Ausblick
Unseren Aktionären, den Analysten und der interessierten Öffentlichkeit möchte Daimler durch aktuelle, faire und transparente Kommunikation die Möglichkeit bieten, sich fundiert über das Unternehmen zu informieren.
Stand: 24. April 2013 - Zwischenbericht Q1 2013
Zu Beginn des zweiten Quartals entwickelt sich die Weltwirtschaft weiterhin deutlich unter ihrem langfristigen Wachstumstrend. Die verfügbaren Frühindikatoren wie Geschäfts- und Konsumklima, Auftragseingänge oder Warenhandel lassen allerdings hoffen, dass die globale Konjunktur in den nächsten Quartalen leicht an Dynamik gewinnen könnte und somit das erste Quartal 2013 den Tiefpunkt markiert haben dürfte. Mit entscheidend wird dabei sein, ob auch die Konjunktur in der Europäischen Währungsunion endlich wieder anzieht. Aber selbst bei einer moderaten Erholung im weiteren Jahresverlauf bleibt für die EWU die Stagnation der Wirtschaftsleistung auf dem Vorjahresniveau ein sehr anspruchsvolles Ziel. Setzt sich dagegen die eher enttäuschende Entwicklung des ersten Quartals fort, kann ein erneuter Rückgang nicht vermieden werden. In den USA sind die Perspektiven zwar deutlich besser, aber auch hier verhindern die fiskalischen Sparmaßnahmen eine stärkere Entwicklung. Nachdem für China bisher ein Wachstum von über 8% prognostiziert wurde, könnte es nach der Bekanntgabe der Wachstumszahlen für das erste Quartal mit 7,7% dazu kommen, dass die Erwartungen für das Gesamtjahr leicht nach unten revidiert werden müssen. Erfreulicherweise werden für Brasilien und Indien nach wie vor höhere Zuwachsraten als im Vorjahr erwartet, wenngleich auch Brasilien offensichtlich mit weniger Schwung aus der Krise des vergangenen Jahres kommt als erhofft. Eine allmähliche Belebung in den Industrie- und Schwellenländern unterstellt, sollte die Weltwirtschaft dieses Jahr um rund 2,5 bis bestenfalls 3% wachsen. Allerdings bleibt die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft angesichts der eher schwachen Ausgangslage sowie weiterhin vorhandener Risiken ausgesprochen fragil und anfällig für externe Störungen.
Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte nach derzeitiger Einschätzung im laufenden Jahr in einer Größenordnung von 2 bis 4% wachsen. Dieses Wachstum sollte dabei überwiegend vom anhaltend robusten Nachfrageanstieg in den USA und vom weiterhin expandierenden chinesischen Markt bestimmt werden. Zwar dürfte sich die Wachstumsrate im US-Markt nur noch im einstelligen Bereich bewegen, mit deutlich über 15 Mio. Einheiten wird aber voraussichtlich das höchste Zulassungsniveau seit sechs Jahren erzielt. Der Zuwachs im chinesischen Markt könnte dank der volkswirtschaftlichen Belebung ein wenig höher ausfallen als im Vorjahr. Dagegen ist für den westeuropäischen Markt infolge der anhaltenden Konjunkturschwäche erneut ein Rückgang zu erwarten. Damit wird sich die Nachfrage auch weiterhin auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren bewegen. Der deutsche Markt kann sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln und dürfte das Vorjahresniveau erkennbar verfehlen. Ein Rückgang ist auch für den japanischen Markt zu erwarten, was vor allem auf das Vorjahresniveau zurückzuführen ist, das wegen staatlicher Kaufanreize außergewöhnlich hoch war. Für die Pkw-Märkte in den großen Schwellenländern sind die Wachstumsperspektiven abgesehen von China insgesamt eher verhalten. In Indien wird sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich deutlich abschwächen, und auch die Zahl der Autoverkäufe in Russland dürfte nur noch moderat ansteigen.
Bei der weltweiten Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw ist für das Jahr 2013 nach derzeitigem Stand mit einem erkennbaren Zuwachs zu rechnen. Dieser hängt aber ganz entscheidend von der Entwicklung des weltgrößten Marktes China ab. Dort wird eine spürbare Erholung der Nachfrage erwartet, der Jahresstart lag jedoch unter diesen Erwartungen. In Nordamerika dürfte sich die Nachfrage in den kommenden Monaten stabilisieren. Für das Gesamtjahr erwarten wir aus heutiger Sicht jedoch einen Marktrückgang von bis zu 5%. Für den europäischen Lkw-Markt gehen wir angesichts des weiterhin schwachen wirtschaftlichen Umfelds von einem Rückgang von rund 5% aus. In Japan könnte das Marktvolumen um bis zu 5% unter dem Niveau des Vorjahres liegen, wobei mögliche Effekte des neuen Konjunkturprogramms der japanischen Regierung aus heutiger Sicht noch schwer abzuschätzen sind. Für den brasilianischen Markt ist dank besserer volkswirtschaftlicher Perspektiven und weiterhin günstiger Finanzierungskonditionen mit einer moderaten Erholung und einem Zuwachs von bis zu 10% zu rechnen. Der russische Markt hat inzwischen wieder annähernd das Vorkrisenniveau erreicht und dürfte im Jahr 2013 nochmals moderat zulegen. In Indien ist dagegen aufgrund der weiterhin unterdurchschnittlichen wirtschaftlichen Dynamik mit einem Rückgang der Lkw-Nachfrage zu rechnen.
Nach einer schwachen Entwicklung im europäischen Transportermarkt im ersten Quartal 2013 rechnen wir für die weiteren Quartale des laufenden Jahres mit einer schrittweisen Nachfragebelebung, sodass wir für das Gesamtjahr von einem Rückgang von rund 5% ausgehen. Dabei dürfte insbesondere die Nachfrage in den südeuropäischen Ländern schwach bleiben. Positiv ist der Ausblick für die USA: Dort gehen wir von einem weiteren Anstieg des Marktes für große Transporter aus. In Lateinamerika dürfte der Markt für große Transporter nach dem deutlichen Rückgang im Vorjahr wieder zulegen. In China rechnen wir für den von uns adressierten Markt mit einer leichten Erholung.
Bei den Bussen erwarten wir für Westeuropa ein Marktvolumen in der Größenordnung des Vorjahres. In Lateinamerika dürfte die Busnachfrage nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2012 wieder moderat zulegen. Dabei sollte sich der Markt für Busse in Brasilien mittelfristig auch im Hinblick auf die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 beleben.
Auf Basis der Planungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2013 weiter gesteigert werden kann.
Mercedes-Benz Cars geht den Weg der Offensive »Mercedes- Benz 2020« konsequent weiter. Zahlreiche Modellwechsel und neue Produkte sollten dafür sorgen, dass das Geschäftsfeld im Jahr 2013 beim Absatz einen neuen Rekordwert erreichen wird. Einen großen Beitrag zum Absatzwachstum werden voraussichtlich die neuen Modelle im volumenstarken Kompaktwagensegment leisten. Nach dem sehr erfolgreichen Start der A-Klasse und der B-Klasse ist seit Mitte April 2013 mit dem viertürigen Coupé CLA bereits das dritte Modell auf Basis der neuen Kompaktwagenarchitektur auf dem Markt. Ebenfalls seit April sind nach einer umfangreichen Überarbeitung die neue E-Klasse Limousine und das T-Modell bei den Mercedes-Benz Niederlassungen und Vertriebspartnern erhältlich. Für zusätzliche Absatzimpulse sollen ab Juni 2013 dann auch die neuen E-Klasse Coupés und Cabriolets sorgen. Im Juni 2013 wird zudem der elektrisch angetriebene und somit lokal emissionsfreie Supersportwagen SLS AMG Coupé Electric Drive auf den Markt kommen. Für das zweite Halbjahr 2013 erwartet Mercedes-Benz vor allem dank der Einführung der völlig neu entwickelten S-Klasse deutliche Zuwächse im Luxussegment. Als wichtigste Modellneuheit des Jahres 2013 wird die neue S-Klasse mit richtungsweisenden Innovationen neue Maßstäbe in Bezug auf komfortables und sicheres Fahren setzen, die unter dem Dachbegriff »Mercedes-Benz Intelligent Drive« zusammengefasst sind. Daneben wird die Marke Mercedes-Benz auch im Jahr 2013 weiterhin vom großen Markterfolg der Modelle im Geländewagensegment profitieren.
Die Marke smart sieht gute Chancen, dass der einzigartige Zweisitzer im hart umkämpften Kleinstwagensegment auch 2013 dem weiter fortschreitenden Lebenszyklus trotzen kann und wieder eine Stückzahl in der Größenordnung des Vorjahres erreicht.
Daimler Trucks rechnet für das aktuelle Jahr insgesamt mit leicht steigenden Verkaufszahlen. In der ersten Jahreshälfte führt jedoch die anhaltend schwierige Verfassung der Wirtschaft in einigen Kernmärkten voraussichtlich zu einem eher verhaltenen oder gar negativen Absatzverlauf. Als Gegenpol zu den wirtschaftlich schwierigen Voraussetzungen steht die nun weitgehend abgeschlossene, umfangreiche Produktoffensive in allen relevanten Regionen. Diese hat uns in eine sehr gute Ausgangsposition gebracht: In Europa wird die bereits deutlich vor Inkrafttreten der strengeren Emissionsnorm Euro VI komplett verfügbare Produktpalette mit Actros und Antos sowie dem neuen Arocs für den Bausektor und dem neuen Atego für Absatzimpulse sorgen. In der NAFTA-Region werden wir dank unseres hervorragenden Fahrzeugangebots in Kombination mit den starken Detroit-Komponenten unsere Wettbewerbsposition behaupten. Als überzeugendes Verkaufsargument dient beispielsweise beim Freightliner Cascadia Evolution eine zusätzliche Kraftstoffeinsparung unter anderem durch Optimierungen bei der Aerodynamik und dem Antrieb von nochmals 5% gegenüber seinem Vorgänger, dem bisherigen Benchmark am Markt.
Auch 2013 werden unsere Marken Fuso und BharatBenz einen wichtigen Beitrag zum Absatzwachstum leisten. So werden künftig auch Lkw der Marke Fuso in Chennai produziert und dann in die asiatischen Märkte außerhalb Indiens und nach Afrika exportiert. Der Fuso Canter und seine seit 2012 auch in Europa produzierte Hybridversion dürften für zusätzliche Nachfrageimpulse sorgen. Darüber hinaus werden wir in Indien weitere Modelle unserer BharatBenz Lkw auf den Markt bringen sowie das Vertriebs- und Servicenetz weiter ausbauen. In Russland und in China erweitern wir schrittweise die Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern Kamaz und Foton und schaffen damit die Voraussetzungen für die weitere Erschließung dieser Wachstumsmärkte.
Mercedes-Benz Vans geht für das Jahr 2013 von einer Steigerung des Absatzes aus. Auf der Produktseite dürften hierzu der neue Mercedes-Benz Citan und ab Mitte des Jahres 2013 auch die neue Generation des Sprinter beitragen. Auch die lokale Fertigung des Sprinter Classic ab dem zweiten Quartal 2013 in Russland sollte es uns ermöglichen, den Absatz in diesem Wachstumsmarkt weiter zu steigern.
Daimler Buses geht für das Jahr 2013 von einem deutlichen Absatzanstieg aus, wobei sich der Anteil der Fahrgestelle am Gesamtabsatz positiv entwickeln dürfte. Insbesondere in Lateinamerika erwarten wir für das Jahr 2013 eine deutliche Belebung der Nachfrage. Für das Komplettbusgeschäft in Europa gehen wir von einer stabilen Entwicklung auf gleichbleibend schwachem Niveau aus.
Daimler Financial Services rechnet für das Gesamtjahr 2013 mit einem weiteren Anstieg von Neugeschäft und Vertragsvolumen.
Nach dem deutlichen Anstieg im Jahr 2012 gehen wir davon aus, dass der Konzernumsatz von Daimler im Jahr 2013 weiter zunehmen wird. In regionaler Hinsicht rechnen wir für die Schwellenländer und für Nordamerika mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten.
Aufgrund der geplanten Produktneuheiten, einer zunehmenden Wirkung der eingeleiteten Effizienzprogramme und der Annahmen für die Entwicklung der für uns wichtigen Märkte erwarten wir für das zweite Halbjahr 2013 eine Ergebnisverbesserung gegenüber dem Niveau der ersten Jahreshälfte. Infolge des Wegfalls der EADS-At-equity-Ergebnisse im Jahresverlauf, reduzierter Markterwartungen und des schwächer als erwarteten EBIT im ersten Quartal, erwartet der Konzern für das Gesamtjahr 2013 ein EBIT aus dem laufenden Geschäft unter dem Niveau des Vorjahres.
Bei Mercedes-Benz Cars rechnen wir für das Gesamtjahr mit einem EBIT unter dem Niveau des Vorjahres. Daimler Trucks und Mercedes-Benz Vans erwarten ein EBIT aus dem laufenden Geschäft in der Größenordnung des Vorjahres, während Daimler Buses das Ergebnis des Jahres 2012 übertreffen sollte. Im Jahr 2014 und in den Folgejahren erwarten wir für alle automobilen Geschäftsfelder und den Konzern eine Verbesserung der operativen Ergebnisse. Für Daimler Financial Services gehen wir von einer stabilen Ergebnisentwicklung aus.
Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die weltweite Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Jahresende 2012 weitgehend stabil bleiben wird.
Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie »antizipieren«, »annehmen«, »glauben«, »einschätzen«, »erwarten«, »beabsichtigen«, »können/könnten«, »planen«, »projizieren«, »sollten« und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere ein Rückgang der Nachfrage in unseren wichtigsten Absatzmärkten, eine Verschärfung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone, eine Verschlechterung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte, politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Veränderungen der Wechselkurse, eine Veränderung des Konsumverhaltens in Richtung kleinerer und weniger gewinnbringender Fahrzeuge oder ein möglicher Akzeptanzverlust unserer Produkte und Dienstleistungen mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Kraftstoffen und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, ein Rückgang der Wiederverkaufspreise von Gebrauchtfahrzeugen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behördlichen Richtlinien, insbesondere soweit sie Fahrzeugemissionen, Kraftstoffverbrauch und Sicherheit betreffen, sowie der Abschluss laufender behördlicher Untersuchungen und der Ausgang anhängiger oder drohender künftiger rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige im aktuellen Geschäftsbericht unter der Überschrift »Risikobericht« beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren.
 
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