Neue Antriebs- und Fahrzeugkonzepte
Verbrennungsmotoren
Otto- und Dieselmotoren mit Sparpotenzial. In der Optimierung der heutigen Verbrennungsmotoren liegt noch viel Potenzial. Ziel ist es, Ottomotoren so effizient wie Dieselmotoren und Dieselmotoren so sauber wie Ottomotoren zu machen. Nach der Einführung des Partikelfilters bei Dieselmotoren gilt es, nun auch die Stickoxidemissionen nochmals deutlich zu reduzieren, ohne Abstriche bei der Wirtschaftlichkeit des Dieselmotors zu machen.
Mit der innovativen modularen BLUETEC-Technologie werden DaimlerChrysler-Dieselfahrzeuge zu den weltweit saubersten Dieseln. Beim Ottomotor wird der Rollout der strahlgeführten Benzin-Direkteinspritzung (Direkteinspritzer der zweiten Generation) zu deutlichen Verbrauchseinsparungen führen.
Erdgasmotoren als sinnvolle Ergänzung. Erdgas gilt für bestimmte Anwendungsfälle (zum Beispiel innerstädtische Transporte) wegen der CO2-Emissionen (auf Dieselniveau) und der geringen Schadstoffemissionen als sinnvolle Alternative zu Benzin und Diesel. Einschränkungen sind jedoch die geringere Reichweite und ein erhöhter Platzbedarf für die Tanks. Heute sind mit Erdgas betriebene Busse von Mercedes-Benz (Citaro CNG) und Fuso (Aero Star CNG) in großer Zahl im Einsatz. Das Müllfahrzeug Econic NGT erfüllt den strengen, über Euro 5 hinausgehenden Abgasstandard EEV (Enhanced Environmentally friendly Vehicle). Gefragt ist auch die E-Klasse E 200 NGT. Vom Jahr 2008 an wird die B-Klasse als Erdgasvariante am Markt erhältlich sein. In den USA bietet DaimlerChrysler mit den Marken Orion und Thomas Built Buses eine Reihe von Bussen mit Erdgasantrieb an, und bei den Lkw sind Freightliner, Sterling und Western Star mit mehreren Erdgas-Trucks auf dem Markt vertreten.
Flexible-Fuel-Fahrzeuge. Seit 1998 hat DaimlerChrysler in den USA fast 1,5 Millionen sogenannte Flexible Fuel Vehicles (FFV) verkauft. Diese Fahrzeuge können auch mit E85-Kraftstoff, einer Mischung aus 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent herkömmlichem Benzin, fahren.
Entsprechend dem politischen Ziel, die Abhängigkeit der USA von ausländischem Erdöl zu verringern, plant der Konzern, sein FFV-Programm auszuweiten. Im Jahr 2007 sollen rund 250.000 FFV-Fahrzeuge für den nordamerikanischen Markt hergestellt werden. Über die Markteinführung von FFV-Fahrzeugen in Europa wird DaimlerChrysler auch vor dem Hintergrund der vorhandenen Mengen an Bioethanol entscheiden. Die derzeit und in der nahen Zukunft verfügbaren Mengen von Biokraftstoffen sollten daher idealerweise als Beimischungen zu herkömmlichem Kraftstoff vom Markt abgenommen werden, sodass keine separate Infrastruktur aufgebaut werden muss. DaimlerChrysler will deshalb auch die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Fahrzeuge mit bis zu zehn Prozent Beimischung von Biokraftstoffen betankt werden können.
Hybridantriebe
Vor allem im Stadtverkehr kann der Hybridantrieb seine Verbrauchsvorteile auch im realen Fahrbetrieb unter Beweis stellen. Stadtbusse mit Hybridantrieb fahren umweltfreundlicher und – sofern eine Speicherbatterie einbezogen ist – auf kurzen Strecken sogar emissionsfrei. Im Jahr 2006 wurden erneut 420 Einheiten des Stadtbusses Orion VII Hybrid von den öffentlichen Nahverkehrsbetrieben in New York, Toronto, San Francisco und Edmonton bestellt. Damit war DaimlerChrysler Buses auch 2006 größter Anbieter im weltweiten Hybridbusmarkt – mit insgesamt 1.500 Bestellungen seit dem Auslieferungsstart 2003.
Der Mitsubishi Fuso Aero Niederflur-Hybridbus ist heute in den japanischen Städten Shizuoka, Aichi and Gifu im Kundenbetrieb im Einsatz. Seit Juli 2006 wird der Mitsubishi Fuso Canter „Eco Hybrid“, der sauberste leichte Lkw der Welt, im japanischen Markt angeboten. Eine Einführung in weiteren Märkten wird geprüft.
Der Sprinter mit „Plug-In“-Hybridantrieb wird derzeit im Kundenversuch in Europa und in den USA getestet. „Plug-In“ bedeutet, dass die Batterien des Transporters auch bei abgeschaltetem Motor geladen werden können, zum Beispiel nachts an einer normalen Steckdose.
Auch bei schweren Nutzfahrzeugen für den Verteilerverkehr kann die Hybridisierung eine Lösung sein. Entwicklungsziel von DaimlerChrysler ist die weitere Senkung des Kraftstoffverbrauchs sowie eine drastische Verringerung der Emissionen für Fahrzeuge, die weltweit in besonders zufahrtsbeschränkten Innenstadtbereichen eingesetzt werden sollen.
Um die Vorteile innovativer Hybridtechnologie vermehrt auch in Pkw zu nutzen, haben DaimlerChrysler, General Motors und BMW ihr technologisches Wissen in einer Allianz gebündelt. Kernstück der gemeinsamen Entwicklungsarbeit ist ein elektronisch gesteuertes Getriebe, das den Verbrennungsmotor und zwei Elektromotoren mit dem Radantrieb verbindet. Durch elektronische Steuerung des Kraftflusses zwischen den Antrieben und den Rädern können gleichzeitig ein dynamisches Anfahr- und Beschleunigungsverhalten und ein sparsamer Langstreckenbetrieb (Landstraßen- und Autobahnfahrt) realisiert werden. Dieses Two-Mode-System wird bei DaimlerChrysler im Jahr 2008 im Dodge Durango und dem Chrysler Aspen auf den US-amerikanischen Markt kommen.
Anfang März 2007 haben DaimlerChrysler und BMW die gemeinsame Entwicklung von Komponenten für Hybridantriebe für heckgetriebene Pkw beschlossen. Diese sollen zeitnah – voraussichtlich im Jahr 2009 – eingeführt werden können. Start-Stopp-Systeme sind weitere Optionen, die derzeit für verschiedene Fahrzeuge des Konzerns geprüft und für die Markteinführung vorbereitet werden. DaimlerChrysler wird keine neuen Fahrzeuge mehr entwickeln, die nicht auch die Hybridoption erlauben.
Brennstoffzellenantriebe
Für DaimlerChrysler sind wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge die dritte Stufe der Roadmap für eine ressourcenschonende, emissionsfreie Mobilität. Derzeit bewährt sich mit der A-Klasse F-Cell, den Brennstoffzellen-Sprintern und den Citaro-Stadtbussen die aktuelle, mit Wasserstoff betriebene Generation im Praxistest. Mit weltweit mehr als 100 Brennstoffzellenfahrzeugen betreibt DaimlerChrysler die größte Flotte aller Hersteller. Die Fahrzeuge liefern täglich wichtige Daten, die in die nächste Fahrzeuggeneration und in künftige Flottenerprobungen einfließen werden. DaimlerChrysler wird für die nächste Generation von F-Cell-Fahrzeugen B-Klasse-Modelle mit einem Brennstoffzellenantrieb ausstatten. Eine Erhöhung der Stückzahlen – über das für die technische Weiterentwicklung notwendige Mindestmaß hinaus – wird aber erst nach Erreichen erheblicher Kostenreduktionen sinnvoll sein.
Ziel ist es, im Jahr 2015 in der Summe aller Hersteller weltweit einen Gesamtabsatz von 100.000 Brennstoffzellenfahrzeugen zu erreichen. Bis dahin sollten die technischen Herausforderungen gelöst und die Technologiekosten signifikant reduziert worden sein.
Die Kraftstoff-Roadmap von DaimlerChrysler
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Konventionelle Kraftstoffe wie Benzin und Diesel werden in den nächsten Jahren weiterhin zum Einsatz kommen und müssen deshalb weiter verbessert werden. Das Ziel hierbei: weltweit schwefelfreier Kraftstoff mit niedrigem Aromatengehalt.
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Erdgas ist aus Sicht von DaimlerChrysler eine hilfreiche Option für bestimmte Einsatzzwecke, da es kohlenstoffärmer ist als Benzin oder Diesel.
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GTL-Kraftstoffe (Gas-to-Liquid) sind neben BTL- Kraftstoffen (Biomass-to-Liquid) die saubersten und hochwertigsten Kraftstoffe für Dieselmotoren, denn GTL- Diesel ist schwefel- und aromatenfrei – allerdings nicht CO2-neutral – und kann gut auf die Anforderungen des Verbrennungsmotors abgestimmt werden.
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Bioethanol und Biodiesel sind als Beimischungen zu herkömmlichen fossilen Treibstoffen eine sinnvolle kurz- bis mittelfristige Option. Sie haben allerdings einen geringeren Energiegehalt, sodass der Verbrauch gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen steigt. Die Aggressivität und Zähflüssigkeit von Biodiesel sowie die stärkere Veraschung des Partikelfilters erschweren bzw. verhindern den Einsatz als reinen Kraftstoff in modernen Diesel-Pkw.
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BTL-Kraftstoffe aus Biomasse (Biomass-to-Liquid) werden schon bald an Bedeutung gewinnen, zunächst als Beimischungen zu Benzin und Diesel. Wir fördern die Entwicklung und den Einsatz weitgehend CO2-neutraler synthetischer Biokraftstoffe. Sie nutzen die Biomasse optimal, sind schwefel- und aromatenfrei und lassen sich sehr gut auf die Anforderungen des Verbrennungsmotors abstimmen.
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Wasserstoff ist der Energieträger für die Brennstoffzellenautos der Zukunft. Diese werden jedoch erst mittelfristig zum Alltag auf den Straßen gehören. Über die heutige Gewinnung von Wasserstoff aus fossilen Energieträgern (wie Erdgas) hinaus müssen auch geeignete wirtschaftliche Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff aus regenerativen Quellen entwickelt und eine flächendeckende Infrastruktur für die H2-Versorgung aufgebaut werden. |