Mercedes-Benz 300 SL: 60 Jahre Doppelsieg bei den „24 Stunden von Le Mans“
Stuttgart
05.06.2012
  • Hermann Lang und Fritz Rieß gewinnen auf 300 SL (W 194) am 14./15. Juni 1952 das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans
  • Auf Rang zwei kommen Theo Helfrich und Helmut Niedermayr, ebenfalls auf 300 SL (W 194)
Stuttgart – Ein Doppelsieg bei den „24 Stunden von Le Mans“: Dieser Erfolg gelingt Mercedes-Benz im Jahr 1952. Zugleich steht damit der Typ 300 SL Rennsportwagen (W 194) im Rampenlicht. Denn das damals neue Fahrzeug ist eigens für die Saison 1952 entwickelt worden, und im Verlauf der Monate zeigt es eine Dominanz bei allen namhaften Veranstaltungen weltweit. Mercedes-Benz meldet sich eindrucksvoll im internationalen Renngeschehen wieder zurück.
Schon fast alle bedeutenden Rennen hat Mercedes-Benz bis dato gewonnen; einzig das 24-Stunden-Rennen im französischen Le Mans fehlt noch – es ist prädestiniert für den Einsatz des 300 SL. Er erregt bei der Präsentation am 12. März 1952 beträchtliches Aufsehen. Für die Rennsaison 1952 werden insgesamt zehn Rennsportwagen dieses Typs gebaut.
Mit den Vorbereitungen für den Einsatz bei dem Langstrecken-Klassiker wird schon ein Jahr zuvor begonnen. Besonderen Belastungen sind in Le Mans die Bremsen ausgesetzt. Das gilt besonders für die 4 Kilometer lange Gerade zwischen den Kurven Tertre-Rouge und Mulsanne. Hier muss in jeder Runde aus Höchstgeschwindigkeit auf etwa 50 km/h abgebremst werden. Die außergewöhnliche Idee einer Luftbremse durch ein hochklappbares Aluminiumschild wird allerdings verworfen.
Ein weiterer heikler Punkt ist die Frage des Einstiegs ins Fahrzeug. Hier spricht vom Reglement her nichts gegen die kleinen Türen oder Einstiegsklappen, wie der 300 SL sie zunächst hat. Der Sportkommissar des Automobilclub de l’Ouest, Monsieur Acat, unterbreitet anhand einer Skizze den Vorschlag, die Einstiegsklappe nach unten zu verlängern – die Flügeltür ist geboren, ein Entgegenkommen für Le Mans gegenüber dem Veranstalter und um eventuellen Protesten von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Um die Wagen der einzelnen Teams in Le Mans besser unterscheiden zu können, werden sie um den Kühlergrill mit farbigen Ringen gekennzeichnet. Das Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 0009 mit der Startnummer 20 (Theo Helfrich/HelmutNiedermayr) trägt ein rotes Band, das Fahrzeug 0007 mit der Startnummer 21 (Hermann Lang/Fritz Rieß) ein blaues und das Fahrzeug 0008 mit der Startnummer 22 (Team Karl Kling/Hans Klenk) eine grüne Markierung.
Nach dem Start wird die Spitze von Ferrari und Jaguar dominiert. André Simon und Alberto Ascari stellen wechselweise neue Rundenrekorde auf. Zu viel des Guten: Nach zwei Stunden quittiert die Kupplung in Ascaris Ferrari 250 S ihren Dienst. Simon mit dem Ferrari 340 America führt vor dem Team Robert Manzon/Jean Behra mit dem 2,3-Liter-Gordini. Gegen Abend übernehmen die beiden Franzosen die Führung. Am 300 SL des Teams Kling/Klenk kündigt sich derweil ein Lichtmaschinenschaden an. Zuerst steht Kling zehn Minuten an der Box, eine Stunde später muss ein weiterer 17-minütiger Aufenthalt verzeichnet werden. Als nachts um 0:30 Uhr Hans Klenk resigniert seinen Helm auszieht, ist ihm die Enttäuschung tief ins Gesicht geschrieben. Noch führt der kleine und leichte 2,3-Liter-Gordini. Nach einem Boxenstopp übernimmt Pierre Levegh mit seinem 4,5-Liter-Talbot die Führung. Auf den nächsten Plätzen folgen in 65 Kilometer Abstand die 300 SL der Teams Helfrich/Niedermayr und Lang/Rieß. Zur Mittagszeit des darauffolgenden Tages ist das Feld auf 19 Fahrzeuge zusammengeschrumpft. Levegh führt noch immer, lässt sich aber eigensinnig nicht von seinem Kopiloten Marchand ablösen. Dahinter drehen die beiden 300 SL zuverlässig ihre Runden. 70 Minuten vor dem Ende fällt Levegh mit einem Pleuelschaden zwischen Arnage und Maison blanche aus.
Die beiden 300 SL liegen uneinholbar vorn. Der neue Spitzenreiter Theo Helfrich verliert in den frühen Morgenstunden durch einen Fahrfehler die Führungsposition an Hermann Lang. Mercedes-Benz gewinnt die 24 Stunden von Le Mans. Für Hermann Lang und Fritz Rieß, denen dieser Erfolg mit zu verdanken ist, ist das wohl einer der bedeutendsten Triumphe ihrer Karriere. Auf Platz 2 folgt das Team Helfrich/Niedermayr auf einem zweiten 300 SL.
Dem Doppelsieg von Le Mans war bereits ein Dreifacherfolg am 18. Mai 1952 in Bern vorausgegangen. Es folgen in der Saison weitere Siege: der Vierfachsieg beim Großen Jubiläumspreis vom Nürburgring am 3. August 1952 und ein weiterer Doppelsieg bei der 3. Carrera Panamericana in Mexiko (19. bis 23. November 1952), das letzte große Ereignis der erfolgreichen Rennsaison 1952.
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