Pressemappe: Die CL-Klasse von Mercedes-Benz
Stuttgart
01.07.2010
Die Baureihe C 126 (1981 bis 1991)
  • Eng verwandt mit den Limousinen der S-Klasse (Baureihe 126)
  • Die Katalysatortechnik hält Einzug in die Abgasanlage
  • Seltenste Variante ist der Typ 420 SEC mit nur 3680 Stück
Traditionsgemäß baut Mercedes-Benz den Sondertyp eines Automobils, das sich vor anderen Modellreihen durch hohe Individualität auszeichnet: das Coupé.“ So eröffnet die Marke den Prospekt zu den Coupés der Baureihe C 126. „Das Mercedes-Coupé verkörpert den seltenen Typus eines kultiviert sportlichen Automobils. Denn seine Sportlichkeit bedeutet nicht Verzicht auf Komfort und Sicherheit. Vielmehr kommen seine sportlichen Fahrzeugattribute zu allen jenen Eigenschaften, die jeden Mercedes auszeichnen. Das neue Coupé ist ein Fahrzeug, mit dem man eine Strecke seines Weges auf die anspruchsvollste Weise zurücklegen kann.
Auf der Frankfurter IAA im September 1981 präsentiert Daimler-Benz als Coupé-Varianten die Typen 380 SEC und 500 SEC. Die neue Coupé-Generation basiert nun wieder auf der S-Klasse Limousine und nicht mehr, wie die SLC-Modelle, auf einem SL-Modell. Eine Sechszylinder-Variante analog zum Typ 280 SLC wird nicht angeboten. Die V8-Motoren, die prinzipiell bereits von den Limousinen und den SLC-Modellen bekannt sind, hat man im Rahmen des „Mercedes-Benz Energiekonzepts“ zur Verbrauchs- und Schadstoffreduzierung gründlich überarbeitet.
Neben einem Erhöhen der Verdichtung stehen Nockenwellen mit geänderten Steuerzeiten, luftumspülte Einspritzventile und eine elektronische Leerlaufregelung auf der Liste der Verbesserungen. Aufgrund der geänderten Nockenwellenabstimmung kann das Drehmomentmaximum in Richtung der niedrigeren Drehzahlen verschoben und im Falle des 3,8-Liter-Motors sogar erhöht werden. Dieses Aggregat ist besonders tiefgreifend modifiziert worden: Um ein günstigeres Volumen-Oberflächenverhältnis zu erhalten, sind die Bohrung reduziert und der Hub erhöht worden. Der modifizierte
3,8-Liter-V8 hat damit einen geringfügig vergrößerten Hubraum. Bei beiden Achtzylindern müssen, gewissermaßen als Ausgleich für die deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit, geringe Leistungseinbußen in Kauf genommen werden. Die Hinterachsübersetzung wird in beiden Fällen der veränderten Motorcharakteristik angepasst. Die Summe der Maßnahmen reduziert den Kraftstoffverbrauch der
SEC-Coupés im Vergleich zu ihren Vorgängertypen deutlich.
Aufwändiges Fahrwerk für Komfort und Sicherheit
Das Fahrwerk entspricht bis auf Detailänderungen den zugrundeliegenden Limousinen. Wie diese haben auch die Coupés eine Doppelquerlenker-Vorderachse sowie eine Schräglenker-Hinterachse mit Anfahrmomentabstützung. An den Vorderrädern sind die SEC-Coupés erstmals mit Faustsattel-Scheibenbremsen ausgerüstet, welche die Verwendung größerer Bremsscheiben gestatten und den Bremszylinder auf der besser gekühlten Radinnenseite haben.
Auch die Bodengruppe stammt prinzipiell von der Limousine, wenngleich sie um
85 Millimeter gekürzt ist. Der Radstand ist damit 30 Millimeter länger als bei der Vorgängerbaureihe, der Fahrgastraum merklich geräumiger. Die Karosserie ist nach neuesten Erkenntnissen der Sicherheitsforschung konstruiert, unterstützt von flankierenden Maßnahmen, die bereits bei der Limousine angewendet werden: Zur Kompensation der fehlenden Mittelsäulen ist die Dachrahmenstruktur verbessert, und die A-Säulen sind mit eingeschweißten hochfesten Rohren versehen. Damit entsprechen auch die Coupés dem hohen Sicherheitsstandard der S-Klasse Limousinen. Ein interessantes Ausstattungsdetail stellen elektrisch betätigte Gurtbringer dar, die zum serienmäßigen Lieferumfang der SEC-Typen gehören und die Aufgabe haben, den Sicherheitsgurt ins Blickfeld und in eine für Fahrer respektive Beifahrer gut erreichbare Position zu bringen. Auf Wunsch sind außerdem ein Airbag für den Fahrer und ein Gurtstraffer für den Beifahrer lieferbar.
Das Design der neuen Coupés orientiert sich ebenfalls an den Viertürern, verwendet aber, gewissermaßen als Relikt der SLC-Ära, den SL-typischen horizontalen Kühlergrill. Die ausgesprochen elegante und harmonische Formgebung findet von Beginn an allgemein großen Anklang und macht das SEC-Coupé zu einem der schönsten Autos der Nachkriegszeit. Die beiden Stoßfänger sowie die seitlichen Flankenschutz-Leisten sind analog zu den Limousinen gestaltet; allerdings ist die Frontschürze etwas weiter herabgezogen und enthält Nebelscheinwerfer. Ein bemerkenswertes Konstruktionsdetail sind die aerodynamisch optimierten Türgriffmulden, die eine Verschmutzung der Türgriffe weitgehend verhindern. Ohnehin ist die Aerodynamik des Fahrzeugs insgesamt optimiert, etwa für einen geringen Treibstoffverbrauch. So liegt der Luftwiderstandsbeiwert bei allen Typen bei cW=0,34. Einzige Ausnahme ist der Typ 560 SEC, bei dem er aufgrund der breiteren Reifen cW=0,35 beträgt.
Dezentes Facelift und neue Motoren
Vier Jahre nach der Präsentation der SEC-Coupés kommt eine umfangreiche Modellpflege, so dass im September 1985, wiederum auf der IAA in Frankfurt, ein komplett überarbeitetes Typenprogramm der S-Klasse Limousinen und Coupés vorgestellt wird. Neben dezenten Retuschen am Äußeren, die primär die Stoßfänger, den Flankenschutz und die Räder betreffen, wird vor allem die Motorenpalette umstrukturiert.
Neu im Programm ist ein V8-Motor mit 4,2 Liter Hubraum, der durch Aufbohren des
3,8-Liter-Aggregats entstanden ist und dieses nun nicht nur im SEC-Coupé, sondern auch in der S-Klasse Limousine und im SL ablöst. Der 5,0-Liter-Motor ist ebenfalls modifiziert; er hat jetzt eine elektronische Zündanlage und eine elektronisch-mechanisch gesteuerte Einspritzanlage Bosch KE-Jetronic und entwickelt eine Leistung von 180 kW.
Die spektakulärste Neuheit in der Motorenpalette ist ein 5,6-Liter-Achtzylinder, der aus dem 5,0-Liter-V8 durch Verlängerung des Hubs entwickelt worden ist und eine Leistung von 200 kW mobilisiert. Auf Wunsch gibt es sogar eine noch höher verdichtete Ausführung, die stolze 221 kW entfaltet, jedoch nicht mit einer geregelten Abgasreinigungsanlage kombiniert werden kann. Aber auch ohne Katalysator erfüllt diese sogenannte „ECE-Version“ die von der Europäischen Wirtschaftskommission ECE festgelegten Abgasgrenzwerte. Die mit dieser Motor-Variante ausgerüsteten Typen 560 SEC und 560 SEL sind zum Zeitpunkt ihres Erscheinens die leistungsstärksten bis dahin gebauten Mercedes-Benz Serien-Personenwagen.
Auf Wunsch mit Katalysator
Für alle Coupé-Varianten der überarbeiteten Modellpalette mit Ausnahme des
560 SEC in ECE-Version steht auf Wunsch eine geregelte Abgasreinigungsanlage mit Dreiwege-Katalysator zur Verfügung. Serienausführung ist die sogenannte „RÜF-Version“, bei der das Fahrzeug ohne Katalysator und Lambdasonde, aber mit dem multifunktionalen Gemischaufbereitungs- und Zündsystem ausgeliefert wird. Eine Nachrüstung mit dem geregelten Katalysator kann bei einem „Rückrüstfahrzeug“ jederzeit und ohne Probleme vorgenommen werden. Diese Regelung gestattet dem Kunden größtmögliche Flexibilität, den Zeitpunkt der Umrüstung betreffend – in Anbetracht der zunächst noch nicht flächendeckenden Versorgung mit bleifreiem Kraftstoff ein nicht unerheblicher Vorteil. Ab September 1986 gehört der geregelte Katalysator bei allen Mercedes-Benz Personenwagen mit Otto-Motor zur Serienausstattung; die Rückrüstfahrzeuge sind – mit entsprechendem Preisabschlag – bis August 1989 auf Wunsch weiterhin lieferbar.
Das Fahrwerk der modellgepflegten Typen ist nicht grundlegend geändert. Allerdings sind einige Details der Hinterachskonstruktion modifiziert, um Fahrkomfort und Laufruhe weiter zu verbessern. Außerdem sind alle Coupés und Limousinen der Baureihe 126 nun mit größeren Rädern (Durchmesser: 38,1 Zentimeter) und dementsprechend größeren Bremsen ausstattet. Das Design der auf Wunsch lieferbaren Leichtmetallräder, die nur beim 560 SEC zur Serienausstattung gehören, ist aktualisiert und der Kompaktklasse- und Mittelklasse-Baureihe angepasst.
Design mit Funktion
Die übrigen stilistischen Änderungen, die den verbesserten Modellen der Baureihe 126 zuteil geworden sind, dienen nicht nur der Aktualisierung des Designs, sondern sind auch aus handfesten technischen Gründen erfolgt. Durch tiefer herabgezogene Schürzen kann der Auftrieb vorn weiter verringert und die Luftabströmung hinten verbessert werden. Dadurch gelingt es, die Fahrstabilität bei schneller Fahrweise nochmals zu erhöhen – ein Aspekt, der vor allem im Hinblick auf die Fahrleistungen des neuen Topmodells vom Typ 560 SEC von Bedeutung ist.
Die seitlichen Schutzleisten sind nun glattflächig gestaltet und nicht mehr wie bisher mit Rillen versehen; wie das Stoßfängersystem reichen sie jetzt weiter herab, inklusive zusätzlicher Längsträger-Verkleidungen. Da das 5,6-Liter-Coupé im Unterschied zu seinen weniger leistungsstarken Schwestermodellen serienmäßig mit breiten Reifen der Dimension 215/65 VR 15 ausgerüstet wird, sind Bugschürze und Kotflügelwulst in der Form geändert, um an den Vorderrädern den nötigen seitlichen Freigang zu erzielen.
Im September 1987 werden leistungsgesteigerte Varianten aller V8-Motoren eingeführt. Die Verdichtung ist in allen Fällen auf 1:10 erhöht, und mit flankierenden Maßnahmen kann die Leistung je nach Modell um sechs bis zehn Prozent gesteigert werden. Noch deutlicher fällt der Effekt bei den katalysatorbestückten Varianten aus; durch Optimieren der Abgasreinigungsanlage ist es gelungen, die vom Katalysator verursachten Leistungsverluste deutlich zu reduzieren. Die ECE-Version des 5,6-Liter-V8 kann ersatzlos entfallen, nachdem die RÜF-Ausführung infolge der Leistungskur nun auch 221 kW mobilisiert.
Im September/Oktober 1991, fast genau zehn Jahre nach Markteinführung der
SEC-Coupés, wird die Produktion eingestellt. Die Gesamtstückzahl von 74 060 gebauten Exemplaren vermittelt einen Eindruck von dem hohen Beliebtheitsgrad der Modellfamilie. Die mit Abstand seltenste Variante ist der 420 SEC mit nur 3680 Einheiten.
Die Baureihe C 126 in der Presse
Auto, Motor und Sport, Deutschland, Heft 26/1981, über die Baureihe C 126:
Ganz hervorragend sind Raumgefühl und Übersichtlichkeit im neuen Coupé, gerade auch verglichen mit dem direkten Vorgänger SLC. Nicht minder beeindruckend ist die Handlichkeit des immerhin 1634 Kilogramm schweren und fast fünf Meter langen Automobils. Der SEC wirkt wir ein agiles Mittelklasse-Auto und lässt sich mit seiner präzisen Servolenkung spielerisch dirigieren.“
Road Track, USA, April 1982, über den Mercedes-Benz 380 SEC: „Das neue Mercedes-Coupé ist ein stilvolles Fahrzeug, das so viele Dinge einfach richtig macht. Es hat viel von der Leistung und dem Fahrverhalten eines kernigen Autos der GT-Klasse, die Eleganz und das Vornehme einer Limousine und das Prestige des Dreizacksterns (der vermisst wird als ein auf der Motorhaube stehendes Ornament, dort aber als Emblem zu finden ist). Kritiker mögen den Preis monieren, aber die Vorzüglichkeit ist unstrittig.“
Road & Track, USA, September 1985, nach einem Hochgeschwindigkeitstest mit dem Mercedes-Benz 500 SEC: „Man muss recht stark sein, um das Gaspedal ständig auf den Boden zu drücken, es ist ziemlich schwergängig. Das Auto ist unglaublich leise bei Höchstgeschwindigkeit. Es ist sehr komfortabel, und die Lenkung ist unglaublich präzise; nur auf der Geraden mit schrägkommendem Wind benötigte sie ein wenig Korrektur. […] Die Sitze sind straff aber komfortabel auf die germanische Weise. Es fühlt sich wie ein großes Auto an, was es ja ist, dennoch ist es recht schnell, und, noch einmal, die Abwesenheit jeglicher Geräusche ist bemerkenswert.“
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