Vielfalt der klassischen Rennsport-Tradition: Mercedes-Benz Classic bei der Ennstal Classic 2012
Stuttgart
18.06.2012
  • 300 SLS und 280 SL unterwegs auf der Langstrecke vor spektakulärem Alpenpanorama
  • Beim „Chopard Grand Prix“ starten der 300 SL Rennsportwagen und der 300 SLR
  • Mercedes-Benz Classic engagiert sich bei namhaftem Klassik-Event im Alpenraum
Vor 60 Jahren legt Mercedes-Benz mit dem 300 SL Rennsportwagen (W 194) den Grundstein für die erfolgreichen Motorsport-Aktivitäten der Stuttgarter Marke nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei der „Ennstal Classic 2012“ in Österreich (10. bis 14. Juli 2012), einer hochrangigen Veranstaltung der Klassikszene in der Dachstein-Tauern-Region, erinnert Mercedes-Benz Classic an diese legendäre Zeit durch den Einsatz von Originalfahrzeugen jener Epoche. Gesteuert werden die Klassiker unter anderem von den Mercedes-Benz Markenbotschaftern Hans Herrmann und Jochen Mass.
Das faszinierende Wechselspiel zwischen den überragenden Wettbewerbsfahrzeugen und den innovativen Serienautomobilen von Mercedes-Benz prägt die 1950er- und 1960er-Jahre ganz entscheidend. Was damals zu zahlreichen Siegen in Sportwagenrennen und Rallyes führte, lässt sich heute bei Veranstaltungen wie der vor 20 Jahren begründeten Ennstal Classic im authentischen Ambiente erleben und genießen.
Mercedes-Benz Classic setzt zur Ennstal Classic 2012 zwei klassische Sportfahrzeuge im dreitägigen Langstrecken-Wettbewerb ein, dessen Höhepunkt der „Orange-Marathon“ ist. Zwei weitere Automobile mit motorsportlichen Genen starten zum „Chopard Grand Prix“ für historische Rennwagen.
Ein Mercedes-Benz 300 SLS und ein 280 SL kämpfen beim Langstrecken-Wettbewerb auf spektakulären Straßen verschiedener Alpenregionen um Punkte. Er besteht aus Prolog, Orange-Marathon und Schlussprüfung. Am 12. Juli 2012 startet der Prolog in Stoderzinken und endet in Gröbming, beide Steiermark. Auf dem 403 Kilometer langen Weg liegen unter anderem der Sölkpass, die Turracher Höhe und der Katschberg. Am 13. Juli 2012 führt die 492 Kilometer lange Marathon-Strecke dann vom Start in Gröbming in nördlicher Richtung bis nach Steyr und über anspruchsvolle Passstraßen zum Ziel in Schladming. Schließlich folgt am 14. Juli 2012 das Finale in Gröbming mit der Schlusswertung in der Stadt selbst. Insgesamt gilt es, während des Langstrecken-Wettbewerbs beispielweise in Geschicklichkeitsprüfungen auf Sekundenbruchteile genau die Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h zu halten – Abweichungen werden mit Strafpunkten vergolten. Zahlreiche versteckte Sonderprüfungen auf der Strecke machen den Wettbewerb zur großen Herausforderung für die Teams im Cockpit der insgesamt 230 Fahrzeuge im Feld.
Mercedes-Benz Pilot Jochen Mass wird zu diesem Marathon auf einem Mercedes-Benz 300 SLS starten. Dieser Rennwagen ist eine in nur zwei Exemplaren gebaute Rennsport-Sonderausführung des 300 SL Roadster (W 198). Paul O’Shea gewann 1957 mit einem solchen 300 SLS die amerikanische Sportwagenmeisterschaft (Kategorie D).
Der ebenfalls beim Langstrecken-Wettbewerb eingesetzte Mercedes-Benz 280 SL („Pagode“) steht für die Rallye-Erfolge der Baureihe W 113, die Mercedes-Benz Anfang der 1960er-Jahre erzielte. Insbesondere bewährte sich das seriennahe Rallye-Fahrzeug vom Typ 230 SL im Jahr 1963, als Eugen Böhringer und Klaus Kaiser die Marathon-Rallye Lüttich–Sofia–Lüttich mit ihrer „Pagode“ gewannen.
Der „Chopard Grand Prix“ am Samstag, 14. Juli 2012, ist eine exklusive Demonstrationsveranstaltung für historische Rennwagen. Hans Herrmann, Werkspilot der Mercedes-Benz Silberpfeil-Epoche von 1954 bis 1955, startet zu diesem Concours mit dem Rennsportwagen 300 SLR (W 196 S) aus dem Jahr 1955. Mit diesem Fahrzeug sichert sich die Mercedes-Benz Rennabteilung die Sportwagen-Weltmeisterschaft des Jahres 1955. Jochen Mass geht mit einem 300 SL Rennsportwagen (W 194) aus dem Jahr 1952 an den Start. Dieses Fahrzeug mit Gitterrohrrahmen und den charakteristischen Flügeltüren siegt 1952 unter anderem bei den 24 Stunden von Le Mans und bei der Carrera Panamericana.
Viele tausend Zuschauer werden die Ennstal Classic in diesem Jahr wieder besuchen. Denn die faszinierende Verbindung des Mottos „Motorsport wie früher“ mit einem Feld von 230 vor dem 31. Dezember 1972 gebauten sportlichen Fahrzeugen und den österreichischen Alpen als Kulisse macht diesen Termin zu einem ganz besonderen Erlebnis. Dazu trägt Mercedes-Benz Classic als engagierter Partner seit vielen Jahren bei.
Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic bei den
Ennstal Classic 2012
Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194), 1952
Mercedes-Benz greift nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1952 mit dem 300 SL Rennsportwagen der Baureihe W 194 wieder in den internationalen Motorsport ein. Grundlage des Fahrzeugs ist ein extrem leichter, aber dennoch sehr verwindungssteifer Gitterrohrrahmen, über den sich eine elegant geschwungene Leichtmetallkarosserie aus Aluminium-Magnesium-Blech wölbt. Weil der Gitterrohrrahmen an den Seiten aus Gründen der Steifigkeit vergleichsweise hoch ansetzt, kann der W 194 nicht mit herkömmlichen Türen versehen werden; so kommt der Rennsportwagen zu den charakteristischen Flügeltüren, die am Dach angeschlagen sind. Dieses Detail wird 1954 der Seriensportwagen 300 SL (W 198) übernehmen und bringt den Fahrzeugen im englischen Sprachraum schnell den Beinamen „Gullwing“ ein.
Als Antrieb des W 194 dient der 170 PS (125 kW) starke Reihensechszylindermotor M 194 mit 2.996 Kubikzentimeter Hubraum. Seine Rennsport-Premiere erlebt der im März 1952 präsentierte 300 SL bei der Mille Miglia im Mai 1952. Zu den großen Erfolgen des W 194 gehören in seiner ersten und einzigen Rennsaison der Dreifachsieg im Preis von Bern, die spektakulären Doppelsiege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und bei der 3. Carrera Panamericana in Mexiko sowie der Sieg beim „Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring“.
Mercedes-Benz 300 SLR (W 196 S), 1955
Mit dem 300 SLR gewinnt Mercedes-Benz 1955 die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Dieser Sportwagen ist im Prinzip ein mit zweisitziger Sportwagen-Karosserie versehener Formel-1-Rennwagen des Typs W 196 – jedoch mit einem Dreiliter-Reihenachtzylinder aus Leichtmetall statt des 2,5-Liter-Formel-1-Motors mit Stahlzylindern.
Mit 310 PS (221 kW) ist der 300 SLR seinen Konkurrenten 1955 weit überlegen, was er durch Doppelsiege bei der Mille Miglia, beim Eifelrennen, beim Großen Preis von Schweden und bei der Targa Florio dokumentiert. Bei der Mille Miglia 1955 gewinnen Stirling Moss und Beifahrer Denis Jenkinson (Startnummer 722) mit der bis heute unübertroffenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,65 km/h; hilfreich bei diesem Sieg ist das „Gebetbuch“: ein damals neuartiger Streckenaufschrieb, mit dem Jenkinson seinen Piloten Moss quer durch Italien dirigiert. Juan Manuel Fangio kommt als Solofahrer (Startnummer 658) auf Rang zwei.
In Schweden und bei den 24 Stunden von Le Mans überraschen die 300 SLR mit der sogenannten Luftbremse – einer 0,7 Quadratmeter großen Fläche über der Hinterachse, die vom Fahrer beim Bremsen aufgeklappt werden kann, um die Bremswirkung insbesondere auf der Hinterachse zu verstärken. In Le Mans nimmt Mercedes-Benz die in Führung liegenden 300 SLR nach dem unverschuldeten Unfall des Belgiers Pierre Levegh aus dem Rennen.
Mercedes-Benz 300 SLS (W 198), 1957
Für die amerikanische Sportwagenmeisterschaft entwickelt Mercedes-Benz 1957 den 300 SLS, eine Sonderausführung des 300 SL Roadster (W 198). Zwei Exemplare des Sportwagens entstehen für Renneinsätze in den USA, weil die Verwendung der regulären Serienversion für die Saison 1957 in der „Standard Production“-Kategorie vom „Sports Car Club of America“ abgelehnt wird. Daher entwickelt Mercedes-Benz für die Rennsport-Kategorie D den serienmäßigen Roadster zum Wettbewerbsfahrzeug weiter.
So entsteht der nur 970 Kilogramm schwere 300 SLS (Serie: 1330 kg), dessen Motorleistung außerdem gegenüber dem Roadster um 20 PS (15 kW) auf 235 PS (173 kW) steigt. Äußerlich ist der 300 SLS an den fehlenden Stoßstangen, einer speziell geformten Cockpitabdeckung mit Lufteinlassschlitz, der schmalen Renn-Windschutzscheibe und dem Überrollbügel hinter dem Fahrersitz zu erkennen.
Paul O’Shea gewinnt auf einem 300 SLS die amerikanische Sportwagenmeisterschaft in der Kategorie D mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz.
Mercedes-Benz 280 SL (W 113, 1968 bis 1971)
Der Typ 280 SL ist die dritte und letzte Variante der SL-Baureihe W 113, präsentiert im Frühjahr 1968. Die Baureihe W 113 löst 1963 die beiden Vorgängertypen 190 SL (W 121) und 300 SL (W 198) ab. Deren Radstand von 2.400 Millimetern übernimmt der neue 230 SL, setzt allerdings mit Details wie Sicherheitskarosserie und (auf Wunsch) Automatikgetriebe neue Akzente. Das konkav nach innen geformte Hardtop verleiht dem Roadster den liebevollen Namen „Pagode“, da es an fernöstliche Tempelbauten erinnert.
Der neue SL ist weder kompromisslos hart ausgelegt, noch trägt er die Züge eines sanftmütigen Boulevard-Cabrios. Diese feine Balance macht den W 113 zum Erfolgsmodell. Und schon der erste Typ der Baureihe stellt seine sportlichen Fähigkeiten unter Beweis: So gewinnen Eugen Böhringer und Klaus Kaiser mit einem seriennahen Mercedes-Benz 230 SL die Marathon-Rallye Lüttich–Sofia–Lüttich im Jahr 1963.
Der 280 SL der Baureihe W 113 hat 1968 Premiere und wird bis 1971 gebaut. Er ist mit dem 2,8-Liter-Motor M 130 ausgestattet, der 170 PS (125 kW) leistet und damit dem Wagen zu einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h verhilft. Die im 280 SL eingesetzte Motorvariante mobilisiert dank einer Nockenwelle mit geänderten Steuerzeiten 10 PS (7 kW) mehr als die Basisversion des 280 SE der Baureihe W 108. Gegenüber dem 250 SL der Baureihe W 113 steigt die Leistung um 20 PS (14 kW) und das Drehmoment wächst um zehn Prozent.

 
Die Fahrer für Mercedes-Benz Classic bei den
Ennstal Classic 2012
Hans Herrmann
Geboren: 23. Februar 1928 in Stuttgart
Nach seinem Debüt im Motorsport holt Mercedes-Benz Rennleiter Alfred Neubauer den 25-jährigen Hans Herrmann zur Saison 1954 ins Werksteam der Daimler-Benz AG. Beim Großen Preis der Schweiz erreicht Herrmann am 22. August 1954 den dritten Platz. Das Avus-Rennen am 19. September 1954 beenden die Mercedes-Benz Fahrer auf ihren drei Stromlinien-W 196 R mit einem Dreifach-Sieg in der Reihenfolge Karl Kling, Juan Manuel Fangio, Hans Herrmann.
In der Rennsaison 1955 bestreitet Herrmann insgesamt acht Sportwagenrennen und zehn Läufe in der Formel 1. Beim Grand Prix von Monaco springt er für Kling ein und wird bei einem Unfall schwer verletzt. Trotz vollständiger Genesung kommt es für ihn nicht mehr zu einem Einsatz für Mercedes-Benz, da sich das Unternehmen im Oktober 1955 aus dem Motorsport zurückzieht. Damit ist Herrmanns Engagement für Mercedes-Benz beendet.
Er fährt in den folgenden Jahren wieder Renn- und Sportwagen-Wettbewerbe. Nach Einsätzen in der Formel 2 und Formel 1 beendet er 1970 seine Laufbahn mit einem Sieg auf Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans. Bis zum heutigen Tag ist Herrmann für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen am Start.
Jochen Mass
Geboren: 30. September 1946 in Dorfen (bei Wolfratshausen)
Jochen Mass, seines Zeichens ursprünglich Seemann, beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagen-Rennen für Alfa-Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit (1972) gewinnt er die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel dazu engagiert er sich in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975-1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March).
Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 im Gepäck wird er Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9, siegt Jochen Mass mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schafft die Vizeweltmeisterschaft 1989. Drei Jahre später wechselt Mass in das Team-Management der DTM.
Sir Stirling Moss beschreibt ihn als „einen Fahrer mit einem enormen Gefühl für Rennwagen und mit hohem Sachverstand, der mit der Renngeschichte aller Epochen vertraut ist“. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Jochen Mass bis auf den heutigen Tag für Mercedes-Benz bei historischen Veranstaltungen am Start ist, so wie beim ADAC-Eifelrennen auf dem Nürburgring. Ob im Silberpfeil W 165 oder im Mercedes-Benz Typ SSK – Jochen Mass kennt und fährt sie alle.
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