Das Interieurdesign der neuen B-Klasse: Raum in seiner schönsten Form
Stuttgart
29.07.2011
Fünf Fragen an Dr. Götz Renner, Leiter des Customer Research Centers: „Zusammenspiel der Sinneseindrücke“
Wie wohl wir uns in einem Auto fühlen, entscheidet sicher nicht nur das Auge. Wie wichtig sind die anderen menschlichen Sinne, gibt es eine Rangfolge?
Im Fahrzeug spielen neben der visuellen Wahrnehmung die Haptik, Akustik und Olfaktorik eine entscheidende Rolle. Eine klare Rangreihe lässt sich hier nicht bilden, vielmehr ist das Zusammenspiel der verschiedenen Sinneseindrücke entscheidend. So muss sich beispielsweise ein Material, das optisch wie Leder aussieht, auch wie Leder anfühlen. Ein massives Bedienelement aus Metall benötigt ein anderes Geräusch beim Betätigen als ein sehr filigranes Bedienelement aus Kunststoff.
Entscheidend für den Eindruck, den man von einem Fahrzeug bekommt, ist auch die Reihenfolge, in der bestimmte Sinneseindrücke aufgenommen werden. Ein sattes Geräusch beim Schließen der Tür etwa beeinflusst in starkem Maße die weitere psychologische Verarbeitung des Fahrzeug- interieurs. Visuelle Eindrücke stehen ebenfalls sehr frühzeitig zur Verfügung, was zu einem ersten Urteil führt. Dieses wird aber zunehmend durch weitere Reize angereichert und modifiziert – z. B. durch haptische Reize über die verschiedenen Bedienelemente, Schwingungen und Geräusche beim Fahren etc.
Anhand welcher Kriterien wird ein Interieur als hochwertig empfunden?
Sind diese messbar?
Hochwertigkeit kann man sich als Hierarchie verschiedener Bewertungskriterien vorstellen. Sehr basal sind beispielsweise Funktionalität und qualitative Aspekte wie Langlebigkeit oder Stabilität. Sind diese Anforderungen erfüllt, geht es um ergonomische Aspekte wie die intuitive Bedienbarkeit der einzelnen Systeme und Instrumente. An der Spitze stehen Wertanmutungsaspekte, also z. B. das optische Erscheinungsbild oder haptische Aspekte der Materialien.
Gemessen werden die verschiedenen Stufen der Hochwertigkeit in experimentellen Studien, bei denen sich physikalische Eigenschaften mit subjektiven Gefallens-Urteilen von Kunden in Verbindung bringen lassen. So lässt sich beispielsweise aufklären, welcher Kraft-Weg-Verlauf beim Betätigen eines Schalters oder welche Oberflächeneigenschaften eines flächigen Materials (wie z. B. in der Instrumententafel) für Hochwertigkeit steht.
In der Beurteilung gibt es sicher Unterschiede, anhand persönlicher Vorlieben
und gemachter Erfahrungen? Nach Alter, Geschlecht?
Alter und Geschlecht sind Merkmale, die häufig in Kundenstudien miterhoben werden und durchaus eine gewisse Bedeutung haben. Bei sehr vielen Themen sieht man allerdings, dass sie nicht ausreichend sind, um Unterschiede zwischen Personen hinsichtlich der Bewertung eines Fahrzeugs zu erklären. Bestimmte Werthaltungen sowie der allgemeine Lebensstil leisten hier oft einen größeren Beitrag. Das Alter steht häufig auch im Zusammenhang mit einer bestimmten Lebenssituation, aus der sich Anforderungen und entsprechende Präferenzen ableiten lassen. Diese sind entscheidender als das Lebensalter an sich. Eine junge Familie hat beispielsweise meist andere Anforderungen an ein Fahrzeug als gleichaltrige Singles.
Viele Aspekte bei der Beurteilung eines Fahrzeuges sind allerdings auch sehr stark von ganz individuellen Präferenzen und Erfahrungen geprägt. Deshalb kommt dem Thema Individualisierung im Fahrzeugkontext auch eine so große Bedeutung zu.
Wie wichtig ist das Markenimage in diesem Zusammenhang?
Eine „Marke“ gibt dem Kunden ein Versprechen über die Qualität und die Eigenschaften eines Produktes. Somit hat der Kunde auch ganz bestimmte Erwartungen an eine Marke. Marken sind für den Kunden wichtig, um sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden. Sie dienen dazu, Komplexität und Unsicherheit bei der Kaufentscheidung zu reduzieren. Aus diesem Grund hat die Erwartung an eine Marke auch einen entscheidenden Einfluss darauf, wie ein Interieur wahrgenommen wird. Die Herausforderung für Mercedes-Benz ist es, die Erwartungen des Kunden zu übertreffen und ihn positiv zu überraschen. Kritisch wäre es, wenn die Erwartungen nicht getroffen werden, dann enttäuscht man die Kunden. Deshalb versuchen wir im Customer Research Center, frühzeitig die Anforderungen unserer Kunden zu analysieren und in den Entwicklungsprozess einfließen zu lassen.
Und welchen Einfluss haben die Medien darauf, wie ein Interieur wahrgenommen wird?
Die Medien sind für den Kunden eine wichtige Informationsquelle. Sie helfen dem Kunden, Fahrzeuge zu vergleichen, sich eine Einschätzung von Fahrzeugexperten einzuholen. Somit helfen sie dem Kunden, Komplexität und Unsicherheit zu reduzieren und eine Kaufentscheidung zu treffen. Die Medien sind vor allem hilfreich, um objektive Interieureigenschaften zu beurteilen, z. B. Ausstattungsumfänge, Ergonomie und Bedienung. Bei subjektiven Beurteilungen können die Medien weniger helfen. Denn die Entscheidung, ob ein Interieur gefällt, muss der Kunden letztlich ganz für sich treffen.
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