Begegnungen – die Frauen des Sterns
Stuttgart
30.11.2011
Interieur-Designerin Nicola Ehrenberg-Uhlig
Sinnlichkeit. Die Schönheit im Detail.
Mercedes-Benz ist die einzige Premium-Automobilmarke, die sich traut, weiblich zu sein. Innovative Technik kommt stets in einem sinnlichen Körper daher – voller Schönheit, zeitloser Eleganz und bewegender Emotionalität. Beides zusammen lässt die Männerherzen höherschlagen. Ästhetik prägt aber nicht nur das Exterieur-Design. „Ein schöner Körper braucht auch eine schöne Seele, um perfekt zu sein und langfristig zu überzeugen“, sagt Interieur-Designerin Nicola Ehrenberg-Uhlig.
Anders als in der Gestaltung des Exterieurs sind im Interieur-Design bei Mercedes-Benz rund 30 Prozent der „Kreativen“ Frauen. Eine von ihnen ist Nicola Ehrenberg-Uhlig. „Frauen nehmen die Qualität von Materialien, Farbwelten und Verarbeitungsdetails bewusster wahr als Männer, nicht umsonst haben sie beim Autokauf in puncto Ausstattung oft das letzte Wort. Daher ist es nur logisch, dass die Innenraumgestaltung auch von Frauen gemacht wird“, sagt die Leiterin des Konzeptionsteams Color & Trim. Seit 2007 verantwortet sie die Innenausstattung der großen Baureihen. So hat sie mit ihrem Team, das aus drei Frauen und einem Mann besteht, unter anderem
das Interieur-Design des aktuellen SLK Roadsters und der neuen M-Klasse entwickelt.
Die inneren Werte zählen
„Mit dem Auto ist es wie mit einem Menschen“, sagt die gelernte Haute-Couture-Designerin. „Das Äußere soll toll aussehen, die Blicke auf sich ziehen und betören. Um langfristig zu überzeugen, kommt es aber insbesondere auf die inneren Werte an. Nur wenn außen und innen perfekt zusammenpassen, kann aus der Verliebtheit eine innige, dauerhafte Liebe wachsen.“ Zu den Grundregeln des Mercedes-Benz Designs gehört daher, dass sich Schönheit, Stil und Wertanmutung des Exterieur-Designs in absoluter Harmonie im Innenraum widerspiegeln müssen. Kurz gesagt: Was das Äußere verspricht, muss das Innere halten – und durch edle Materialien sowie exklusive Details sogar weiter vollenden.
Ein markantes Beispiel für diese Philosophie ist der neue SLK. Nicola Ehrenberg-Uhlig hat mit ihrem Team für den Innenraum des Roadsters ein Ausstattungskonzept entwickelt, das den stilvoll sportlichen Charakter des Exterieurs überaus leidenschaftlich fortsetzt. Dazu gehören beispielsweise Zierelemente an Türöffnern und Mittelkonsole in gebürstetem Aluminium oder wahlweise in dunkelbraun glänzendem Wurzelnussholz oder schwarz glänzender Esche sowie galvanisierte runde Belüftungsdüsen, die bewusst Assoziationen zur Dynamik der Luftfahrt wecken. Ein weiterer Glanzpunkt sind Sitzbezüge aus Leder oder Nappaleder, die die Sonnenstrahlen reflektieren und dadurch die Aufheizung der Oberfläche spürbar reduzieren. Die Ziernähte auf den Sitzen sind jeweils in Kontrastfarbe zum Leder gehalten, was die hohe Wertanmutung und den sportlichen Look zusätzlich betont. „Es ist die Liebe zum Detail, die eine große Wirkung erzielt“, sagt die 44-Jährige. Eine zierliche und überaus humorvolle Frau.
Von der Haute Couture zum Automobildesign
Wenn sie von ihrer Arbeit spricht, leuchten ihre Augen. „Es macht wahnsinnig viel Spaß, neue Innenraumkonzepte und Ideen für neue Materialien zu entwickeln und passend zum Außendesign ein harmonisches Gesamtbild zu kreieren, das jedem Fahrzeugmodell einen eigenständigen und hochemotionalen Charakter gibt“, schwärmt Ehrenberg-Uhlig.
Ihre Ausbildung war nicht die schnurgerade Karriere. Nach dem Abitur studierte sie Publizistik. Doch dies war ihr zu theoretisch und entsprach nicht ihren wahren Talenten. Sie wechselte in die Modebranche und machte eine Ausbildung als Haute-Couture-Schneiderin. Dort entdeckte sie ihre Liebe zum Design und entwickelte eine bis heute ungebrochene Leidenschaft für das kreative Spiel mit Formen, Farben und edlen Materialien. Nach Modeatelier und Zwischenstopp als Kostümbildnerin beim Theater folgte ein Designstudium, zunächst an der Hochschule für Gestaltung im niederländischen Utrecht und dann in Pforzheim. Seit 2000 arbeitet
sie bei Mercedes-Benz.
Der Wechsel vom Mode- zum Automobildesign fiel ihr nicht schwer. „In der Haute Couture geht es darum, einen Körper optimal zur Geltung zu bringen und seinen Charakter zu schärfen. Das ist bei einem Auto genauso“, erläutert sie. Besondere Highlights, wie außergewöhnliche Nahtbilder oder ein spannendes Wechselspiel zwischen seidenmatten und glänzenden Oberflächen, schmücken ein edles Auto-Interieur ebenso wie ein Kleid. Es gibt nur einen wesentlichen Unterschied – und den genießt Nicola Ehrenberg-Uhlig in vollen Zügen. „Anders als in der Mode hat man als Automobildesigner sehr viel mehr Zeit, Details zu entwickeln und in puncto Qualität und Perfektion so lange auszureizen, bis man mindestens zu 100 Prozent dahintersteht – und das ist Luxus für einen Designer.“
Design schafft emotionale Heimat
Rund zwei Jahre arbeitet sie mit ihrem Team an der Entwicklung des Interieur-Designs für eine neue Baureihe – und muss dabei weit in die Zukunft blicken. Denn es gilt, die Faszination für das Schöne über Jahre hinweg lebendig zu halten. Während Mode meist kurzlebige Trends bedient und damit einem hohen Vergänglichkeitsfaktor unterliegt, ist das Design aller Mercedes-Benz Automobile auf attraktive Modernität und Langlebigkeit ausgelegt. Kurzweilige Effekte und Trends haben keine Chance. „Die Innenausstattung“, sagt die leidenschaftliche Bergsteigerin, „muss den Kunden über viele Jahre überzeugen, ihm eine emotionale Heimat geben. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Lebensräume zu kreieren, denn schließlich verbringt der Kunde sehr viel Zeit in seinem Auto.“ Gerade in den hektischen Zeiten unserer mobilen Gesellschaft müsse der Innenraum eines Fahrzeugs dem Streben nach Entspannung, Geborgenheit, Wohlbefinden und Genuss mehr denn je Rechnung tragen.
Daher hat Mercedes-Benz es sich zur Aufgabe gemacht, die Wertigkeit des Interieurs in allen Baureihen weiter zu steigern. „Wir wollen hochwertige Qualität und handwerkliche Perfektion zelebrieren, sie für den Kunden sinnlich erlebbar machen und ihm so ein stolzes Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn er in seinem Mercedes-Benz sitzt“, beschreibt die Designerin ihren Anspruch. Aktuelles Beispiel ist die neue M-Klasse. Die bisher in erster Linie funktional ausgerichtete Innenausstattung hat Ehrenberg-Uhlig mit ihrem Team jetzt auf das Komfortniveau einer Oberklasse-Limousine gehoben.
Zierteile aus geschliffenem Aluminium oder edlen Echthölzern, fein gearbeitete Schalter in Silberchrom und exklusive Applikationen schaffen eine Wohlfühlatmosphäre wie in der S-Klasse. Die Armaturenbrettgestaltung geht harmonisch in die Türverkleidungen über und erzeugt den sogenannten
„Wrap around“-Effekt, der ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt. Zur weiteren Individualisierung hat die Designerin neben unterschiedlichen Materialien verschiedene Farbwelten in warmen Tönen kreiert – von Schwarz über Mandelbeige und Alpakagrau bis hin zu Tobaccobraun. „Ergebnis ist ein dezenter, aber sehr sportlicher und keinesfalls aggressiver oder lauter Look.“ Eben kultivierte Sportlichkeit, wie die Mercedes-Benz Designer ihre neue Design- und Formensprache nennen.
Mit Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft nach vorne
Das Interieur-Design für ein Fahrzeug zu entwerfen bedeutet, eine ganze Kollektion zu kreieren. Bei jedem Modell wählt die Diplom-Designerin aus, welche Farben, Stoff- und Lederqualitäten, Hölzer, Metalle oder auch Steine wie Granit zu seinem Charakter passen, und entwickelt ein Gesamtkonzept mit zahlreichen Varianten zur Individualisierung. Die Liebe zum Detail kennt dabei keine Grenzen. Selbst das Nahtbild auf den Sitzen oder am Lederlenkrad muss sich in Form und Farbe perfekt in das ästhetische Gesamtbild einfügen.
Dabei arbeitet sie eng mit den Kollegen aus der technischen Entwicklung zusammen. Das funktioniert natürlich nicht immer reibungslos. „Jeder“, sagt sie, „hat seine Ideen und Produkte, die er in einem Fahrzeug unterbringen will, manchmal harmonieren sie und manchmal auch nicht. Dann heißt es kämpfen.“ Dass Frauen es schwerer haben, je weiter sie nach oben kommen, da sei schon was dran. Aber: „Wenn man als einzige Frau in Besprechungen sitzt, genießt man auch eine viel größere Aufmerksamkeit und die gilt es zu nutzen.“ Mit Hartnäckigkeit, Überzeugungskraft und guten Argumenten finde sich immer eine Lösung.
Befragt nach ihrem Lieblings-Mercedes, zögert sie nicht lange. „Alle, die ich ausgestattet habe“, lacht sie. „In jedem einzelnen steckt so viel Herzblut und Leidenschaft, dass ich es immer kaum erwarten kann, bis er endlich auf die Straße kommt.“ Wenn sie ein Modell abgeschlossen hat, dauert es rund ein bis zwei Jahre, bis es auf den „Laufsteg“ kommt. Ein weiterer wesentlicher Unterschied zur Mode, „an den ich mich erst gewöhnen musste.“ So blickt sie ganz gespannt auf die nächsten Jahre. Anfang 2012 feiert der neue SL Roadster seine Weltpremiere und 2013 kommt die neue S-Klasse auf den Markt. „Die neue S-Klasse ist in Qualität und Handwerkskunst ein absoluter Traum.“ Mehr verrät sie nicht.
Interview mit Nicola Ehrenberg-Uhlig
Interieur-Design der Zukunft.
Nicola Ehrenberg-Uhlig ist Leiterin des Konzeptionsteams Color & Trim im Interieur-Design von Mercedes-Benz. Mit ihrem vierköpfigen Team entwickelt sie die Innenausstattung für die S- und M-Klasse, das CLS Coupé sowie für alle Sportwagen und Roadster. Darüber hinaus hat sie das Ausstattungskonzept für das Concept A-CLASS kreiert, das einen Ausblick auf die neue A-Klasse gibt.
Würde ein Mercedes-Benz, der ausschließlich von Frauen gestaltet wäre, anders aussehen?
Nein, ich denke nicht. Das Design eines Mercedes-Benz hat seit jeher etwas Weibliches und ist – auch außen – mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ich als Frau stehe auf jeden Fall hinter jedem einzelnen Modell. Aber der Arbeitsprozess wäre vielleicht ein anderer, weil Frauen meist humorvoller und spielerischer an Dinge herangehen.
Wie wird sich das Interieur-Design bei Mercedes-Benz in Zukunft weiterentwickeln?
Das Spannungsfeld zwischen Schönheit, Eleganz und Technik, das Mercedes-Benz seit jeher auszeichnet, wird auch im Innenraum noch stärker in den Fokus rücken. Hochwertigste klassische Materialien wie Leder werden mit kontrastierenden modernen Hightech-Elementen verbunden. Der handwerkliche Perfektionsgrad wird dadurch weiter steigen. Wir werden eine spannende, hoch emotionalisierende Brücke zwischen Tradition und Moderne schlagen.
Können Sie ein Beispiel nennen?
Unsere Studie Concept A-CLASS, die wir im April 2011 auf der Auto Show in Shanghai gezeigt haben, ist absolut repräsentativ. Hier haben wir hellbeiges Nubukleder mit metallisiertem Leder und einem transluzenten, mit Metall bedampftem Stoff, der die Instrumententafel und die Mittelkonsole bespannt, kombiniert. Instrumententafel und Mittelkonsole selbst haben keinen konventionellen Unterbau, sondern bestehen nur aus gebürstetem Aluminium, das durch die transparente Hightech-Stoffbespannung durchschimmert. Dadurch scheint das Armaturenbrett optisch zu schweben. Hinzu kommen magentarote Akzente in den Nähten und in der Ambientebeleuchtung sowie ein innovatives, dreidimensionales Grafikdesign der Bildschirminhalte. Der Gesamteindruck ist eine einzigartige Verbindung aus Mercedes-typischer Eleganz mit hoher Qualitätsanmutung und moderner, sportlicher Leichtigkeit. Und genau das ist für mich die Mercedes-Welt von morgen.
Bedeutet hohe Verarbeitungsqualität auch echte Handarbeit?
Auf jeden Fall. Zum Beispiel der Klavierlack, den wir in der S-Klasse und im CLS anbieten, ist pure Handwerkskunst. Bis zu sieben Schichten Lack werden aufgetragen und abgeschliffen, bis sich das gewünschte Hochglanz-Finish einstellt. Auch die Leder-Nähkleider für die Armaturentafel werden von Hand zusammengenäht. Erst danach werden sie in das Werkzeug eingelegt und mit hochwertigem Schaum hinterpolstert.
Darf Design auch polarisieren oder sollte es jedem gefallen?
Design muss sogar polarisieren. Wenn es jedem gefällt, kann es nicht wirklich emotionalisieren und hat daher keine Zukunft.
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