Pressemappe: Die großen Coupés von Mercedes-Benz
Stuttgart
,
31.07.2006
1999: Mit der CL-Klasse ins neue Jahrtausend
Die Zeiten standen 1999 wieder einmal auf Umbruch. Mehr Sorgen als die Umstellung von der Deutschen Mark auf das neue Zahlungsmittel Euro machten manchen Zeitgenossen jedoch die unbekannten Risiken, die sich möglicherweise durch eine Ziffernfolge mit drei Nullen auf Computersysteme und Rechnernetze ergeben könnten. Wie wir heute wissen, ging die Umstellung von 1999 auf 2000 zumindest in den Rechensystemen glatt.
Ein markantes Zeichen für ein neues Zeitalter war 1999 die Eröffnung des neuen Reichstags in Berlin. Damit wurde die Stadt auch sichtbar zur Hauptstadt eines wiedervereinten Deutschlands. Auch andere Ereignisse aus Deutschland machten Schlagzeilen: Der Schriftsteller Günter Grass erhielt den Nobelpreis für Literatur. Aber auch dieses Jahr kam nicht ohne Abschied aus: Die Tennis-Legenden Steffi Graf und Boris Becker gaben ihren Rücktritt vom aktiven Sport bekannt. Einen neuen Höchstwert vermeldete die Pkw-Dichte in Deutschland: An der Schwelle zum neuen Jahrtausend betrug sie 516 Pkw auf tausend Einwohner.
Weltpremiere auch auf dem Genfer Automobilsalon im März 1999: Das innovative Mercedes-Benz Coupé der CL-Klasse der Modellreihe C 215, der CL 500, feierte seinen Auftritt. In Design, Motorisierung und Ausstattung lieferte es einen glanzvollen Beweis für die anhaltende Innovationskraft des Stuttgarter Autobauers. Auf den ersten Blick erkennbar war die neue Linienführung: Die lange, flache Motorhaube, der dynamische Spannungsbogen der Dachlinie, das markante Heck und die ausdrucksstarken Doppelscheinwerfer in der neuen Interpretation des wohlvertrauten „Vier-Augen-Gesichts“ prägten eine Form, die gleichzeitig Sportlichkeit und Eleganz ausstrahlt. Athletik paarte sich unverkennbar mit Geschmeidigkeit. Durchgängige Seitenscheiben und der Verzicht auf B-Säulen ließen den Grundkörper leicht wirken. Dieses umschwärmte Coupé nahm im elitären Coupé-Markt der Welt auf Anhieb den Thron der Eleganz ein und gehört zu den meistgefragten Coupés der Welt.
Zum Auftritt des außergewöhnlichen Coupés passten die Motoren, die Mercedes-Benz für das Coupé anbot: Das Topmodell CL 600 war ausgestattet mit einem neu entwickelten, laufruhigen Zwölfzylindermotor, der 270 kW/367 PS mobilisierte und ein Drehmoment von 530 Newtonmetern bot. Leichtbau, Dreiventil-Technik, Doppelzündung mit Wechselspannungs-Zündsystem und Ionenstrom-Diagnose, automatische Zylinderabschaltung, sechs Katalysatoren und acht Lambdasonden sind nur einige Beispiele für die aufwändige technische Ausstattung dieses hochmodernen Triebwerks. Das „kleinere“ Coupé CL 500 ist mit dem 225 kW/306 PS starken V8-Motor ausgestattet.
Neues „ABC“ der Fahrwerkstechnik
Serienmäßig kamen im Mercedes-Coupé Innovationen zum Einsatz, die zum Zeitpunkt der Präsentation weltweit kein anderes Automobil aufwies. Allen voran das neuartige aktive Federungssystem Active Body Control (ABC), das ein bislang unerreichtes Optimum aus Sportlichkeit und Komfort darstellt. Auf Basis von Sensorsignalen und mithilfe spezieller Hydraulikzylinder an den Achsen kompensiert ABC Wank- und Nickbewegungen der Karosserie beim Anfahren, bei Kurvenfahrt oder beim Bremsen fast vollständig. So wird Autofahren zu einem neuen Erlebnis.
Zur weiteren Serienausstattung des neuen großen Coupés gehörte ein umfangreiches Sicherheitspaket, das in seiner Komplettheit seinesgleichen sucht: Front- und Sidebags zählten dazu sowie Windowbags. ESP® war selbstverständlich; hinzu kam die Antriebs-Schlupf-Regelung ASR. Dies waren technische Konfigurationen, die sicheres Autofahren erlebbar machten. Vorbildliche Aerodynamik (cW-Wert 0,28), konsequenter Leichtbau und eine neue Maßkonzeption waren weitere Kennzeichen des Mercedes-Benz CL-Coupés von 1999. Ein modernes Hybrid-Konzept, das den Einsatz verschiedener Leichtbau-Werkstoffe wie Aluminium, Magnesium, Stahl und Kunststoff ermöglicht, erbrachten im Vergleich zum Vorgänger eine Gewichtsersparnis von bis zu 340 Kilogramm.
Bei der Ausstattung blieben keine Wünsche offen: Multifunktions-Lenkrad, Fünf-gang-Automatik mit Tipp-Schaltung und SPEEDTRONIC, Klimatisierungsautomatik mit Aktivkohlefilter zählten dazu. Elektrisch verstellbare Ledersitze mit Memory-Funktion, Lederapplikationen, auch an Instrumententafel und Türen, sowie edle Zierhölzer unterstreichen die Spitzenstellung dieses Coupés. Beim Topmodell CL 600 betonten zusätzlich das Bedien- und Anzeigesystem COMAND, Telefon, Soundsystem, Polsterung in exklusivem Nappaleder sowie Säulenverkleidungen und Dachhimmel aus weichem Alcantara die besondere Klasse und die herausragende Stellung in der Automobilhierarchie.
Im Jahr 2002 erhielt der V12-Motor des CL 600 eine Biturbo-Aufladung und flankierende Maßnahmen, die ihn gleichfalls auf 368 kW/500 PS erstarken ließen, er stellte bei einem Ladedruck von einem bar ab 1800/min ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern bereit - das waren 36 Prozent mehr Leistung und sogar 51 Prozent mehr Drehmoment als beim bisherigen Zwölfzylinder. Damit erreichte das Fahrzeug die 100-km/h-Marke aus dem Stand in 4,8 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit wurde elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Im CL 55 AMG ging ab Herbst 2002 der von Mercedes-AMG entwickelte V8-Kompressormotor mit 5,5 Liter Hubraum zu Werke. Er leistet wie der Zwölfzylinder 368 kW/500 PS, jedoch hat er eine noch sportlichere Charakteristik. Ein Fünfgang-Automatikgetriebe mit Schalteinrichtung im Lenkrad unterstreicht das sportliche Fahr-Erlebnis.
Abgesehen von verschiedenen Modellpflegemaßnahmen blieb der CL 500 unverändert im Programm. Für alle Varianten wurde im Herbst 2002 die Active Body Control (ABC) überarbeitet: Nun wird zusätzlich das aktuelle Gesamtgewicht des Fahrzeugs ermittelt und in die Berechnung der aktiven Fahrwerksregelung einbezogen. Damit wird das Fahrverhalten weitgehend unabhängig von der Beladung. Im Rahmen der Modellpflege wurde auch die Sicherheitsausstattung noch ausgefeilter, unter anderem mit so genannten Up-Front-Sensoren im Vorbau der Karosserie, die beim Crash frühzeitig die Aufprallschwere erkennen und damit den Beifahrer-Airbag situationsbedingt in zwei Stufen steuern. Überdies werden die Gurtstraffer dank der Sensoren noch früher aktiviert.
Die Leistungsgrenze wurde 2003 noch einmal nach oben gerückt - mit dem CL 65 AMG, der 450 kW/612 PS mobilisiert und zwischen 2000/min und 4000/min ein Drehmoment von 1000 Newtonmetern bereitstellt.
Das Produktionsvolumen der Coupés der Modellreihe C 215 zeigt, dass Mercedes-Benz den Weg der Coupé-Tradition erfolgreich beschreitet: Bis Mai 2006 wurden 46 800 Stück gefertigt. Diese Tradition der modernen Coupés mit ihrer visionären Symbiose aus Perfektion und Emotion wird auch in Zukunft fortgeführt. Innovationskraft und zukunftsorientierte Ausrichtung, sichtbar und erlebbar an und in den Coupés von Mercedes-Benz, werden auch weiterhin Grundlagen der Entwicklung bleiben. Vollendetes Design, exklusive Ausstattung und das zeitgenössische Optimum der Fahrzeugtechnologie bleiben auch in Zukunft eine stilbildende Einheit und eine Klasse für sich.
Seit 1952 hat Mercedes-Benz insgesamt über 178 000 Luxus-Coupés produziert.
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Zanker
Leiter Baureihen Mercedes-Benz Cars, Testwagenmanagement, Sportkommunikation
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