Mercedes-Benz GL-Klasse: First Class unter allen Bedingungen
Stuttgart
26.07.2012
Sicht und Sicherheit: GL-Klasse: Immer im Bilde
  • Vorbildliche passive Insassenschutzsysteme
  • Fahrgastzelle umgibt die Insassen wie ein Kokon
  • Definierte Verformungszonen reduzieren die Belastung
  • Neue Crashanforderungen erfüllt die GL-Klasse souverän
  • Aktive Motorhaube verbessert den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer
  • Assistenzsysteme wirken als „elektronische Knautschzone“
  • Premiere: Radargestützter COLLISION PREVENTION ASSIST
  • Stabilitätspakt: Serienmäßiger Seitenwind- und Lenkassistent
  • Auf Nummer sicher: Mercedes-Benz Notruf
  • Durchblick und Übersicht: 360°-Kamera, Nachtsicht-Assistent PLUS und Intelligent Light System mit neuem Offroad-Licht
  • Spielend leicht einparken mit dem Aktiven Park-Assistent
  • Volle Peilung: Park- und Rangierhelfer in der Retrospektive
Bei der Entwicklung der Aktiven und Passiven Sicherheit der neuen GL-Klasse orientiert sich Mercedes-Benz an den Erkenntnissen der firmeneigenen Unfallforschung, die vor über 60 Jahren begann und einen entscheidenden Anteil an der stetigen Evolution der automobilen Sicherheit hat. Neben diesem Erfahrungsschatz fließen detaillierte Simulationen und umfangreiche Versuchsreihen in die Entwicklung ein und werden in konkrete Schutz-maßnahmen umgesetzt.
Die Insassenschutzsysteme ergeben zusammen mit den „elektronischen Knautschzonen“ der Assistenzsysteme und der intelligenten Karosseriekonstruktion ein höchstmögliches Schutzpotenzial. Die weiterentwickelten Rückhaltesysteme im Überblick:
  • zweistufige Airbags für Fahrer und Beifahrer
  • Kneebag für den Fahrer
  • Sidebags für Fahrer und Beifahrer (kombinierte Thorax-/Pelvisbags)
  • Sidebags auf Wunsch in der mittleren Sitzreihe
  • Windowbags über drei Sitzreihen von der A- bis zur D-Säule
  • 3-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen sieben Plätzen
  • ISOFIX-Kindersitzverankerung links und rechts in der mittleren und hinteren Sitzreihe
  • Gurthöhenverstellung für Fahrer und Beifahrer
  • Gurtstatusanzeige für Fondpassagiere im Kombiinstrument
  • Automatische Kindersitzerkennung AKSE (optional) mit Deaktivierung des Beifahrerairbags bei Verwendung von Mercedes-Benz Kindersitzen
Fahrgastzelle umgibt die Insassen wie ein schützender Kokon
Die Vorbaustruktur kann bei einem Frontalcrash Aufprallenergie absorbieren und so die Belastungsspitzen der Insassen abmildern. Die Frontstruktur wird im Wesentlichen von zwei geradlinigen vorderen Längsträgern, einer zweiten oberen Längsträgerebene und einem die Antriebseinheit tragenden Fahrschemel gebildet, der die beiden Strukturhälften verbindet und sich bei starker frontaler Belastung verformen kann. Die Querverbindungen im Vorbau sorgen für die Aktivierung der jeweils stoßabgewandten Seite bei versetzten Frontalkollisionen. Eine große Vorbaulänge, kurz bauende V-Motoren und die mit einem Deformationselement ausgerüstete Gelenkwelle tragen ebenso zum Verformungspotenzial im Vorbaubereich bei. Die Räder stützen sich bei großen Verformungen an der stabilen Stirnwand ab. Oberhalb des Pedalbodens wird die Stirnwand durch einen außen liegenden Querträger verstärkt, der sich an den A-Säulen abstützt.
Die Festigkeit der Fahrgastzelle ist auf den Verformungswiderstand der Vorbaustruktur abgestimmt und umgibt die Passagiere auf allen sieben Sitzplätzen wie ein schützender Kokon. Für die außerordentliche Steifigkeit und Festigkeit sorgen unter anderem die Bodenanlage mit separatem Mitteltunnel sowie zur Seitenwand gehörende seitliche Längsträger, die mit den auf den Boden aufgesetzten Querträgern ein stabiles Tragwerk bilden. Der hochstabile Verband der Seitenwand umfasst die Karosseriesäulen, den seitlichen Dachrahmen und die seitlichen Längsträger. Die Außenschale des Seitenwandverbands wird von der einteiligen Außenbeplankung gebildet. Die Innenschalen sind teilweise aus mehreren Bauteilen mit großflächigen Knotenverbindungen zwischen Säulen, Dachrahmen und seitlichen Längsträgern zusammengesetzt.
Die zweischalige A-Säule mit höchstfester innenliegender Verstärkung wird in Querrichtung durch den vorderen Dachrahmen und verschiedene Querträger stabilisiert. Diese sind im Bereich unterhalb der Windschutzscheibe, über dem Pedalboden und unter der Instrumententafel platziert. Für den Heckaufprall liegt ebenfalls ein wirksames Schutzkonzept vor. Große Verformungswege durch kastenförmige hintere Längsträger, die Positionierung des Kraftstoffbehälters vor der Hinterachse und des Einfüllstutzens über der Hinterachse ermöglichen ein hohes Energieabsorptionsvermögen bei Heckkollisionen.
Höchstmögliches Schutzpotenzial bietet die GL-Klasse auch gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern oder Zweiradfahrern. Neben den nachgiebigen Bereichen der Frontpartie, den klappbaren Außenspiegeln und den glatten Konturen wurde das Verletzungsrisiko am Fahrzeug durch die Anpassung der Motorhaube und die Vergrößerung des Abstands zu den Bauteilen im Motorraum vermindert. Zusätzlich kommt eine aktive Motorhaube serienmäßig zum Einsatz. Sie kann mögliche Verletzungen eines aufprallenden Fußgängers oder Zweiradfahrers reduzieren und vergrößert den Deformationsraum. Zur besseren Bestimmung der Auslösekriterien wurde zusätzlich eine Beschleunigungssensorik im vorderen Stoßfänger integriert.
Neue Crashanforderungen erfüllt die GL-Klasse souverän
Bei der Entwicklung der GL-Klasse wurden interne Prüfanforderungen und Prüfkriterien für Unfallversuche angewendet, die weit über das gesetzliche Anforderungsprofil hinausgehen. Deshalb konnte der GL auch wesentlich verschärfte Anforderungen der wichtigsten internationalen Prüforganisationen problemlos bestehen:
  • Frontalkollisionen: Neuer Frontalaufprall mit voller Überdeckung nach US-NCAP (US New Car Assessment Program)
  • Seitenkollisionen: Neuer Mastaufprall nach Euro-NCAP (European New Car Assessment Program)
  • Neuer Seitenaufprall nach US-NCAP
  • Dachwiderstand: Neuer Dachwiderstandstest nach IIHS (Insurance Institute for Highway Safety)
  • Fußgängerschutz: Aufprallprüfungen nach aktuellem Euro-NCAP
Mit ihrem umfangreichen Schutzkonzept hat die GL-Klasse das Potenzial, in allen internationalen Crash-Ratings hervorragend abzuschließen.
Assistenzsysteme wirken als „elektronische Knautschzone“
Für eine weiter verbesserte Fahr- und Konditionssicherheit bei der neuen GL‑Klasse sorgen vor allem zahlreiche Assistenzsysteme, die als „elektronische Knautschzone“ präventiv Unfälle verhindern können.
Serienmäßig bietet die GL-Klasse neben den Fahrdynamikregelungen ESP® und 4ETS das elektronische Bremsregelsystem ADAPTIVE BRAKE, welches Traktionsvermögen, Fahrsicherheit und Bedienungskomfort verbessert. Das elektronische Bremsregelsystem ADAPTIVE BRAKE beinhaltet die Grundfunktionen Antiblockiersystem (ABS) und Antriebsschlupfregelung (ASR) sowie die Giermomentenregelung (GMR). ABS und ASR erfassen und beeinflussen in erster Linie den längsdynamischen, die GMR den querdynamischen Fahrzustand. Im Fall erkannter, kritischer Fahrzustände wird im Rahmen der physikalischen Möglichkeiten mittels radselektiver Bremseingriffe und Beeinflussung des Motormanagements Traktion und
Fahrstabilität erhalten oder wieder hergestellt. Außerdem kommuniziert ADAPTIVE BRAKE mit allen Assistenzsystemen und umfasst zusätzlich folgende, im serienmäßigen Lieferumfang enthaltene Funktionen:
  • Bremsassistent BAS
  • PRE-SAFE®
  • Anhängerstabilisierung
  • Downhill Speed Regulation DSR
  • Tempomat
  • Reifendruckverlust-Warnung
  • HOLD, Berganfahrhilfe, Vorfüllen und Trockenbremsen.
SUV-Premiere feiert in der GL-Klasse der Kollisionswarner COLLISION PREVENTION ASSIST. Die Müdigkeitserkennung ATTENTION ASSIST und der Lenkassistent sind ebenfalls ohne Aufpreis an Bord. Auf Wunsch optimieren weitere Systeme wie der Abstandsregeltempomat DISTRONIC PLUS, der Bremsassistent BAS PLUS oder die PRE-SAFE® Bremse mit autonomer Bremsfunktion in bestimmten, vom Fahrer nicht erkannten Gefahren-situationen die Sicherheit. Optional stehen der Aktive Spurhalte-
und Totwinkel-Assistent oder der Geschwindigkeitslimit-Assistent bereit.
Radargestützter COLLISION PREVENTION ASSIST
Fast die Hälfte aller Auffahrunfälle kann mit Hilfe radarbasierter Sicherheitssysteme wie Kollisionswarnung und adaptivem Bremsassistent vermieden oder deren Unfallschwere vermindert werden. Dies geht aus den detaillierten Analysen der Mercedes-Benz Unfallforschung hervor. Hier flossen die Erfahrungen mit den Mercedes-Innovationen DISTRONIC PLUS und BAS PLUS ein. Mit der GL-Klasse erhält jetzt erstmals ein SUV eine solches System: der COLLISION PREVENTION ASSIST*. Im Unterschied zu herkömmlichen Systemen handelt es sich bei dem neuen Bremsassistenten nicht um ein reines Stadtsystem zur Minimierung von Bagatellschäden. Vielmehr zielt die innovative Lösung auf den Schutz vor typischen Auffahrunfällen in allen Verkehrssituationen ab. Das Unternehmen erwartet, dass sich die Kollisionswarnung signifikant positiv auf das statistische Unfallgeschehen auswirken wird. Versuchsergebnisse untermauern diese Einschätzung: Bei Tests mit Autofahrern im Fahrsimulator sank die Unfallquote dank COLLISION PREVENTION ASSIST in drei typischen Situationen von 44 auf elf Prozent.
*länderspezifische Serienausstattung

COLLISION PREVENTION ASSIST warnt den eventuell abgelenkten Fahrer optisch und akustisch vor erkannten Hindernissen und bereitet den Bremsassistenten auf eine möglichst punktgenaue Bremsung vor. Diese wird eingeleitet, sobald der Fahrer das Bremspedal betätigt. Das System erfüllt auch die wesentlichen „Forward Collision Warning“-Anforderungen der US-amerikanischen Behörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) und kann:
  • einen zu geringen Abstand zu Vorausfahrenden im Geschwindigkeitsbereich zwischen 30 und 250 km/h erkennen.
  • erkennen, wenn sich der Abstand vermindert. Bei einer drohenden Kollisionsgefahr wird der Fahrer optisch und akustisch gewarnt.
  • stehende Hindernisse in Fahrtrichtung erkennen und entsprechende Warnungen ausgeben.
  • spezielle Fahrsituationen, zum Beispiel Kolonnenverkehr, erkennen und die Auslöseschwelle für die Warnung und den adaptiven Bremsassistenten entsprechend anpassen.
  • bei erkannter drohender Kollisionsgefahr genau die Bremskraft berechnen, die benötigt wird, um idealerweise den Aufprall noch zu vermeiden, und den zur Verfügung stehenden Restweg bestmöglich ausnutzen. So hat auch der nachfolgende Fahrer bessere Chancen, seinerseits ein Auffahren zu vermeiden.
  • den Bremsdruck nachregeln, falls sich die Situation verändert – wird vorne beschleunigt, wird zurückgeregelt auf den Bremswunsch des Fahrers; wird der Abstand auf fahrende und anhaltende Fahrzeuge geringer, wird der Bremsdruck noch weiter erhöht.
  • präventive Sicherheitssysteme wie PRE-SAFE® bei Bedarf aktivierten, z. B. den Gurtstraffer.
Für eine erhebliche Entlastung des Fahrers in den Grenzbereichen der Fahrphysik sorgt unter anderem die Lenkassistenz Funktion, die zum Beispiel bei übersteuerndem Fahrzeug mit einem Lenkmoment am Lenkrad den Fahrer unterstützt. Innovation und Highlight im neuen GL ist der serienmäßige Seitenwind-Assistent, der über gezielte Bremseingriffe den Fahrer bei starken Seitenwindeinflüssen unterstützt und so für ein gesteigertes Sicherheits- und Komfortgefühl sorgt.
Stabile Verhältnisse auch bei Seitenwindattacken
Die Fahrsituation ist bekannt: Bei der Fahrt auf gut ausgebauten Landstraßen oder schnurgeraden Strecken auf der Autobahn spüren die Insassen plötzlich einen heftigen Stoß von der Seite, etwa beim Überholen eines Lkw, bei der Fahrt auf eine Brücke oder nach dem Ende von seitlichen Abdeckungen wie Lärmschutzwänden. Eine Seitenwindböe hat das Fahrzeug erfasst. Fahrer des neuen GL können bei solchen Seitenwindeinflüssen beruhigt sein, denn der Seitenwind-Assistent kompensiert zuverlässig diese meteorologischen Attacken und hält das Fahrzeug stabil auf Kurs. Abhängig von der Richtung und der Intensität des Seitenwinds stellen die Regelsysteme entsprechende Brems-drücke an den Rädern ein, die den Windeinfluss auf das Fahrzeug weitgehend ausgleichen oder auf ein Minimum beschränken. Das Regelmanöver wird dabei durch ADAPTIVE BRAKE kontrolliert. Entsprechende Informationen liefern die Sensoren des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP®, der Luftfederung AIRMATIC ADS und der elektromechanischen Lenkung.
Hat das System Regelbedarf diagnostiziert, wird der Fahrer durch einen Bremseneingriff an Vorder- und Hinterrad auf der windzugewandten Seite unterstützt. Dieser Eingriff bewirkt einen Lenkeffekt, der die Auswirkungen einer Seitenwindattacke reduziert. Der Seitenwindassistent ist ab 80 km/h bei Geradeaus- und leichter Kurvenfahrt aktiv. Dabei behält der Fahrer stets die Oberhand: Nimmt er selbst starke und/oder schnelle Lenkkorrekturen vor, tritt der Seitenwindassistent automatisch in den Hintergrund. Schwachen Seitenwind filtert das System aus und tritt erst ab einem bestimmten Schwellenwert in Aktion. Ebenfalls wird langanhaltender, konstanter Seitenwind ignoriert. Untersuchungen haben ergeben, dass diese Fahrsituation weniger den Komfort und das Sicherheitsgefühl beeinflussen und vom Fahrer intuitiv kompensiert werden.
Richtungsweisende Empfehlungen vom Lenkassistenten
Die serienmäßige Lenkassistenz-Funktion wird immer dann aktiv, wenn die Assistenzsysteme instabile Fahrzustände diagnostiziert haben, die mit einfachen Lenkbewegungen beruhigt werden können. Dazu wird am Lenkrad ein dem Fahrzustand entsprechendes Lenkradmoment ermittelt und durch die elektrische Lenkunterstützung eingestellt. Beim Übersteuern – das Fahrzeug drängt mit dem Fahrzeugheck zum Kurvenrand – gibt der Lenkassistent dem Fahrer über das Lenkrad einen Hinweis zum Gegenlenken, bis sich das Fahrzeug wieder stabilisiert hat. Das zweite Hauptmerkmal ist die Unterstützung beim Bremsen auf einer Fahrbahn mit rechts und links unterschiedlichen Reibwerten, beispielsweise auf einer einseitig vereisten Winterfahrbahn. Die Lenkassistenz-Funktion gibt dem Fahrer über das Lenkrad einen Hinweis auf die Drehrichtung am Lenkrad, damit der Gierimpuls ausgeglichen werden kann. Selbst wenn der Fahrer die Empfehlungen des Lenkassistenten ignoriert, bleiben genügend Reserven, um das Fahrzeug mit den Fahrdynamiksystemen wie ADAPTIVE BRAKE, ESP® oder 4ETS zu stabilisieren. Der Lenkassistent steht dem Fahrer immer empfehlend zur Seite und überstimmt ihn niemals.
Auch nach dem Crash: Schutz der Insassen
Nach einem größeren Crash wird zur Warnung des umgebenen Verkehrs die Warnblinkanlage automatisch aktiviert. Gleichzeitig erfolgt eine automatische Türentriegelung, damit Rettungskräfte einen möglichst ungehinderten Zugang zu den Passagieren haben. Durch die partielle Öffnung der Seitenscheiben wird der Innenraum nach einer Auslösung von Rückhaltesystemen besser be- und entlüftet.
Bei einem detektierten Aufprall schaltet das zentrale Steuergerät das Kraftstoffsystem ab. Nach Ermittlung der Zylinderposition öffnet die Motorsteuerung die Einspritzventile von Zylindern, die sich nicht in Kompression befinden und entlastet den Kraftstoffhochdruckbereich durch direktes Ablassen der Restkraftstoffmenge in den Brennraum. Dadurch verringert sich die Gefahr von Kraftstoffaustritt. Zur Vermeidung von Kraftstoffverlusten sind relevante Stellen mit schnittfesten Kraftstoffleitungen ausgerüstet, was die Sicherheit im Falle einer Kollision weiter erhöht.
Beim neuen GL ist bei Ausstattung mit COMAND Online der automatische Mercedes-Benz Fahrzeugnotruf serienmäßig an Bord. Bei einem schweren Unfall können die Rettungsdienste automatisch verständigt werden und erhalten binnen weniger Minuten umfangreiche Informationen über die exakte Unfallstelle oder das jeweilige Fahrzeugmodell. Die Funktionsweise: Werden bei einem Crash Airbags oder Gurtstraffer ausgelöst und ist COMAND Online mit einem Mobiltelefon verbunden, übermittelt das System die exakte GPS-Position des Fahrzeugs und dessen Fahrgestellnummer (VIN) per SMS an die Notruf- und Serviceleitstellen des Bosch Communication Centers, die Positionsdaten dabei auch parallel per DTMF-Verfahren (Doppeltonmehrfrequenz). Selbst wenn die Insassen bewusstlos sind oder zum Beispiel auf einer Urlaubsreise nicht wissen, wo sie sich genau befinden, können die vom Communication Center alarmierten Rettungskräfte genau und schnell informiert werden.
Außerdem baut das Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit eine Sprachverbindung zum Bosch Communication Center auf. Kommuniziert wird dabei nicht in der jeweiligen Landessprache, sondern in jener Sprache, die der Fahrer bei COMAND Online eingestellt hat. Auch manuell lässt sich ein Notruf absetzen, da sich der Eintrag „Mercedes-Benz Notruf“ immer an erster Stelle des Telefonbuchs befindet. Der Notruf wird mit der Markteinführung der GL-Klasse in neun europäischen Ländern am Netz sein: in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Österreich, Belgien, Niederlande sowie der Schweiz. Ende 2012 kommen 19 weitere Länder hinzu. Abgesehen von möglichen Mobilfunkgebühren entstehen dem Mercedes Kunden für den Mercedes-Benz Notruf keine Kosten.
GL hat den Durchblick: 360°-Kamera, Nachtsicht-Assistent PLUS und Offroad-Licht
Zusammen mit dem kompakten Charaktertyp GLK feiert in der GL-Klasse die 360°-Kamera Premiere. Die 360°-Kamera ist immer mit PARKTRONIC gekoppelt und bezieht die Bildinformationen von insgesamt vier Kameras, die in der Kühlermaske, in der Heckklappe oberhalb des Nummernschildes sowie in den beiden Außenspiegelgehäusen platziert sind. Aus den Bildinformationen errechnet das System verschiedene Ansichten, unter anderem eine Darstellung des Fahrzeugs und seiner Umgebung aus der Vogelperspektive. Das Bild wird den Insassen auf dem zentralen COMAND-Display in Echtzeit dargestellt. Es ermöglicht die Beobachtung der Bereiche seitlich, hinter und vor dem Fahrzeug und kann so Kollisionen bei unterschiedlichsten Rangiermanövern On- und Offroad vermeiden. Zusätzliche dynamische Hilfslinien unterstützen bei der Orientierung. So markiert die 360°-Kamera den Schwenkbereich des Fahrzeuges abhängig vom Lenkeinschlag.
Die 360°-Kamera wird automatisch beim Einlegen des Rückwärtsganges oder durch Auswahl im COMAND-System aktiviert. Die Umschaltung der Kamerabilder im Display erfolgt mit der gewählten Fahrstufe: Beim Einlegen des Rückwärtsganges wird automatisch das Bild der Heckkamera eingeblendet. Die Vogelperspektive oder die Einzelbilder kann der Fahrer jederzeit auch über den Controller des COMAND-Systems anwählen. Im Detail kann die 360°-Kamera den Fahrer mit folgenden Funktionen unterstützen:
  • Die virtuelle Vogelperspektive zeigt den GL in der Draufsicht und die Umgebung jeweils drei Meter vor/hinter sowie 2,5 Meter neben dem Fahrzeug.
  • Darstellung von Perspektiven, die physikalisch eigentlich nicht möglich sind. Bsp.: Beim Rangieren in einem Parkhaus mit niedriger Deckenhöhe wird der GL und das Umfeld bei der Vogelperspektive aus über drei Metern Höhe gezeigt. Dabei befindet sich die Gebäudedecke nur wenige Zenti-meter Meter über dem Fahrzeug.
  • Visualisierung von Fahrzeugseiten und ihrer Umgebung zur Vermeidung von Kontaktschäden z. B. der Außenspiegel oder der Felgen.
  • Visualisierung nicht sichtbarer Hindernisse unterhalb der Fahrzeug-Gürtellinie.
  • Visualisierung des Querverkehrs vorn und hinten beim Ausparken und Ausfahren aus engen Parklücken oder Grundstücksausfahrten.
  • Visualisierung von Personen auf dem Gehweg beim Ausparken und Ausfahren aus engen Parklücken oder Grundstücksausfahrten.
  • Unterstützung bei Off-Road-Fahrten im anspruchsvollen und unübersichtlichen Gelände.
  • Die Farbe der GL-Klasse im COMAND-Display entspricht stets der tatsächlichen Fahrzeuglackierung.
Die Kameras verfügen erstmals über leistungsfähige, digitale CMOS-Bildsensoren (Complementary Metal Oxide Semiconductor = komplementärer Metall-Oxid-Halbleiter). Jede Kamera arbeitet mit einer Auflösung von einem Megapixel und hat einen Erfassungswinkel von 180 Grad. Die von der Systemsteuerung aus den vier Einzelbildern zusammengesetzten Ansichten im COMAND-Display überzeugen mit einer hohen Qualität. Die Darstellung der virtuellen Vogelperspektive erfolgt nahezu verzerrungsfrei. So werden im Gegensatz zu bekannten Systemen keine schwarzen Balken zwischen den Einzelbildern eingeblendet, sondern die 360°-Kamera stellt das Gesamtbild sehr homogen ohne Übergänge dar. Zusätzlich adaptiert die 360°-Kamera unterschiedliche Fahrzeughöhen, etwa bei der Wahl der maximal möglichen Bodenfreiheit von 600 Millimeter bei Ausstattung mit ON&OFFROAD-Paket. Bei nächtlichen Rangierfahrten behält der Fahrer ebenfalls den Überblick. Bis 10 km/h wird bei Anwahl der 360°-Kamera bei eingeschalteten Scheinwerfern die Umfeldbeleuchtung aktiviert. Die 360°-Kamera bietet eine weitere Besonderheit, die ein Erblinden der Heckkamera durch Verschmutzungen verhindert - etwa bei ausgiebigen Fahrten im verschlammten Gelände oder im Winter bei Touren über feuchte, abgestreute Autobahnen. Eine Klappe schottet die Kamera ab und verhindert zuverlässig eine Verschmutzung. Die Klappe öffnet sich automatisch bei Aktivierung der 360°-Kamera.
Der Nachtsicht-Assistent PLUS macht die Nacht zum Tage. Das als Option erhältliche Assistenzsystem arbeitet mit zwei Infrarotscheinwerfern. Das langwellige Licht ist für das menschliche Auge unsichtbar und leuchtet die Fahrbahn vor der GL-Klasse mit der Reichweite von aufgeblendeten Scheinwerfern aus. Die im Innenspiegelbereich der Frontscheibe montierte Kamera nimmt das Infrarotbild auf und stellt es nach Aufbereitung im Steuergerät im COMAND-Display dar. Hier erscheint die Szenerie in einer gestochen scharfen Graustufen-Darstellung, erkannte Fußgänger werden zusätzlich mit sogenannten "Fotoecken" markiert und damit deutlich hervorgehoben. Die volle Reichweite des Systems steht ab 10 km/h zur Verfügung.
Bei Geländefahrten mit geringen Geschwindigkeiten im unübersichtlichen Terrain ist eine möglichst breite und helle Ausleuchtung des Vorfeldes zum besseren und schnelleren Erkennen von Hindernissen sinnvoll. Deshalb wird beim neuen GL bei Ausstattung mit dem ON&OFFROAD-Paket in Verbindung mit dem Intelligent Light System ein spezielles Offroad-Licht angeboten, das genau diese Anforderungen erfüllt. Wenn der Fahrer die Fahrprogramm OFFROAD 1 oder OFFRPAD 2 bei eingeschalteten Scheinwerfern aktiviert, schaltet sich das Offroad-Licht automatisch zu. Dazu schwenken die Bi-Xenon-Scheinwerfermodule 6 Grad nach außen, die Lichtleistung der Xenonbrenner wird um 3 Watt angehoben und eine symmetrische Lichtverteilung eingestellt. Zusätzlich wird das LED-Abbiegelicht auf beiden Seiten dauerhaft zugeschaltet, die dynamische Kurvenlichtfunktion sowie die Leuchtweitenregulierung hingegen deaktiviert. Mit diesen Einstellungen ist im Vergleich zu dem auf den Straßenbetrieb hin optimierten Intelligent Light System eine breitere und hellere Ausleuchtung des unmittelbaren Fahrzeugvorfeldes gewährleistet. So wird die Orientierung im Gelände wesentlich verbessert, eventuelle Hindernisse schneller erkannt. Das Offroad-Licht ist bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h aktiv. Überschreitet der Fahrer diese Schwelle, stellt das System automatisch wieder die für den Straßenbetrieb optimierten Lichtfunktionen ein.
Da 40% der schweren Unfälle nachts passieren, wurde zu Steigerung der Sicherheit die Lichttemperatur des Xenon-Brenners für das Intelligent Light System auf 5000 Kelvin angehoben. Das führt zu einer tageslichtnahen Ausleuchtung und trägt zum Entlastungskomfort des Fahrers bei.
Mut zur Lücke: Der Aktive Park-Assistent
Der weiterentwickelte Aktive Park-Assistent erkennt mit Hilfe von Ultraschall-sensoren in einem Geschwindigkeitsbereich bis 35 km/h potentielle Parklücken längs der Fahrbahn, in Einbahnstraßen auch beidseitig. Geeignete Parklücken werden im Zentraldisplay angeboten, der Fahrer startet anschließend den Aktiven Park-Assistenten auf Knopfdruck im Multifunktionslenkrad. Das System berechnet eine geeignete Einfahrspur (Trajektorie) von der aktuellen Position des Fahrzeuges aus. Anschließend muss der Fahrer nur noch Gas geben und Bremsen, die entsprechenden Lenkmanöver erfolgen vollautomatisch. Analog erfolgt das automatische Ausparken aus Parklücken.
Zum Aktiven Park-Assistenten gehören 6 Ultraschallsensoren im Front- und 4 im Heckstoßfänger. Die Ultraschallsensoren an den Ecken des vorderen Stoßfängers haben gegenüber den anderen Sensoren eine höhere Reichweite, damit die Größe der Parklücke während der Vorbeifahrt zuverlässig erkannt wird.
Volle Peilung: Rangier- und Parkhelfer in der Retrospektive
Bereits in den frühen Tagen des Automobils zu Beginn des letzten Jahrhunderts machten sich die Automobilhersteller Gedanken, wie der Fahrer beim Rangieren mit seinem Automobil besser den Überblick behalten kann. Erste Versuche mit verschiedenen Peilstäben an den äußeren Enden der Stoßstangen konnten sich nur bei Nutzfahrzeugen durchsetzen. 1959 kam dann mit den „Heckflosse“ getauften Mercedes-Benz Pkw-Modellen der erste wirkliche Schritt, die Übersichtlichkeit von Automobilen in das allgemeine Designkonzept zu integrieren. Die offiziell als Peilstege bezeichneten Heckflossen der Mercedes-Benz Mitteklasse- und Oberklasse-Limousinen erlaubten eine hervorragende Einschätzung der Karosserie, besonders beim Blick über die Schulter nach schräg hinten, etwa beim Einparken. Lange Zeit blieben die mehr oder weniger ausgeprägten Ausbuchtungen auf den hinteren Kotflügeln das Mittel zum Zweck.
Das änderte sich erst zu Beginn der 1990er Jahre mit der neuen S-Klasse der Baureihe 140. Das bis zu 5,20 Meter lange Oberklassemodell bescherte den Insassen ein überragendes Platzangebot im Innenraum, verlangte aber auch nach Hilfsmitteln, um den hinteren Bereich der Karosserie beim Rangieren einsehen zu können. Die Lösung: Ausfahrbare, verchromte Peilstäbe auf den hinteren Kotflügeln, die nach Einlegen des Rückwärtsgangs pneumatisch ausgefahren wurden und so das Ende der S-Klasse sichtbar machten. Diese Miniantennenlösung war zwar effektiv, entsprach auf Dauer aber nicht dem technologischen Anspruch des Topmodells von Mercedes-Benz.
Folgerichtig machten sich die Entwickler an die Arbeit und präsentierten 1995 die revolutionäre PARKTRONIC. Das neue System bediente sich bei der Natur und adaptierte das von Fledermäusen bekannte Orientierungssystem mittels Ultraschall, angereichert mit einer ausgeklügelten Elektronik. Die Distanz zu Hindernissen wurde mit farbigen LCD-Displays im Armaturenbrett visualisiert. Ignorierte der Fahrer die Anzeigen im Display, warnte bei intensiven Annäherungsversuchen zunächst ein deutlich vernehmbarer Intervall- und anschließend ein Dauerton vor möglichen Kollisionen.
Noch präziser arbeitete der ab 2005 für die S-Klasse lieferbare Park-Assistent, der sich nicht dem Ultraschall wie die PARKTRONIC, sondern der Radarsensoren von DISTRONIC und Bremsassistent PLUS bediente. Vorteil gegenüber dem Fledermausprinzip: Das überwachte Revier um das Fahrzeug war wesentlich größerer. Auch hier bekam der Fahrer sein Revierverhalten akustisch mit den typischen Biep-Tönen mitgeteilt. Optisch informierte nun ein farbiges Display im Kombiinstrument wesentlich detaillierter über den Rangierkurs. Das Einlegen des Rückwärtsganges aktivierte automatisch ein zusätzliches Anzeigedisplay im hinteren Dachhimmel.
Im gleichen Jahr feiert die erste Rückfahrkamera in der S-Klasse Premiere, die zusammen mit der nach wie vor angebotenen PARKTRONIC geliefert wurde. Das Kameraauge blickte aus dem Kofferraumdeckel oberhalb des Kennzeichens in die Umgebung, das Bild erschien nach Einlegen des Rückwärtsganges im COMAND-Display. Der elektronische Regisseur des Systems berechnete außerdem den optimalen Weg in die angepeilte Parklücke und ergänzte das Kamerabild mit entsprechenden Hilfslinien.
Ab 2008 gehörten dann „manuelle“ Parkplatzsuche und Einparkvorgänge der Vergangenheit an. Für die überarbeitete Generation der der A- und B-Klasse konnten Mercedes-Benz Kunden auf Wunsch erstmals den Aktiven Park-Assistenten ordern. Der elektronische Beifahrer ist bis Tempo 35 beidseits des Fahrzeugs auf Parklückensuche. Hat er einen Abstellplatz gefunden, ist beim Fahrer nicht nur die Freude, sondern auch die Erleichterung groß, dass er die folgende Rangierarbeit abgenommen bekommt. Ein Pfeil im Kombiinstrument zeigt an, auf welcher Seite sich der Abstellplatz befindet. Anschließend musste der Rückwärtsgang eingelegt und dem Helfer per Knopfdruck im Multifunktionslenkrad der Marschbefehl erteilt werden. Der Assistent übernimmt dann die Lenkarbeit, der Fahrer muss nur noch Gas geben
und bremsen.
Ein weiterer Zwischenschritt erfolgte ein Jahr später. Parallel zu dem Aktiven Park-Assistenten wurde für die E-Klasse die klassische PARKTRONIC mit neuer Parkführung angeboten. Diese Version fand ebenfalls wie beschrieben einen geeigneten Parkplatz. Allerdings musste der Fahrer hier beim Einparken selbst Hand ans Lenkrad legen, unterstützt von Hinweisen für die nötigen Lenkmanöver im Display des Kombiinstrumentes. Vorläufiger Höhepunkt in der Entwicklung der Park- und Rangierhelfer sind der Aktive Parkassistent der GL-Klasse mit automatischer Ein- und Ausparkfunktion sowie die 360°-Kamera, die dem Fahrer das Umfeld aus verschiedenen Blickwinkeln zweifelsfrei visualisiert: Vom kompletten Panorama aus der Vogelperspektive bis hin zu verschiedenen Detailansichten, die ein zentimetergenaues Rangieren auch im unübersichtlichen Terrain erlauben.
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Norbert
Giesen
Leiter Baureihen Mercedes-Benz Cars, Sportkommunikation
Tel.: +49 711 17-76422
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Baureihen Mercedes-Benz ML-, G-, GL-, GLK-, R-Klasse
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