Pressemappe: Mercedes-Benz Supersportwagen: Eine exklusive Tradition
Stuttgart
14.05.2010
„Super-Sport Kurz“: Der Sportler unter den „weißen Elefanten“
  • Renntechnik auch für die Straße
  • Ein 7,1-Liter-Motor mit Kompressoraufladung und bis zu 184 kW Leistung
  • Sehr erfolgreich bei Motorsportveranstaltungen
Rennsport und exklusive Kundenfahrzeuge, das liegt bei Mercedes-Benz auch Ende der 1920er Jahre eng beieinander. Das zeigt beispielsweise der Mercedes 24/100/140 PS Modell K, der 1926 erscheint. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h ist er der schnellste Tourenwagen der Welt und wird auch bei Sportveranstaltungen eingesetzt. Das „K“ in der Typenbezeichnung steht für „Kurz“, da der Hochleistungssportwagen mit leistungsgesteigertem Kompressormotor auf dem gekürzten Fahrgestell des 24/100/140 PS basiert.
Kurz darauf kommt eine Familie besonderer Kompressor-Sportwagen auf den Markt, die Typen S, SS, SSK und SSKL. In ihr markiert der 1928 vorgestellte Typ SSK die höchste Entwicklungsstufe der auch an Kunden verkaufen Fahrzeuge.
Dieser Supersportwagen trägt die Zugehörigkeit zu der exklusiven Gattung schon im Namen. Denn das Kürzel steht für „Super-Sport Kurz“. Der Typ SSK ist die logische Weiterentwicklung aus dem 1927 präsentierten Typ S („Sport“) und dem Modell SS („Super-Sport“). Beide Modelle sind bereits hoch exklusive und leistungsstarke Sportwagen. Doch der SSK erreicht nochmals ein weiteres Niveau.
Er hat wie der SS einen neuen 7,1-Liter-Motor (unternehmensinternes Kürzel: M 06) mit mechanischem Lader. Das Aggregat leistet zu Beginn der Produktionszeit 147 kW, in der letzten Entwicklungsstufe sind es 184 kW. Der SSK ist durch seinen im Vergleich zum Typ SS kürzeren Radstand (2950 Millimeter statt 3400 Millimeter, dazu kommt die entsprechend gekürzte Karosserie) auf höchste Wendigkeit ausgelegt.
Zu den technischen Innovationen im Jahr 1928 gehören nasse Zylinderlaufbuchsen, um die Bohrung der Zylinder auf 100 Millimeter erhöhen zu können und so den Hubraum auf 7,1 Liter zu bringen. Die Kurbelwelle mit vier Hauptlagern erhält einen Schwingungsdämpfer, und eine Renn-Nockenwelle für den sportlichen Einsatz steigert die Leistung. Die ein Kompressor noch einmal erhöht: Er wird eingeschaltet, indem das Gaspedal ganz durchgetreten wird. Auf Wunsch gibt es auch Kompressoren mit größeren Drehflügeln, welche die Leistung nochmals erhöhen. Renn-Kompressoren und Renn-Nockenwellen stehen auch Privatfahrern für ihren SSK zur Verfügung.
Die Kompressor-Sportwagen S, SS und SSK fahren zahlreiche Siege bei Wettbewerben ein. Dabei erweist sich der Typ SSK als besonders erfolgreich. Rennfahrer Rudolf Caracciola wird 1929 auf Mercedes-Benz SSK Gesamtsieger des Prager Bergrennens Königsaal-Jilowischt und der International Tourist Trophy in Irland. August Momberger und Max Arco-Zinneberg gewinnen in der Klasse der Sportwagen mit mehr als 3 Liter Hubraum im selben Jahr den Großen Preis der Nationen für Sportwagen auf dem Nürburgring.
Caracciola sichert sich in der Saison 1930 auf Mercedes-Benz SSK den Titel des Europa-Bergmeisters für Sportwagen. Vom Supersportwagen SSK leiten die Mercedes-Benz Ingenieure 1931 eine reine Rennsportversion ab, die auch unter der Bezeichnung SSKL (Super-Sport Kurz Leicht) bekannt ist. Auf dem SSKL gewinnt Caracciola im Frühjahr 1931 die italienische Fernfahrt „Mille Miglia“ von Brescia nach Rom und zurück – als erster Nicht-Italiener.
Der Mercedes-Benz SSK wird bei Rennen nicht nur vom Werksteam, sondern auch von zahlreichen Privatfahrern mit großem Erfolg eingesetzt. Das unterstreicht die Anlage des Supersportwagens als wettbewerbstaugliches Kundenfahrzeug. Aber nicht alle Käufer wollen ihren Typ SSK im Rennsport einsetzen. Einige vermögende, sportlich orientierte Kunden lassen sich das ab Werk lieferbare Fahrgestell stattdessen mit einem Cabriolet-Aufbau versehen, um den SSK als schnellen Sportwagen im Alltagsbetrieb zu fahren.
Von 1928 bis 1932 werden laut offizieller Werksstatistik 33 Exemplare der legendären Typen SSK und SSKL gebaut, 20 davon allein im Jahr 1929. Während es den SSKL nie als Kundenfahrzeug gegeben hat, ist der Typ SSK bis Februar 1933 offiziell erhältlich. Danach weist ihn die Preisliste von Mercedes-Benz nicht mehr aus.
Mercedes 24/100/140 PS Modell K
Produktionszeit: 1926 bis 1929 (inklusive Nachfolgetypen)
Stückzahl: 150 (inklusive Nachfolgetypen)
Motor: 6 Zylinder, Reihenanordnung
Hubraum: 6240 Kubikzentimeter
Leistung: mit Kompressor 118 kW bei 3100/min
Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h
Mercedes-Benz 26/120/180 PS Typ S
Produktionszeit: 1927 bis 1928
Stückzahl: 146
Motor: 6 Zylinder, Reihenanordnung
Hubraum: 6800 Kubikzentimeter
Leistung: mit Kompressor 132 kW bei 3000/min
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Mercedes-Benz 27/140/200 PS Typ SS (W 06)
Produktionszeit: 1928 bis 1933
Stückzahl: 111 (alle Motorvarianten)
Motor: 6 Zylinder, Reihenanordnung
Hubraum: 7065 Kubikzentimeter
Leistung: mit Kompressor 147 kW bei 3300/min
Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h
Mercedes-Benz SSK (W 06)
Produktionszeit: 1928 bis 1932
Stückzahl: 33 (inklusive SSKL)
Motor: 6 Zylinder, Reihenanordnung
Hubraum: 7065 Kubikzentimeter
Leistung: bis zu 184 kW
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 192 km/h
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