Mercedes-Benz Classic beim ADAC-Eifelrennen 2012
Stuttgart
09.05.2012
  • Starke Präsenz der Marke mit Kompressor-Sportwagen und Tourenwagen-Klassikern
  • Die Geschichte der traditionsreichsten deutschen Motorsportveranstaltung ist Teil der Rennsport-Historie von Mercedes-Benz
Beim ADAC-Eifelrennen auf dem Nürburgring setzt Mercedes-Benz Classic vom 8. bis zum 10. Juni 2012 faszinierende Glanzpunkte: Legendäre Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen des Motorsports und berühmte Mercedes-Benz Rennfahrer erinnern an die enge Verbindung der Marke zur Geschichte dieser traditionsreichsten deutschen Motorsportveranstaltung, die bis auf das Jahr 1922 zurückgeht. Zur starken Präsenz auf dem Nürburgring in diesem Jahr gehört auch die enge Zusammenarbeit mit den Markenclubs.
Rallye- und Langstreckenfahrzeuge der 1960er- und 1970er-Jahre von Mercedes-Benz sind beim Eifelrennen ebenso aktiv wie die berühmten Kompressor-Sportwagen der 1920er-Jahre. Unter anderem bringt die Stuttgarter Marke einen 310 PS (228 kW) starken Mercedes-Benz SSK (Baureihe W 06 III) aus dem Jahr 1928 auf den Nürburgring, mit dem Klaus Ludwig im sogenannten Elefantenrennen startet.
Dieser Lauf im Rahmen des ADAC-Eifelrennens erinnert an das Eröffnungsrennen des Nürburgrings im Jahr 1927, das Rudolf Caracciola und Adolf Rosenberger mit einem Doppelsieg auf Mercedes-Benz Typ S gewannen. Das ist die Grundlage für den Ehrentitel „Meister des Nürburgrings“, den sich Caracciola in den folgenden Jahren sichert.
Außerdem werden der später als „Rote Sau“ bekannt gewordene 300 SEL 6.8 AMG und der Rallye-Klassiker Mercedes-Benz 300 SE (W 112) von weiteren namhaften Mercedes-Benz Rennfahrern wie Jochen Mass und Dieter Glemser pilotiert. Die AMG Version der Luxuslimousine Mercedes-Benz 300 SEL 6.3 (W 109) sorgt 1971 für Aufsehen, als der rot lackierte Tourenwagen beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps den Klassensieg und Platz zwei im Gesamtklassement holt. Der weitgehend serienmäßige Mercedes-Benz 300 SE führt vor allem mit zahlreichreichen Rallye-Siegen die glanzvolle Motorsport-Tradition der Marke in den 1960er-Jahren fort.
Aber auch auf der Rundstrecke sind die „Heckflossen“ erfolgreich. Daran erinnert der von Mercedes-Benz Classic aufgebaute 220 SE (W 111), der im Drei-Stunden-Rennen um den Dunlop FHR Langstrecken-Pokal startet. Jochen Mass wird das Fahrzeug bei diesem Einsatz pilotieren. Damit ist das Eifelrennen auch ein neuer Höhepunkt in der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz Classic und der Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport e. V. (FHR). Die 1983 gegründete FHR fördert seit fast 30 Jahren den historischen Motorsport und hat maßgeblich zur Popularität der aktuellen Rennserien mit historischen Wettbewerbsfahrzeugen beigetragen.
Das ADAC-Eifelrennen auf dem Nürburgring wird seit der Eröffnung der legendären Rennstrecke im Jahr 1927 ausgetragen. Die Wurzeln der Veranstaltung reichen jedoch weiter zurück – denn bereits von 1922 bis 1926 sind unter dem Namen ADAC Eifelrundfahrt-Rennen rund um Nideggen ausgetragen worden. Auch die ikonischen Mercedes-Benz Silberpfeile werden beim Eifelrennen geboren: Denn hier treten die Rennwagen vom Typ W 25 im Jahr 1934 erstmals mit blanker Aluminiumkarosserie statt im üblichen weißen Lack an.
Seit 2008 richtet der ADAC das Eifelrennen nun als Veranstaltung für historische Automobile aus. Das bietet mit einer Vielzahl von Läufen unterschiedlicher Klassen und dem umfangreichen Rahmenprogramm der höchst aktiven Szene des historischen Rennsports eine außergewöhnliche Bühne. Dazu gehören auch die Präsentation von rund 70 Fahrzeugen von Markenclubs durch Mercedes-Benz Classic im Paddock (Gehege) und das große Markenclubtreffen in der Mercedes-Arena, zu dem mehr als 500 klassische Automobile erwartet werden.
Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic beim
ADAC-Eifelrennen 2012
Mercedes-Benz SSK 27/170/225 PS (Baureihe W 06 III), 1928
Von den Sechszylinder-Kompressor-Sportwagen der Mercedes-Benz S-Reihe ist der Typ SSK (Baureihen W 06 II, W 06 III und WS 06) die exklusivste und faszinierendste Ausführung. Die Modellbezeichnung steht für Super-Sport-Kurz und bringt neben der besonderen Sportlichkeit auch den verkürzten Radstand zum Ausdruck. Im Sommer 1928 gewinnt Werksrennfahrer Rudolf Caracciola mit dem brandneuen SSK auf Anhieb das Gabelbachrennen und die Rennen auf den Schauinsland und den Mont Ventoux. 1930 und 1931 verhilft ihm der SSK zum Gewinn der Europa-Bergmeisterschaft. Die gewichtsreduzierte und nochmals leistungsgesteigerte Version von 1931, auch als SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht, W 06 RS) bekannt, erzielt ebenfalls spektakuläre Erfolge. Zu den bedeutendsten zählt der Sieg beim legendären 1000-Meilen-Rennen „Mille Miglia“: Das strapaziöse Straßenrennen von Brescia nach Rom und zurück gewinnt Rudolf Caracciola auf SSKL im April 1931 als erster Nichtitaliener.
Technische Daten Mercedes-Benz Typ SSK 27/170/225 PS (W 06 III) Straßenversion
Produktionszeitraum: 1928-1930
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 7.065 Kubikzentimeter
Leistung: 170 PS (123 kW), mit Kompressor 225 PS (166 kW) bei 3.300/min
Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h
Mercedes-Benz 220 SE (W 111) „FHR-Heckflosse“
In Erinnerung an die damaligen Motorsporterfolge und als Ausdruck der Traditionspflege, um auf die außergewöhnliche Rennsport-Geschichte der Marke zu verweisen und zudem den historischen Motorsport für die aktive Teilnahme privater Fahrer noch attraktiver zu gestalten, baut Mercedes-Benz Classic im Jahr 2011 eine „Heckflossen“-Limousine vom Typ 220 SE (Baureihe W 111) für den historischen Motorsport auf. Der Wagen entspricht den Regelungen von Anhang K des internationalen Sportgesetzes der FIA (Féderation Internationale de l’Automobile). Eingesetzt wird das Fahrzeug insbesondere beim Dunlop FHR-Langstreckencup der Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport e. V. (FHR) – der weltweit größten historischen Langstrecken-Rennserie nach Anhang K. Authentisch für die 1960er-Jahre ist die große technische Nähe des Wettbewerbsfahrzeugs zu dem Serienmodell. Zu den üblichen Modifikationen gehören die Versteifung von Fahrwerkelementen und Karosserieteilen, eine Vergrößerung des Treibstofftanks und die Anpassung der Motorcharakteristik auf den jeweiligen Einsatzzweck.
Technische Daten Mercedes-Benz 220 SE (W 111) „FHR-Heckflosse“
Produktionszeitraum: 1959-1965
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.195 Kubikzentimeter
Leistung: 120 PS (88 kW) bei 4.800/min
Höchstgeschwindigkeit: rund 170 km/h
Mercedes-Benz 300 SE (W 112) Rallyefahrzeug
Von Argentinien bis Deutschland dominiert der Mercedes-Benz 300 SE als Rallyefahrzeug in den Jahren 1963 und 1964 die Szene der Tourenwagen. Wie alle anderen bei Rallyes eingesetzten Mercedes-Benz Automobile der Epoche sind die großen „Heckflosse“-Limousinen stark an die Serie angelehnt. Diese Tatsache hebt die Daimler-Benz AG auch als Verkaufsargument für die Serienlimousinen heraus. Allerdings erfahren die Limousinen je nach Einsatz gewisse Modifizierungen: Dazu gehören die Verstärkung von Fahrgestellelementen, die Vergrößerung des Treibstofftanks und die Änderung der Motorcharakteristik, beispielsweise durch die Herabsetzung des Verdichtungsverhältnisses zwecks einer verbesserten Motorhaltbarkeit. Auch die Getriebe- oder Achsübersetzungen werden variiert.
Technische Daten Mercedes-Benz 300 SE (W 112) Rallyefahrzeug
Produktionszeitraum: 1963-1964
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.996 Kubikzentimeter
Leistung: 195 PS (143 kW) (Serienversion: 160 PS/118 kW; ab 1964: 170 PS /125 kW) Höchstgeschwindigkeit: über 200 km/h (Serienversion: 175 km/h bis 195 km/h, abhängig von Baujahr und Hinterachsübersetzung)
Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG (W 109)
Auf dem Renntourenwagen Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG erringen Hans Heyer und Clemens Schickentanz beim 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa am 24. Juli 1971 völlig überraschend einen Klassensieg und den zweiten Platz im Gesamtklassement. Entstanden ist das Siegerauto bei der seinerzeit noch weitgehend unbekannten Firma AMG, die 1967 von Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher unter der Bezeichnung „Ingenieursbüro, Konstruktion und Versuch zur Entwicklung von Rennmotoren“ gegründet wird. Grundlage für die Modifikation ist der Mercedes-Benz 300 SEL 6.3 – mit einer Leistung von 184 kW (250 PS) schon ein absolutes Ausnahme-Automobil seiner Zeit. Doch Aufrecht und Melcher machen das seinerzeit schnellste deutsche Serienautomobil noch stärker: Der Hubraum wächst von 6.330 auf 6.835 Kubikzentimeter, die Leistung des verbesserten V8-Motors steigt auf 315 kW (428 PS). Der Rennerfolg in Spa bringt den Durchbruch für AMG, zahlreiche weitere Siege folgen. Das Originalfahrzeug von 1971 existiert nicht mehr, doch 2006 ist der Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG als detaillierte Rekonstruktion wieder aufgebaut worden.
Technische Daten Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG (W 109)
Produktionszeitraum: 1971
Zylinder: V8
Hubraum: 6.835 Kubikzentimeter
Leistung: 315 kW(428 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 265 km/h
Die Fahrer für Mercedes-Benz Classic beim
ADAC-Eifelrennen 2012
Dieter Glemser
Geboren am 28. Juni 1938 in Kirchheim/Teck.
Seine Vollgas-Karriere beginnt mit dem Start beim Schorndorfer Bergrennen 1960. Es folgen zahlreiche Klassensiege bei verschiedenen Berg- und Rundstreckenrennen auf dem Nürburgring.
Für die Daimler-Benz AG startet er ab 1963 mit dem Gesamtsieg bei der Polen-Rallye in einem Mercedes-Benz 220 SE und jeweils einem zweiten Platz bei der Deutschland-Rallye (inklusive eines Klassensieges) und dem Großen Straßenpreis von Argentinien. Auch im folgenden Jahr beteiligt er sich an dem Dreifachsieg der Teams Böhringer/Kaiser, Glemser/Braungart und Rosqvist/Falk beim Großen Straßenpreis von Argentinien.
Mit Ford feiert Dieter Glemser 1971 einen Europameistertitel bei den Tourenwagen und einen Sieg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps sowie dem Titel des Deutschen Rennsportmeisters 1973 und 1974. Nach einem schweren Unfall infolge eines Reifenschadens beim Tourenwagenrennen von Macao/Südostchina im November 1974 beendet er seine aktive Motorsportlaufbahn.
Ab 1990 ist Dieter Glemser zehn Jahre lang Mitglied des Mercedes-Benz Motorsport-Teams und als Abteilungsleiter zuständig für die Organisation. Von 2001 bis 2008 ist er freier Mitarbeiter bei Mercedes-AMG und der Daimler AG für Sport- und Fahrsicherheitstraining sowie bei Classic-Veranstaltungen. Noch heute fährt er bei Mercedes-Benz Classic-Veranstaltungen.
Klaus Ludwig
Geboren am 5. Oktober 1949 in Bonn.
Der Einstieg in den Motorsport gelingt Klaus Ludwig über Slalomrennen, Orientierungsfahrten und Tourenwagenrennen in den Jahren 1970 bis 1973. Vordere Plätze bei der Deutschen Rennsport-Meisterschaft sowie deren Gewinn 1979 und 1981 folgen, außerdem drei Siege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in den Jahren 1979, 1984 und 1985.
1988 gewinnt er auf Ford die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und wechselt 1989 zum AMG-Mercedes Team, mit welchem er in den folgenden fünf Jahren insgesamt 19 Siege erzielt. Die Krönung seines Einsatzes sind der Fahrertitel der Meisterschaften in den Jahren 1992 und 1994 sowie die Vizemeisterschaft im Jahr 1991 – aufgrund dieser Erfolge erhält er den Spitznamen „König Ludwig“; 1995 und 1996 startet Ludwig in der DTM im Opel Team Rosberg.
1997 und 1998 fährt Klaus Ludwig wieder für Mercedes-Benz, diesmal in der FIA-GT-Meisterschaft, deren Gesamtwertung er 1998 zusammen mit Ricardo Zonta gewinnt. In der ersten Saison der neuen DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) gewinnt er im Jahr 2000 als bislang ältester Sieger eines der Rennen und beschließt die Saison mit Platz drei in der Gesamtwertung auf Mercedes-Benz CLK. Nach Abschluss der Saison beendet er seine aktive Karriere als Profi-Rennfahrer.
Jochen Mass
Geboren am 30. September 1946 in Dorfen bei Wolfratshausen (Bayern).
Jochen Mass, seines Zeichens ursprünglich Seemann, beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagen-Rennen für Alfa-Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit (1972) gewinnt er die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel dazu engagiert er sich in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975-1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March).
Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 im Gepäck wird er Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9 siegt Jochen Mass mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schafft die Vizeweltmeisterschaft 1989. Drei Jahre später wechselt Mass in das Team-Management der DTM.
Sir Stirling Moss beschreibt ihn als „einen Fahrer mit einem enormen Gefühl für Rennwagen und mit hohem Sachverstand, der mit der Renngeschichte aller Epochen vertraut ist“. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Jochen Mass bis auf den heutigen Tag für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen am Start ist, so wie beim ADAC-Eifelrennen auf dem Nürburgring. Ob im Silberpfeil W 165 oder im Mercedes-Benz Typ SSK – Jochen Mass kennt und fährt sie alle.
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