Mercedes-Benz Fire & Rescue beeindruckte Branchenexperten
Stuttgart/Wörth
04.11.2009
  • Neues vom Produktbereich Sonderfahrzeuge für den Einsatz im Brand-
    und Katstatrophenschutz
  • Technikpräsentation und Workshops im Mercedes-Benz Branchen-Informations-Center BIC in Wörth
  • Fahren unter Extrembedingungen im Testgelände Ötigheim
Stuttgart/Wörth – In einer zweitägigen Veranstaltung informierten sich inter­nationale Fahrzeugspezialisten aus den Reihen der Feuerwehr-Aufbauhersteller über Neuheiten aus dem Produktbereich Sonderfahrzeuge von Mercedes-Benz. Im Fokus standen dabei die verschiedenen Unimog-Baureihen, der neue Allrad-Lkw Zetros und der Econic mit seinen niedrigen und hohen Kabinenvarianten.
Bereits vor dem BIC konnten die Gäste einen ersten Eindruck von der Vielfalt der von Mercedes-Benz angebotenen Sonderfahrzeuge gewinnen. Vom smart als First Responder über den Sprinter als Rettungswagen bis zum Actros als Wechsel­lader­fahrzeug mit einem beeindruckenden Großlüfter reichte die Spanne der Ausstellungsobjekte. Als Full-Range-Anbieter erfüllt Mercedes-Benz mit seiner Palette an Pkw, Transportern, Lastkraftwagen und Sonderfahrgestellen alle Anfor­derungen, die international seitens der Anwender im Brand- und Kata­strophenschutz gestellt werden.
Als geländegängiges Sonderfahrgestell für Hilfeleistungsfahrzeuge ist der Unimog in allen Varianten und in mehr als 100 Ländern dieser Erde seit Jahr­zehnten präsent. Neben den bekannten Baureihen U 300 bis U 500 als Geräte­träger und U 4000/U 5000 als geländegängigem Lkw zog in Wörth vor allem der neue, leichte Unimog U 20 die Blicke der Fachleute auf sich. Der in drei Gewichts­varianten mit 7,5 / 8,5 und 9,3 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ver­füg­bare U 20 ist der erste Unimog mit Frontlenkerkabine. Der kurze Radstand von nur 2,70 Meter macht ihn gleichzeitig zu einem extrem kompakten und wendigen Geländefahrzeug. Insbesondere in Gebieten mit steilen, engen Wegen – in Bergregionen wie in historischen Altstädten – bietet der U 20 neue Einsatz­möglichkeiten. Der erste Unimog U 20 ist als Tanklöschfahrzeug in Kroatien bereits im Einsatz.
Der auf der letzten IAA Nutzfahrzeuge erstmals öffentlich präsentierte neue Allrad-Lastwagen Mercedes-Benz Zetros stand im Rampenlicht bei den Gelände­fahrzeugen. Oberhalb der Unimog-Baureihe angesiedelt, ermöglicht der Zetros die Konfiguration schwerer Einsatzfahrzeuge, bei denen es neben einer hohen Nutz­last und einem großen Aufbauvolumen vor allem auf herausragende Gelände­eigen­schaften bei gleichzeitig guter Straßentauglichkeit ankommt. Der Zetros bietet diese Voraussetzungen als 18-Tonner mit zwei Achsen und als 25-Tonner (technisch sind 27 Tonnen möglich) mit drei Achsen. Die Einzelbereifung an allen Achsen und der permanente Allradantrieb machen den Zetros in Verbindung mit der serienmäßigen großvolumigen Bereifung zu einem idealen Geländefahrzeug. Auf Wunsch ist an Stelle des serienmäßigen Achtgang-Schaltgetriebes jetzt auch eine Vollautomatik erhältlich. Mit einer Wattiefe von serienmäßig 0,8 m (optional 1,1 m) sind auch Hochwassereinsätze kein Problem. Neu und in Wörth jetzt erst­mals präsentiert wurde der obenliegende Nebenabtrieb für den Zetros, der ins­beson­dere den Löschfahrzeugherstellern den problemlosen Antrieb einer Feuerlöschkreiselpumpe ermöglicht. So vorbereitet, wird der Zetros mit seiner geräumigen Kabine für bis zu drei Einsatzkräfte hinter der mächtigen Motor­haube sicher bald als Waldbrand-Tanklöschfahrzeug seine Premiere haben.
Der Econic hat sich als Spzialfahrgestell für Feuerwehr-Sonderaufbauten längst etabliert. Vor allem für Hubrettungsfahrzeuge – Drehleitern wie Teleskopmast­bühnen – ist der Econic mit seiner niedrigen Kabine, die bis zu vier Einsatz­kräften Platz bietet, immer öfter erste Wahl. Die serienmäßige Luftfederung unterstützt bei diesen Fahrzeugen mit konstruktionsbedingt hohem Aufbau­schwerpunkt ein sicheres Fahrverhalten. Dem Fahrer wird die Arbeit durch das ebenfalls serienmäßige Automatikgetriebe erleichtert. Optional erhältliche lenk­bare Hinterachsen – auch schon beim Zweiachser mit 18 Tonnen zulässiger Gesamtmasse – machen den Econic sehr wendig und erleichtern das Anfahren enger Einsatzstellen. Zunehmend beliebter wird der Econic auch bei Werkfeuer­wehren, die für ihre Sonderlöschfahrzeuge aus ergonomischen Gründen den Vorteil einer geräumigen Fahrerkabine zu schätzen wissen. Die Einsatzkräfte können sich bereits während der Anfahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten. Am Einsatzort angekommen, verlassen sie die Kabine vorwärts bequem über nur zwei Stufen – schneller und sicherer geht es nicht. Eine optional lieferbare zweiflügelige Tür auf der Beifahrerseite bietet dabei beste Ausstiegsbedingungen. Neben zwei Fahrgestellen mit niedriger und hoher Kabine in zwei- und drei­achsiger Ausführung wurden in Wörth auch drei fertig aufgebaute Econic vor­gestellt. Die Drehleiter DLA(K) 23-12 mit Aufbau von Metz basiert auf einem Econic 1833 mit niedrigem Fahrerhaus. Auf dem gleichen Chassis, jedoch mit hoher Kabine, ließ sich die Werkfeuerwehr EnBW in Stuttgart ihr neuestes Sonderlöschfahrzeug von Ziegler für den Einsatz im Gaswerk aufbauen. Eine Nummer größer präsentierte sich das kurz vor der Auslieferung stehende Sonder­löschfahrzeug von Rosenbauer für die Werkfeuerwehr der Shell-Raffinerie in Wesseling.
Fahren im Gelände
Nach den Workshops im BIC hatten die Teilnehmer der Mercedes-Benz Leistungs­schau Fire & Rescue ausgiebig Gelegenheit, die Vorzüge der Allradfahrzeuge Unimog und Zetros im Testgelände Ötigheim bei Rastatt kennenzulernen. Beein­druckend dabei die hohe Steigfähigkeit der Fahrzeuge und die ebenso sichere Bergabfahrt nur unter Einsatz der Motorbremse. Die Watfähigkeit wurde in einem Wassergraben unter Beweis gestellt, der zudem beim Verlassen hohe Ansprüche an die Achsverschränkungen stellte. Interessierte nutzten ausgiebig die Chance, selbst einmal das Lenkrad von Unimog oder Zetros in die Hand zu nehmen und eigene, unvergessliche Erfahrungen mit diesen einmaligen Fahr­zeugen im Gelände zu sammeln. Neben unterschiedlichsten Fahrgestellen mit Pritschen- oder Kipperaufbauten stand den Teilnehmern auch ein komplett ausgerüstetes Waldbrand-Tanklöschfahrzeug mit Empl-Aufbau zur Verfügung, wie es im Land Brandenburg bereits in mehreren Exemplaren im Dienst steht. Mit einem Löschwasservorrat von 5.000 Litern und einer vorgebauten Selbst­bergewinde von Werner am U 5000 mit 14,1 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht wurden alle Möglichkeiten realisiert. Selbstverständlich fehlt auch ein ab Werk lieferbarer Hitzeschutz für elektrische, Kraftstoff- und Bremsleitungen am Fahrgestell nicht.
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