Ausblick
Unseren Aktionären, den Analysten und der interessierten Öffentlichkeit möchte Daimler durch aktuelle, faire und transparente Kommunikation die Möglichkeit bieten, sich fundiert über das Unternehmen zu informieren.
Ausblick aus dem Zwischenbericht Q2 2008 (Stand 23.10.2008)
In Anbetracht der verschärften Krise an den Finanzmärkten und den sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind Prognosen im derzeitigen Umfeld mit hoher Unsicherheit verbunden. Hinzu kommt, dass gegenwärtig noch keine verlässliche Aussage gemacht werden kann, wie schnell die von den Regierungen verschiedener Länder verabschiedeten Maßnahmenpakete zu einer Stabilisierung der Finanz- und Gütermärkte beitragen werden.
Die im Kapitel Ausblick getroffenen Aussagen basieren auf der aktuellen Einschätzung des Managements von Daimler. Diese beruht auf den nachfolgend dargestellten Erwartungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die Erwartungen für den Geschäftsverlauf orientieren sich an den Chancen und Risiken, welche sich aus den jeweiligen Marktbedingungen und Wettbewerbssituationen ergeben.
Im Hinblick auf bestehende
Chancen und Risiken verweisen wir auf die im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2007 gemachten Aussagen sowie die Hinweise zu den vorausschauenden Aussagen am Ende dieses Lageberichts. Im Verlauf des Jahres 2008 und insbesondere im dritten Quartal haben die Risiken infolge der Finanzmarktkrise, die mittlerweile auf das gesamte weltweite Bankensystem übergegriffen und auch zu erheblichen Kursrückgängen an allen wichtigen Aktienmärkten geführt hat, sehr stark zugenommen. In der Folge haben sich die makroökonomischen Perspektiven deutlich verschlechtert. Andererseits ist es im dritten Quartal bei den Preisen für Rohöl und anderen wichtigen Rohstoffen zu Rückgängen gekommen, die Preise liegen aber teilweise auf immer noch sehr hohem Niveau. Für uns wichtige Währungen wiesen eine hohe Volatilität auf.
Daimler geht für das Gesamtjahr 2008 davon aus, dass die Entwicklung der
Weltwirtschaft aufgrund der bestehenden Verwerfungen im Vergleich zum Vorjahr deutliche Bremsspuren aufweisen wird. Alle verfügbaren Frühindikatoren deuten darauf hin, dass vor allem in den Industrieländern schwierige Monate bevorstehen. Die Unsicherheit bei Investoren und Konsumenten belastet insbesondere in den Triademärkten die Investitionstätigkeit und den privaten Verbrauch, womit zugleich die Risiken einer noch ungünstigeren konjunkturellen Entwicklung spürbar zugenommen haben.
Für das Gesamtjahr 2008 geht Daimler davon aus, dass die weltweite
Automobilnachfrage das Vorjahresniveau deutlich unterschreiten wird. Insgesamt robust bleiben die Automobilmärkte in den Schwellenländern Asiens, Osteuropas und Südamerikas, auch wenn sich hier die Nachfrage weniger dynamisch entwickeln wird als in den Vorjahren. In den Triademärkten wird sie sich hingegen deutlich schlechter entwickeln als im Vorjahr.
Der
Pkw-Markt in Westeuropa dürfte sein Vorjahresniveau deutlich unterschreiten und in wichtigen Märkten sogar zweistellig rückläufig sein. Der deutsche Pkw-Markt wird vermutlich nur stagnieren. Die angespannte Lage der US-amerikanischen Konjunktur hat gravierende Folgen für den US-Automobilmarkt. Die Nachfrage nach Pkw und sogenannten Light Trucks wird dieses Jahr einen signifikanten Rückgang erleben. Der japanische Pkw-Markt wird aller Voraussicht nach sein Vorjahresniveau nicht erreichen. Die ungünstige konjunkturelle Entwicklung deutet auch in vielen Schwellenländern auf eine weitere Wachstumsabschwächung der Pkw-Nachfrage in den kommenden Monaten hin.
Auch die
Nutzfahrzeugmärkte sollten sich dieser Entwicklung nicht vollkommen entziehen können. In den Triademärkten dürfte sich die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen weiter abschwächen. Der westeuropäische Nfz-Markt insgesamt wird aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds sein hohes Vorjahresniveau unterschreiten. Auch im Segment der schweren Lkw dürfte sich in Folge massiver Investitionsbeeinträchtigungen im Umfeld der Finanzmarktturbulenzen im weiteren Jahresverlauf ein merklicher Nachfragerückgang einstellen, der das bisherige Jahresplus kompensieren könnte. In den USA rechnen wir im Lkw-Bereich insgesamt für dieses Jahr mit einem weiteren deutlichen Rückgang. Auch in Japan dürfte sich die Nfz-Nachfrage rückläufig entwickeln. Bei den Schwellenländern gehen wir weiterhin von einem guten Wachstum aus.
Mercedes-Benz Cars erwartet aufgrund der negativen Marktentwicklung und der Anpassungen im Produktionsprogramm einen Absatz in der Größenordnung des Vorjahres. Positive Impulse gehen von der vollen Verfügbarkeit der neuen C-Klasse- Limousine und des T-Modells, des neuen smart fortwo sowie von den im Laufe des Jahres eingeführten Modellen der A- und B-Klasse, des CLS, SLK, SL und des neuen CLC aus. Von der Markteinführung der modellgepflegten M-Klasse und insbesondere des neuen GLK erwarten wir zusätzliche Absatzimpulse für das kommende Jahr. Dagegen rechnen wir lebenszyklusbedingt mit rückläufigen Absatzzahlen bei der E-Klasse, die sich im letzten Modelljahr befindet.
Vor dem Hintergrund der massiven Verwerfungen an den Finanzmärkten und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in den Industrienationen und den damit verbundenen teilweise zweistelligen prozentualen Absatzrückgängen in wesentlichen Märkten sowie der damit einhergehenden Neueinschätzung von Fahrzeugrestwerten kann die bisherige Ergebnisprognose für 2008 nicht mehr erreicht werden. Wir gehen nun davon aus, dass das Geschäftsfeld im Jahr 2008 ein EBIT in der Größenordnung von 2,5 Mrd. € und eine Umsatzrendite von rund 5% erzielen wird. Darin enthalten sind Aufwendungen aus der Neueinschätzung der Restwerte von Leasingfahrzeugen in Höhe von 449 Mio. €.
Daimler Trucks erwartet für das Gesamtjahr 2008 einen höheren Absatz als im Vorjahr. Dieser Anstieg basiert im Wesentlichen auf der positiven Absatzentwicklung in einigen wichtigen Märkten, wie beispielsweise Brasilien, Indonesien und im Nahen und Mittleren Osten. In Osteuropa zeigt sich 2008 ebenfalls noch ein Absatzplus, jedoch wird mit einem Einpendeln des Wachstums in den osteuropäischen Märkten auf ein moderateres Niveau gerechnet. Nach sechs überdurchschnittlichen Jahren zeichnet sich damit auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt eine Normalisierung ab. Für die Märkte in den USA und in Japan rechnen wir damit, dass unser Absatz erneut unter dem Volumen des Vorjahres liegen wird.
Dem Zuwachs beim Absatz wirken gestiegene Rohstoffpreise sowie die schwache amerikanische Konjunktur entgegen. Auf dieser Basis rechnen wir mit einem Gesamtjahresergebnis von rund 1,7 Mrd. €. Darin enthalten sind Belastungen für die Neuausrichtung von Daimler Trucks North America in Höhe von rund 230 Mio. €.
Der Bereich
Mercedes-Benz Vans geht trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes von einer Absatzsteigerung gegenüber dem Jahr 2007 aus. Für das Busgeschäft erwarten wir für das Gesamtjahr einen neuen Höchstwert beim Absatz.
Daimler Financial Services rechnet damit, im Gesamtjahr 2008 eine Eigenkapitalrendite von rund 14% zu erreichen. Für das Vertragsvolumen erwarten wir einen moderaten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Für den Daimler-Konzern insgesamt rechnen wir für das Jahr 2008 mit einem Umsatz leicht unter dem Vorjahreswert von 99,4 Mrd. €.
Die
Zahl der Beschäftigten wird in der Größenordnung des Vorjahres erwartet. Der Konzern setzt die in allen Bereichen eingeleiteten Programme zur Effizienzsteigerung konsequent fort.
Ausgehend von den Erwartungen der Geschäftsfelder rechnen wir für den
Daimler-Konzern für das Jahr 2008 mit einem EBIT aus dem laufenden Geschäft von mehr als 6 Mrd. €. Darin nicht enthalten sind Sonderfaktoren aus der Neueinschätzung der Restwerte von Leasingfahrzeugen bei Mercedes-Benz Cars, aus der Veräußerung von Immobilien (Potsdamer Platz), aus der Übertragung von EADS-Anteilen, Belastungen aus der Neuausrichtung von Daimler Trucks North America und aus dem neuen Managementmodell sowie Effekte im Zusammenhang mit Chrysler. Angesichts der bestehenden Turbulenzen an den Finanz- und Automobilmärkten sind unsere Einschätzungen jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
Der Konzern verfügt trotz der anhaltenden Krise an den Finanzmärkten über eine solide
Finanzlage, die auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres stabil bleiben sollte. Wir beabsichtigen weiterhin, unsere Konzernfinanzierung auf ein breites Spektrum an Finanzinstrumenten zu stützen, zu denen neben Anleihen und Commercial Paper auch Bankkredite und Asset Backed Securities gehören. Die aufgenommenen Mittel werden primär zur Refinanzierung unseres Finanzdienstleistungsgeschäfts eingesetzt.
Weiterführende Informationen finden Sie in den ausführlichen Geschäfts- und Zwischenberichten sowie den ergänzenden Dateien und Berichtsformaten
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