Die A-Klasse: Pulsschlag einer neuen Generation
Stuttgart
25.06.2012
Interview mit Dr. Jörg Breuer, Leiter Entwicklung Pkw, Aktive Sicherheit: „Vergleichbar positiver Effekt wie ESP®“
Dr. Jörg Breuer (46) hat Maschinenbau an der TU Darmstadt und der ETH Zürich studiert und 1995 mit der Arbeit „Ergonomische Beurteilung und Gestaltung der Sicherheit des Arbeitssystems Kraftfahrzeugführen“ promoviert. Seit Juli 1996 ist der gebürtige Aachener bei der Daimler AG und leitet dort seit 2001 die Abteilung Aktive Sicherheit. Er arbeitet darüber hinaus in zahlreichen Sicherheitsgremien der Automobilhersteller mit, so in der „ACEA Task Force Active Safety“ und der e-Safety-Arbeitsgruppe „Implementation Roadmap“.
Bei anderen Herstellern gibt es schon City-Brems-Assistenten. Worin liegt der Unterschied zum radargestützten Kollisionswarnsystem von Mercedes-Benz?
Breuer: COLLISION PREVENTION ASSIST ist kein Stadtsystem zur Minimierung von Bagatellschäden. Vielmehr zielt dieses Assistenzsystem auf den Schutz vor typischen Auffahrunfällen in gefährlichen Verkehrssituationen über 30 km/h.
Ist das der relevante Geschwindigkeitsbereich, kommt es oberhalb von 30 km/h zu den meisten gefährlichen Situationen, die zu Auffahrunfällen führen können?
Breuer: Ja, das belegen zum einen unsere Feldtests. Seit 2005 wurden dabei in Europa, USA, Japan und Südafrika über 4,5 Millionen Kilometer zurückgelegt. Zum anderen haben die Real-Unfalldaten aus GIDAS, dem größten Projekt zur Erhebung von Unfalldaten in Deutschland, dieses Geschwindigkeitsprofil bestätigt.
Die neuen Kompaktklasse-Modelle von Mercedes-Benz besitzen den COLLISION PREVENTION ASSIST serienmäßig. Welchen Effekt auf die Unfallzahlen und die Unfallschwere erhoffen Sie sich davon?
Breuer: Wir erwarten, dass der COLLISION PREVENTION ASSIST einen vergleichbaren positiven Effekt auf das reale Unfallgeschehen hat wie seinerzeit die serienmäßige Einführung von ESP®. Dafür sprechen erste Versuchsergebnisse Bei Tests mit 110 Autofahrern im Bewegt-Fahrsimulator sank die Unfallquote dank der Kombination aus Kollisionswarnung und adaptiver Bremsassistenz in drei typischen Situationen von 44 auf elf Prozent.
COLLISION PREVENTION ASSIST warnt und stellt die Bremskraft adaptiv ein – aber anders als die optional erhältliche DISTRONIC PLUS bremst es nicht selbstständig. Ist das ein Nachteil?
Breuer: Unsere Untersuchungen zeigen, dass fast alle Autofahrer auf die Kollisionswarnung auch bei DISTRONIC PLUS reagieren und selbst bremsen. Der Vorteil von DISTRONIC PLUS liegt beim Komfort, weil die Geschwindigkeit und damit der Abstand zum Vordermann automatisch geregelt werden.
COLLISION PREVENTION ASSIST ist aber nur eines der zahlreichen Fahrassistenzsysteme, die für die A-Klasse erhältlich sind. Welches sind die anderen Highlights?
Breuer: Insgesamt sind zehn Fahrassistenzsysteme erhältlich, die bislang höheren Fahrzeugsegmenten vorbehalten waren, beispielsweise die Müdigkeitserkennung ATTENTION ASSIST sowie das präventive Insassenschutzsystem PRE-SAFE®. Wir sprechen hier von einer Demokratisierung der Sicherheit.
Demokratisierung der Sicherheit heißt einerseits, dass aus höheren Segmenten bekannte Sicherheitsinnovationen ihren Weg in die Mittel- und Kompaktklasse finden. Aber auch andererseits, dass die A-Klasse trotz kompakter Außenmaße selbstverständlich das strenge Crashtestprogramm der Marke erfüllt?
Breuer: Ja, „ein Stern genügt“ ist unsere Sicherheitsphilosophie, die selbstverständlich auch für die A-Klasse gilt. Meine Kollegen in der Passiven Sicherheit haben hier einen tollen Job gemacht und das Ziel erreicht: Die A‑Klasse erfüllt das strenge Testprogramm der Marke. Dazu gehören nicht nur rund 30 verschiedene Aufprallkonfigurationen, die für Ratings und die weltweite Zulassung vorgeschrieben sind, hinzukommen auch neun firmeneigene Crashversuche wie der Dachfall- oder der Pfahltest.
Ihr Presse-Kontakt
Wolfgang
Zanker
Leiter Baureihen Mercedes-Benz Cars, Testwagenmanagement, Sportkommunikation
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