Neuausrichtung Daimler / Mehrheitsabgabe von Chrysler an Cerberus
Beschluss der Mehrheitsabgabe von Chrysler an Cerberus und zur Neuausrichtung von Daimler
Sie finden die Meldung vom 14. Mai 2007, die Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Zetsche sowie die Aufzeichnungen der Pressekonferenz und der Telefonkonferenz  hier
Formal-juristischer Abschluss (Closing) der Transaktion
Sie finden die Meldung vom 3. August 2007  hier

Formal-juristischer Abschluss des Namenswechsels in Daimler AG:
Die Veröffentlichung im Unternehmensregister durch das Amtsgericht über die Eintragung im Handelsregister vom 19.10.2007 finden Sie hier  (pdf-Datei, 22 kB).
Aktienumstellung
An der Aktieninhaberschaft ergaben sich durch die Transaktion keine Änderungen. Es waren auch keine Maßnahmen durch die Aktionäre zu veranlassen, denn es änderte sich lediglich der Name der Aktie von DaimlerChrysler zu Daimler, nachdem die Hauptversammlung der vorgeschlagenden Namensänderung zugestimmt hatte.
Hatte die Aktienumstellung Einfluss auf die Spekulationsfrist?
Nein, die Umschreibung der Aktien führte nicht dazu, dass die 12-Monatsfrist, innerhalb welcher Gewinne aus dem Verkauf der Aktie einkommensteuerpflichtig sein können, neu begann.
Kommen Umtauschkosten auf die Aktionäre zu?
Nein, es entstehen keine Umtauschkosten im Rahmen der regulären Depotverwahrung.
Anleihen, Bonds
Für Zeichner von DaimlerChrysler Anleihen änderte sich nichts. Alle unsere Anleihen sind bedingungslos und unwiderruflich garantiert durch DaimlerChrysler AG und „bleiben“ bei Daimler. Die Anleihen für das Chrysler Finanzierungsgeschäft im nordamerikanischen Wirtschaftsraum NAFTA gehen nicht auf die Chrysler Holding LLC über.
Im Rahmen der Übernahme des Chrysler Finanzdienstleistungsgeschäfts durch Cerberus erhielt die Daimler AG vom neuen Mehrheitseigentümer eine Barzahlung in Höhe der ausstehenden Forderungen. Dies führte zu Überschussliquidität für Daimler.
Termin oder Ort für außerordentliche HV
Donnerstag, 4. Oktober 2007 in Berlin.
Termin der ersten ordentlichen Daimler Hauptversammlung
Die erste Ordentliche Daimler Hauptversammlung ist geplant für den 9. April 2008.
DRIP Dividend Reinvestment Program
Das in USA bestehende DRIP Dividend Reinvestment Program mit DaimlerChrysler Aktien wird auch mit Daimler Aktien unverändert fortgesetzt. Programmteilnehmer müssen keine gesonderten Maßnahmen ergreifen.
Erhalte ich nach der Umstellung auf Daimler noch Dividendenschecks auf meine DaimlerChrysler-Aktienzertifikate oder muss ich diese umtauschen?
Es werden weiterhin Dividendenschecks versandt, ein Umtausch der Stücke ist hierfür nicht erforderlich.
Gibt es nach der Namensänderung Daimler-Aktienzertifikate?
Nein.
Änderten sich die Wertpapierkennnummer oder die ISIN?
Nein. Die WKN blieb bei 710000 und die ISIN blieb bei DE0007100000.
Ändert sich das Börsenkürzel?
Ja. Nach Abschluss der Chrysler-Transaktion wurde das Tickersymbol von DCX auf DAI am Donnerstag, den 9. August, umgestellt.
Wird die Daimler Aktie weiterhin an den Börsenplätzen gehandelt werden, an denen die DaimlerChrysler Aktie notiert war?
Ja, die Daimler Aktie ist an den Börsen Frankfurt, New York, Stuttgart notiert.
Änderte sich die Aktionärsstruktur von Daimler?
Da die Transaktion keinen Aktientausch beinhaltete, änderte sich die Aktionärsstruktur dadurch nicht. Allerdings kann die verbesserte Ertragsperspektive von Daimler evtl. neue Investoren anziehen.
Sonderausschüttung, Aktienrückkauf, Höhe der Dividenden
In Ausübung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 4. April 2007 haben Vorstand und Aufsichtsrat einem Programm zum Rückkauf eigener Aktien am 29. August 2007 zugestimmt. Mit dem Rückkauf wurde am 30. August 2007 begonnen. Details dazu finden Sie  hier.
Analystenempfehlungen, Kursziele
Informationen (Meinungen, Analysereports, Erwartungen und Prognosen) hinsichtlich der Performance von Daimler und der DAI-Aktie werden von verschiedenen Analysten und Rating-Agenturen bereitgestellt.
Warum wurde Cerberus der Partner und nicht ein anderer Bieter?
Wir haben uns auf fünf Bereiche konzentriert. Dabei haben wir die bestmöglichen Resultate angestrebt und dann eine abschließende Bewertung vorgenommen.
  • Ausgangspunkt: Chrysler sollte die bestmöglichen Entwicklungschancen haben.
  • Geschäftsrisiken: Die Transaktion sollte Daimler von allen mit diesem Geschäftsbetrieb verbundenen Risiken entlasten, inkl. Gesundheitskosten und allen anderen Elementen wie Risiken und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Chrysler Geschäftsbetrieb.
  • Sicherheit der Transaktion: Wir wollten nicht auf halben Wege stecken bleiben, sondern der Abschluss der Transaktion musste gesichert sein.
  • Geschwindigkeit: Wir wollten absolut sicher sein, dass die bedauerliche Phase der Unsicherheit für Chrysler, für die Chrysler Mitarbeiter und die Geschäftspartner von Chrysler so kurz wie irgend möglich sei. Drei Monate von der Ankündigung bis zur Bekanntgabe sind unseres Erachtens ein gutes Ergebnis.
  • Wert: Es sollte der beste Wert für die Transaktion erzielt werden.
Cerberus hat uns in allen fünf Kategorien die besten Angebote gemacht, wodurch es uns leicht fiel, uns für Cerberus zu entscheiden.
Struktur der Transaktion
Für den Anteil von 80,1% an der Chrysler Holding LLC hat CG Investor LLC, eine Tochtergesellschaft von Cerberus Capital Management, eine Einlage von 5,2 Mrd. € (7,2 Mrd. US-$) geleistet. Daimler ist an dieser neuen Gesellschaft mit 19,9% beteiligt. Die Chrysler Holding LLC hält jeweils 100% an der Chrysler LLC, die das Fahrzeuggeschäft mit den Marken Chrysler, Jeep® und Dodge betreibt, und an der Chrysler Financial Services LLC, die das dazugehörige Finanzdienstleistungsgeschäft im NAFTA-Raum wahrnimmt.
DaimlerChrysler hat das Industriegeschäft der Chrysler Group zum Zeitpunkt des Closings schuldenfrei an Cerberus übergeben.
Die finanziellen Verpflichtungen der Chrysler Group für Pensionen und Gesundheitsfürsorge gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Beschäftigten von Chrysler Financial Services verbleiben bei den Chrysler-Unternehmen. Daimler stellt eine Garantie in Höhe von 1 Mrd. US-$ zur Verfügung, die nur dann fällig wird, wenn die Pensionspläne der Chrysler Group innerhalb der nächsten fünf Jahre beendet werden. Für die Pensionspläne besteht derzeit eine deutliche Überdeckung.
Auswirkungen auf Kennzahlen
Die Transaktion wirkt sich für die Daimler AG wie folgt aus:
Daimler erwartet, dass als Folge der mehrheitlichen Abgabe der Chrysler-Aktivitäten aufgrund des Abschlusses der Transaktion am 3. August 2007 für das Gesamtjahr 2007 eine Ergebnisbelastung von 2,5 Mrd. € entstehen wird und damit niedriger ist als die im Mai bekannt gegebene Schätzung von 3-4 Mrd. €. Sie ergibt sich aus dem positiven Ergebnis der aufgegebenen Aktivitäten im zweiten Quartal sowie einer Ergebnisbelastung im dritten Quartal 2007 in der Größenordnung von 3 Mrd. €. Die Belastung im dritten Quartal resultiert im Wesentlichen aus der Bewertung der bei DaimlerChrysler bilanzierten aktiven latenten Steuern, deren Werthaltigkeit aufgrund der Chrysler-Transaktion überprüft werden muss.
Im Juni hat DaimlerChrysler drei langlaufende Anleihen gemäß den vertraglichen Bestimmungen vorzeitig zurückgezahlt und für eine weitere ein Rückkaufangebot veröffentlicht. Daraus entstanden Vorfälligkeitsentschädigungen in Höhe von 0,4 Mrd. €. Die übrigen von der DaimlerChrysler AG begebenen und garantierten Anleihen laufen unverändert weiter.
Im Finanzdienstleistungsgeschäft der Marken Chrysler, Jeep® und Dodge hat Cerberus zum Zeitpunkt des Closings die Finanzierung der DaimlerChrysler AG abgelöst. Die gesamte Transaktion führte zu einem Liquiditätszufluss von 25,6 Mrd. €.
Vor dem Hintergrund der sehr volatilen US-Kreditmärkte haben DaimlerChrysler und Cerberus vereinbart, die Finanzierung der mehrheitlichen Übernahme von Chrysler zu unterstützen. Beide Unternehmen haben dem Industriegeschäft der Chrysler Group eine nachrangige Kreditlinie mit einem Volumen von 2 Mrd. US-$ zur Verfügung gestellt, die innerhalb eines Jahres zu ziehen ist. Auf Daimler entfällt dabei ein Anteil von 1,5 Mrd. US-$. Der Kredit wird zu marktüblichen Konditionen verzinst. Die Laufzeit des Kredits beträgt sieben Jahre. Daimler hat das Recht, diesen Kredit ab dem 3. August 2008 jederzeit am Kreditmarkt zu veräußern.
Die Beteiligung der Daimler AG in Höhe von 19,9% an der zukünftigen Chrysler Holding LLC wird ab dem dritten Quartal auf Basis der „at equity“-Methode in das Segment Van, Bus, Other einbezogen.
Zeitplan für die folgenden Schritte?
Eine außerordentliche DaimlerChrysler Hauptversammlung  hat am 4. Oktober 2007 in Berlin die Namensänderung zu beschlossen.
Seit dem Beschluss der Namensänderung tritt das Unternehmen als "Daimler AG" auf.
Unternehmensname "Daimler"
Beim Vorschlag der Verwaltung zur Änderung der Firma wurden markenrechtliche und strategische Anforderungen berücksichtigt. Der Name Daimler steht für eine hohe Bekanntheit und ein hohes Vertrauen in die Kompetenz der Gesellschaft als weltweit angesehener Automobil- und Nutzfahrzeughersteller. Mit Daimler vermeiden wir zudem Überschneidungen zwischen der Unternehmensmarke und der wertvollsten Automobilmarke der Welt, Mercedes-Benz. Der Name Daimler ist in der Positionierung für das Markenportfolio deutlich offener als zum Beispiel »Mercedes-Benz« oder »Daimler-Benz« und dient daher in geeigneter Weise als Unternehmensname für alle unsere Produkte – sowohl für Mercedes-Benz als auch für Freightliner, Setra, smart usw. Mit dem vorgeschlagenen Namen Daimler knüpft das Unternehmen an die Tradition an und signalisiert gleichzeitig einen Aufbruch. Den Verdiensten von Bertha und Karl Benz wird weiterhin durch den unveränderten Markennamen »Mercedes-Benz« weltweit Rechnung getragen. Mercedes-Benz wird konsequent dort auftreten, wo der Kunde Produkte erwerben will, d.h. alle Auslandsgesellschaften, die fast nur Mercedes-Benz Produkte verkaufen, werden in Mercedes-Benz Gesellschaften umbenannt. Auch alle Werke, die Mercedes-Benz Produkte herstellen, werden Mercedes-Benz Werke heißen.
Fragen und Antworten
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