UITP-Kongress
Stuttgart/Wien
07.06.2009
Istanbul: Mercedes-Benz CapaCity als komfortabler Schnellbus mit hoher Kapazität effektiv und beliebt
  • 250 CapaCity als Metrobus für Istanbul - Einsatz sehr erfolgreich
  • 1 Million Fahrgäste täglich
  • Schnelles Tempo und kurze Taktzeiten
  • Komfortable Beförderung bei angenehmen Temperaturen
  • CapaCity: Sehr wendig und leicht zu steuern
  • Eigenständiges Design - umweltfreundliche Technik
  • ÖPNV mit Tradition - IETT als zentrale Organisation
  • BRT-Systeme zunehmend gefragt - Expertenteam berät unabhängig
  • CapaCity und Citaro - zwei Modelle, die sich ergänzen
  • Metrobus Istanbul - die Fakten
250 CapaCity als Metrobus für Istanbul - Einsatz sehr erfolgreich
Mit dem Einsatz von 250 bestellten und ausgelieferten CapaCity in Istanbul hat sich der XXL-Bus von Mercedes-Benz in jeder Hinsicht bewährt. Die überlangen (19,5 m) Gelenkbusse bestreiten die neue Metrobuslinie im Non-Stop-Verkehr. Citaro-Gelenkbusse ergänzen die vorhandene Flotte. Im ersten Quartal 2009 wurden alle 100 CapaCity, die Ende 2008 bestellt worden sind, an den Verkehrs­betrieb Istanbul Elektrik Tramvay ve Tünel (IETT) ausgeliefert. Der erste Strecken­abschnitt der neuen Metrobuslinie wurde im September 2007 in Betrieb genommen. Die BRT-Linie war ursprünglich zwischen den Stadtteilen Avcilar im Nordwesten Istanbuls und Topkapi im Zentrum und wurde 2008 aufgrund der hohen Fahrgastakzeptanz auf die Verbindung Topkapi – Zincirlikuyu ausge­weitet. Mit dieser Erweiterung wurde die ursprünglich 18,3 Kilometer lange Linie auf 29 Kilometer Länge ausgebaut. Im März 2009 wurde der dritte Abschnitt zwischen Europa und Asien in Betrieb genommen und somit die Gesamtstrecke auf 40,6 km verlängert. Die Busse verkehren auf eigenen Trassen.
Das Metrobus-Projekt der Stadtverwaltung Istanbul wurde Anfang des Jahres bei der Verleihung des Sustainable Transport Awards in Washington D.C. mit einem Preis ausgezeichnet. Dieser Preis wird Projekten verliehen, die Treibhausgase reduzieren und die Lebensqualität in Innenstädten von großen Metropolen welt­weit verbessern.
750000 Fahrgäste täglich - nach Streckenausbau 1 Million
Mit dem modernen BRT-System (Bus-Rapid-Transit) haben sich die hohen Erwartungen der Planer schnell erfüllt: Etwa 750000 Fahrgäste nutzen täglich die Schnellbusse auf der insgesamt 40,6 km langen Strecke. Somit wurden die Ring­autobahnen und abzweigenden Zufahrtsstraßen Istanbuls spürbar entlastet, denn bei 12,5 Millionen Einwohnern (Istanbul Stadt) ist die Zahl der Pendler extrem hoch. Die tägliche Blechlawine verursacht anhaltende Staus, Verspätungen und eine hohe Luftbelastung. Ganz anders verläuft dagegen die „Anreise“ per CapaCity: Umweltfreundlich, komfortabel und ohne Gedränge.
Schnelles Tempo und kurze Taktzeiten
Zum reibungslosen Ablauf tragen schnelle Taktraten von bis zu 30 Sekunden(!) zur „Peak Time“ und eine hohe Reisegeschwindigkeit - inklusive Haltestellen­stopps um die 40 km/h - erheblich bei. Niemand muss lange warten: Im Ver­gleich zu früheren Zeiten mit konventionellem Linien­verkehr konnte die tägliche Fahrzeit von 1,5 Stunden auf 40 Minuten reduziert werden. Erreicht wurde dieser zügige Ablauf durch eine konsequente Auslegung der Strecke als eigenständige Busfahrbahn ohne kreuzenden Verkehr. Die sechs­spurige Schnellstraße E5, die von Westen kommend in das Zentrum Istanbuls führt, war bei ihrem Ausbau so angelegt worden, dass ein breiter Mittelstreifen die beiden Fahrtrichtungen ab­grenzt. Somit boten sich ideale Voraussetzungen für die beiden parallel ver­laufen­den Busspuren der neuen Metrobuslinie. Die darin mittig eingerichteten Bussteige sind ausschließlich über Fußgängerbrücken zu erreichen. Somit ist das Umsteigen aus anderen Linienverkehren oder der Zugang von Parkplätzen aus völlig sicher und problemlos. Während aussteigende Personen den CapaCity durch die vier Doppeltüren zügig verlassen können, passieren neue Fahrgäste eine moderne Abfertigung mit elektronischem Ticketing. Das System wurde bereits 1995 unter der Bezeichnung Akbill durch das Verkehrsunternehmen IETT eingeführt und von der Bevölkerung schnell akzeptiert. Darüber hinaus gibt es an jeder Station einen Schalter oder Kassierer für Barzahler. Tickets und Tarife sind mit dem gesamten ÖPNV Istanbuls kombiniert - Fähren, die den Bosporus queren, eingeschlossen.
Komfortable Beförderung bei angenehmen Temperaturen
Die Fahrgäste genießen nicht nur den gut organisierten Betrieb der Metrobus­linie, sondern auch den Komfort der CapaCity-Busse: Breite Doppeltüren, durch­weg stufenlose Ein- und Ausstiege, Stehperrons mit viel Platz auch für Rollstuhl­fahrer oder Kinderwagen. Die freundliche Atmosphäre im geräumigen und hellen Fahrgast­raum wird durch eine gelungene Farbabstimmung zwischen Decke, Seiten­wänden, Sitzen und Bodenbelag noch betont. Besonderen Anklang findet die wirkungsvolle Klimatisierung des CapaCity. Denn eine Klima­anlage gehört längst nicht zum Standard der riesigen Fuhrparks, die im weitver­zweigten Linien­netz der türkischen Metropole eingesetzt werden. Angenehme Tempera­turen genießen daher nicht nur die vielen Fahrgäste, sondern auch die CapaCity-Fahrer. Es sind durchweg erfahrene Profis, die im hektischen Verkehr in und um Istanbul bereits unzählige Buskilometer absolviert haben. Sie wissen, was es heißt, im Hochsommer mit vollbesetztem Linienbus bei brütender Hitze unter­wegs zu sein. Daher ist der Einsatz im CapaCity schon allein wegen des klimati­sierten Arbeitsplatzes sehr begehrt. Zudem sind die „Buspiloten“ mit der benutzer­freundlichen Anordnung der Bedienelemente vertraut, denn auch die 494 Stadtbusse vom Typ Mercedes-Benz Citaro, die 2005 das Niederflur-Zeitalter in Istanbul einläuteten, verfügen über eine Armaturentafel gemäß VDV-Standard und im Wesentlichen übereinstimmende Cockpitfunktionen.
CapaCity: Sehr wendig und leicht zu steuern
Ein entscheidender Vorteil des 19,54 m langen CapaCity ist sein hervorragendes Handling. Da er mit nur einem Drehgelenk auskommt, sind Rangiermanöver ein­schließlich Zurücksetzen problemlos möglich. Äußerst hilfreich ist in diesem Falle die über dem Heckfenster installierte „Omnicam“, deren Weitwinkelobjektiv dem Fahrer die aktuelle Situation auf den Bildmonitor des Cockpits überträgt. Insgesamt bietet der CapaCity gegenüber anderen Lösungen mit Doppelgelenken oder Busanhängern erhebliche Vorteile in der täglichen Praxis. Zudem entspricht sein Wendekreis mit nur 22,85 Metern Durchmesser exakt dem des kürzeren Citaro-Gelenkzuges (18 m). Möglich wurde dies durch die vielfach bewährte Modulbauweise der Citaro-Baureihe, die auch Basis für die Entwicklung des CapaCity war. Vom Prinzip her ist die Konstruktion einfach: Anstelle des Hecks mit nur einer Achse wurde der Citaro G um das Heckmodul des 15 Meter Solo­busses Citaro L verlängert. Die nun zusätzliche vierte Achse - eine elektro­hydraulisch gesteuerte Nachlaufachse - ermöglicht die beeindruckende Wendig­keit des längsten Mercedes-Busses. Gleichzeitig konnten die Achslasten optimal verteilt werden, ein zusätzliches Plus an Sicherheit hinsichtlich des zulässigen Gesamt­gewichtes von 32 Tonnen, einer Nutzlast von 13 Tonnen und der enormen Kapazität für 193 Fahrgäste (Citaro Gelenkbus: 150 Fahrgäste).
Die guten Fahreigenschaften des CapaCity spüren die Istanbuler Buspiloten in der täglichen Praxis. Denn selbst wenn der überwiegende Streckenanteil kurven­frei ist, stehen Wendemanöver an den Endstationen sowie Stadtquerungen zum Betriebshof. Darüber hinaus sind Bremsmanöver von besonderer Bedeutung, schließlich haben die CapaCity „freie Bahn“ und absolvieren die Distanzen zwischen den einzelnen Stopps mit höheren Geschwindigkeiten als sonst im Stadt­verkehr üblich. Sicher­heitsreserven und schnelle Reaktionen gewährleistet hier das elektronische Bremssystem EBS, das mit ABS, ASR und Scheiben­bremsen rundum zur serien­mäßigen Ausstattung der CapaCity gehört. Um sicher zu stellen, dass auf der Metrobuslinie stets rechtzeitig und sanft abgebremst wird, sind auf der Fahrbahn Markierungen aufgedruckt. Sie zeigen - vom vor­gege­benen Streckentempo (70 km/h) aus abwärtszählend - stets die optimale Geschwindigkeit bis zum exakt definierten Haltepunkt an.
Eigenständiges Design – umweltfreundliche Technik
Die Kontraste im Istanbuler ÖPNV entsprechen dem quirligen Leben der multi­kulturellen Stadt: Von den oft älteren Dolmuş-Kleinbussen über mehr oder weniger moderne Linienfahrzeuge bis hin zum innovativen BRT-System mit CapaCity-Gelenkbussen. Die 2005 als Prototyp erstmals präsentierte Großraum­variante von Mercedes-Benz beeindruckt durch ihr unverwechselbares Design, das in seiner Wirkung einer gelungenen Synthese aus Bus und Bahn gleich­kommt. Dieser Effekt wurde vor allem durch weit nach unten betonte Fenster­flächen und einen scheinbar höheren Buskörper mit elegant aufgesetzten seit­lichen Blenden erreicht, wodurch die Dachaufbauten verdeckt sind. Eine impo­sante Erscheinung, auf die man in Istanbul stolz ist. Von besonderer Bedeutung ist für den Betreiber IETT die moderne und vielfach bewährte An­triebs­technik des CapaCity mit dem umweltfreundlichen Reihensechszylinder OM 457 hLA im Heck. Die 12-Liter-Motoren für Istanbul entsprechen dem Abgas­standard Euro 4/5 und arbeiten mit der sparsamen BlueTec-Dieseltechnologie. Die Um­setzung eines modernen ÖPNV mit emissionsarmen Antrieben und einem attraktivem Angebot - wie bei der neuen Metrobuslinie mit den 250 CapaCity - entspricht der Notwendigkeit zur Reduzierung des Individualverkehrs im Zentrum der Metropole. Damit zeigen die Vorgaben der Istanbuler Stadtver­waltung sowie der IETT zunehmend Wirkung. Die zahlreichen Fahrgäste - Ten­denz steigend - sind ein sicherer Beleg dafür. Viele von ihnen lassen bereits ihren Pkw stehen - was nicht immer aus Umweltfreundlichkeit geschieht: Die Kraftstoffpreise in der Türkei sind nämlich höher als in den meisten west­euro­päischen Ländern. Dagegen kostet ein Ticket für den Metrobus nur 1,30 TL (ca. 85 Cent). Zudem ist die Anfahrt aus der Peripherie mit einem der weltweit modernsten Bussysteme komfortabler und schneller als mit dem eigenen Auto.
ÖPNV mit Tradition - IETT als zentrale Organisation
Einen modernen ÖPNV mit regelmäßigem Linienverkehr kennt Istanbul bereits seit 138 Jahren. 1871 wurde eine der ersten Pferdebahnen überhaupt in Betrieb genommen. Bereits vier Jahre später folgte eine weitere Stadtlinie, die auch heute noch ein technisches Highlight darstellt: Die 574 m lange „Tünel“-Bahn, eine unterirdische Standseilbahn, die im nördlichen Stadtteil jenseits des Goldenen Horns installiert wurde. Jährlich nutzen über 5 Mio. Fahrgäste die nur 600 m lange Strecke, die zwischen Tal- (Karaköy) und Bergstation (Tünel) 61,55 Höhen­meter überwindet. 1930 startete die erste elektrische Straßenbahn, zunehmend auch der Einsatz von Omnibussen. Das Verkehrsunternehmen IETT (Istanbul Elektrik Tünel Tramvay) entstand 1939 durch den Zusammenschluss der gleich­zeitig verstaatlichten Elektrizitäts- und Verkehrsbetriebe. Dazu zählen heute U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn und Bus. IETT beschäftigt 8189 Mitarbeiter und setzt u. a. 2831 Omnibusse auf 534 Linien ein. Seit 1997 hat das Istanbuler Verkehrs­unternehmen fast ausschließlich Omnibusse von Mercedes-Benz gekauft. Wartungs­freundlichkeit, Komfort und Wirtschaftlichkeit sind dabei stets über­zeugende Argumente. Nicht umsonst ist Mercedes-Benz im Segment Linien- und Reisebusse (> 8 t zul. Gesamtgewicht) auch in der Türkei Marktführer.
BRT-Systeme zunehmend gefragt - Expertenteam berät unabhängig
Wachsende Bevölkerungszahlen und ein hoher Bedarf an Mobilität erfordern weltweit Lösungen, die zuverlässig, wirtschaftlich und flexibel sind. Gleichzeitig gilt es, den drohenden Verkehrskollaps vieler Städte durch umweltfreundliche Maßnahmen zu verhindern. Moderne Schnellbussysteme - international als „Busway“ oder „Bus-Rapid-Transit“ (BRT) bezeichnet - haben sich bereits in vielen Teilen der Welt bewährt. Ihr entscheidender Vorteil gegenüber Schienen­verkehren: So gut wie überall, wo Straßen vorhanden sind, lässt sich mit dem Einsatz von Omnibussen ein effektives Mobilitätskonzept mit vergleichsweise moderaten Investitionen umsetzen. Zudem sind Anpassungen - da unabhängig von einem Schienennetz - mit relativ geringem Aufwand möglich. Hinsichtlich ihrer Umweltbilanz stehen moderne Omnibusse ohnehin ganz vorne im Vergleich aller Verkehrssysteme, die der Personenbeförderung dienen.
Mercedes-Benz-Omnibusse unterstützt Städte und Verkehrsbetriebe durch ein eigenes Expertenteam bei der Planung von BRT-Systemen. Es hat seinen Sitz in Stuttgart und besteht aus Verkehrsplanern, Verkehrsforschern und Strategen, die sich national wie international mit der Lösung verkehrsbedingter Probleme befassen. Das unabhängig arbeitende Team ist grundsätzlich nur beratend tätig.
Über Istanbul hinaus gibt es weitere eindrucksvolle Beispiele für gut funktio­nieren­de BRT-Systeme, darunter Amsterdam (Niederlande), Bogota (Kolumbien), Mexiko-Stadt oder Nantes (Frankreich). Sie alle operieren erfolgreich mit Omni­bussen - überwiegend Gelenkvarianten - von Mercedes-Benz. Weitere Projekte werden in Südafrika geplant, wo im Vorfeld der Fußball-Weltmeister­schaft 2010 der ÖPNV in den Städten Johannesburg, Kapstadt und Pretoria durch moderne Bussysteme optimiert werden soll. Auch hier sind die BRT-Experten von Daimler-Buses beratend eingebunden.
CapaCity und Citaro - zwei Modelle, die sich ergänzen
Bereits mehr als 260 Einheiten vom Typ CapaCity sind verkauft. Neben Istanbul fahren die überlangen Gelenkbusse in Stuttgart, Tübingen und in Osnabrück. Die deutschen Betreiber haben sich jedoch für einen einheitlichen Auftritt ihres Fuhr­parks entschieden und damit die kapazitätsbedingten Vorzüge des XXL-Busses mit aktueller Citaro-Karosserie bestellt. Anders herum funktio­niert dies auch sehr gut: Die Citaro-Gelenkzüge für das BusWay-System in Nantes wurden mit einem „Outfit“ bestellt, das durch sein exklusives Design dem CapaCity sehr nahe kommt. Derartige Lösungen belegen einmal mehr die Flexibilität, die das modulare Konzept der Baureihe Citaro ermöglicht.
Metrobus Istanbul - die Fakten
  • Die Metrobuslinie wurde September 2007 in Betrieb genommen
  • Betreiber ist das Verkehrsunternehmen IETT
  • Die Gesamtlänge beträgt derzeit 40,6 km. Die BRT -Linie wurde in den ersten zwei Abschnitten zwischen den Stadtteilen Avcilar im Nordwesten Istanbuls und Zincirlilkuyu im Zentrum errichtet und wurde Anfang 2009 aufgrund der hohen Fahrgastakzeptanz auf die Verbindung Zincirlikuyu - Sögütlücesme (auf der asiatischen Seite der Stadt) ausgeweitet
  • Die Linie wurde kreuzungsfrei mit jeweils eigenständiger Busspur für jede Richtung ausgelegt
  • Zwischenzeitlich sind alle 250 CapaCity ausgeliefert worden
  • Zu Stoßzeiten fahren die Busse alle 30 Sekunden.
  • Etwa 750000 Fahrgäste werden täglich befördert
  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt inkl. Haltestellenstopps schnelle 40 km/h
  • Der Metrobus hat an allen Stationen Anschluss zu weiteren Linienverkehren
  • Das Ticketsystem ist mit Metrobus, U-Bahn, Straßenbahn, Stadtbus, Dolmuş und Fähre verknüpft
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