschub nach Pkw erzeugt, so dass der Markt in Summe das Vorjahresniveau nur leicht verfehlen dürfte. Auch in Japan wird der ursprünglich erwartete Markteinbruch durch staatliche Unterstützungsmaßnahmen deutlich abgemildert. In den USA hingegen ist für das Gesamtjahr 2009 trotz einer vorübergehenden Nachfragebelebung durch eine staatliche Abwrackprämie mit einem Marktrückgang von über 20% zu rechnen. Auch in vielen großen Schwellenländern wurde die Pkw-Nachfrage durch staatliche Kaufanreize gestützt. Vor allem in China und Indien haben deutliche Steuersenkungen auf Pkw-Käufe einen Boom ausgelöst, so dass die Nachfrage in beiden Ländern das Niveau von 2008 deutlich übersteigen wird. Auch der Markt in Brasilien wird das Rekordniveau vom Vorjahr dank staatlicher Kaufanreize voraussichtlich übertreffen. In Russland hingegen wird sich die Pkw-Nachfrage in 2009 aus heutiger Sicht in etwa halbieren. Global gesehen dürfte sich der Nachfragerückgang in diesem Jahr dank der umfangreichen staatlichen Unterstützungsprogramme nur noch in der Größenordnung von rund 10% bewegen. Allerdings ist in den Folgejahren vor allem in den Volumensegmenten der reiferen Märkte nach Auslaufen der staatlichen Programme mit Rückschlageffekten für die Nachfrage zu rechnen.
Auch wenn die globalen Nutzfahrzeug-Märkte im Einklang mit der gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung nach und nach die Talsohle erreicht haben dürften, werden die Nachfrageeinbußen in diesem Jahr mit wenigen Ausnahmen sehr hoch sein. In der Triade wird sich der Markteinbruch bei mittleren und schweren Lkw in Summe in der Größenordnung von 40% bewegen. Während der Rückgang in der NAFTA-Region mit 30 bis 40% etwas geringer ausfallen dürfte, zeichnen sich in Westeuropa (40-50%) und Japan (45-55%) überdurchschnittliche Einbrüche ab. Die Schwellenländer werden insgesamt ebenfalls eine rückläufige Lkw-Nachfrage aufweisen. Die großen Regionen und Einzelmärkte entwickeln sich allerdings sehr unterschiedlich. In Russland und Osteuropa werden die Lkw-Märkte voraussichtlich zwischen 60 und 70% einbrechen, in Lateinamerika wird sich der Rückgang eher bei 20 bis 30% bewegen, wobei der brasilianische Markt erste Anzeichen einer Erholung zeigt. In China hingegen sollte die Lkw-Nachfrage dank massiver staatlicher Infrastrukturprogramme das Vorjahresniveau übertreffen. Global betrachtet dürfte die nun schrittweise einsetzende Erholung der Lkw-Märkte aufgrund des schwierigen Investitionsumfelds aber eher moderat ausfallen.
Die Erwartungen für die Transportermärkte in der Triade bleiben ebenfalls gedämpft. Für das vierte Quartal rechnen wir im Vergleich zur Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf nur mit einer leichten Erholung.
Im Segment der Stadtbusse erwarten wir im laufenden Jahr eine stabile Geschäftsentwicklung. Dahingegen bestehen für Reisebusse unverändert schwierige Marktbedingungen.
Auf Basis der Entwicklungen im bisherigen Jahresverlauf und der Planungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2009 insgesamt deutlich zurückgehen wird (i. V. 2,1 Mio. Fahrzeuge).
Mercedes-Benz Cars geht von einer fortgesetzten Geschäftsbelebung im letzten Quartal des Jahres aus. Für Absatzimpulse wird neben den bereits im Markt eingeführten neuen E-Klasse-Modellen und dem E-Klasse T-Modell, das im November auf den Markt kommt, auch die Ende Juni 2009 eingeführte neue Generation der S-Klasse sorgen. Die Schwäche wichtiger Absatzmärkte und insbesondere auch für uns wichtiger Marktsegmente im bisherigen Jahresverlauf werden wir jedoch nicht kompensieren können. Insgesamt gesehen wird der Absatz von Mercedes-Benz Cars im Jahr 2009 deshalb unter dem Niveau des Jahres 2008 liegen. Rückgänge sind dabei vor allem in den Märkten USA, Westeuropa und Japan zu verzeichnen. Stabilisierend wirken hingegen der Absatz in den Schwellenländern und vor allem deutliche Zuwächse in China. Gestützt auf das neue E-Klasse T-Modell und die volle Verfügbarkeit der E-Klasse-Limousine erwarten wir für das vierte Quartal höhere Fahrzeugabsätze als im dritten Quartal.
Auf Basis der erwarteten Absatzentwicklung und fortgesetzten Effizienzsteigerungen rechnet Mercedes-Benz Cars im vierten Quartal mit einer moderaten Verbesserung des Ergebnisses aus dem laufenden Geschäft gegenüber dem dritten Quartal.
Daimler Trucks rechnet aufgrund einer deutlich geringeren Nachfrage nach Transportdienstleistungen sowie unausgelasteter Transportkapazitäten mit einem deutlichen Absatzrückgang im Gesamtjahr 2009. Aus heutiger Sicht erwarten wir auch im letzten Quartal des Jahres ein Absatzniveau auf der Höhe des dritten Quartals. Wir gehen davon aus, unsere Marktanteile in unseren Hauptmärkten zumindest stabil halten zu können. Allerdings wird sich unser regionaler Mix verändern. Während der Absatz in Asien steigt, wird der Anteil der europäischen Märkte am Gesamtabsatz sinken.
Die schwache Verfassung wichtiger Märkte wird sich auch weiterhin in der Ergebnisentwicklung niederschlagen. Das vierte Quartal wird zusätzlich durch einen ungünstigeren regionalen Mix in unserer Absatzstruktur beeinflusst. Unsere Maßnahmen auf der Kostenseite können den negativen Ergebniseffekt nur teilweise abfedern. Die Aufwendungen aus den bei Daimler Trucks North America und Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation für die Umstrukturierung und Neuausrichtung des operativen Geschäfts eingeleiteten Maßnahmen werden das EBIT im vierten Quartal des Jahres 2009 nochmals belasten. Insgesamt wird das EBIT im vierten Quartal voraussichtlich unter dem des dritten Quartals liegen.
Das Geschäftsfeld
Mercedes-Benz Vans erwartet für das vierte Quartal einen Absatz, der trotz der weiterhin äußerst angespannten konjunkturellen Lage in wichtigen Volkswirtschaften leicht über dem Niveau des dritten Quartals liegen dürfte. Für das EBIT rechnen wir im vierten Quartal zumindest mit einem ausgeglichenen Ergebnis.
Bei
Daimler Buses erwarten wir für das vierte Quartal eine Stabilisierung in den wesentlichen Kernmärkten. Aufgrund höherer Auslieferungen im Rahmen von Großaufträgen rechnen wir mit einem Absatzanstieg gegenüber dem dritten Quartal. Für das vierte Quartal gehen wir von einem weiterhin positiven EBIT aus.
Daimler Financial Services rechnet für das Gesamtjahr im Vergleich zu 2008 mit einem Anstieg der Kreditausfälle und höheren Kosten für die Refinanzierung. Wir sind zuversichtlich, die gestiegenen Kosten durch Effizienzsteigerungen zumindest teilweise kompensieren zu können. Auch für das verbleibende Quartal erwarten wir wieder ein positives Ergebnis.
Für den Daimler-Konzern rechnen wir für das Jahr 2009 mit einem deutlichen Umsatzrückgang.
Vor dem Hintergrund der reduzierten Produktionsumfänge und der angestrebten Produktivitätsfortschritte gehen wir davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr deutlich abnehmen wird.
Auf Konzernebene haben wir Maßnahmen zur Senkung von Kosten sowie der Vermeidung von zusätzlichen Aufwendungen ergriffen. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem die Senkung von Materialkosten und Fixkosten, die Reduzierung der Arbeitskosten sowie eine Straffung der Organisation. Die eingeleiteten Maßnahmen ergänzen die bestehenden Effizienzsteigerungsprogramme. Darüber hinaus überprüfen wir Projekte und stellen zurück, was nicht unmittelbar wettbewerbsrelevant ist. Wir gehen davon aus, die für das Geschäftsjahr 2009 ursprünglich angestrebten Einsparungen von insgesamt 4 Mrd. € übertreffen zu können.
Als Ergebnis dieser Maßnahmen rechnen wir für den Daimler- Konzern auch für das vierte Quartal mit einem positiven EBIT aus dem laufenden Geschäft. Aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und deren Auswirkungen auf Händler und Lieferanten können im vierten Quartal Ergebnisbelastungen resultieren.
Der Konzern verfügt trotz der immer noch angespannten Situation an den Finanzmärkten über eine solide Finanzlage, die auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres stabil bleiben sollte. Aufgrund der aktuell sehr guten Liquiditätsausstattung beabsichtigen wir, die Kapitalmärkte im restlichen Verlauf des Jahres nur noch in geringem Umfang in Anspruch zu nehmen.
Vorausschauende Aussagen:
Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung zukünftiger Vorgänge. Wörter wie »antizipieren«, »annehmen«, »glauben«, »einschätzen«, »erwarten«, »beabsichtigen«, »können/könnten«, »planen«, »projizieren «, »sollten« und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine nicht eintretende oder deutlich verzögerte Verbesserung oder eine weitere Verschärfung der weltwirtschaftlichen Situation, eine Fortdauer oder eine weitere Verschlimmerung der angespannten Situation an den Kredit- und Finanzmärkten, die zu weiterhin hohen Kosten der Kapitalbeschaffung oder zu einer Einschränkung unserer Finanzierungsmöglichkeiten führen könnten, Veränderungen der Wechselkurse und Zinssätze, die Einführung von verbrauchsgünstigen Produkten durch Wettbewerber und ein möglicher Akzeptanzverlust unserer Produkte oder Dienstleistungen, wodurch unsere Möglichkeit der hinreichenden Auslastung unserer Produktionskapazitäten sowie unsere Möglichkeit von Preissteigerungen beschränkt sein könnte, Preiserhöhungen bei Kraftstoff, Rohstoffen und Edelmetallen, Unterbrechungen der Produktion, die auf Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen beruhen, ein weiterer Rückgang der Wiederverkaufspreise von Gebrauchtfahrzeugen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen in allen unseren Geschäftsfeldern, einschließlich der erfolgreichen Repositionierung unseres Nutzfahrzeuggeschäfts im NAFTA-Raum und in Asien, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir eine Beteiligung halten, insbesondere EADS, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien, insbesondere soweit sie Fahrzeugemission, Kraftstoffverbrauch und Sicherheit betreffen, sowie die Beendigung laufender behördlicher Untersuchungen und der Ausgang anhängiger oder drohender künftiger rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige im aktuellen Geschäftsbericht von Daimler unter der Überschrift »Risikobericht« sowie unter den Überschriften »Risk Factors« und »Legal Proceedings« im aktuellen Geschäftsbericht von Daimler nach »Form 20-F« beschrieben sind, der bei der US-Wertpapier- Börsenaufsichtsbehörde eingereicht wurde. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden, Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich von den Umständen am Tag ihrer Veröffentlichung ausgehen.
Weiterführende Informationen finden Sie in den ausführlichen Geschäfts- und Zwischenberichten sowie den ergänzenden Dateien und Berichtsformaten
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