Sicher, sauber und sparsam: IAA-Motto „Zukunft serienmäßig“ gilt auch für moderne Hightech-Lkw
Stuttgart
13.09.2011
  • Assistenzsysteme: viele Schutzengel an Bord
  • Hochentwickelte Zusatzbremsen leisten bis zu 750 kW (1020 PS)
  • Reinigende Kraft im Auspufftopf
  • Verbrauch pro Tonne Nutzlast nur 1 Liter/100 km
  • Hochentwickelte Einspritz- und Getriebetechnik senkt Verbrauch
  • Kraftstoff-Einspritzung mit mehr als 2000 bar
  • Im Windkanal erprobt: Spoiler senken den Verbrauch
Sie sind sicher, sauber und sparsam wie nie: Schwere Lkw sind zu Hightech-Fahrzeugen gereift. Assistenzsysteme halten den Sicher­heitsabstand konstant, warnen beim Verlassen der Spur oder leiten bei Gefahr sogar eine Not­bremsung ein. Motoren mit faszinieren­dem Leistungsvermögen und vollautomatisierte Getriebe mit zwölf Stufen sind perfekt aufeinander abgestimmt und führen zu immer neuen Verbrauchs­rekorden: Pro Tonne Nutzlast nähert sich ein Fernverkehrs-Sattelzug jetzt einem Verbrauch von 1 Liter/100 km.
Neue Abgasreinigungssysteme kombinieren Partikelfilter, Abgasrück­führung und SCR-System, sie senken Emissionen auf ein Mindest­maß. Das IAA-Motto „Zukunft serienmäßig“ passt perfekt auf die aktuelle Lkw-Generation – angeführt vom neuen Mercedes-Benz Actros.
Assistenzsysteme: viele Schutzengel an Bord
Wer rund 150 000 km im Jahr fährt – die gängige Laufleistung für einen Lkw im europäischen Fernverkehr – muss mehr knifflige Situationen meistern als andere. Wer mit 40 Tonnen Gewicht unterwegs ist, trägt eine besondere Verantwortung. Für moderne Schwer-Lkw stehen deshalb vielfältige Assistenzsysteme zur Verfügung. Sie unterstützen den Fahrer eines Schwer-Lkw bei seiner verantwortungsvollen Aufgabe. Assistenzsysteme halten den Sicherheitsabstand konstant und passen die Geschwindigkeit an. Sie warnen rechtzeitig bei drohendem Verlassen der Fahrbahn und verhindern, dass Sattelzüge ins Schleudern geraten – für die Entwickler angesichts von Fahrzeugkombinationen eine große Herausforderung. Der neue Mercedes-Benz Actros mit Notbrems-Assistent leitet bei Gefahr sogar selbständig eine Vollbremsung ein.
Manchmal machen kleine Dinge den großen Unterschied: Ein Sensor registriert, ob die Sattelkupplung richtig verriegelt ist. Aufwendige Spiegelsysteme vermitteln gute Sicht – bis hin zur Rangierfunktion mit erweitertem Blickfeld. Über manche Dinge muss man keine großen Worte mehr verlieren: Antiblockiersystem ABS, Antriebs-Schlupfregelung ASR und das elektronische Brems­system EBS sowie innenbelüftete Scheibenbremsen rundum sind für schwere Lkw selbstverständlich. Höchste Sicherheit liegt im Interesse jedes Unternehmens: Nichts ist teurer für einen Betrieb, als wenn ein Lkw ausfällt und seine Ladung nicht pünktlich ans Ziel gelangt.
Hochentwickelte Zusatzbremsen leisten bis zu 750 kW (1020 PS)
Respekt ja, Furcht nein: Vor modernen Schwer-Lkw wie dem neuen Mercedes-Benz Actros muss niemandem Bange sein. Sie verfügen über eine Vielzahl von Sicherheitseinrichtungen, die das Risiko eines Unfalls minimieren. Die leistungsstarken Scheiben­bremsen erfahren zum Beispiel Unterstützung durch eine kräftige Motorbremse. Sie leistet bis zu 400 kW (544 PS), mehr als der Motor. Häufig kommt mit einem hydrodynamischen Retarder eine weitere Zusatzbremse hinzu. Retarder erreichen ein enormes Leistungsvermögen bis 750 kW (1020 PS).
Abgasreinigung: Hightech-Werkstatt im Auspufftopf
Der Auspufftopf eines Lkw der neuen Generation ist nur noch in seinem Nebenberuf ein Schalldämpfer: Er hat sich zu einem kompakten Hightech-Labor zur Abgasreinigung entwickelt. Auch hier ist der neue Mercedes-Benz Actros Vorreiter. Er kombiniert SCR-Technik mit AdBlue-Einbringung, gekühlter Abgasrück­führung und Partikelfilter. Diese extrem effiziente Abgasreinigung reduziert Partikel, Stickoxide und CO2 auf ein Mindestmaß. Der neue Mercedes-Benz Actros erfüllt als erster Lkw die Abgasstufe Euro VI. Euro VI wird 2013/14 für schwere Nutzfahrzeuge verbind­lich und bedeutet eine Verringerung der Partikel­emissionen um etwa 97 Prozent und der Stickoxide um rund 95 Prozent im Vergleich zu Euro I im Jahr 1992. „Wenn Sie diesen Motor (Euro VI) in einer Stadt mit starker Luftbelastung laufen lassen, sind die Auspuffgase sauberer als die Umgebungsluft“, erklärt ein Experte von Daimler.
Verbrauch pro Tonne Nutzlast auf nur 1 Liter/100 km gesenkt
Umweltfreundlichkeit, Ressourcenschonung und Wirtschaftlich­keit sind für Lkw kein Widerspruch.
Im Gegenteil: Betreiber von Nutzfahrzeugen müssen mit spitzem Stift rechnen – jeder gesparte Liter Kraftstoff bedeutet neben geringeren Kosten automatisch die Schonung von Umwelt und Ressourcen. Die Marke von 30 Liter/100 km Verbrauch haben moderne Sattelzüge mit 40 Tonnen Gesamtgewicht auf vielen gängigen Strecken längst geknackt. Sie nähern sich bereits 25 Liter/100 km. Anders formuliert: Pro Tonne Nutzlast verbrauchen sie im harten Alltagsbetrieb nur 1Liter/ 100 km. Dies hat der „Record Run“ von Daimler auf der Strecke Rotterdam – Stettin – Rotterdam über 10.000 km bewiesen. Das schafft selbst unter günstigsten Bedingungen kein Kleinwagen auch nur annähernd.
Voraussetzung ist ausgetüftelte Technik. So beläuft sich die Motorleistung gängiger Schwer-Lkw auf etwa 300 bis 375 kW (408 bzw. 510 PS). Diese Leistung liegt bereits deutlich unterhalb von 2000/min an, wo mancher Pkw-Diesel erst aus dem „Turbo­loch“ krabbelt. Das höchste Drehmoment von etwa 2000 bis 2500 Nm steht sogar knapp oberhalb des Leerlaufs bei rund 1000/min an. Dank dieser Charakteristik laufen Lkw-Motoren beim üblichen Autobahntempo von 85 km/h kraftstoffsparend mit nur etwa 1300/min. Asymmetrische Abgasturbolader oder Doppel­turbolader sind eine der Voraussetzungen für die enorme Leistung bei niedrigen Drehzahlen. Die Kraft ist faszinierend: Hochaufge­lade­ne Lkw-Triebwerke erreichen durchweg ein spezifisches Drehmoment von rund 200 Nm pro Liter Hubraum – das schaffen nur die kräftigsten Pkw-Motoren.
Kraftstoff-Einspritzung mit mehr als 2000 bar
Die Kombination von Kraft und Sparsamkeit beginnt bereits bei der Verbrennung: Mit teils deutlich mehr als 2000 bar wird der Kraftstoff in die Zylinder eingespritzt, das entspricht etwa dem 800-fachen eines gängigen Pkw-Reifendrucks. Die Motorelektronik berechnet präzise in Bruchteilen von Sekunden nach zahlreichen Parametern Zeitpunkt und Menge jeder einzelnen Diesel-Ein­spritzung für jeden Zylinder individuell.
Die Nebenaggregate wie die Lichtmaschine, der Luftpresser für die Bremsanlage, die Wasser­pumpe und sogar die Servounterstützung der Lenkung arbeiten bei den modernsten Lkw bedarfsgeregelt und damit besonders sparsam.
Portioniert wird die Leistung bei schweren Lkw der Premium­klasse von vollautomatisierten Getrieben, meist mit zwölf Vor­wärtsgängen. Sie schalten dank aufwändiger Rechen­programme besser als selbst gute Fahrer. Die Getriebe sind unsynchronisiert, das spart Gewicht und reduziert die Schaltzeit. Eine definierte Portion Zwischengas beim Zurückschalten gewähr­leistet eine perfekte ruckfreie Schaltqualität. Freilauf­systeme nutzen den Schwung, sie lassen den Lkw bei passender Gelegen­heit im Leerlauf– der richtige Gang wird bei Bedarf selbständig eingelegt.
Im Windkanal erprobt: Spoiler senken den Verbrauch
Gerade weil die große Stirnfläche und die kubische Grundform eines Lkw durch seine Maximalmaße vorgegeben sind (Mittel­europa: Höhe 4,0 m, Breite 2,55 m, Länge Sattelzug 16,5 m), spielt Aerodynamik bei einem Lkw eine wesentliche Rolle. Deshalb erproben die Entwickler moderne Lkw intensiv im Windkanal. Das Fahrerhaus selbst, aber auch seine Anbauteile werden dort Schritt für Schritt optimiert. Denn Bugschürze, Endkantenklappen an den Seiten und ein verstellbarer Luftleitkörper auf dem Dach dienen bei einem Schwer-Lkw nicht einer vermeintlich sportlichen Optik – sie senken wirkungsvoll den Kraftstoffverbrauch und verbessern damit neben der Wirtschaftlichkeit gleichermaßen die Umweltbilanz.
Suche
Presse-Ansprechpartner
Florian
Martens
Leiter Globale Kommunikation Nutzfahrzeuge
Tel.: +49 711 17-41525
Fax: +49 711 17-52006
Martin
Adam
Produkt- und Wirtschaftskommunikation
Forschung & Technologie
Tel.: +49 711 17-55510
Fax: +49 711 17790-38267
Aktionen
ALLE Inhalte der Pressemitteilung
© 2014 Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten. Anbieter | rechtliche Hinweise | CookiesDatenschutz | Nutzungsbedingungen