Die leichte Muße bei den Nutzfahrzeugen: Die Geschichte der Mercedes-Benz Transporter
Stuttgart
31.03.2010
Der Großtransporter Vario – ein echter Solitär
  • Gesamtgewichte bis 7,5 Tonnen
  • Programm um Allradvariante erweitert
  • Innenbelüftete Scheibenbremsen rundum
Doch zurück zur Mitte der 1990er Jahre mit ihrem enormen Innovationsschub. Auch am oberen Ende der Transporterskala tut sich damals etwas. Der Vario (vormals T2 und jetzt äußerlich aufgewertet) definiert seinen Wirkungskreis im breiten Feld zwischen 4,8 und 7,5 Tonnen Gesamtgewicht, die Modellpalette reicht nun vom 507 D bis zum Schwergewichtler 811 D. Spektakulärer als die Retuschen an Blechkleid und Interieur ist jedoch, was sich unter der kleinen Haube des Vario tut. Dort arbeitet nun ein Vertreter der neuen Baureihe 900, die das angesehene und stets auf der Höhe der Zeit gehaltene Veteranenduo OM 364 und OM 366 ablöst.
Premiere der 900er-Motoren im Transporter
Komplett neu entwickelt sind die 900er-Maschinen, die kurz zuvor in der Leichten Klasse Premiere gefeiert hatten: Die Atmung des Motors geschieht über drei Ventile: Zwei dienen dem Einlass, eines dem Auslass. Einzelsteckpumpen jagen den Diesel äußerst präzise bemessen und unter hohem Druck in die Brennkammern. Mit maximal 1.600 bar stäuben sie den Kraftstoff hinein. Eine zusätzliche Konstantdrossel (die 400er-Motoren haben’s vorgemacht) verstärkt die Motorbremse auf Wunsch. Und das Motormanagement bedient sich modernster Elektronik. Diese Motoren sind von Anfang an auf die kommende Emissionsstufe Euro 3 (im Jahr 2000) vorbereitet.
Zugrunde gelegt ist ihnen ein Baukastensystem, das einen Vierzylinder mit 4,25 Liter sowie einen Sechszylinder mit 6,4 Liter Hubraum hergibt. Deren Drehmomente sind in Relation zum Hubraum beachtlich. Das Leistungsspektrum reicht von 90 bis 205 kW. Ausgelegt sind diese damals „Eco Power“ genannten Triebwerke sowohl für hohe Laufleistungen als auch auf lange Wartungsintervalle hin. Eine vollelektronische Überwachung verhindert ein Überlasten des Aggregats.
Der 2,9-Liter-Diesel mit Direkteinspritzung und Ladeluftkühlung (OM 602 LA) hat sich bereits im kleineren Bruder des Vario bewährt, dem Sprinter. Der Fünfzylinder mit einer Nennleistung von 90 kW bei 3800/min und einem maximalen Drehmoment von 280 Nm bei 2000-2300/min überzeugt durch hohes Drehmoment, Wirtschaftlichkeit, geringe Geräusch- und Schadstoffemissionen und hohe Laufkultur. Die Versorgung mit Dieselkraftstoff übernimmt eine Verteilereinspritzpumpe.
Einen Beitrag zur aktiven Sicherheit leisten die innenbelüfteten Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Serienstand ist eine hydraulische Zweikreisbremsanlage mit Unterdruckunterstützung, ab dem Typ 612 D steht als Sonderausstattung eine druckluftbetätigte hydraulische Bremsanlage zur Wahl. Eine Druckluft-Federspeicher-Bremse dient als Feststellbremse.
Ein Allradantrieb lässt nicht lange auf sich warten
Kurz nach der Vorstellung des Vario präsentiert Mercedes-Benz den Großtransporter auch mit Allradantrieb (814 DA). Ohnehin wird der Vario im Zuge seiner Karriere mehrfach weiterentwickelt. So erreicht er durch Auf- und Ablastungen eine Spanne zwischen 4,8 und 8,2 Tonnen Gesamtgewicht. Ab 1998 erhalten alle Modelle ABS und die Leistung der stärksten Maschine steigt auf 112 kW. Ab Herbst 2000 ist der Vario mit Motoren nach Abgasstandard Euro 3 verfügbar. Der kompakte Fünfzylinder entfällt, ihn löst eine Variante mit 85 kW des großen Vierzylinders ab.
Zwei Jahre später staffelt sich das Leistungsangebot neu mit Motoren von 100, 110 und 130 kW. Das stärkste Aggregat ist serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe verbunden.
Seinen vorerst letzten Innovationsschub erfährt der Vario zur IAA Nutzfahrzeuge 2006: Zu diesem Zeitpunkt erhält er BlueTEC-Dieselmotoren mit SCR-Technik zur Erfüllung des Abgasstandards Euro 4. Die Motoren leisteten nun 95, 115 und 130 kW. Alle Vario verfügen jetzt serienmäßig über ein Sechsgang-Schaltgetriebe, wahlweise über eine Fünfgang-Wandlerautomatik. Neue Verkleidungen werten das Innere der Fahrerkabine auf.
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