DIESOTTO: Benziner mit Diesel-Gen
Der Antrieb des F 700 verbindet die Vorzüge des emissionsarmen Benziners mit den Verbrauchsvorteilen des Diesels. Um dies zu erreichen, haben die Ingenieure mehrere bewährte Technologiebausteine mit einem neuen Brennverfahren verknüpft. Zuerst verringerten sie Hubraum und Zylinderzahl (Downsizing). Den so bedingten Leistungsverlust des 1,8-Liter-Aggregats machen zwei hintereinander geschaltete Turbolader mehr als wett – sie sprechen rasch an und sorgen für einen drehmomentstarken Durchzug.
Ein weiterer Baustein ist die Benzindirekteinspritzung mit hochpräzisen Piezo-Injektoren. Sie sorgt für eine kraftstoffarme, homogene Mischung im Zylinder und erlaubt einen Verbrauchsvorteil von rund zehn Prozent. Hinzu kommen ein zweistufiger Ventil- und ein variabler Kurbeltrieb. Sie erlauben es, die Öffnungszeiten und das Verdichtungsverhältnis stufenlos zu ändern. Mit der neuartigen Raumzündverbrennung hält das Dieselprinzip Einzug im Ottomotor. Beim Start und bei Volllast bringen Zündkerzen das Benzin-Luft-Gemisch wie bei einem konventionellen Benziner zur Explosion. Im meistgefahrenen Teillastbereich, also bei niedrigen und mittleren Drehzahlen, setzt automatisch die kontrollierte Selbstzündung ein. Weil diese bei vergleichsweise niederen Temperaturen abläuft, bilden sich nur geringe Mengen an Stickoxiden. Für die Abgasreinigung genügt dem DIESOTTO deshalb ein serienüblicher Drei-Wege-Katalysator.
Zusätzlich unterstützt ein Hybridmodul den Benzinmotor. Dazu ist ein scheibenförmiger Starter-Generator in das Gehäuse des 7G-TRONIC-Automatikgetriebes integriert. Das drehmomentstarke Aggregat wirkt beim Anfahren und im Stop-and-go-Betrieb als Elektromotor und unterstützt die Verbrennungsmaschine. Beim Bremsen und Rollen gewinnt der Starter-Generator dagegen Energie zurück, die in einer Hochvoltbatterie gespeichert und beim nächsten Anfahren genutzt wird (Rekuperation). Um die einzelnen Teilsysteme zu einem stimmigen Antriebskonzept zu vereinen, haben die Daimler-Ingenieure außerdem eine hocheffiziente Motorsteuerung entwickelt.
Die maximale Leistung des DIESOTTO im F 700 beträgt 175 kW (238 PS), der Starter-Generator leistet weitere 15 kW (20 PS). Das maximale Drehmoment des Systems liegt bei 400 Nm. Von null auf 100 km/h beschleunigt das Forschungsfahrzeug in 7,5 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt. Der Verbrauch im Normzyklus beträgt 5,3 Liter. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von lediglich 127 Gramm.