Die neue Mercedes-Benz GLK-Klasse
Stuttgart
15.07.2008
Karosserie: Stabiles Fundament sichert ausgezeichnete Grundeigenschaften
Die formstabile und widerstandsfähige Karosserie der GLK-Klasse ist nicht nur die Voraussetzung für eine ausgezeichnete aktive und passive Sicherheit. Sie legt auch den Grundstein für den ausgewogenen Schwingungs- und Geräuschkomfort und unterstützt mit ihrem Leichtbau die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Gleichzeitig muss der selbsttragende Aufbau auch heftigen Verwindungsattacken, Sand-, Matsch- oder Geröllpisten im Offroad-Einsatz trotzen und die Dauerhaltbarkeit über einen langen Zeitraum gewährleisten. Wie alle Mercedes-Benz Pkw hat auch der GLK das Zeug zum Klassiker.
Gezielte Rohbauverstärkungen für härtesten Einsatz
Die Karosserie des GLK ist dem breiten Leistungsspektrum des kompakten SUV angepasst. Sie besteht zu einem großen Teil aus hochfesten, modern hochfesten und ultrahochfesten Stahlblechen, der Gewichtsanteil beträgt 47 Prozent. Besonders die sogenannten Krafteinleitungspunkte – so werden die Verbindungsstellen zwischen Karosserie und Chassis bezeichnet – sind massiv verstärkt, um die Fahrdynamik und aktive Sicherheit unter allen Bedingungen zu gewährleisten. Gleichzeitig wirken sich diese Strukturmaßnahmen positiv auf den Geräusch- und Schwingungskomfort aus, mit dem der GLK neue Bestmarken im kompakten SUV-Segment setzt. Weitere Verstärkungen betreffen die Boden-anlage, den Kardantunnel und die Anbindung der Karosseriesäulen. Die Stirnwand besteht aus vier zusammengesetzten Blechteilen, deren Material-stärken sich an den individuellen Belastungsspitzen orientieren und eine größtmögliche Stabilität bei möglichst geringem Gewicht ermöglichen. Die unteren Stirnwandteile haben eine Blechdicke von 1,25 mm und die oberen von 0,8 mm. Als tragendes Element der Armaturentafel kommt ein geradliniges Aluminium-Vierkantprofil zum Einsatz, das mit den beiden A-Säulen verschraubt ist und die Karosserie in diesem Bereich entscheidend versteift. Eine ergänzende Strebe stützt das Mantelrohr der Lenkung an der Stirnwand ab, um ein Lenkradzittern im Motorleerlauf auszuschließen.
Reparaturfreundliche Konstruktion
Der gesamte Frontbereich der Karosserie ist mit der Vorbaustruktur verschraubt und ermöglicht so kostengünstige Reparaturen ohne Schweißarbeiten nach Kollisionen. Die Frontend-Baugruppe umfasst ein Aluminiumstrangpressprofil, eine einteilige Crashbox aus Aluminium als Verbindung zu den vorderen Längsträgern und ein mehrteiliges Gerippe aus Stahlblech zur Aufnahme der Scheinwerfer, des Stoßfängers, des Wischwasserbehälters und der Motorhaubenschlösser. Die Funktion des Achs- und Motorträgers übernimmt ein Integralträger aus hochfestem Stahl. Hier sind Teile der Radführung, das Lenkgetriebe und die Motorlagerung befestigt. Das Heckend besteht aus einem ultrahochfesten Stahlbiegeträger mit geschweißten Crashboxen aus höherfestem Blech.
Effektiver Korrosionsschutz für ein langes Fahrzeugleben
Ein effektiver Korrosionsschutz ist besonders bei SUV und Geländewagen von entscheidender Bedeutung. Deshalb verfügen alle GLK-Modelle über exakt aufeinander abgestimmte Schutzmechanismen, deren Basis die Vollverzinkung bildet. Statt die komplette Karosserie innen wie außen mit einer gleichmäßigen, elektrolytisch aufgetragenen Zinkschicht zu veredeln, verbessert der gezielte Einsatz unterschiedlich beschichteter Komponenten den gesamten Schutz-mechanismus erheblich.
Neben der Vollverzinkung erhöht die Konservierung der Karosserie-Hohlräume, die Versiegelung der Karosserieflansche und das Lacksystem die Resistenz gegenüber korrosiven Angriffen. Zu den verschiedenen Beschichtungen, die in der Lackiererei des Mercedes-Benz Werkes in Bremen aufgetragen werden, gehören die Phosphatierung, die kataphoretische Tauchlackierung, die Funktionsschicht und der farbige Basislack sowie der kratzresistentere Decklack auf Basis der Nano-technologie. Aus Umweltschutzgründen haben die Entwicklungsingenieure auf einen PVC-Unterbodenschutz verzichtet und setzen stattdessen eine vollflächige Unterbodenverkleidung ein. Das Verkleidungssystem bietet zusätzlich aero-dynamische Vorteile, lässt sich bei Beschädigung problemlos austauschen und schützt den Unterboden zuverlässig vor Steinschlägen.
Methodisches Marterprogramm – der dynamische MEKO
In der Entwicklungsphase musste der GLK den dynamischen Mercedes-Benz Korrosionsdauerlauf MEKO überstehen. Dieser orientiert sich an den extremsten Weltklimaten, beispielsweise die Dauerbelastung mit Kälte und Salznebel in Kanada, die tropische Luftfeuchtigkeit in Thailand und die extremen Temperaturschwankungen in Dubai mit der daraus resultierenden Kondens-wasserbildung. Oder die Hitze unter der sengenden südafrikanischen Sonne, gepaart mit längeren Fahrten über Staub- und Schotterpisten. Ebenso gliederten die automobilen „Marterspezialisten“ zahlreiche dynamische Belastungen wie Schlechtwegstrecken, Matsch-, Schlamm- und Steinschlagpisten, Verwindungspassagen, Hochgeschwindigkeits- oder Wasserdurchfahrten ein.
Denn nur zusammen mit ständigem mechanischem Stress der Karosserie und der Anbauteile kann die Wirksamkeit des umfangreichen Korrosionsschutzes getestet werden. Über 16 Wochen erfolgt ein tägliches Marterprogramm mit Salzsprühphasen, feuchter Hitze und trockener Hitze in Klimakammern, gefolgt von dynamischen Belastungen. An den Wochenenden haben nur die Testfahrer frei, die Belastungen für die Automobile gehen ununterbrochen weiter. Sie müssen arktischer Kälte, tropischer Hitze oder Dauerregen in Klimakammern trotzen.
Danach ist der Mercedes-Benz Korrosionsdauerlauf abgeschlossen. Zur Überprüfung der Ergebnisse wird die Karosserie bis ins kleinste Detail zerlegt. Nur durch die akribische Demontage kann die Wirksamkeit des Korrosionsschutzes in den Karosserieflanschen und -hohlräumen abschließend begutachtet und gegebenenfalls optimiert werden.
Strömungstechnische Bestleistung im SUV-Segment
Eine gute Aerodynamik und beruhigende Aeroakustik waren zwei besondere Herausforderungen im Entwicklungsprozess des GLK. Normalerweise verwehrt ein Karosseriegrundkörper mit kantigem Grunddesign und steiler Frontscheibe den Zugang zu einer harmonischen Umströmung. Trotzdem haben die Aerodynamiker durch die konsequente Beseitigung der Schallleitwege in den Fahrgastraum ein niedriges Windgeräuschniveau besonders bei höheren Geschwindigkeiten verwirklicht. Die wichtigsten Maßnahmen:
  • Versteifung der Rohbaustruktur und Implementierung effektiver Abdichtmaßnahmen.
  • Türdichtkonzept mit umlaufend zwei und in wichtigen Bereichen drei Dichtebenen.
  • Versteifung kritischer Außenhautflächen zur Reduzierung der tieffrequenten Windgeräusche.
  • Hochwertige Entdröhnungsbeläge auf schallabstrahlende Blechflächen.
Das auf Wunsch lieferbare Panorama-Glasschiebedach bleibt durch die neuartige Gestaltung mit einem Netzwindabweiser trotz seiner großen Öffnungsfläche bei voller Öffnung wummer- und nahezu zugfrei. Der GLK bietet trotz großer Außenspiegel und größeren Kühlluftöffnungen einen geringen Luftwiderstandsbeiwert von cw = 0,34. Er liegt damit im Spitzensegment seiner Mitbewerber. Diesen hervorragenden Wert konnten die Aerodynamiker durch akribische Feinarbeit realisieren. Im Bereich der Karosserie lagen die Opti-mierungsschwerpunkte bei der strömungsgünstigen Formgestaltung von Front- und Heckschürze und der Heckleuchten sowie einer optimalen Kühlerumfeldabdichtung und Strömungsführung im Motorraum zur effizienten Ausnutzung der verfügbaren Kühlluft. Ebenso wichtig waren die Detailarbeiten an der A‑Säule, dem Wasserabweiser und den großen Außenspiegeln. Im Bereich des Unterbodens und der Radhäuser reduzieren die großflächige Bodenverkleidung mit einem aerodynamisch wirksamen Heckdiffusor und speziell geformte Radspoiler die Luftwiderstände.
Die hervorragende Fahrstabilität, besonders bei höheren Geschwindigkeiten und bei Seitenwind, wird durch die günstige Auftriebsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse gefördert. Sicherheitsfördernd wirkt sich die effektive Schmutzfreihaltung von Außenspiegeln und Seitenscheiben sowie Heckscheibe aus. Die spezielle Gestaltung der Wasserfangleiste an der A-Säule verhindert weitgehend das Überlaufen von Wasser auf die Seitenscheibe, auch bei einem schweren Landregen. Das Außenspiegelgehäuse sammelt auftreffendes Wasser in einer umlaufenden Rinne und leitet es nach außen zu einem definierten Abtropfpunkt. Die Schmutzfreihaltung der Heckscheibe wird durch einen Scheibenwischer sichergestellt, der sich bei eingeschaltetem Frontwischer nach Einlegen des Rückwärtsgangs automatisch aktiviert.
Lichtstarkes Scheinwerfersystem serienmäßig, Intelligent Light System ILS auf Wunsch
Die GLK-Klasse verfügt über ein lichtstarkes H7-Scheinwerfersystem. Das H7‑Fernlicht verfügt über die bewährte Freiflächen-Reflexionstechnik. Die serienmäßigen Nebelscheinwerfer sind in die Stoßfängerverkleidungen integriert, zusätzliche Blinkleuchten mit je vier LED im Gehäuse des Außenspiegels sorgen für eine gute Erkennbarkeit des Blinklichts von vorne und von der Seite.
Alternativ steht das Intelligent Light System ILS mit Bixenon-Scheinwerfern zur Auswahl. Hier wird im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtsystemen das Fahrlicht dynamisch an die jeweilige Fahr- oder Wettersituation angepasst. Zum Funktionsumfang gehören das aktive Kurvenlicht, Landstraßen- und Autobahnlicht sowie das erweiterte Nebellicht und eine dynamische Leuchtweitenregulierung. Das Abbiegelicht ist hier im Hauptscheinwerfer integriert. Die einzelnen Funktionen
in der Übersicht:
Landstraßenlicht:
An die Stelle des herkömmlichen Abblendlichtes mit seiner bewährten asymmetrischen Lichtverteilung tritt beim ILS das neue Landstraßenlicht, das den Straßenrand auf der Fahrerseite heller und weiträumiger ausleuchtet als bisher. Dadurch kann sich der Fahrer bei Dunkelheit besser orientieren und schneller reagieren, wenn andere Verkehrspartner die Fahrbahn kreuzen.
Autobahnlicht:
Ab einer Geschwindigkeit von 90 km/h schaltet sich automatisch das neue Autobahnlicht ein und vergrößert die Sichtweite des Autofahrers um bis zu 90 Prozent. Die Aktivierung dieser Lichtfunktion erfolgt in zwei Stufen. Zunächst steigert das Intelligent Light System die Leistung der Bixenon-Lampen von 35 auf 38 Watt und vergrößert dadurch die Intensität des Lichts, was sich vor allem durch eine bessere Ausleuchtung der Fahrbahn und ihrer Seitenränder bemerkbar macht. Ab 110 km/h steht die zweite Stufe des Autobahnlichtes zur Verfügung. Dann werden die Bixenon-Module leicht angehoben. Die Reichweite dieses neuen Autobahnlichts beträgt rund 120 Meter; im Zentrum des Lichtkegels kann der Autofahrer rund 50 Meter weiter sehen als mit dem bisherigen Abblendlicht.
Erweitertes Nebellicht:
Das erweiterte Nebellicht verbessert die Orientierung des Autofahrers bei schlechter Sicht. Die neue Lichtfunktion ist unterhalb von 70 km/h aktiv, sobald die Nebelschlussleuchte eingeschaltet wird. Die variable Scheinwerfertechnik ermöglicht es, den Bixenon-Scheinwerfer an der Fahrerseite um acht Grad nach außen zu schwenken und den Lichtkegel gleichzeitig abzusenken. Dadurch wird die innere Fahrbahnhälfte heller ausgeleuchtet und die Eigenblendung des Fahrers durch das vom Nebel reflektierte Licht vermindert. Das erweiterte Nebellicht bleibt bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h eingeschaltet.
Kurven- und Abbiegelicht:
Je nach Lenkwinkel, Gierrate und Fahrgeschwindigkeit schwenken die Scheinwerfer beim aktiven Kurvenlicht sekundenschnell um bis zu 15 Grad zur Seite und verbessern dadurch die Fahrbahnausleuchtung deutlich. In einer lang gezogenen Kurve mit 190 Meter Radius kann der Autofahrer mit dem aktiven Kurvenlicht 25 Meter weiter sehen als mit dem herkömmlichen Abblendlicht. Diese Lichtfunktion arbeitet sowohl in der Abblendlicht- als auch in der Fernlichtfunktion.
Zum Lieferumfang des Intelligent Light Systems ILS gehören auch Heckleuchten in LED-Technik.
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Christian
Anosowitsch
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