Der neue Mercedes-Benz SL: Leicht, athletisch, luxuriös
Stuttgart
12.03.2012
Fahrwerk: Bester Kontakt zur Straße
  • Zwei Fahrwerkvarianten zur Wahl
  • Radführungen aus Aluminium
  • Elektrische Direktlenkung mit Steer Assist
  • Elektrische Parkbremse serienmäßig
  • Torque Vectoring Brake für Agilität und Sicherheit
Kraftvoll in der Beschleunigung, souverän bei jeder Geschwindigkeit, spritzig in kurvigen Passagen – der neue SL glänzt mit untadeligen Manieren auf allen Straßen der Welt und in allen Fahrsituationen. Außerdem kitzelt er alle Sinne mit jeder Menge Fahrspaß. Diese emotionalen Erlebnisse verdanken SL-Piloten neben den potenten Motoren vor allem dem sportlich-agil abgestimmten und dennoch komfortablen Fahrwerk, das für den SL mit zwei unterschiedlichen Federungssystemen angeboten wird:
Serienmäßig fährt der SL mit einer semiaktiven Verstelldämpfung. Alternativ wird auf Wunsch das aktive Federungs- und Dämpfungssystem Active Body Control ABC angeboten.
Die Federbeine der Serienausrüstung kombinieren eine Stahlfeder mit einem kontinuierlich verstellbaren Dämpfer. Seine Dämpfungseigenschaften lassen sich über ein elektrisch angesteuertes Ventil variieren.
Die kontinuierliche Anpassung der Dämpfung an die jeweilige Fahrsituation erledigt vollautomatisch eine Steuerelektronik, die über Sensoren den jeweiligen Fahrzustand erfasst. Das Steuergerät ermittelt mithilfe der Sensordaten die notwendigen Dämpfkräfte für optimale Komfort- und Fahreigenschaften. Auf dieser Basis regelt sie die Dämpfungsventile an jedem Rad stufenlos innerhalb eines weit gespreizten Dämpfungskennfelds so, dass Aufbaubewegungen auf unebenen Straßen wie etwa Heben, Wanken und Nicken minimiert werden. Ergebnis: Der neue SL rollt auch auf schlechter Straße sanft und ohne Abstriche bei der Fahrdynamik ab.
Auch vom Fahrer verursachten Aufbaubewegungen wirkt die semiaktive Verstelldämpfung durch Anpassung der Dämpfercharakteristik schnell entgegen. So gleicht die dynamische Wank- und Nickabstützung beispielsweise Nicken infolge von Bremsen und Beschleunigen aus und hemmt rasch und effektiv Wankbewegungen, die vor allem durch Kurvenfahrt beziehungsweise Anreißen des Lenkrads bei einem dynamischen Ausweichmanöver angeregt werden. Drehstäbe an Vorder- und Hinterachse helfen dabei, große Wankwinkel bei Kurvenfahrt zu reduzieren und beeinflussen das Eigenlenkverhalten positiv.
Die Einstellung des Grundcharakters des Fahrwerks überlässt die Regelelektronik allerdings dem Fahrer. Über einen Schalter kann er dazu die
Dämpfungscharakteristik in einem weiten Feld von komfortabel bis sportlich verändern. Damit steht ihm auf Knopfdruck beispielsweise eine eher komfortable Fahrwerkabstimmung zur Verfügung; wählt er die Sportabstimmung, so entscheidet er sich für ein Fahrerlebnis auf sehr hohem Fahrdynamikniveau.
Sportfahrwerk im Sport-Paket AMG
Eine Variante dieses Fahrwerks wird im Sport-Paket AMG angeboten. Dieses Sportfahrwerk senkt den Roadster um zehn Millimeter ab, Federbein und Drehstäbe sind um zehn Prozent steifer ausgelegt und die Parametrierung der Verstelldämpfung ist so gewählt, dass die Aufbaubewegung stärker gedämpft wird. Diese Maßnahmen unterstreichen den sportlichen Charakter.
ABC-Fahrwerk für Komfort auf hohem Niveau
Auf Wunsch kann der neue SL alternativ mit dem bereits im Vorgänger angebotenen, weltweit einmaligen aktiven Federungs- und Dämpfungssystem Active Body Control ABC ausgerüstet werden, das die Fahrwerk-Spezialisten von Mercedes-Benz für den neuen SL weiter verbessert haben. Wirksame Stellglieder dieses Systems sind Federbeine, bei denen in Reihe zur Stahlfeder ein hydraulischer Stellzylinder angeordnet ist. Fährt dieser Zylinder ein und aus, verstellt er dadurch aktiv die Länge der Feder und damit die Federkraft im Federbein. Damit kann auf Drehstäbe an Vorder- und Hinterachse verzichtet werden.
Mit dieser Technik passt eine Regelelektronik das Fahrwerk permanent und ohne spürbare Verzögerung der Fahrsituation und dem Fahrbahnzustand an. Damit kann das aktive Federungs- und Dämpfungssystem ABC den Komfort auf ein hohes Niveau steigern und gleichzeitig die Fahrdynamik des Roadsters verbessern. Denn es kompensiert nahezu komplett die Wank- und Nickbewegungen des Fahrzeugaufbaus beim Beschleunigen, Bremsen und in Kurven. Darüber hinaus bietet es auf Knopfdruck eine einmalige, weiter erhöhte Spreizung der Fahrwerkeigenschaften zwischen Sport und Komfort.
Da die durch Straßenunebenheiten angeregten Schwingungen stark reduziert werden, erleben die Insassen im SL ein Fahrzeug mit perfektem „Schluckvermögen“ auf schlechten Straßen. Außergewöhnlich klein sind vor allem Aufbaubewegungen bei wechselseitiger Anregung (Querwerfen).
Auch Aufbaubewegungen, die durch Fahrereinfluss entstehen, werden fast völlig glatt gebügelt, etwa das Wanken des Aufbaus beim Lenken oder das Nicken beim Bremsen und Beschleunigen. Die Insassen erleben ein Fahrzeug, das „wie auf Schienen fährt“, allerdings ohne dies mit einem Sportfahrwerk-typischen schlechteren Fahrkomfort bezahlen zu müssen.
Da das ABC-System die Wankmomentenverteilung abhängig von der Fahrgeschwindigkeit verändert, erlebt der Fahrer ein sich mit der Fahrgeschwindigkeit veränderndes Fahrverhalten. Es variiert von Fahrspaß, wo man ihn sich fahrdynamisch leisten kann, bis zu Spurstabilität, wo sie verstärkt benötigt wird. Anders ausgedrückt: Auf kurvigen Landstraßen bewegt sich der Roadster leichtfüßig agil, auf Autobahnstrecken zieht er sicher seine Spur und bringt den Fahrer nicht durch nervöse Reaktionen in Bedrängnis.
Außerdem ist das ABC-System mit einer hydraulischen Rundum-Niveauregulierung ausgerüstet und sorgt so für ein konstantes, von der Zuladung unabhängiges Fahrzeugniveau. Bei laufendem Motor kann der Fahrer das Niveau auf Tastendruck anheben, sowohl bei stehendem Fahrzeug als auch während der Fahrt. Neu im SL: Wird auf diese Weise das Niveau um 50 Millimeter angehoben, vergrößert sich die Bodenfreiheit für Schlechtwegstrecken oder Rampen. Überdies senkt sich der mit ABC ausgerüstete SL automatisch bei hohen Geschwindigkeiten um bis zu 13 Millimeter ab und reduziert so Schwerpunkt und Luftwiderstand und damit auch den Kraftstoffverbrauch.
Mehr Spur, weniger ungefedertes Gewicht
Spur und Radaufhängung sind bei beiden Fahrwerkvarianten gleich. Zugunsten sportlich-agiler und sicher beherrschbarer Fahreigenschaften fährt der neue SL auf einer deutlich breiteren Spur als der Vorläufer (Vorderachse plus 38 mm, Hinterachse plus 63 mm).
An der Vorderachse wurde das bewährte Prinzip der Vierlenkerachse aus der Vorgängerbaureihe übernommen. Sie erzielt hervorragende Ergebnisse bezüglich Komfort, Dynamik, Agilität sowie aktiver und passiver Sicherheit. Ihr wesentliches Merkmal sind zwei einzelne Lenker (Zugstrebe und Federlenker), die an die Stelle eines unteren Dreiecks-Querlenkers treten. In Verbindung mit dem ABC-Fahrwerk ist kein Drehstab erforderlich.
Um die Vorderachse gewichtsseitig weiter zu optimieren, bestehen im neuen SL auch der Achsschenkel und der Federlenker aus Aluminium. Die unteren Vorderachselemente, das Lenkgetriebe und die Motorlager sind mit einem Montageträger aus Aluminium verbunden, der direkt mit der Karosserie
verschraubt ist.
Auch an der Hinterachse wurde Leichtbau konsequent umgesetzt. So bestehen zur Reduzierung der ungefederten Massen fast alle Radführungsteile aus Aluminium; ebenso der Fahrschemel mit belastungsgerecht angepassten Blechstärken. Der gewichtsreduzierte Hinterachsträger besteht aus hochfestem Stahl.
Allerdings stand bei der Entwicklung der Hinterachse nicht nur Gewichtseinsparung im Fokus. Kinematik und Elastokinematik haben die Ingenieure ebenso mit Zielrichtung auf mehr Agilität optimiert. Aus der neuen Auslegung resultieren zudem geringere Kräfte, dies trägt deutlich zum gesteigerten Komfort bei. Eine zusätzliche Abstützung für die hintere Fahrschemellagerung an die Karosserie wirkt sich ebenfalls positiv auf den Fahrkomfort des neuen SL aus. Sie steigert die Einleitungssteifigkeit – eine Kenngröße, die sich unter anderem durch hervorragendes Abrollverhalten günstig bei den NVH-Eigenschaften (Noise, Vibration, Harshness = Geräusch, Schwingung, Rauheit) bemerkbar macht. Dank dieser konstruktiven und materialtechnischen Maßnahmen bietet der neue Luxus-Roadster ein Fahrwerk mit herausragendem Komfort bei gleichzeitig ausgezeichneter Fahrdynamik.
Wie sein Vorgänger verfügt auch der neue SL mit Verstelldämpfung über einen Drehstab-Stabilisator, der zur Reduzierung der Anbindestellen zum Rohbau direkt an der Hinterachse befestigt ist und zusammen mit dem Fahrschemel montiert wird.
Das Fahrwerk ist nahezu neutral ausgelegt und kommt damit sportlichen Fahrern entgegen. Es reagiert besonders im Bereich 60 bis 130 km/h sehr agil und erlaubt deshalb hohen Landstraßengenuss. Dabei lässt der SL Querbeschleunigungen zu, die selbst für Sportwagen beeindruckend sind. Für das ESP® können zwei verschiedene Programme gewählt werden. Die Regeleingriffe der sportlicher abgestimmten Variante lassen bei forcierter Kurvenfahrt Schwimmwinkel (Winkel zwischen der Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunktes und der Fahrzeuglängsachse) zu – bieten also versierten Fahrern viel Fahrspaß. Gleichzeitig lässt sich der SL bei höheren Geschwindigkeiten einfacher und sicherer fahren.
Elektrische Direktlenkung für ein Plus an Fahrdynamik
Die weite Spreizung der Fahrwerkeigenschaften unterstützt eine neue
elektromechanische Direktlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Lenkkraftunterstützung und veränderlicher Lenkungsübersetzung. Sie ändert sich in Abhängigkeit vom Lenkradeinschlag. Rund um die Mittellage der Lenkung ist die Übersetzung sehr indirekt. Das bedeutet stabilen Geradeauslauf und damit hohe Sicherheit. Im Gegensatz zu anderen variablen Lenkungen wird die Übersetzung der Direktlenkung aber bereits ab 5 Grad Lenkeinschlag sehr schnell kleiner und bietet bereits ab etwa 100 Grad Lenkwinkel eine sehr direkte Übersetzung. Dann genügen verhältnismäßig kleine Lenkradausschläge für eine Kurskorrektur, Fachleute sprechen von reduziertem Lenkwinkelbedarf.
Im Vergleich zum Vorgänger optimiert die Direktlenkung den Übersetzungs-verlauf. Dadurch glänzt der neue SL mit noch mehr Agilität und als Folge macht das Kurvenfahren noch mehr Spaß. Gleichzeitig reduziert sich der maximale Lenkaufwand beim Parken oder Wenden durch den neuen Übersetzungsverlauf um etwa 15 Prozent. Daher sind nur noch 2,2 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag notwendig.
In der Praxis wirkt sich das so aus: Bereits bei Stadtgeschwindigkeiten müssen Fahrerinnen und Fahrer weniger am Lenkrad kurbeln, Richtungsänderungen sind dadurch schneller und mit geringerem Aufwand möglich. Noch beeindruckender ist die Wirkung der Direktlenkung auf kurvigen Landstraßenpassagen. Bereits kleine Lenkradausschläge genügen hier, um das Fahrzeug zu steuern. Die Hände müssen auch bei engeren Kurven so gut wie gar nicht mehr am Lenkrad umgreifen, schnelle Kurvenfolgen lassen sich mit kleinen Lenkbewegungen sicher, präzise und mit viel Fahrspaß bewältigen.
Trotz ihrer bemerkenswerten Wirkung ist das Kernstück der neuen Direktlenkung lediglich eine simple Zahnstange. Ihr Geheimnis liegt in den darauf eingeprägten Zähnen. Im Mittelbereich erscheinen sie leicht wellenförmig mit sich verändernden Flanken gestaltet, nach beiden Seiten gehen sie in unterschiedlich weit auseinander stehende Zähne über. Die Änderung der Lenkungsübersetzung wird demnach auf rein mechanischem Weg bewirkt. Auf aufwendige Stelleinheiten und komplizierte Sensorik, wie sie andere variable Lenkungstypen benötigen, konnten die Lenkungstechniker dank dieser ingeniösen Lösung verzichten. Damit ist die Direktlenkung hinsichtlich Störanfälligkeit und Gewicht überlegen. Zudem bleibt die Reaktion bei jedem Lenkradausschlag immer gleich und damit leicht vorhersehbar, während andere variable Lenksysteme bei sich schnell verändernden Situationen bisweilen eine rasche Umstellung (Adaption) des Fahrers verlangen.
Statt hydraulisch, wie bei der bekannten Parameterlenkung von Mercedes-Benz, reguliert die Direktlenkung im SL die Lenkkraft elektrisch. Dafür sorgt ein achsparallel zur Zahnstange angeordneter Elektromotor, der seine Kraft als Drehbewegung über einen Zahnriemen auf den Kugelgewindetrieb überträgt. Elektromotor, Antriebseinheit, Steuergerät und Sensorik sind zu einer kompakten Einheit zusammengefasst.
Das Steuergerät wertet eine Vielzahl von Eingangsgrößen aus, um das Lenkmoment situationsgemäß optimal zu gestalten. Ein Drehmomentsensor erfasst an der Lenkgetriebe-Eingangswelle den notwendigen Unterstützungsbedarf. Dabei berücksichtigt die Elektronik beispielsweise unterschiedliche Fahrzeug-Achslasten. Wegen der unterschiedlichen Motorgewichte sind deshalb die Kennfelder für Sechszylinder- und Achtzylindermodelle unterschiedlich – ein Beleg für Ingenieurskunst.
Weitere Vorteile der elektrischen Lenkung:
  • Aktiverer Rücklauf: Die Elektronik unterstützt die Lenkungsrückstellung, sodass man zur Rückkehr in Geradeausstellung kaum lenken muss.
  • Geringerer Verbrauch: Da Leistung nur dann abgerufen wird, wenn man tatsächlich lenkt, sinkt der Verbrauch im Vergleich zur hydraulischen Direktlenkung um bis zu 0,3 l/100 km.
  • Aktives Einparken: Mit der elektromechanischen Direktlenkung kann erstmals im SL der Aktive Park-Assistent Advanced Parking Control (APC) angeboten werden.
Assistent hilft bei kritischen Fahrbahnzuständen
Eine weitere Assistenzfunktion wurde dank elektromechanischer Lenkkraftunterstützung im neuen SL verwirklicht – der Lenk-Assistent Steer Assist: Er kann die Stabilisierung des Fahrzeugs unterstützen, wenn das Fahrzeug auf eine Fahrbahn mit rechts und links unterschiedlichen Reibwerten (µ-Split) bremst und dadurch zu einer Seite zieht. Mit dieser Situation sieht man sich beispielsweise auf einseitig vereister Fahrbahn konfrontiert. Das Fahrzeug dreht dann beim Bremsen in Richtung des hohen Reibwertes – Fachleute sprechen von einem Gierimpuls.
In diesem Fall gibt der Lenk-Assistent dem Fahrer über das Lenkrad einen Hinweis zum Gegenlenken in die richtige Richtung, um den durch die Reibwertdifferenz entstandenen Gierimpuls zu kompensieren, bis sich das Fahrzeug wieder stabilisiert hat. Dazu wertet das Steuergerät die Differenz der ABS-Drücke rechts und links aus, die Hinweise auf unterschiedliche Reibungswerte der Fahrbahn gibt; ebenso bezieht es die Daten des ESP® mit ein, die in solchen Bremssituationen ein Übersteuern registrieren.
Als Hinweis prägt die elektrische Lenkkraftunterstützung ein Lenkmoment auf, das wie ein Vorschlag die eigene Reaktion unterstützt. Dieses Lenkmoment, das den Fahrer mit leichtem Impuls zum richtigen Lenken veranlasst, ist kaum spürbar und wird meist gar nicht bewusst bemerkt. Dennoch ist die Assistenzfunktion wirkungsvoll. Der Lenk-Assistent gibt allerdings lediglich Hinweise, in welche Richtung man lenken soll, um das Fahrzeug zu stabilisieren; er überstimmt nicht den Fahrer.
Bremsen für sportliches Fahrvergnügen
Das bewährte Bremssystem mit hydraulischer Zweikreisbremse und der Aufteilung der beiden Bremskreise auf Vorder- und Hinterachse hat der neue SL vom Vorgängermodell übernommen. Alle Varianten sind vorne mit neu entwickelten 4-Kolben-Festsattelbremsen in Aluminium-Monoblock-Ausführung und perforierten Bremsscheiben ausgerüstet. Hinten sind 1-Kolben-Kombifaustsättel aus Aluminium montiert.
Um die geforderte Leistung der Bremsanlage bereitstellen zu können, muss
die an den Bremsen entstehende Wärme möglichst schnell abgeführt werden. Augenmerk wurde deshalb auf eine aerodynamisch günstige und effektiv wirksame Bremsenkühlung gelegt. Auf der Basis verschiedener Windkanal- und Fahrversuche entwickelten die Aerodynamiker zur gezielten Luftleitung im Vorderachsbereich ein System aus verschiedenen Komponenten. In die vordere Motorraumverkleidung ist eine Bremsluftrinne integriert, die die Luft gezielt über den Vorderradspoiler führt und auf eine Umlenkschaufel lenkt. Die am Vorderachslenker befestigte Umlenkschaufel leitet die von der Bremsluftrinne kommende Luft über die Bremsscheiben nach außen ab. Zusammen mit einem darauf abgestimmten Vorderradspoiler konnte so eine effektive Kühlung der Bremsen erreicht werden. Die neu entwickelten Bremsabdeckbleche bestehen an der Vorderachse aus Stahl und an der Hinterachse aus Aluminium.
Dimensionen der Bremsscheiben
 
SL 350
SL 500
Durchmesser/Dicke mm
vorne: innen belüftet
und perforiert
342/32
vorne: innen belüftet
und perforiert
360/36
Durchmesser/Dicke mm
hinten: innen belüftet
320/24
hinten: innen belüftet
320/24
 
Elektrische Parkbremse mit Notbremsfunktion
Ein Novum im SL ist die elektrisch betätigte Parkbremse, die zur Gestaltung eines großzügigen Innenraums beiträgt. Der Schalter dafür befindet sich in der Instrumententafel unterhalb des Lichtdrehschalters. Drücken schließt die elektrische Parkbremse, ziehen löst sie. Sie löst sich überdies automatisch, sobald der Motor läuft, das Getriebe in Stellung D oder R und der Fahrer angeschnallt ist und das Gaspedal betätigt.
Normalerweise schließt die elektrische Parkbremse unabhängig von der Dauer der Betätigung den dafür zuständigen Kombifaustsattel an der Hinterachse nur bei Fahrzeugstillstand oder bei einer Geschwindigkeit unter 4 km/h vollständig und dauerhaft. Zusätzlich ist eine Notbremsfunktion vorgesehen: Betätigt der Fahrer die elektrische Parkbremse bei einer höheren Geschwindigkeit als 4 km/h, bremst der SL mithilfe der Betriebsbremse bis zum sicheren Stand ab. Die Notbremsfunktion übernimmt in diesem Fall die Hydraulikeinheit des ESP®, auch die Bremslichter leuchten auf. Die Notbremsung bricht ab, sobald das Bedienelement nicht mehr gedrückt gehalten wird.
Torque Vectoring Brake – ESP® lenkt mit
Im neuen SL wird das System Torque Vectoring Brake serienmäßig angeboten. Es sorgt für zusätzliche Sicherheit im Grenzbereich, macht den Roadster noch agiler und stärkt damit seinen sportlichen Charakter. Dies erreicht das System durch gezielten einseitigen Bremseingriff am kurveninneren Hinterrad durch das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP®. Erkennt ESP® ein drohendes Untersteuern, erzeugt die Torque Vectoring Brake (Antriebsmomentenverteilung durch Bremseingriff) auf diese Weise in Sekundenbruchteilen eine definierte Drehbewegung des Fahrzeugs um die Hochachse. Die Folge: Durch die unterschiedliche Verteilung der Antriebskräfte lässt sich der SL ohne Einbußen bei der Dynamik stabilisieren und lenkt präzise und beherrschbar in die Kurve ein. Vorteil dieser Lösung gegenüber aufwendigen mechanischen Komponenten wie einer aktiv mitlenkenden Hinterachse, zusätzlichen Lamellenkupplungen oder einem aktiven Differenzial: Die Torque Vectoring Brake lässt sich ohne Gewichtszunahme des Fahrzeugs realisieren, sodass sich keine Verbrauchsnachteile ergeben.
Räder und Reifen – breite Basis für den SL
Standardmäßig ist der SL 350 mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit der Bereifung 255/45 R17 ausgerüstet – Optionen bis 19-Zoll-Felgen stehen auf Wunsch zur Wahl. Der SL 500 rollt serienmäßig auf 18-Zoll-Rädern mit Mischbereifung (vorne 8,5 J x 18 ET 35,5 mit Reifen 255/40 R 18, hinten 9,5 J x 18 ET 47,5 mit Reifen 285/35 R 18).
Ihr Presse-Kontakt
Michael
Allner
Baureihen S-, CL-, SL-, SLK-Klasse, Maybach, MB Guard
Tel.: +49 711 17-75846
Fax: +49 711 17-98646
Wolfgang
Zanker
Leiter Baureihen Mercedes-Benz Cars, Testwagenmanagement, Sportkommunikation
Tel.: +49 711 17-75847
Fax: +49 711 17-91602
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