Der neue Mercedes-Benz SLS AMG GT3
Hockenheim
11.10.2010
Der neue SLS AMG GT3: Reinrassige Motorsporttechnik, faszinierendes Rennwagen-Design
Automobile Faszination gepaart mit spektakulärem Rennwagen-Design – das
ist der neue Mercedes-Benz SLS AMG GT3. Die Rennversion des Flügeltürers wurde als Kundensport-Fahrzeug für die Teilnahme an Rennserien nach dem seriennahen FIA GT3-Reglement konzipiert. Für kompromisslose Fahrdynamik sorgen konsequenter Leichtbau sowie Optimierungen an Fahrwerk, Bremsanlage und Aerodynamik.
Das puristische Design des SLS AMG mit langer Motorhaube, flachem, weit hinten positioniertem Greenhouse und kurzem Heck erfährt mit der GT3-Variante eine weitere Steigerung. Durch die Modifikationen an der Karosserie wirkt der Flügeltürer noch spektakulärer. Das Ziel: eine weitere Steigerung der aerodynamischen Performance.
Von vorn zeigt der GT3-Rennwagen eine neue Frontschürze mit größeren Lufteinlässen. Die breite Öffnung unterhalb des charakteristischen Kühlergrills mit dem großen Mercedes-Stern und der flügelförmigen Querfinne versorgt den Motorölkühler und die Bremsscheiben mit Kühlluft. Die gleiche Funktion haben die beiden Einlässe unterhalb der vertikal ausgerichteten Bi-Xenon-Scheinwerfer. Für Abtrieb an der Vorderachse sorgt neben den vier außen angebrachten, so genannten Flics auch der Carbon-Frontsplitter: Er geht direkt in die glatte
Unterbodenverkleidung über, an die sich der Heckdiffusor anschließt.
Die Motorhaube verfügt über eine zentrale Öffnung zum Abtransport der Motorwärme. Aus den seitlichen Öffnungen in den vorderen Kotflügeln entweicht die Luft aus den Radhäusern. Zur Gewichtsoptimierung kommen rundum besonders leichte Polycarbonatscheiben zum Einsatz.
Vorn wie hinten wurden die Kotflügel verbreitert, um Platz für die großen Rennreifen zu machen. Mit einer Breite von 1990 Millimetern ist die GT3-Karosserie um gut 50 Millimeter breiter als die des serienmäßigen SLS AMG. Die neuen Seitenschweller verfügen über Öffnungen zur Kühlung der hinteren Brems-anlage. Am unteren Ende der Schweller ist der glatte Unterboden sichtbar. In der B-Säule findet der genormte Tankstutzen für die Schnelltankanlage Platz. Der 120 Liter große Kraftstofftank sitzt in zentraler Position hinter dem Fahrer.
Breiter Heckflügel aus Carbon
In der Heckansicht beeindruckt der SLS AMG GT3 durch seine imposante Breite. Über dem Heckdeckel thront ein breiter Heckflügel aus Carbon; er ist vielfach verstellbar und erlaubt ein perfektes Setup für den jeweiligen Rennstreckentyp. In der neuen Heckschürze sind zwei Öffnungen zur Entlüftung der hinteren Radhäuser angebracht. Ein weiterer Blickfang ist der Heckdiffusor aus Carbon: Als Verlängerung des glatten Unterbodens steigt er im Bereich der Hinterachse kontinuierlich an und sorgt durch seine Form für Abtrieb. Das aerodynamische Gesamtkonzept des SLS AMG GT3 wurde in ausgiebigen Windkanalversuchen sowie Rennstreckentests erprobt und festgelegt. Alle Maßnahmen sorgen für eine gute aerodynamische Effizienz – und garantieren auch eine effektive Kühlung der thermisch hoch belasteten Komponenten.
Im Heckdeckel integriert ist die vom Reglement vorgeschriebene Regenleuchte – sie muss vom Fahrer bei schlechter Witterung stets eingeschaltet werden.
Seriennaher AMG 6,3-Liter-V8-Motor
Wie vom FIA GT3-Reglement vorgeschrieben, entspricht der AMG 6,3-Liter-V8-Motor nahezu dem des Serienfahrzeugs. Dank seines geringeren Gewichts wird der GT3 die bereits hervorragenden Beschleunigungswerte des Serienfahrzeugs – 3,8 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h – deutlich unterschreiten; die Höchstgeschwindigkeit beträgt je nach Übersetzung über 300 km/h. Typisch AMG: der faszinierende und gleichzeitig charakteristische Achtzylinder-Sound.
Die Höchstleistung des AMG 6,3-Liter-V8-Frontmittelmotors mit Trockensumpfschmierung wird von der FIA gemäß der „Balance of Performance“ bestimmt. Dies soll die Chancengleichheit der teilnehmenden Rennfahrzeuge gewährleisten.
Die Einstufung, bei der unter anderem auch das Leergewicht des Fahrzeugs festgelegt wird, erfolgt im Frühjahr 2011.
Der AMG 6,3-Liter-V8-Motor verfügt auch im Rennfahrzeug über Trockensumpfschmierung. Der Einsatz von Saug- und Druckpumpe sowie eines externen Öltanks ermöglicht den Verzicht auf die sonst übliche Ölwanne. Diese Technik gewährleistet eine zuverlässige Schmierung des Motors selbst bei hohen Quer-beschleunigungen, wie auf Rennstrecken üblich. Die Trockensumpfschmierung erlaubt zudem eine tiefe Einbaulage des V8-Triebwerks – eines der wichtigen technologischen Highlights des SLS AMG. Die Lösung, den Achtzylinder möglichst tief und als Frontmittelmotor hinter der Vorderachse zu installieren und mit einem an der Hinterachse platzierten Getriebe zu kombinieren, führt zu einem günstigen Gewichtsverhältnis. Die Transaxle-Anordnung optimiert zudem Handling und Traktion.
Sechsgang-Renngetriebe mit sequenzieller Schaltung
Im Gegensatz zur Serie ist im SLS AMG GT3 ein Sechsgang-Renngetriebe mit sequenzieller Schaltung für die Kraftübertragung verantwortlich. Dank seiner kompakten Bauweise bietet das rennsporterprobte Getriebe Vorteile beim
Packaging – schließlich hat die GT3-Version eine geringere Bodenfreiheit als das Serienfahrzeug. Der Pilot schaltet die Gänge mithilfe zweier Schaltpaddles
am Lenkrad. Das Getriebe ist direkt an der Hinterachse montiert und mittels einer Torque Tube biege- und drehmomentsteif mit dem V8-Motor verbunden. Damit sind entscheidende Vorteile in puncto Fahrdynamik verbunden, denn diese aufwendige Lösung erlaubt es, den kompletten Antriebsstrang deutlich spielfreier auszulegen. Ein im Getriebe integriertes Lamellen-Sperrdifferenzial sorgt in Verbindung mit der Traktionskontrolle für ein ausgezeichnetes Beschleunigungsvermögen. Im Innern der Torque Tube rotiert eine Antriebswelle mit Motordrehzahl. Wie beim Serienmodell und bei den Mercedes-Benz C-Klasse DTM-Renntourenwagen besteht die Welle aus Carbon (CFK).
Doppelquerlenkerachsen aus geschmiedetem Aluminium
Geradezu für die Rennstrecke prädestiniert ist das Fahrzeugkonzept des SLS AMG mit langem Radstand, tiefem Schwerpunkt und breiter Spur. Zu den Stärken zählen präzises Einlenkverhalten, erstklassige Agilität, geringe Massenträgheit bei spontanen Richtungswechseln und hoher Kurvengrenzbereich.
Für eine perfekte Rennstrecken-Performance musste am Fahrwerk nur wenig geändert werden: Das leichte Aluminium-Fahrwerk mit doppelten Dreiecksquerlenkern rundum verfügt aufgrund der abgesenkten Fahrzeughöhe über eine angepasste Kinematik. Eine optimale Anpassung an den jeweiligen Rennstreckencharakter und an unterschiedliche Witterungsbedingungen erlauben die vielfältigen Einstellmöglichkeiten. So kann nicht nur zwischen unterschiedlichen Feder- und Dämpfersetups gewählt werden, auch die Justierung von Spur und Sturz, die Einstellung der Fahrzeughöhe und der Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse ist möglich.
Stahl-Rennsportbremsanlage mit Renn-ABS
Die Zahnstangenlenkung mit direkterer Übersetzung und Servounterstützung unterstützt das agile Handling. Hinter den 18 Zoll AMG Leichtmetallrädern mit Zentralverschluss übernimmt eine Stahl-Rennsportbremsanlage eine effektive und standfeste Verzögerung. Der SLS AMG GT3 verfügt über exakt berechnete Kühlkanäle: Öffnungen in der Frontschürze und vor den Hinterrädern versorgen die Bremsscheiben mit kühlem Fahrtwind. Alle vier Bremsscheiben sind belüftet, genutet und gelocht. Sechskolben-Festsättel an der Vorderachse und Vierkolben-Festsättel hinten erlauben üppige Bremsbelagflächen. Ein Antiblockiersystem mit spezieller Rennstrecken-Abstimmung ist serienmäßig.
Auf AMG Leichtmetallrädern mit Zentralverschluss im Format 12 x 18 Zoll (vorn) und 13 x 18 Zoll (hinten) sind Rennreifen montiert. Je nach Einsatzzweck kommen profillose Slicks oder Regenreifen zum Einsatz. Das klassische Vielspeichendesign begünstigt die Belüftung der Bremsanlage. Schnelle Boxenstopps und Räderwechsel garantiert die im Unterboden integrierte Luftheberanlage: Vier pneumatische Stempel heben den GT3-Rennwagen um rund 190 Millimeter an und ermöglichen der Boxencrew einen schnellen Wechsel der Rennreifen.
Funktionelle Rennwagen-Atmosphäre, vorbildliches Sicherheitsniveau
Im Interieur des SLS AMG GT3 dominiert funktionelle Rennwagen-Atmosphäre: Wie beim Serien-Flügeltürer sorgt auch im Rennfahrzeug die Instrumententafel in Form eines kraftvollen Flügelprofils für optische Breite. Markant in die Instrumententafel integriert sind die in „Silver Shadow“ galvanisierten Belüftungsdüsen mit justierbarem Düsenkreuz – ihre Form erinnert an die Triebwerke eines Jets.
Ähnlich wie in den DTM-Fahrzeugen von Mercedes-Benz befindet sich die Sitzschale in einer Sicherheitszelle aus hochfestem Carbon (CFK). Durch ihre spezielle Form bietet die mit dem Überrollkäfig und dem Aluminium-Spaceframe verschraubte Sicherheitszelle einen deutlich verbesserten Schutz für Schultern, Hüfte und Beine des Fahrers; zudem ist sie kompatibel mit dem HANS-System (Head and Neck Support). Die Sitzschale wird individuell geschäumt, verfügt über einen Sechspunktgurt und ermöglicht damit höchste Insassensicherheit. Für zusätzliche Sicherheit sorgt der Überrollkäfig aus Stahl, der zudem den Aluminium-Spaceframe weiter versteift. In Verbindung mit dem auf der Hinterachse positionierten, 120 Liter großen CFK-Sicherheitstank mit Innenblase sowie der optimierten Feuerlöschanlage bietet der SLS AMG GT3 ein vorbildliches Sicherheitsniveau, das derzeit von keinem aktuellen GT3-Fahrzeug erreicht wird.
Optimal im Blickfeld des Fahrers ist das Zentral-Display positioniert, das über alle relevanten Informationen wie Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Betriebs-Temperaturen, Rundenzeiten und die Gangwahl informiert. Das Rennlenkrad mit Schaltpaddles für den Gangwechsel ermöglicht perfekte Fahrzeugkontrolle; der Schnellverschluss erleichtert Ein- und Ausstieg deutlich. Über die Schalter auf dem Lenkradpralltopf kann der Fahrer zusätzliche Funktionen wie den Boxenfunk, die Lichthupe oder die Trinkfunktion aktivieren. Auf der Mittelkonsole befinden sich zusätzliche Bedienelemente. Hier kann der Fahrer nicht nur den AMG V8-Motor starten oder die Traktionskontrolle justieren, sondern auch den Rückwärtsgang oder – für den Fall der Fälle – die integrierte Feuerlöschanlage aktivieren. Eine Einstellmöglichkeit für die Bremsbalance ist ebenso vorhanden.
Testprogramm mit Bernd Schneider im Juni 2010 gestartet
Die Entwicklung des neuen Mercedes-Benz SLS AMG GT3 verläuft planmäßig; das Testprogramm wurde im Juni 2010 auf dem Eurospeedway Lausitz gestartet. Als Testfahrer sind der langjährige Mercedes-Benz Werksfahrer und AMG Markenbotschafter Bernd Schneider, 46, sowie Thomas Jäger, 33, im Einsatz. Bernd Schneider gilt mit fünf Titeln in der DTM sowie je einem in der ITC- und in der FIA GT-Meisterschaft als einer der erfolgreichsten deutschen Rennfahrer. Thomas Jäger ist amtierender Meister des Porsche Carrera Cup Deutschland und war von 2000 bis 2003 DTM-Fahrer für Mercedes-Benz. In der aktuellen Saison startet er in den ADAC GT-Masters (Deutschland).
Für Bernd Schneider, der den Hauptanteil der Testfahrten absolvieren wird, steht das Erarbeiten eines Basis-Setups im Vordergrund. „Der SLS AMG verfügt über hervorragende Gene, um im Motorsport erfolgreich zu sein. Bereits bei meinen ersten schnellen Runden auf dem Eurospeedway Lausitz war zu spüren, dass die GT3-Version des Flügeltürers perfekte Voraussetzungen für die Rennstrecke mitbringt. Die Kombination aus optimaler Gewichtsverteilung, tiefem Schwerpunkt, kraftvollem AMG V8-Motor und effizienter Aerodynamik lässt den SLS AMG GT3 bereits heute sehr wettbewerbsfähig erscheinen.“
Erster Renneinsatz beim VLN-Lauf auf der Nürburgring-Nordschleife
Außer auf dem Eurospeedway Lausitz und dem Sachsenring wird der SLS AMG GT3 auch auf der Nürburgring-Nordschleife getestet – und dies bei realistischen Rennbedingungen. Neben reinen Test- und Abstimmungsfahrten geht der Flügeltürer auch im Rahmen der VLN-Langstreckenmeisterschaft 2010 ins Rennen.
Im Fokus des umfangreichen Entwicklungs- und Testprogramms stehen unterschiedliche Fahrwerkeinstellungen, Motor-Mappings, Reifenmischungen und Aerodynamik-Konfigurationen. Außerdem muss sich das Gesamtpaket hinsichtlich der Standfestigkeit und der Servicefreundlichkeit unter Beweis stellen. Parallel laufen der AMG 6,3-Liter-V8-Motor sowie das Sechsgang-Renngetriebe mit sequenzieller Schaltung auf den Prüfständen der HWA AG. Das Gesamtfahrzeug wird zusätzlich auf einem Fahrdynamik-Prüfstand getestet.
Service- und Ersatzeilversorgung für Teams gesichert
Mercedes-AMG und HWA werden den Teams auch bei Service- und Ersatzteilfragen innerhalb Europas zur Seite stehen. Das Konzept für die europäische Motorsportsaison 2011 sieht vor, bei den drei bedeutendsten Meisterschaften
und wichtigsten 24-Stunden-Rennen mit Teilnahme des SLS AMG GT3 eine umfassende Unterstützung anzubieten. Für alle weiteren Renntermine und Testfahrten steht ein 24-Stunden-Service für Ersatzteile und eine Technik-Hotline
zur Verfügung.
Bestellungen für den SLS AMG GT3 direkt bei Mercedes-AMG
Interessierte Teams können den Mercedes-Benz SLS AMG GT3 direkt bei der Mercedes-AMG GmbH bestellen. Der Verkaufspreis beträgt 334.000 Euro (netto)/397.460 Euro (inkl. 19 % MwSt.). Das Fahrzeug wird nur als Linkslenker-Ausführung angeboten. Die Auslieferung beginnt ab Februar 2011 nach erfolgter Homologation gemäß GT3-Reglement durch den Automobil-Weltverband FIA. Für interessierte Kunden bietet die AMG Driving Academy ein spezielles SLS AMG GT3-Fahrertraining an.
Ihr Presse-Kontakt
Norbert
Giesen
Leiter Baureihen Mercedes-Benz Cars, Sportkommunikation
Tel.: +49 711 17-76422
Fax: +49 711 17-98651
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