Pressemappe: Mercedes Power-Shift
Stuttgart
,
05.04.2006
Grundbegriffe der Getriebetechnik
Getriebe Unter einem „Getriebe“ wird in der Regel ein Schalt- oder Wechselgetriebe verstanden. Es dient im Antriebsstrang zur Kraftübertragung und damit zur Anpassung der vom (Verbrennungs-) Motor abgegebenen, veränderlichen Leistung P [kW] bzw. des Drehmoments M (Nm) an die sich ebenfalls verändernden Fahrwiderstände Gewicht, Steigung-/Beschleunigungswiderstand, Roll- und Luft­widerstand. Schaltgetriebe sind meistens als Zahnrad­getriebe ausgeführt.
Schaltgetriebearten   
  • Handschaltung (mit Zugkraftunterbrechung)
  • teil-/vollautomatisierte Schaltgetriebe
  • Lastschaltgetriebe
  • Klauengetriebe Im Klauengetriebe (auch Allklauengetriebe genannt) sind zwischen den Gangrädern und den Schaltmuffen (Schiebemuffen) keine Gleichlaufvorrichtungen (Synchronringe oder -pakete) eingebaut. Die kraftschlüssige Verbindung (= geschalteter Gang) zwischen den mit Klauen an den Seitenflanken versehenen Zahnrädern und den ebenfalls mit Klauen versehenen Schaltmuffen ist nur bei Gleichlauf oder Stillstand beider Bauteile möglich. Diesen Gleichlauf herzustellen war früher Aufgabe des Kraftfahrers (Doppelkuppeln, ggf. Zwischengas). Heute übernimmt die Motor- und Getriebesteuerung diese Aufgaben.
    Synchrongetriebe Wie beim Klauengetriebe ist eine kraftschlüssige Verbindung (Gangwechsel) zwischen Zahnrädern und Schiebemuffe nur bei Gleichlauf/Stillstand der Bauteile möglich. Diesen Gleichlauf herzustellen ist Aufgabe der Synchroneinrichtung.
    Planetengetriebe Leistungsverzweigendes, unter Last schaltbares Getriebe mit gleichachsigem An- und Abtrieb. Die Leistungsverzweigung erfolgt über mindestens drei Planetenräder. Alle Übersetzungen werden durch wechselweises Aktivieren der einzelnen Laufteile erreicht. Wesentlich Bauteile: Sonnenrad, Planetenräder (mit Planetenradträger), Hohlrad (innenverzahnt).
    Getriebebauweise
       
  • einstufig: alle Gangstufen werden im Hauptgetriebe erzeugt, im Lkw typischerweise 6-Gang-Getriebe
  • zweistufig: die im Hauptgetriebe vorhandenen „Hauptgänge“ (i.d.R. 3 oder 4) werden durch einen nachgeschalteten Radsatz („Range“-Gruppe) oder einen vorgeschalteten Radsatz („Split“-Gruppe) verdoppelt
  • dreistufig: die im Hauptgetriebe vorhandenen „Hauptgänge“ (i.d.R. 3 oder 4) werden durch einen nachgeschalteten Radsatz („Range“-Gruppe) und einen vorgeschalteten Radsatz(„Split“-Gruppe) vervierfacht
  • Gangabstufung 
  • geometrisch: gleichmäßige Drehzahlsprünge von Gang zu Gang
  • progressiv: kleiner werdende Drehzahlsprünge, je höher die Gangstufe
  • Berggang-Getriebe auch Direktgang-Getriebe. Übersetzung im größten Gang 1 zu 1. Das eingehende Drehmoment wird ohne Wandlung, und damit ohne Verluste, durch das Getriebe zum Antriebsachsdifferenzial geleitet.
    Schnellgang-Getriebe auch Overdrive-Getriebe. Herabsetzung des eingehenden Drehmoments, Heraufsetzung der Drehzahl in einer (oder mehreren) Stufe(n).
    Getriebespreizung auch Getriebeübersetzungsbereich. Bezeichnet das Verhältnis zwischen größtem und kleinstem Gang.
    Vorgelegewellen-
    bremse
    Bremseinrichtung auf der Vorgelegewelle des Hauptgetriebes. Aufgabe: Abbremsen der Schwungmasse aus Kupplung und Getriebeeingang, um beim Hochschalten schneller den Gleichlauf zwischen Antrieb und Abtrieb zu erzielen.
    Kupplungsbremse Wirkt auf die Getriebeeingangswelle. Aufgabe: siehe Vorgelegewellenbremse.
    Schaltsysteme 
  • Direktschaltung: Schalthebel direkt auf der Getriebedeckel, Schaltkraftübertragung rein mechanisch (Muskelkraft).
  • Fernschaltung: Getriebe und Schalthebel sind räumlich von einander getrennt; Schaltkraftübertragung mechanisch (Muskel­kraft mittels Gestände/Seilzug), hydraulisch/pneumatisch (i.d.R. Muskelkraft mit Schaltkraftunterstützung) oder durch Fremdkraft („Shift by wire“).
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