Der Unimog: Basis für Reisen abseits aller Straßen
Stuttgart/Dettenheim bei Karlsruhe
05.12.2011
  • Das Universal-Motor-Gerät von Mercedes-Benz sorgt mit seinem einzigartigen Konzept jederzeit für sicheres Durch- und Ankommen abseits befestigter Straßen
  • Trotz über acht Meter Länge bleibt das Fernreisemobil Container-verladbar

Stuttgart/Dettenheim bei Karlsruhe – Er ist so etwas wie das Ur-Meter seiner Fahrzeug-Gattung: der Mercedes-Benz Unimog U 4000. Das legendäre Arbeits- und Transportgerät fährt selbst unter schwersten Bedingungen, in Matsch, Geröll, Tümpeln und Wüsten. Und es dient auch immer wieder als Basisfahrzeug für Fernreisemobile der Extraklasse. Etwa beim Unicat MD52h. Bereits die ersten Meter im Gelände schaffen eindrücklich Klar­heit: Der Unimog U 4000 ist durch nichts zu bremsen. Das „Universal-Motor-Gerät" ist ein Fahrzeug, das es so nicht noch einmal gibt.
Weltweit einmaliges Fahrwerks-Konzept
Zu diesem Zweck bringt der Unimog ein weltweit einmaliges Fahrwerks-Konzept mit, es legt mit etlichen technischen Highlights den Grundstock für die extreme Geländegängigkeit. Etwa mit dem flexiblen Leiterrahmen über Allradantrieb mit Differenzialsperren in beiden Achsen und Portalachsen bis zur Reifendruck-Regelanlage Tirecontrol. Jedes technische Detail, von A wie Achsaufhängung bis Z wie zuschaltbarer Allradantrieb, dient nur einem Ziel: den Einsatzanforderungen abseits der Straßen gerecht zu werden.
Auf einem hochgeländegängigen Unimog U 4000 präsentiert Unicat aus Dettenheim (Kreis Karlsruhe) ein Fernreisemobil mit einigen „Besonderheiten". Weniger auffällig als das Äußere des Fahrzeugs mit beeindruckenden Abmessungen ist seine Modellbezeichnung: MD52h ist ein überraschend schlichter Name für ein Expeditionsfahrzeug der Extraklasse.
Das Fahrgestell
Basis des 5200 mm langen Aufbaus ist ein Unimog U4000, den Unicat auf 6x6-Antrieb und einen Radstand von 3250 plus 1350 mm umgebaut hat. Das Fahrzeug hat eine Gesamtlänge von 8126 mm und ein zulässiges Gesamtgewicht von 13 Tonnen. Unverändert blieb die Motorleistung des Euro 5 erfüllenden Antriebsaggregats, die bei 160 kW (218 PS) liegt und an ein Achtgang-Getriebe gekoppelt ist.
Der Aufbau
Die Wohnbox ist eine Sandwichplatten-Konstruktion, aus GfK-Verbundplatten mit einer Wandstärke von 60 mm und PU-Hartschaum-Isolierung gefertigt. Der 520 cm lange und 230 cm breite Aufbau (Außenhöhe 215 cm) ist mit GfK-Profilen verklebt, eine Dreipunkt-Lagerung mit Haupt- und Pendellager dient zur verspannungsfreien Befestigung der Wohnkabine.
Der Ausbau
Der Möbelbau besteht aus Tischlerplatten mit Möbeloberflächen aus Schichtstoff, die Oberflächen sind in Weiß mit Teakholz-Kanten gehalten. Ans Fahrerhaus schließt sich die Sitzgruppe mit zwei Längsbänken und bis zu vier Sitzplätzen an, die zum Bett umgebaut werden kann. Im Heck ist quer das Doppelbett (150 x 200 cm) angeordnet. Auf der Fahrerseite liegt der kombinierte Dusch- und Toilettenraum, gegenüber der Küche. 430 Liter Trink­wasser sind an Bord, Abwasser- und Fäkaltank fassen 140 Liter.
Knüller des Fahrzeugs: Trotz seiner Größe von rund 812 cm Länge, 230 cm Breite und 352 cm Höhe kann der Unimog in einem 40-Fuß-Highcube-Container verschifft werden. Dazu hat Unicat eigens eine hydraulische Absetz- und Verladevorrichtung zur selbst­ständigen Verladung von Aufbau und Fahrgestell konstruiert.
60 Jahre Mercedes-Benz Unimog – Der Erfolg einer Idee
Zwei große Jubiläen kann der Unimog in den vergangenen Monaten feiern: Vor 60 Jahren, genau am 3. Juni 1951, entstand in Gaggenau der erste Mercedes-Benz Unimog und im Dezember 2010 lief im Mercedes-Benz-Werk Wörth das 10 000ste Exemplar der Reihe U 300/U 400/U 500 vom Band. Mit höchster Gelände­gängigkeit dank Allradantrieb und Schnellfahreigen­schaften auf der Straße war seinerzeit ein einzigartiges Fahrzeugkonzept geschaffen worden. Seitdem bewähren sich die Unimog außer in Winterdienst und Grünflächenpflege und bei anderen Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau auch bei der Waldbrandbekämpfung, bei der Baumverpflanzung, beim Profilieren von Gräben und bei Erdbohrungen, Rangierarbeiten auf der Schiene oder Rettungsdiensten in unwegsamem Gelände.
Vom „Universal-Motor-Gerät“ wurden in 60 Jahren mehr als 380 000 Einheiten gebaut, bis 2002 im Werk Gaggenau, seitdem in Wörth.
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