Mercedes-Benz 300 SL: Dreifachsieg vor 60 Jahren beim „Großen Preis von Bern“
Stuttgart
18.04.2012
  • Kling, Lang und Rieß belegen am 18. Mai 1952 in der Schweiz die ersten drei Plätze
  • Der Rennsportwagen 300 SL (W 194) ist in der Saison 1952 bei allen namhaften Wettbewerben erfolgreich
Stuttgart – Von Anfang an ist der Mercedes-Benz 300 SL (W 194) ausschließlich für Renneinsätze konzipiert. Die kompromisslose Form erregt bei der Präsentation am 12. März 1952 beträchtliches Aufsehen. Für die Rennsaison 1952 werden insgesamt zehn Rennsportwagen dieses Typs gebaut. Der 300 SL (W 194) ist in der Saison 1952 bei allen namhaften internationalen Sportwagen-Veranstaltungen erfolgreich. Die Sportlichkeit vererbt er auch auf nachfolgende Fahrzeuge der SL-Reihe – das Kürzel steht für „Super-Leicht“. Doch alles beginnt im Frühsommer 1952.
Als Ergänzung des Großen Preises der Schweiz findet am 18. Mai 1952 der Große Preis von Bern auf dem Bremgarten-Ring vor den Toren der Schweizer Bundeshauptstadt statt. Der Wettbewerb ist ausschließlich für Sportwagen über 1,5 Liter Hubraum ausgeschrieben und scheint den neuen Rennsportwagen von Mercedes-Benz wie auf den Leib geschneidert zu sein. Mit vier Fahrzeugen vom Typ 300 SL zieht die Marke in die Schweizer Kapitale und bietet ein illustres Fahrerfeld auf. Rudolf Caracciola, Hermann Lang, Karl Kling und der Nachwuchsfahrer Fritz Rieß pilotieren den vom Publikum sehnlichst erwarteten Neuling.
Das Rennen sorgt für einige Überraschungen. Die erste ist die Trainingsbestzeit des Schweizer Sportwagenmeisters Willy Daetwyler, der mit dem Ferrari 340 America den stärksten Wagen des Feldes fährt. Er steht neben Kling und Lang in der ersten Reihe. In der zweiten Startreihe stehen Caracciola und, auf Aston Martin DB2, Reginald Parnell.
Die zweite Überraschung ist der Ausfall Daetwylers direkt beim Start, als nach einem Antriebswellendefekt der Wagen nach wenigen Metern kraftlos ausrollt. Dafür übernimmt Caracciola nach einem Blitzstart, wie in alten Tagen, sofort die Spitze, die er in der zweiten Runde an seinen alten Rivalen Lang abgeben muss. Was dann folgt ist eine packende Aufholjagd von Kling, der nach zähem Ringen seinen Stallgefährten Lang überholt. Dieses Duell, das ohne jede Stallregie erfolgt, bringt Spannung ins Geschehen.
Die dritte Überraschung ist der Unfall und damit Ausfall Caracciolas, der nach einem Bremsendefekt frontal mit einem Baum kollidiert. Dieser Unfall bedeutet nicht nur das Ende des Rennens für den Altmeister, es ist auch das Ende seiner Karriere als Rennfahrer.
Kling, Lang und Rieß beenden das Rennen auf den ersten drei Plätzen. Zwei Besonderheiten gilt es festzuhalten: Fritz Rieß fährt mit dem Wagen 0006 den ersten 300 SL mit der großen Flügeltür – die Tür der bisherigen Fahrzeuge ist noch nicht so weit in die Flanke hinein heruntergezogen. Und die Fahrzeuge sind alle in unterschiedlichen Farben lackiert, die Chefingenieur und Vorstand Fritz Nallinger herausgesucht hatte, damit man sie im Rennen besser voneinander unterscheiden kann.
Langs Wagen 0003 mit der Startnummer 20 ist in der Daimler-Benz Farbe DB 120 (Blau) lackiert, Klings 0004 mit der Startnummer 18 in DB 229 (Grün), Caracciolas 0005 mit der Startnummer 16 in DB 516 (Rot) und Rieß’ Wagen 0006 mit der Startnummer 22 im üblichen Silber.
Auf den Dreifacherfolg von Bern folgen weitere Siege: Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans, Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring und ein weiterer Doppelsieg bei der 3. Carrera Panamericana in Mexiko, dem letzten großen Abenteuer der Rennsaison 1952. Schon Anfang Mai hatte der W 194 bei der Mille Miglia die Plätze 2 und 4 belegt; dort ist Mercedes-Benz unter den ersten sechs Platzierten mit fünf verschiedenen Fabrikaten als einzige Marke zweimal vertreten.
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