Generation Zukunft
Ob Studium oder Lehre: Eine fundierte Ausbildung bildet die Basis für den Erfolg. Umgekehrt sichern hoch qualifizierte Mitarbeiter die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Der Konzern ist sich der Verantwortung bewusst.C2C_NOFLASH
 |
 |
|
|
|
|
|
|
Die Carl-Benz-School in Karlsruhe
bietet einen englischsprachigen
Ingenieurstudiengang |
|
 |
49°N/8°E Auf der Terrasse des „Café Multikulti“ im Innenhof der „Carl-Benz-School of Engineering“ in Karlsruhe sitzt man an einem lauen Sommerabend wie im Kino: Hinter den Glasfassaden des internationalen Wohnheims lassen sich kreative Menüs erahnen. Im ersten Stock kochen eine Japanerin und vier Südafrikaner eine Suppe, in der Wohnung gegenüber schneiden ein Inder und ein Araber Zwiebeln, und in der dritten Küche sitzen vier Studenten bereits am Tisch und essen. Durch die Glasfronten winkt man sich von Wohnung zu Wohnung freundlich zu – Feierabend nach einem langen Studientag. Die 22-jährige Misaki Nakajima hat den ganzen Tag für ihre Abschlussprüfung gelernt: Die junge Japanerin kam vor vier Jahren aus Yokohama nach Karlsruhe, um ihr Bachelor-Studium in Mechanical Engineering zu beginnen. Nun steht sie kurz vor der Prüfung. „Am Anfang war es hart“, sagt sie, „die Sprache, die Kultur, ich kannte niemanden.“ Inzwischen ist die Asiatin jedoch auf der Zielgeraden und sieht nur noch Vorteile: „Ich habe den Abschluss so gut wie in der Tasche, ich weiß viel über deutsche Kultur, und ich kann in Japan sofort mit einem tollen Job rechnen.“ Misaki hat für ihre Ausbildung an der Carl-Benz-School ein Stipendium der Daimler AG erhalten, so wie auch Dusty, Vuyo, Gladson und Siphokazi aus Südafrika. Daimler-Talentsucher hatten die Studenten in Südafrika an einer Universität für Ingenieure ausgewählt und sie von den Vorteilen eines Studiums in Deutschland überzeugt. Als Gegenleistung für die Kosten der vierjährigen Ausbildung verpflichteten sich die Südafrikaner, nach ihrer Rückkehr bei Daimler Südafrika einzusteigen. Ein „Deal“, der für den 25-jährigen Dusty Jantjies aus Johannesburg „eine Riesenchance“ ist. |
 |
 |
| |
|
| |
|
|
|
Stolzer Stipendiat: Dusty Jantjie aus
Südafrika an der "Carl-Benz-School
of Engineering" |
 |
Ohne das Stipendium hätte er sich die Ausbildung in Deutschland, die ihn in seiner Heimat zu einer umworbenen Kraft macht, nicht leisten können. Die „Carl-Benz-School of Engineering“ (früher: „International Department“) an der Universität Karlsruhe bietet den einzigen englischsprachigen Ingenieurstudiengang in Deutschland an. |
Internationale Eliten anlocken
Professor Hartmut Weule, ehemals Vorstand für Forschung und Technik , hatte den Studiengang 1999 ins Leben gerufen. Mehrere deutsche Industrieunternehmen finanzieren die nach Carl Benz benannte Einrichtung, um an den bedeutenden Ingenieur zu erinnern, der mit seinen Erfindungen den Grundstein für die Automobilindustrie in Deutschland legte. Die Faszination für deutsche Ingenieurleistungen ist im Ausland nach wie vor groß. Die Bereitschaft ausländischer Studenten aus Schwellen- und Industrieländern, in Deutschland Ingenieurwissenschaften zu studieren, ist jedoch gering. Im vergangenen Jahr waren gerade einmal 29 Japaner an deutschen Universitäten (davon 10 in Karlsruhe) als Maschinenbaustudenten eingeschrieben, aus den USA nur knapp 60. Mit ihrem englischsprachigen Angebot, einem breit angelegten Begleitstudium, intensiver Betreuung und einem großzügigen Campus mit Wohnapartments bietet die „Carl-Benz-School of Engineering“ internationalen Nachwuchseliten erstmals eine Studienmöglichkeit, die sich hinter privaten amerikanischen Hochschulen nicht verstecken muss.
Im internationalen Wettkampf um die besten Nachwuchskräfte hat der Konzern im vergangenen Jahr auch auf anderer Ebene einen entscheidenden Vorsprung erzielt: Aus bislang 30 unterschiedlichen Nachwuchsprogrammen für Akademiker wurden die besten Ansätze übernommen und in das konzernweite Traineeprogramm für Hochschulabsolventen „CAReer“ integriert, und zwar für alle Standorte weltweit. Wer eine der 350 CAReer-Stellen im Jahr 2007 erhält, wird in dem 12 bis 18 Monate dauernden Traineeprogramm auf seinen künftigen Job optimal vorbereitet. Trainees bekommen darüber hinaus tiefe Einblicke in den Konzern und haben durch zwei internationale Qualifizierungsreihen die Möglichkeit, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.
„Für mich ist CAReer ideal.“ Tobias Richwien
Tobias Richwien gehört zu den erfolgreichen Bewerbern. Der 27-jährige Wirtschaftsingenieur hatte sich in seinem Studium auf die Bereiche Qualitätsmanagement und Controlling spezialisiert. „Als ich im Internet von CAReer erfuhr, hat mich das Konzept sofort überzeugt“, sagt er. „Einen guten Job hätte ich auch woanders finden können, aber hier bekam ich mehr geboten: Ich werde auf meine zukünftige Position bestens vorbereitet. Für mich ist CAReer ideal.“ Dass er kurz nach seinem ersten Arbeitstag im Blaumann am Band stand und zusammen mit den Arbeitern die Auspuffanlage an einem Lkw montierte, fand der Ingenieur „einfach super“. „Nur wenn man versteht, was der andere tut, kann man auch seine eigene Arbeit optimieren.“
 |
 |
|
|
|
|
|
|
Auf der Karriereleiter: Trainee Tobias
Richwien im Lkw-Werk Wörth |
|
 |
Zurzeit arbeitet Tobias Richwien im Lkw-Werk in Wörth am Produktbewährungsprozess mit und unterstützt damit die Verbesserung von Fahrzeugelementen, um deren Langlebigkeit zu gewährleisten. Noch einen Schritt zurück: Wer sich in Deutschland nach der Schule für ein Studium entscheidet, kann direkt an eine Hochschule gehen oder aber sein Studium mit Praxiserfahrung in einem Unternehmen verbinden. Berufsakademien (BA) bieten in einigen deutschen Bundesländern beides: Studium und Projekteinsätze im Unternehmen wechseln sich dabei alle drei Monate ab. In Deutschland entschieden sich 2006 rund fünf Prozent aller Studienanfänger für ein solches duales Studium an einer Berufsakademie. Inga Pietruschka ist eine von ihnen. Nach einem Schulpraktikum in einer Reifenwerkstatt bewarb sich die 19-jährige Abiturientin an der Berufsakademie in Mannheim für das Fach Maschinenbau. Dazu schloss sie mit dem Konzern als betrieblichem Partner einen Ausbildungsvertrag. Im Mannheimer Motorenwerk lernte sie zunächst drehen, fräsen und feilen. Alle drei Monate wechselt sie seither den Hörsaal gegen die Werkbank – am Ende stehen ein Bachelor-Abschluss und der große Vorteil, neben der fachlichen Qualifikation auch die Unternehmenskultur eines weltweit operierenden Industriekonzerns zu kennen. „Neben der Vermittlung von reinem Fachwissen habe ich bei der Daimler AG auch viel über kommunikative und soziale Kompetenzen erfahren, Dinge, die ich in der Schule oder an der Hochschule so nie vermittelt bekam“, sagt Inga Pietruschka. Insgesamt bietet der Konzern BA-Studiengänge in elf verschiedenen Fachrichtungen an. |
Eine fundierte Aus- und Fortbildung ist die Voraussetzung für den beruflichen Erfolg jedes Einzelnen und zugleich für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung des Unternehmens. Wer ausbildet, übernimmt daher Verantwortung für die Berufschancen der nachfolgenden Generationen. Aus diesem Grund stellt der Konzern jedes Jahr weit mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung, als das Unternehmen für den eigenen Bedarf benötigt. Mit rund 8.000 Auszubildenden in Deutschland schafft der Konzern rund 40 Prozent aller Ausbildungsplätze unter den deutschen Automobilherstellern. Im Jahr 2006 erhöhte der Konzern mit 1.650 neuen Ausbildungsplätzen trotz rückläufiger Bedarfszahlen sein Lehrstellenangebot im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent und wird diese Erhöhung auch 2007 beibehalten.
„Wir wurden extrem unterstützt.“ Jasmin Faltermann
 |
 |
| |
|
| |
|
|
|
Beste deutsche Kfz-Mechatronikerin:
Jasmin Faltermann lernte im Konzern |
 |
Für Aufsehen in der Branche sorgte 2006 auch Jasmin Faltermann. Die junge Frau wurde vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag zur besten Kraftfahrzeugmechatronikerin Deutschlands gekürt. Nach dem Abi wollte sie erst einmal etwas „Handfestes“ lernen und ging schließlich als Auszubildende ins Mercedes-Benz Werk nach Bremen. „Wir wurden extrem unterstützt“, sagt Jasmin Faltermann, 24, die inzwischen in Hamburg Fahrzeugbau studiert. „Wir wurden auf internen Lehrgängen immer auf dem neuesten Stand der Technik geschult. Und unsere Ausbilder haben immer darauf geachtet, dass wir nur bestens vorbereitet zu den Prüfungen gingen.“ Wie aber erst einmal reinkommen? |
Für viele Jugendliche endet der Traum vom Kfz-Mechatroniker oder von der Industriekauffrau schon bei der Bewerbung. Wer fehlerhafte Anschreiben verschickt oder im Bewerbungsgespräch keinen Satz herausbringt, muss mit einer Absage rechnen. Michaela Riedel, 21, und Kilian Köhnlein, 24, helfen als Auszubildende im Konzern zukünftigen Bewerbern, die gröbsten Fehler zu vermeiden. Die angehende Industriekauffrau und der Auszubildende zum Informatikkaufmann gehören zum FEBS-Team, einer Initiative der Daimler AG. FEBS steht für „Ferienworkshops, Einzel- und Gruppentraining, Bewerbertraining an Schulen und Service“.
Michaela, Kilian und weitere Auszubildende der Daimler AG zeigen jungen Schulabgängern, worauf sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz achten müssen. FEBS funktioniert dabei wie eine richtige Firma, in der die Auszubildenden vom Marketing über die Trainingsdurchführung bis zur Buchhaltung und dem Controlling alle Bereiche in Eigenverantwortung abdecken. „Bislang hatten wir das Angebot nur auf die Kinder von Daimler-Mitarbeitern beschränkt“, sagt Michaela Riedel. Der Erfolg war jedoch so groß, dass nun auch andere Jugendliche von dem Know-how ihrer nur wenige Jahre älteren „Kollegen“ profitieren können. Sie erfahren, wie eine Bewerbungsmappe aussehen soll. In der Gruppe trainieren sie Auftritt und Präsentation für die eigene Bewerbungsphase. „Wir sind mit unseren 'Kunden' auf Augenhöhe“, sagt Gründungsmitglied Kilian Köhnlein, „weil wir selbst ja gerade erst angefangen haben.“
|
41°N/74°W/NEW YORK |
Die Chrysler Group fördert die Automotive High School in New York, an der mehr als 1.100 Schüler praxisnah auf den Berufseinstieg in die Automobilbranche vorbereitet werden. Eine weitere Initiative konzentriert sich auf Lehrer von öffentlichen Elementary-, Middle und Highschools in Michigan: Der Daimler Corporation Fund ehrt mit seiner Initiative „Closing the Technology Gap in Education“ Lehrer für besondere Verdienste in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. |
|
29°N/47°E/KUWAIT |
Neben bereits bestehenden Berufsausbildungszentren in Afghanistan und Russland gründete der Konzern im November 2006 zusammen mit der Kuwait Investment Authority die „Daimler Automotive Academy Kuwait“ mit dem Ziel, jungen Menschen in Kuwait durch eine fundierte Ausbildung im Bereich Automobiltechnik und Management eine gute Berufsperspektive zu eröffnen. |
|
31°N/35°E/BEIT SAHOUR |
Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) entstand in den palästinensischen Gebieten eine Lehrwerkstatt. In Beit Sahour lernen bis zu 15 Jugendliche den Umgang mit modernen Kfz-Techniken, um aufgrund dieser Ausbildung einen adäquaten Arbeitsplatz erhalten und ihre Familien unterstützen zu können. |
|
23°S/29°E/LIMPOPO |
Im Februar 2007 nahm die Daimler Automotive Academy Südafrika ihre Tätigkeit auf. Das Trainingscenter bildet benachteiligte Jugendliche aus der Region Limpopo in einer einjährigen Ausbildung zum Kfz-Mechaniker aus. |
|
16°S/35°E/BLANTYRE 1°S/37°E/NAIROBI |
Das jüngste Ausbildungszentrum eröffneten der Konzern und die GTZ im Juni 2007. An den beiden Standorten Blantyre/Malawi und Nairobi/Kenia werden junge Afrikaner in einer zweijährigen Ausbildung zum Kfz -Mechatroniker geschult. Mit dem überregionalen Trainingscenter soll die Berufsausbildung von Fahrzeugtechnikern in den Staaten Malawi, Kenia, Angola, Mosambik, Sambia, Simbabwe, Äthiopien, Tansania und Uganda gefördert werden. |
|
26°S/28°E/JOHANNESBURG |
Im Students Experience Program (STEP) lädt der Konzern gemeinsam mit der Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) seit 2005 jährlich Studenten aus Südafrika zu einem Praktikum nach Deutschland ein. |
|
40°N/33°E/ANKARA |
Eine Kooperation zwischen der Hacettepe University of Ankara, der Fachhochschule Esslingen und Mercedes-Benz Türkei ermöglicht jährlich 60 türkischen Studenten der Fakultät für Maschinenbau, sich in Sprach- und Fachkursen fortzubilden. |
|
35°N/140°E/KAWASAKI |
Deutsch-japanischer Schüleraustausch: Durch die Beteiligung des Konzerns und der Mitsubishi Fuso Truck & Bus Corporation (MFTBC) an einer Initiative zur Förderung des kulturellen Verständnisses zwischen Japan und Deutschland („Takenoko Fund“) wird Schülern beider Länder ein Austauschprogramm ermöglicht. 2006 besuchten 40 deutsche Schüler aus weiterführenden Schulen das Montagewerk Kawasaki. |