Techno-Classica 2011: Mercedes-Benz feiert 125 Jahre Automobil
Stuttgart
24.03.2011
Die Meilenstein-Fahrzeuge von Mercedes-Benz auf der Techno-Classica 2011
Benz Patent-Motorwagen, 1886
Am 29. Januar 1886 meldet Carl Benz sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ zum Patent an. Die Patentschrift zum DRP 37.435 gilt als Geburtsurkunde des Automobils und prägt den Namen Patent-Motorwagen. Das erste Automobil der Welt ist eine eigenständige Konstruktion, bei der Motor und Fahrgestell eine organische Einheit bilden. Benz hat es als Dreirad ausgeführt, da er von der bei Kutschen üblichen Drehschemellenkung nicht überzeugt ist. Die entscheidende Leistung von Carl Benz besteht in der Konsequenz, mit der er seine Vision vom „Wagen ohne Pferde“ zur Realität werden lässt: Er hat die Idee eines Motorwagens, konstruiert ihn, baut ihn, lässt ihn patentieren, erprobt ihn, bringt ihn auf den Markt, produziert ihn in Serie, entwickelt ihn weiter und macht seine Erfindung damit nutzbar. Der Benz Patent-Motorwagen läutet eine neue Ära der individuellen Mobilität ein.
Mercedes-Simplex 40 PS, 1902
Der Mercedes-Simplex 40 PS löst im März 1902 den legendären Mercedes 35 PS ab. Der Namenszusatz „Simplex“ verweist dabei auf die aus damaliger Sicht einfache Handhabung des neuen Modells. Sein Vorgänger, zugleich das erste Fahrzeug mit dem Markennamen Mercedes, ist bereits bei seinem Erscheinen zur Legende geworden: Er hat im Dezember 1900 erstmals eine eigenständige Form des Automobils definiert und gilt noch heute als Meisterstück technischer Raffinesse und Schönheit. Charakteristische Merkmale sind die langgestreckte Form, der leichte, tief im Rahmen eingebaute Hochleistungsmotor und der organisch in die Front integrierte Kühler, der als Bienenwabenkühler zum markenprägenden Erkennungszeichen wird. Der Mercedes 35 PS markiert den endgültigen Abschied vom branchenweit vorherrschenden Kutschenstil und gilt damit als erstes modernes Automobil.
Mercedes-Benz SSK (Baureihe W 06), 1928
Von den Sechszylinder-Kompressor-Sportwagen der
Mercedes-Benz S-Reihe ist der Typ SSK (Baureihe W 06) die exklusivste und faszinierendste Ausführung. Die Modellbezeichnung steht für Super-Sport-Kurz und bringt neben der besonderen Sportlichkeit auch den verkürzten Radstand zum Ausdruck. Im Sommer 1928 gewinnt Werksrennfahrer Rudolf Caracciola mit dem brandneuen SSK auf Anhieb das Gabelbachrennen und die Rennen auf den Schauinsland und den Mont Ventoux. 1930 und 1931 verhilft ihm der SSK zum Gewinn der Europa-Bergmeisterschaft. Die gewichtsreduzierte und nochmals leistungsgesteigerte Version von 1931, auch als SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht) bekannt, erzielt ebenfalls spektakuläre Erfolge. Zu den bedeutendsten zählt der Sieg beim legendären 1000-Meilen-Rennen „Mille Miglia“: Das strapaziöse Straßenrennen von Brescia nach Rom und zurück gewinnt Rudolf Caracciola auf SSKL im April 1931 als erster Nicht-Italiener.
Mercedes-Benz 500 K Spezial-Roadster (Baureihe W 29), 1934
Mit seinen Achtzylinder-Kompressorwagen besetzt Mercedes-Benz in den 1930er-Jahren das Marktsegment der internationalen Luxusklasse. Der „Typ 500 mit Kompressor“, kurz 500 K (Baureihe W 29), erscheint 1934 in acht verschiedenen Karosserie-Ausführungen: als Stromlinien-Limousine mit dem klangvollen Namen „Autobahn-Kurierwagen“, als 4-türige Limousine, damals noch „Innenlenker“ genannt, als Cabriolet in drei Varianten, als 2-türiger offener Tourenwagen und als Roadster. Die Krönung aller Varianten ist der besonders elegante und luxuriöse Spezial-Roadster, von dem nur 29 Stück gebaut werden. Zur Legende werden der 500 K und sein Nachfolger 540 K nicht nur wegen ihrer souveränen Kraftentfaltung, sondern auch durch die hinreißend schönen, hochwertig ausgestatteten Karosserien. Mit ihrer maßgeschneiderten Form und den eleganten, fließenden Linien gilt die „Sindelfinger Karosserie“ seit den 1930er-Jahren als Maß der Dinge.
Mercedes-Benz 300 SL (Baureihe W 198), 1954
Im Februar 1954 debütiert der 300 SL „Gullwing“ auf der International Motor Sport Show in New York. Der Hochleistungssportwagen basiert auf dem legendären Rennsportwagen der Saison 1952. Ein leichter und verwindungssteifer Gitterrohrrahmen trägt Motor, Getriebe und Achsen. Wie bei der Rennsportversion lässt er jedoch keinen Platz für klassische Türen, und die Flügeltüren werden zum unverwechselbaren Merkmal des 300 SL (Baureihe W 198). Und auch sonst ist der „Flügeltürer“ ein echter Innovationsträger: als weltweit erster Serien-Personenwagen wird er von einem Viertaktmotor mit Benzineinspritzung angetrieben. Dies steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Motorleistung. 215 PS (158 kW), 20 Prozent mehr als bei der vergaserbestückten Rennsportausführung, ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h. Damit ist der 300 SL der schnellste Serienwagen seiner Zeit und wird zum Traumsportwagen der 1950er Jahre.
Mercedes-Benz 180 „Ponton“ (Baureihe W 120/121), 1955
Bei seiner Premiere im Herbst 1953 setzt der Typ 180 (W 120) im Mercedes-Benz Pkw-Programm der oberen Mittelklassetechnisch und stilistisch Maßstäbe für die Moderne. Die von Grund auf neu entwickelte Limousine ist der erste Personenwagen der Marke mit selbsttragender Karosserie. Das konstruktive Prinzip wirkt sich auch auf das Design des neues Modells aus: Der Typ 180 beeindruckt durch seine moderne „Ponton“-Form mit rechteckigem Grundriss und voll integrierten Kotflügeln. Diese Karosserieform bringt neue Vorteile mit sich, zu denen die vorbildliche Sicherheit, der geringere Luftwiderstand und der großzügige Innenraum gehören. Diese Stärken gehören bis heute zu den Merkmalen der Mercedes-Benz E-Klasse. Nach dem erfolgreichen Start des Benziners bringt Mercedes-Benz bereits Anfang 1954 die Dieselvariante 180 D auf den Markt. Als dritter Typ kommt 1956 der leistungsstärkere Typ 190 ins Programm, der 190 D debütiert 1958 (beide Baureihe W 121).
Mercedes-Benz 220 D „Strich-Acht“ (Baureihe W 115), 1969
Die Limousinen und Coupés der Baureihen W 114 und W 115 bilden die erste Mercedes-Benz Fahrzeugfamilie, von der mehr als eine Million Exemplare gebaut werden: Insgesamt sind es von 1968 bis 1976 mehr als 1,9 Millionen Fahrzeuge. Der Typ 220 D ist dabei mit 412.829 Limousinen das erfolgreichste Modell der Baureihenfamilie. Landläufig heißen die beiden Baureihen „Strich-Acht“, weil ihre Typenbezeichnungen in der unternehmensinternen Dokumentation mit einem angehängten Schrägstrich „/8“ – nach dem Erscheinungsjahr 1968 – versehen sind, um die Unterscheidung von den Vorgängern zu erleichtern. Zum Start sind vier Typen mit Ottomotor sowie zwei Dieselvarianten zu haben. Ende 1968 ergänzt die exklusive Coupé-Variante die Modellpalette. Außerdem gibt es Limousinen mit langem Radstand und Fahrgestelle für Krankenwagen und Kombiwagen. Der „Strich-Acht“ wird für viele Jahre zum Inbegriff der oberen Mittelklasse von Mercedes-Benz.
Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 (Baureihe W 116), 1980
1972 erhält die Oberklasse-Baureihe, mit der Mercedes-Benz seit Jahrzehnten automobile Standards setzt, einen eigenen Namen. Die neue S-Klasse (Baureihe W 116) zeichnet sich - wie der 1971 präsentierte Sportwagen 350 SL – durch ein umfassendes Sicherheitskonzept aus. Dazu gehören der kollisionsgeschützt über der Hinterachse eingebaute Tank, das Vierspeichen-Sicherheitslenkrad, verschmutzungsarme Seitenscheiben, großflächige Scheinwerfer, auffällige Blinkleuchten und Schmutz abweisende gerippte Heckleuchten. 1975 erscheint als neues Topmodell der Baureihe der leistungsstarke und besonders komfortable 450 SEL 6.9 mit großvolumigem V8-Motor und hydropneumatischer Federung. 1978 ist die S-Klasse als weltweit erstes Serienfahrzeug mit dem Antiblockiersystem ABS erhältlich, das die Lenkfähigkeit auch bei einer Vollbremsung sicherstellt. Damals eine Weltsensation, zählt das ABS dank der Pionierarbeit von Mercedes-Benz heute zum automobilen Standard.
Mercedes-Benz 190 (Baureihe W 201), 1984
Mit den Typen 190 und 190 E präsentiert Mercedes-Benz Ende 1982 eine dritte Pkw-Baureihe (W 201). Die sogenannte Kompaktklasse erweitert die Produktpalette im Segment der Mittelklassewagen und begründet die Ahnenreihe der heutigen
C-Klasse. Der „Baby-Benz“, wie er bald genannt wird, verbraucht dank geringem Luftwiderstand und niedrigem Gewicht vergleichsweise wenig Benzin. Trotz seiner kompakten Abmessungen ist er genauso sicher und komfortabel wie die größeren Mercedes-Benz Personenwagen. Der Clou der Kompaktklasse ist die innovative Raumlenker-Hinterachse. Sie ermöglicht trotz des relativ kurzen Radstands brillante Fahreigenschaften, denn jedes Hinterrad wird von fünf unabhängigen Streben, sogenannten Lenkern, geführt, die perfekte Spursicherheit garantieren. Die Raumlenker-Hinterachse findet seitdem – in jeweils verfeinerter Ausführung – in fast jeder Mercedes-Benz Pkw-Baureihe Verwendung.
Mercedes-Benz SLK 230 Kompressor (Baureihe R 170), 1997
Er ist sportlicher Roadster und elegantes Coupé in einem: Der SLK der Baureihe R 170 erweitert bei seiner Premiere im Jahr 1996 die Modellpalette von Mercedes-Benz um eine faszinierende neue Fahrzeugklasse. Der kompakte Roadster mit dem wetterfesten Stahl-Faltdach ist einer der Glanzpunkte, die Mercedes-Benz in den 1990er-Jahren im Rahmen der großen Produktoffensive setzt. Der SLK 230 KOMPRESSOR bildet von 1996 bis 2000 das Spitzenmodell der Baureihe. So faszinierend der SLK bereits auf den ersten Blick wirkt, so flexibel und individuell ist der Roadster im Alltag. Flexibilität ist eine große Stärke des innovativen Variodaches, das selbst in versenktem Zustand noch ein respektables Kofferraumvolumen bietet. Die große Variabilität der Ausstattung lässt kaum Wünsche offen. Insbesondere das designo-Programm mit außergewöhnlichen Lackierungen, extra weichem Leder in exklusiven Farben sowie Zierelementen mit besonders edlen Oberflächen ermöglicht es dem Kunden, einen SLK ganz nach seinem persönlichen Stil zu gestalten.
Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL (Baureihe T 245), 2010
Im Jahr 2010 beweist die Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL, dass lokal emissionsfreie Mobilität im Alltag bereits möglich ist: Das in einer Kleinserie gefertigte Fahrzeug ist mit einem Brennstoffzellensystem der neuesten Generation ausgerüstet, das elektrische Energie aus Wasserstoff erzeugt. Eine Tankfüllung des mit 700 bar komprimierten Gases bietet eine Reichweite von rund 400 Kilometern. Diese Reichweite, eine gute Kaltstartfähigkeit, kurze Füllzeiten an der Wasserstofftankstelle und die überzeugenden Fahrleistungen des 100 kW (136 PS) starken Elektromotors mit seinem Drehmoment von 290 Newtonmetern zeichnen die Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL als alltagstaugliches Automobil aus. Vorbildlich sind auch die Sicherheit und der Verbrauch, welcher umgerechnet nur 3,3 Liter Diesel je 100 Kilometer beträgt. Vom Jahr 2010 an übernehmen Kunden in Deutschland und den USA die umweltfreundlichen Fahrzeuge, zunächst im Rahmen einer Full-Service-Miete.
Mercedes-Benz Skulptur „Aesthetics 125“, 2011
Dynamisch fließende Linien und kraftvoll gespannte Konturen: Die Skulptur „Aesthetics 125“ verkörpert die Designphilosophie von Mercedes-Benz in abstrahierter Form. Öffentlich vorgestellt wird sie im Rahmen des Festaktes, mit dem die Daimler AG am 29. Januar 2011 den 125. Geburtstag des Automobils feiert. Das von Mercedes-Benz Designern gestaltete Kunstwerk nimmt Elemente der markentypischen Formensprache aus dem Exterieur und dem Interieur auf und projiziert sie in die Zukunft. Die „Aesthetics 125“ steht somit für die Maxime „Mercedes-Benz Design ist Kunst“ – ebenso wie die schon zuvor präsentierten Plastiken „Aesthetics No. 1“ und „Aesthetics No. 2“. Technisch ist die edle Skulptur dabei fest in der hoch modernen Automobilentwicklung von Mercedes-Benz verankert: Die Plastik ist mit dem Verfahren des „Rapid Prototyping“ entstanden. Diese Technik nutzen die Designer und Entwickler, um digitale Entwürfe direkt aus dem Computer als dreidimensionale Modelle zu erstellen.
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