S 63 AMG “Thirty-Five“ trifft 300 SEL 6.8 AMG: Ein Generationenvergleich der besonderen Art
Spa-Francorchamps (Belgien)
08.06.2010
Spa-Francorchamps (Belgien) – Breit, spektakulär und im authentischen Rennwagen-Outfit, so präsentieren sich zwei ganz besondere S-Klasse Limousinen von AMG. Zum Renntourenwagen von 1971, dem 300 SEL 6.8 AMG, gesellt sich der S 63 AMG“Thirty-Five“. Mit identischem Sponsoring und der markanten Startnummer „35“ erinnert das neue High-Performance-Automobil an einen historischen Erfolg: Am 25. Juli 1971 überquerte der feuerrote Viertürer beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps als Zweiter die Ziellinie. Der Triumph gleich beim allerersten Renneinsatz machte AMG über Nacht weltberühmt.
Am Steuer des AMG Tourenwagens, wechselten sich die erfahrenen Piloten Hans Heyer und Clemens Schickentanz ab. AMG war bei dem belgischen Langstreckenklassiker alles andere als Favorit: Die damaligen mächtigen Gegner hießen Ford Capri RS, BMW 2800 CS, Chevrolet Camaro, Opel Commodore und Alfa Romeo GTA. Keiner rechnete damit, dass die große Luxuslimousine aus der schwäbischen Provinz Affalterbach mit den arrivierten Teams würde mithalten können.
Platz 5 in der Startaufstellung für AMG
Bereits im Training zeigt der rote Viertürer sein Potenzial: Clemens Schickentanz überraschte mit der fünftschnellsten Trainingszeit. Startplatz fünf bei 60 Teilnehmern, das hatte von AMG niemand erwartet. 80.000 Zuschauer wunderten sich über die schnelle, rote Limousine mit dem langen Radstand – übrigens der einzige Mercedes im Starterfeld. Auf der Pole Position stand der favorisierte Chevrolet Camaro von Ivo Grauls und Peter Hoffmann, dahinter der Alpina-BMW 2800 CS von Niki Lauda/Gérard Larousse, daneben der erste Werks-Ford Capri mit Dieter Glemser und Alex Soler-Roig sowie der Schnitzer-BMW 2800 CS, gefahren von Rauno Aaltonen und Helmut Kelleners. Insgesamt 60 Renntouren­wagen machten sich auf Zeitenjagd auf dem damals noch 14,1 Kilometer langen Ardennenkurs, pilotiert von so klangvollen Namen wie Hans-Joachim-Stuck, Jochen Mass, Toine Hezemans, Willy Kauhsen, Achim Warmbold und Rainer Braun.
In der ersten Runde konnte sich Startfahrer Hans Heyer mit dem 300 SEL 6.8 AMG gleich hinter dem Ford Capri (Glemser/Soler-Roig) und dem Chevrolet Camaro (Grauls/Hoffmann) auf Platz drei behaupten. Nach einem turbulenten Rennverlauf mit einem Unwetter zu Mitternacht und zahlreichen Ausfällen überquerte die „35“ direkt hinter dem Werks-Capri von Glemser/Soler-Roig auf dem zweiten Platz die Ziellinie. Die AMG Limousine hatte in den 24 Stunden exakt 308 Runden zurückgelegt. Technische Probleme: Fehlanzeige. Die Sensation war perfekt.
Mit 265 km/h und Edelholz-Zierteilen im Cockpit
Hans Heyer denkt noch gern an dieses Rennen zurück: „Wir wussten, dass wir gewinnen konnten, nur die anderen wussten es noch nicht!“ Auf der Geraden war die AMG Limousine nicht zu schlagen, doch die weitgehend von der Serie übernommene Bremsanlage war mit dem Gewicht des Wagens (1635 Kilogramm) ein wenig überfordert. „Aber auf dem alten Kurs von Spa hatten die Scheiben ja viel Zeit sich abzukühlen, und auf den langen Geraden, da kriegte uns keiner“, erinnert sich der heute 67-Jährige. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h war der 300 SEL 6.8 AMG für den schnellen belgischen Kurs maßgeschneidert. Innen herrschte mit den serienmäßigen Ausstattungsdetails wie Servolenkung, Luftfederung, Teppichen, Türverkleidungen und dem Armaturenbrett mit Edelholz-Zierteilen eine luxuriöse Atmosphäre. Die Zuschauer entlang der Rennstrecke waren begeistert von dem großen Auto mit dem markanten V8-Sound. „Der Außen­seiter avancierte schnell zum absoluten Publikumsliebling“, so Hans Heyer.
Die technische Basis für den AMG Rennwagen war der Mercedes-Benz 300 SEL 6.3. Mit einer Leistung von 184 kW (250 PS) bei 4000/min und einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h war die Luxuslimousine seinerzeit das schnellste deutsche Serienautomobil. Nicht nur die Hubraumerhöhung von 6330 auf 6835 cm3 brachte einen Leistungszuwachs auf 315 kW (428 PS) bei 5500/min und einen Drehmomentanstieg von 500 auf 608 Newtonmeter. AMG Mitbegründer Erhard Melcher „frisierte“ den Achtzylinder mithilfe klassischer Maßnahmen: Schärfere Nockenwellen und modifizierte Kipphebel, erleichterte Pleuel, neue Mahle-Kolben, größere Einlassventile, geänderte Brennräume, polierte Ein- und Auslasskanäle, eine neue Ansaugbrücke mit zwei Drosselklappen sowie eine Renn-Abgasanlage sorgten für besseren Gasdurchsatz und ermöglichten höhere Drehzahlen. Vom Einbau eines Zusatzölkühlers und dem Feinwuchten der Kurbelwelle profitierte die Standfestigkeit.
Um für die leichten, 10 x 15 bzw. 12 x 15 Zoll großen Magnesiumfelgen – sie stammten von einem C 111 Versuchswagen – Platz zu schaffen, wurden die Kotflügel verbreitert. Türen aus Aluminium halfen, das Gewicht von ursprünglich 1830 auf 1635 Kilogramm abzusenken. Größer dimensionierte Querlenker an der Vorderachse, eine robustere Hinterachse mit verstärktem Differenzial und kleinere, härtere Luftfederbälge machten die Limousine fit für den Renneinsatz.
Bericht in der „Tagesschau“ über den Überraschungserfolg
Der unerwartete Gewinn beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps machte das 1967 gegründete Unternehmen AMG über Nacht bekannt – und ist gleichzeitig der Beginn einer eindrucksvollen Erfolgsgeschichte. Sogar die „Tagesschau“ berichtete über den Überraschungserfolg. „Das war schon eine Sensation damals“, erinnert sich AMG Gründer Hans Werner Aufrecht an das überraschende Ergebnis. Der Mut von Aufrecht und Partner Melcher, mit einem solchen Fahrzeug beim belgischen 24-Stunden-Klassiker anzutreten, wurde belohnt.
Danach trat der 300 SEL 6.8 AMG am 11. und 12. September 1971 in Paul Ricard zum 2x6-Stunden-Rennen an, begleitet von einem privat eingesetzten 300 SEL 6.3 mit AMG-Motor. Im März 1972 nahm der 300 SEL 6.8 AMG, jetzt gelb umlackiert, an den Vortests der 24 Stunden von Le Mans teil, ging aber beim Rennen im Juni nicht an den Start. Weitere Wettbewerbseinsätze gab es dagegen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Juni 1972 und bei den 200 Meilen von Nürnberg am 6. August 1972 auf dem Norisring. Dort siegte Hans Heyer in der Klasse „Serien- und Spezialtourenwagen über 2000 cm3 Hubraum“ mit dem wieder rot lackierten Viertürer. Weitere Erfolge blieben dem 300 SEL 6.8 AMG verwehrt: Eine Reglementänderung der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) bremste den Boliden aus, denn im Tourenwagen-Europapokal waren künftig nur noch Wagen bis fünf Liter Hubraum startberechtigt. AMG verkauft seine Renn­limousine an den französischen Mischkonzern Matra, wo er für Hochgeschwindigkeitstests von Flugzeugreifen umgebaut wird. Danach verliert sich seine Spur. Im Frühjahr 2006 baute Mercedes-AMG ein Replikat des 300 SEL 6.8 AMG nach Originalunterlagen auf, um die einzigartige Erfolgsgeschichte lebendig zu halten.

Spektakulärer S 63 AMG“Thirty-Five“ im Stil des Renntourenwagens
Wie sein historischer Vorgänger sorgt auch der neue S 63 AMG Showcar für Auf­sehen. Die imposante Bereifung mit 275/35 R 20 und 325/30 R 20 Pneus an Vor­der- und Hinterachse zieht die Blicke ebenso an wie die pro Seite um 4,5 Zenti­meter verbreiterten Kotflügel. Die Startnummer 35 und praktisch alle Sponsoring-Aufkleber sind dem Original nachempfunden. Anstelle des feuerroten Unilacks ziert die Karosserie des Showcars „AMG Le Mans rot metallic“ ein exklusiv nur beim neuen SLS AMG erhältlicher Farbton. Im funktionellen Interieur entdeckt der Kenner Zierteile in Klavierlack Schwarz/Carbon. Ein Überrollkäfig, zwei AMG Sportschalensitze mit Vierpunktgurten sowie ein AMG Sportlenkrad mit Leder-/ Alcantarabezug unterstreichen den Renntourenwagen-Charakter. Der spektakuläre Showcar gibt einen Ausblick auf die Serienversion des neuen S 63 AMG, die im September 2010 ihre Markteinführung feiern wird.
„AMG Performance 2015“ als Fortsetzung der Erfolgsgeschichte
Für Vortrieb sorgen der neue AMG 5,5-Liter-V8-Biturbomotor und das AMG SPEEDSHIFT MCT 7-Gang-Sportgetriebe. Unter der Philosophie „AMG Performance 2015“ schreibt Mercedes-AMG die eindrucksvolle Geschichte fort und erfüllt mit der neuen Motor-Getriebe-Kombination gleichzeitig sein Versprechen, Kraftstoffverbrauch und Emissionen neuer Modelle in den nächsten Jahren kontinuierlich zu reduzieren – und gleichzeitig den zentralen Markenwert „Performance“ weiter zu steigern.
Der neue AMG 5,5-Liter-V8-Biturbomotor wird in der Mercedes-AMG Modellstrategie der nächsten Jahre eine bedeutende Rolle spielen. Auch das einzigartige AMG SPEEDSHIFT MCT 7-Gang-Sportgetriebe wird bei künftigen AMG Hochleistungsfahrzeugen eine faszinierende und gleichzeitig ökonomisch betonte Kraftübertragung garantieren. Die neue Motor-Getriebe-Kombination ist ein weiterer Meilenstein in der 1967 begonnenen Erfolgsgeschichte von Mercedes-AMG. Als Highlight in der über 40-jährigen Firmengeschichte darf zweifellos der SLS AMG gelten: Der Flügeltürer, der am 27. März 2010 seine Markteinführung feierte, ist das erste von Mercedes-AMG eigenständig entwickelte Automobil. Damit liefert AMG, die Performance-Marke von Mercedes-Benz, nicht nur ihr Meisterstück ab, sondern zeigt gleichzeitig Entwicklungskompetenz auf höchstem Niveau.
Benzin-Direkteinspritzung mit strahlgeführter Verbrennung und Biturbo-Aufladung
Gegenüber dem AMG 6,3-Liter-V8-Saugmotor mit einem Hubvolumen von 6208 cm3 kommt der neue AMG 5,5-Liter-V8-Biturbomotor mit 5461cm3 aus. Die Reduzierung um exakt 747 Kubikzentimeter kommt ebenso der Effizienzsteigerung zugute wie der Einsatz der Direkteinspritztechnik: Erstmals nutzt AMG die Vorteile der Benzin-Direkteinspritzung mit strahlgeführter Verbrennung und Piezo-Injektoren: Diese Technologie ermöglicht durch einen höheren thermodynamischen Wirkungsgrad eine bessere Kraftstoffausnutzung und führt zu geringeren Abgas-Emissionen. AMG kombiniert die strahlgeführte Verbrennung mit einer Biturbo-Aufladung. Weitere Highlights sind: Vollaluminium-Kurbelgehäuse, Vierventiltechnik mit Nockenwellenverstellung, Luft-Wasser-Ladeluftkühlung, Generatormanagement sowie die serienmäßige Stopp-Start-Funktion.
Dieses Hightech-Paket führt zu einer hohen Leistungs- und Drehmomentausbeute bei gleichzeitig im Wettbewerb konkurrenzlosen Verbrauchswerten. Der neue 5,5-Liter-V8-Biturbomotor entwickelt eine Höchstleistung von 400 kW (544 PS) und ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern. In Verbindung mit dem AMG Performance-Package steigen die Werte auf 420 kW (571 PS) und 900 Newtonmeter. Wesentlicher Unterschied zwischen beiden Leistungsstufen ist der von 1,0 auf 1,3 bar gesteigerte maximale Ladedruck. Ein Blick auf die Drehmomentkurven zeigt: Kein anderes Triebwerk dieser Leistungsklasse erreicht die Werte des neuen AMG Biturbomotors.
Quantensprung: Kraftstoffverbrauch um 25 Prozent gesenkt
Mit einem vorläufigen Kraftstoffverbrauch von 10,5 Litern auf 100 Kilometer nach NEFZ ist der neue S 63 AMG um 3,9 Liter sparsamer als das Vorgängermodell mit AMG 6,3-Liter-V8-Saugmotor – trotz einer Steigerung der Höchstleistung um 14 kW (19 PS) bzw. 34 kW (46 PS) und des Drehmoments um 170 bzw. 270 Newtonmeter. Die erzielte Einsparung beim Kraftstoffverbrauch von über 25 Prozent gilt unter Motorfachleuten als Quantensprung. Auch die CO2-Emissionen konnten erheblich reduziert werden: Der Wert von 246 Gramm pro Kilometer liegt um 28,5 Prozent unter dem Vorgänger. Beide Leistungsvarianten des neuen V8-Triebwerks verfügen über identische Verbrauchs- und CO2-Werte.
Damit rangiert der neue S 63 AMG nicht nur deutlich unter allen Wettbe­werbern, sondern ist auch verbrauchsgünstiger als weitaus leistungsschwächere Fahrzeuge in diesem Segment. Bezogen auf seine enormen Leistungs- und Drehmoment-werte ist der neue AMG 5,5-Liter-V8-Biturbomotor teilweise sogar doppelt so effizient wie so mancher Mittelklasse- oder Kompaktklasse-Dieselmotor.
Gleichzeit realisiert der S 63 AMG souveräne Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau: Die Hochleistungslimousine beschleunigt von null auf 100 km/h in 4,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h (elektronisch begrenzt). Mit AMG Performance-Package ist Tempo 100 nach 4,4 Sekunden erreicht, damit ist auch eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 300 km/h verbunden (elektronisch begrenzt).
Motorproduktion in traditioneller Handarbeit
Wie alle AMG Motoren wird auch der neue Biturbo-Achtzylinder in der 2002 eröff­neten AMG Motorenmanufaktur von Hand montiert. Hoch qualifizierte Techniker fertigen den M 157 nach der Philosophie „Ein Mann, ein Motor“ unter Einhaltung strengster Qualitätsstandards – das bestätigen sie durch ihre Unterschrift auf der charakteristischen AMG Motorplakette.
Die wichtigsten Daten im Überblick*:
 
AMG 5,5-Liter-V8-Biturbomotor
Hubraum
5461 cm3
Bohrung x Hub
98,0 x 90,5 mm
Verdichtungsverhältnis
10,0 : 1
Leistung
400 kW (544 PS) bei 5500/min
420 kW (571 PS) bei 5500/min**
Max. Drehmoment
800 Nm bei 2000-4500/min
900 Nm bei 2500-3750/min**
Motorgewicht (trocken)
204 kg
Leistungsgewicht
0,41 kg/PS
0,39 kg/PS**
* vorläufige Angaben; ** mit AMG Performance-Package
Faszinierende Leistungsentfaltung, charakteristischer Sound
Diese Werte wecken hohe Erwartungen, die der 400 kW (544 PS) starke AMG 5,5-Liter-V8-Biturbomotor mit Bravour erfüllt. Für enorme Durchzugskraft in
allen Geschwindigkeitsbereichen sorgt der beeindruckende Drehmomentverlauf. Bereits bei 1500 Kurbelwellenumdrehungen stehen 670 Newtonmeter parat, nur 500/min später wird der Maximalwert von 800 Newtonmetern erreicht, der bis 4500 Umdrehungen konstant bleib. Noch mehr Souveränität bietet die Motor­variante mit AMG Performance-Package und einer Höchstleistung von 420 kW (571 PS). Für einen Drehmomentwert von 875 Newtonmetern genügen dem Achtzylinder 2000 Umdrehungen, zwischen 2500 und 3750/min sind konstant 900 Newtonmeter verfügbar.
Aber nicht nur das Drehmomentangebot des aufgeladenen Achtzylinders fasziniert: Das agile Ansprechverhalten ohne störendes Turboloch führt zu einer in dieser Leistungsklasse bislang ungekannten Dynamik. Dazu passt der charakteristische und reizvolle Motorsound. Auch dieses AMG Hochleistungstriebwerk
erfüllt alle Anforderungen in Bezug auf Laufruhe und Mercedes-typischen Langstreckenkomfort.
MCT 7-Gang-Sportgetriebe mit Controlled Efficiency und Stopp-Start-Funktion
Die Kraftübertragung übernimmt das bei Mercedes-AMG exklusiv eingesetzte AMG SPEEDSHIFT MCT 7-Gang-Sportgetriebe. Das vom SL 63 AMG und E 63 AMG bekannte Getriebe vereint höchste Emotionalität, pure Fahrdynamik und ein hohes Maß an Effizienz. Die nasse Anfahrkupplung ersetzt den herkömmlichen Drehmomentwandler und hilft Kraftstoff zu sparen. Einen großen Anteil an den vorbildlichen Verbrauchswerten hat die serienmäßige Stopp-Start-Funktion. Dieses System ist im Getriebe-Fahrprogramm Controlled Efficiency („C“) aktiv und schaltet den Achtzylinder bei Fahrzeugstillstand ab. In „C“ fährt die Sportlimousine stets im zweiten Gang an, zudem schaltet das Getriebe betont früh in die nächsthöheren Gänge. Mit seinem hohen Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen unterstützt der V8-Motor auch dabei eine souveräne Fahrweise.
Zusätzlich verfügt der Achtzylinder-Biturbomotor über das aus dem E 63 AMG bekannte Generatormanagement: In jeder Schubphase des Motors und beim Bremsen wird kinetische Energie zum Laden der Batterie genutzt und nicht wie sonst üblich nutzlos in Wärme umgewandelt. In allen anderen Betriebsbereichen kann durch die Kombination von Bordnetz- und Generatormanagement der Generator auf einem niedrigen Spannungsniveau gehalten werden. Dies entlastet den Motor und ermöglicht eine Kraftstoffersparnis: Rund 0,15 Liter auf 100 Kilometer nach NEFZ-Norm und bis zu 0,2 l/100 km im Stadtverkehr mit häufigen Schub- und Bremsphasen.
Lange Tradition an kraftvollen V8-Motoren
Leistungsstarke Achtzylindermotoren gehören bei AMG untrennbar zur Firmengeschichte. Ein Meilenstein in der AMG Motorenchronik ist der M 117, der erste Achtzylinder mit Vierventiltechnik: Mit 5,6 Liter Hubraum, 265 kW (360 PS) und 510 Newtonmeter Drehmoment beschleunigte der V8-Motor den Mercedes-Benz 300 CE 5.6 AMG 1987 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 303 km/h. Damit galt das Coupé als schnellstes deutsches Serienautomobil; amerikanische AMG Fans tauften es voller Ehrfurcht „The Hammer“. Als bedeutendes Triebwerk in der AMG Geschichte darf ebenso der AMG 5,5-Liter-V8-Kompressormotor von 2001 gelten: Der M 113 K leistete bis zu 428 kW (582 PS) und verfügte über ein Drehmoment von 800 Newtonmetern. Noch stärker war der AMG 5,5-Liter-V8-Kompressormotor des SLR McLaren aus dem Jahr 2003 – der M 155 erreichte bis zu 478 kW (650 PS) und 820 Newtonmeter. 2005 debütierte der AMG 6,3 Liter-V8-Motor; je nach Modell realisiert der M 156 genannte Hochdrehzahl-Saugmotor bis zu 386 kW (525 PS) und 630 Newtonmeter. Exklusiv dem neuen SLS AMG vorbehalten ist der M 159 mit ebenfalls 6,3 Liter Hubraum, einer Höchstleistung von 420 kW (571 PS) und einem Drehmomentmaximum von 650 Newton­metern.
Sowohl der AMG 5,5-Liter-V8-Kompressormotor, der AMG 6,3-Liter-V8-Motor als auch der AMG 6,0-Liter-V12-Biturbomotor konnten bei den „International Engine of the Year Awards“ die Kategorien „Best Performance Engine“ für sich entscheiden.
Hans Heyer erfolgreich bei Tourenwagen- und Sportwagenrennen
Hans Heyer, geboren am 16. März 1943 in Mönchengladbach, hat in über 35 Jahren Motorsport 1000 Rennen bestritten. Als Werkspilot ist er für viele Marken wie zum Beispiel AMG-Mercedes, Ford, Lancia, Porsche, Jaguar und BMW gefahren. Heyer ist Deutschlands erfolgreichster Go-Kart-Pilot aller Zeiten. In dieser Diszi­plin war er viermal Europameister, zweimal Vizeweltmeister, viermal Deutscher Meister und zweimal Holländischer Meister. Er gewann dreimal die DTM-Vorgänger­serie, die Deutsche Rennsportmeisterschaft und beendete das 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps dreimal auf Platz 1. Außerdem krönte er seine Laufbahn 1974 mit dem Titel des Tourenwagen-Europameisters.
Heyer war auch mit den Sportwagen-Prototypen sehr erfolgreich und gewann unter anderem die 1000-Kilometer-Rennen in Monza, Mugello, Kyalami und auf dem Nürburgring. Zudem bestritt er mehrfach die 24 Stunden von Le Mans und wurde 1976 und 1980 Sportwagen-Markenweltmeister. Im Jahr 1977 bestritt Hans Heyer sogar ein Formel-1-Rennen auf ATS.
1985 ging Hans Heyer bei der Marathon-Rallye Paris–Dakar an den Start, hier gewann er die Lastwagenklasse und belegte den 28. Platz im Gesamtklassement. In den Jahren 1986 und 1987 war Heyer als Entwicklungs- und Testfahrer für das Team AMG-Mercedes tätig, in den Jahren 1988 und 1989 zusätzlich als Rennleiter. 2004 gab Hans Heyer nach seinem 1000. Rennen seinen endgültigen Rücktritt als aktiver Rennfahrer bekannt. Sein Sohn Kenneth, 29 Jahre, tritt in die Fußstapfen des Vaters und geht 2010 im ADAC GT Masters und der FIA GT-Europameister­schaft an den Start.
Tirolerhut als Markenzeichen
Hans Heyers Markenzeichen war sein Tirolerhut: Die markante Kopfbedeckung hat sich über Jahrzehnte hinweg zu seinem Markenzeichen entwickelt – und zu einem automatischen „Türöffner“. „Es gab Zeiten, da brauchte ich für nichts einen Ausweis. Mit dem Hut war ich so bekannt, ich kam überall durch, sogar bei der Formel 1.“
Clemens Schickentanz noch heute aktiv
Zu den größten sportlichen Erfolgen von Clemens Schickentanz, geboren am 24. Mai 1944 in Coesfeld, zählt der Gesamtsieg beim allerersten 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 1970 zusammen mit Hans-Joachim Stuck. Für noch mehr Publicity sorgte der zweite Platz mit dem 300 SEL 6.8 AMG beim 24‑Stunden- Rennen in Spa-Francorchamps 1971 mit Hans Heyer. 1973 konnte Clemens Schickentanz die GT-Europameisterschaft und den Porsche-Cup gewinnen; beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans belegte er in den Jahren 1973 und 1983 die Plätze 3 und 4. In seiner Bilanz ragen auch die zahlreichen gewonnenen 1000-km-Rennen heraus. Clemens Schickentanz hat seine aktive Rennfahrerkarriere praktisch nie offiziell beendet und geht noch heute bei Oldtimerrennen an den Start.
Die Fahrerpaarung Hans Heyer/Clemens Schickentanz war nicht nur mit dem Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG erfolgreich. 1978 pilotierten sie den neuen 450 SLC 5.0 AMG in der Tourenwagen-Europameisterschaft. Am Ende der Saison standen zwei dritte Plätze in Monza/Italien und auf dem Salzburgring/Österreich in der Bilanz. 1980 wechselte sich Clemens Schickentanz mit Jörg Denzel am Steuer des silbernen Coupés ab. Nach einem zweiten Rang in Monza folgte der erste Sieg beim Großen Preis der Tourenwagen auf dem Nürburgring.
Legende mit vielen Kurven: Die Rennstrecke von Spa-Francorchamps
Die 1921 eröffnete Rennstrecke von Spa-Francorchamps in den belgischen Ardennen gilt unter Rennfahrern und Fans als legendäres Pflaster – und hat unter Insidern beinahe den gleichen Stellenwert wie die Nürburgring-Nordschleife.
Der sieben Kilometer lange Kurs ist allein schon wegen seiner abwechslungs-reichen Streckenführung und seiner beträchtlichen Höhenunterschiede eine besondere Rennstrecke, daher wird sie auch oft „Ardennen-Achterbahn“ genannt. Weltberühmt ist Spa-Francorchamps wegen der berüchtigten Kurvenkombination „Eau Rouge“. Kurz nach Start/Ziel und der folgenden Spitzkehre „La Source“ geht es über ein Gefälle hinunter zur schnellen Links-rechts-Kombination. Gleich darauf folgt eine respektable Steigung, die in die schnelle und zudem „blinde“ Linkskurve „La Radillon“ übergeht. Eine Mutprobe für jeden Rennfahrer. Grundsätzlich passt immer nur ein Auto durch die anspruchsvolle Kurvenkombination – niemals jedoch zwei oder gar drei nebeneinander. Außerdem gilt es, durch eine ideale Linie genügend Schwung für die folgende lange „Kemmel“-Gerade mitzunehmen. Eine weitere Schlüsselstelle ist die ultraschnelle Doppel-Linkskurve von „Blanchimont“, wo Geschwindigkeiten von rund 300 km/h gefahren werden, bevor die Rennfahrzeuge kurz vor der „Bus-Stop-Schikane“ hart heruntergebremst werden müssen.
Doch speziell die „Eau Rouge“ ist ein Synonym für packende Rennszenen – aber leider war es in der Vergangenheit auch ein Schauplatz tragischer Unfälle. So verlor das deutsche Ausnahmetalent Stefan Bellof am 1. September 1985 während eines Sportwagenrennens bei einem Unfall in der Eau Rouge sein Leben. Nach zahlreichen Umbaumaßnahmen nicht nur an dieser Kurve hat sich die passive Sicherheit sowohl für die Rennfahrer als auch für Zuschauer und Streckenposten drastisch verbessert.
Weltmeister Michael Schumacher hält Rundenrekord
Den offiziellen Rundenrekord in Spa-Francorchamps hält der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher: Die gefahrene Rundenzeit von 1:43,726 Minuten datiert von 2002 und entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 241,837 km/h. Mercedes-GP-Petronas-Fahrer Michael Schumacher zum belgischen Grand-Prix-Kurs: „Die Rennstrecke ist eine der wenigen, die den Charme der Vergangen­heit hat bewahren können – eine der letzten, wo die Rennfahrer wirklich den Unterschied machen.“ AMG Mercedes DTM-Fahrer David Coulthard: „Ich würde sagen, dass mindestens 90 Prozent aller Fahrer angeben, dass Spa-Francorchamps ihre Lieblingsstrecke ist.“
Heute ist Spa-Francorchamps der Austragungsort des Formel-1-Rennens, dem Großen Preis von Belgien (27. bis 29. August 2010), sowie des 24-Stunden-Rennens (31. Juli bis 1. August 2010) – eben jene Rennveranstaltung, bei der der 300 SEL 6.8 AMG im Jahr 1971 den zweiten Platz gewinnen konnte.
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