Pressemappe: 100 Jahre an einem Standort: Mercedes-Benz Mannheim – Ein Werk der Daimler AG
Stuttgart
13.05.2008
Stetige Investitionen sichern die Konkurrenzfähigkeit
  • Produkte aus Mannheim gehen in alle Welt
  • 1995: EvoBus vereint die Marken Mercedes-Benz Omnibusse und Setra
  • Mit der „Synchronen Fabrik“ in die Zukunft
Im Dezember 1968 beginnt in Mannheim die Produktion der ersten Standard-Linienomnibusse des Typs O 305. Das eröffnet eine neue Ära im Busbau von Mercedes-Benz. Denn nun entstehen Reise- und Stadtbusse als getrennte Baureihen. Weitere neue Omnibusse, deren Bau 1974 beginnt, sind der Standard-Überland-Linienbus (STÜLB) O 307, der von Februar 1973 an in Mannheim gebaut wird, sowie der neue Reisebus O 303. Möglich wird die Erweiterung des Portfolios unter anderem durch die Erhöhung der Produktionskapazität im Jahr 1970: Nun entstehen im Werk Mannheim jeden Monat 240 komplette Omnibusse und ebenso viele Omnibusfahrgestelle.
Ebenfalls 1970 feiert Mercedes-Benz Richtfest für zwei neue Werkshallen neben der Gießerei: Das Werk wird sich im Rahmen der Nutzfahrzeug-Neuordnung auf den Motorengrauguss, den Bau von Nutzfahrzeug-Motoren und vor allem den Omnibusbau konzentrieren. Und für die Motoren braucht Mannheim die beiden neuen Hallen. Zusammen haben die Gebäude 87 800 Quadratmeter Nutzfläche, der Rohbauwert liegt bei 50 Millionen sowie 20 Millionen Mark. Dazu kommen 130 Millionen Mark für die Ausrüstung. Hier sollen künftig bis zu 8500 Motoren im Monat entstehen, denn Mannheim übernimmt die zentrale Motorenproduktion des gesamten Nutzfahrzeugbereichs von Mercedes-Benz. Zu den hier gebauten Triebwerken gehören von 1972 an auch die Aggregate der neuen Generation von Nutzfahrzeug-Dieselmotoren, Baureihe OM 400.
Besseres Lernen und Jubiläen
Die Berufsschule im Werk, deren Wurzeln auf das Jahr 1916 zurückgehen, wird 1974 um sieben neue Unterrichtsräume erweitert. Für das 1,4 Millionen Mark teure Bauvorhaben lassen sich die Planer einen bautechnischen Kniff einfallen: Sie setzen auf das bestehende Gebäude des Betrieblichen Bildungswesens (BBW) eine freitragende Stahlkonstruktion, die als Gerüst des in Leichtbauweise ausgeführten Schultrakts dient.
1975 verlässt der millionste im Werk Mannheim produzierte Nutzfahrzeug-Dieselmotor das Montageband. Die V6-Maschine des Typs OM 401 hat eine Leistung von 141 kW (192 PS) und gehört zu der im Mai 1970 eingeführten Baureihe 400. Der Jubiläumsmotor wird der Stadt Mannheim für ein Mercedes-Benz Feuerwehrfahrzeug gestiftet.
Zu den Veränderungen der 1970er Jahre gehören die Übernahme der Schwungrad- und Zahnkranzfertigung aus Untertürkheim sowie eines Teils der Textilfertigung aus Sindelfingen im Jahr 1977. Die Serienfertigung von Kurbelraumkernen nach dem „Cold Box“-Verfahren in der neuen Kernmacherei läuft 1978 an.
Kollege Roboter kommt
Aber 1978 steht auch eine wirklich bahnbrechende Neuerung an: Erstmals werden Lackierroboter für die Bearbeitung der Nutzfahrzeugmotoren in Mannheim eingeführt. Die Maschinen erlernen ihre Arbeit durch das „Teach in“-Verfahren, bei dem ein Lackierer den Roboterarm führt und ihn durch alle Schritte leitet. Die Abläufe werden für jeden Motor passend auf Magnetspeicher abgelegt und können umgehend abgerufen werden. Für die Baureihe 300 wird die Roboter-Spritzlackierung 1978 eingeführt, für die Motorenfamilie 400 folgt diese Erleichterung der Arbeit kurz danach.
Trotz des Einzugs der ersten Roboter ist der Omnibusbau im Jahr 1979 noch immer von einem sehr hohen Anteil Handarbeit geprägt: Der Bus, so beschreibt eine Pressemitteilung aus diesem Jahr, ist „ein Mercedes-Produkt, das in der kleinsten Stückzahl gefertigt wird, aber gleichzeitig die größte Teilevielfalt und eine große Anzahl Sonderwünsche aufweist. Jeder Omnibus – sei es als Reise-, Überland- oder Stadtbus – muss daher praktisch als Einzelstück behandelt werden.“ Davon, wie arbeitsintensiv der Bau der Busse ist, zeugt auch die Verteilung der Arbeitsplätze im Werk: 1978 arbeiten rund 13 500 Menschen im Werk Mannheim, davon rund 6000 im Omnibusbau.
Neuordnung des Werksgeländes
Die Teilung des Werks durch öffentliche Straßen wird 1979 endlich aufgehoben. Bis zu diesem Jahr trennt die Hanns-Martin-Schleyer-Straße (vor 1977 Untere Riedstraße) das Werksgelände. Dieser Straßenzug durchschneidet das Werksgelände bereits seit der Eröffnung des Werks. Grund dafür ist vermutlich, dass das neue Werksgelände 1908 und 1909 in mehreren Abschnitten in Betrieb genommen worden ist. Für die nächsten Jahrzehnte sorgt diese Situation nun dafür, dass eine öffentliche Straße mitten durchs Werk führt, was eine große Zahl von Werkstoren nötig macht. Der Omnibusbau bleibt dadurch vom Rest des Werks getrennt.
Der erfolgreiche Bau eines dichten Netzes von Schnellstraßen ist in den 1970er Jahren das wichtigste Argument, um die Straße Anfang 1979 in das Werk einzugliedern. So wird die Hanns-Martin-Schleyer-Straße von der Stadt Mannheim als öffentliche Straße aufgegeben und dem Werksgelände zugeschlagen. Damit reduziert sich die Zahl der westlichen Werkstore von sechs auf eins. Auch die Verkehrssicherheit im Werksverkehr nimmt zu.
Über die Jahre hat sich das Werk Mannheim stark geändert. Auch die Verwaltung muss damit Schritt halten – und 1981 wird ein neues Verwaltungsgebäude errichtet. Dort sind auch der Vertrieb, ein Rechenzentrum, der werksärztliche Dienst sowie der Arbeitsschutz angesiedelt.
Produkte aus Mannheim gehen in alle Welt
Die Erzeugnisse des Werks Mannheim gehen in alle Welt. Im Februar 1983 beispielsweise beginnt die Auslieferung von insgesamt 187 Reisebussen des Typs O 303 nach Saudi-Arabien. Sie werden im täglichen Pendelverkehr in Erdölfeldern eingesetzt. Umfangreiche Zusatzausstattungen sorgen dafür, dass selbst bei 50 Grad Celsius im Schatten in den Bussen noch angenehme Temperaturen herrschen: ein Sonnendach, das die gesamte Dachfläche im Abstand von einigen Zentimetern überdeckt, eine besondere Color-Verglasung und eine verstärkte Klimaanlage. Der O 303 ist ohnehin eine große Erfolgsgeschichte: Insgesamt werden zwischen 1974 und 1992 mehr als 38 000 Komplettbusse und Fahrgestelle gebaut. Das macht ihn weltweit zum meistverkauften Bus.
Für die traditionsreiche Geschichte des Werks steht auch ein Jubiläum, das im Juli 1983 gefeiert wird: Seit der Wiederaufnahme der Produktion im Jahr 1949 wird der zweimillionste Nutzfahrzeug-Dieselmotor gebaut. Es ist ein besonderes Exemplar aus der Großserien-Fertigung – der Zwölfzylinder-Turbomotor mit 21,9 Liter Hubraum leistet 530 PS (390 kW) und ist für einen Schwerlast-Kranwagen vorgesehen.
Umstellung auf Fernwärme
Von Oktober 1983 an wird das Werk per Fernwärme mit Heizenergie versorgt. Grundlage für den Schwenk auf diese Energieform ist eine Studie aus dem Jahr 1979, der ein Sondervertrag mit den Stadtwerken folgt. Konsequenterweise werden im werkseigenen Heizkraftwerk die sieben Kessel und fünf Turbinen abmontiert. Weil mit dem Kraftwerk auch die selbst erzeugte elektrische Energie wegfällt, erhält das Werk eine neue Eingangsstation mit 110 Kilovolt Spannung. Das erste Resümee ist positiv: Die Fernwärme wird als wirtschaftlich und zuverlässig bezeichnet und habe zur Verbesserung der Luftqualität in Mannheim-Waldhof beigetragen. Bei dieser Gelegenheit sind im Übrigen zwei getrennte Heizungsnetze angelegt worden – Ferndampf für die Industrieverbraucher, Raumwärme aber aus der ausgekoppelten Wärme des Großkraftwerks Mannheim.
Stetige Investitionen sichern die Konkurrenzfähigkeit
Immer wieder investiert der Konzern in das Werk Mannheim. 1984 beispielsweise sind es 80 Millionen Mark, um das Omnibuswerk für die Zukunft zu rüsten: Es wird eine Fertigmontage für Reise- und Linienbusse geschaffen, die einmalig im Omnibusbau ist. Dazu gehören der Transport auf zwei Ebenen, stationsnahe Vormontageplätze und eine Teilebereitstellung direkt am Band sowie eine auftragsbezogene Materialbeschaffung. Ziel ist, wirtschaftlicher zu arbeiten und gleichzeitig noch flexibler auf spezielle Kundenwünsche reagieren zu können. Für die Modernität der Anlagen steht auch, dass die Endmontage-Stationen für den Reisebus O 303 und für Stadt- und Überlandbusse zu einem laufenden Produktionspro­zess verbunden sind, während viele andere Hersteller die Karosserien noch von Station zu Station auf Böcken schieben. Rund 50 Montagestationen durchläuft ein Bus in Mannheim, bevor er fertig ist.
Zur kontinuierlichen Modernisierung des Werks Mannheim gehören auch immer wieder neue Fertigungsverfahren. 1986 etwa wird in der Gießerei endgültig das bisherige „Hot Box“-Verfahren durch das „Cold Box“-Verfahren ersetzt, um die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern. Das „Cold Box“-Verfahren mindert die Wärme- und Geruchsbelastung in der Gießerei erheblich, und eine Teilautomatisierung eliminiert zudem unangenehme Handarbeit.
Denkanstöße für den Stadtbus von morgen
Denkanstöße soll im Oktober 1990 eine Designstudie des Niederflurbusses O 405 N geben, die nicht als Prototyp anzusehen ist, sondern als Musterbus, der zeigt, wie man den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver macht. Äußerlich ganz der bewährte Personentransporter – eine pfiffige Karosseriegestaltung zeigt Ausschnitte des Münchner Stadtplans –, gibt der Innenraum zahlreiche Impulse. Vorbei ist es mit dem unpersönlichen Hintereinandersitzen, denn die auf weiß lackiertes Lochblech montierten Ledersitze mit Taschenablagen lassen sich beliebig drehen: Die Fahrgäste können schräg oder in Vierergruppen einander zugewandt sitzen. Im Heck sind die Sitze sogar zu einer gemütlichen Ecke angeordnet, was „Bistro-Atmosphäre im Omnibus vermittelt“, so die Fachzeitschrift „Omnibus-Revue“. Die Haltestangen entlang des Ganges reichen nicht mehr wie traditionell vom Boden bis zur Decke, sondern sind als Bügelgriffe nur noch halb so hoch und gewährleisten so sicheren Halt, versperren aber nicht die Sicht. Für eine wohnliche Beleuchtung im O 405 N sorgen in die Decke eingelassene Halogenleuchten mit verschiedenen Farben und Struktureffekten. Ein Kaffee- und ein Zeitungsautomat sowie ein öffentliches Telefon dokumentieren den Servicecharakter der Designstudie. Der Arbeitsplatz des Fahrers ist voll klimatisiert und mit zwei Video-Farbmonitoren ausgestattet, die die Innenspiegel ersetzen.
Umweltfreundliche Wasserlacktechnologie
1990 installiert das Unternehmen im Werk Mannheim ein neues Lackierverfahren, die Kathodische Tauchlackierung (KTL), das in Deutschland erstmals bei Omnibussen angewendet wird. Damit steigt der Produktbereich Omnibus in die umweltfreundliche Wasserlacktechnologie ein: Der verwendete Lack besteht zu 80 Prozent aus Wasser, die übrigen 20 Prozent sind Festkörperbestand­teile, also Korrosionsschutz-Pigmente und Bindemittel; der Anteil an organischen Lösungsmitteln ist auf ein bis zwei Prozent reduziert. Entsprechend gering sind dann auch die Lösungsmittelemissionen – einer der Hauptgründe für den Einstieg in die Wasserlacktechnologie. Die Investitionssumme beträgt 35 Millionen DM.
Bis Ende 1992 werden die Investitionen von insgesamt 100 Millionen DM in der Mannheimer Gießerei abgeschlossen. Dabei werden zuletzt zwei Projekte umgesetzt: ein technologisch erneuerter und umweltschonender Schmelzbetrieb und eine neue Fertigungslinie für Achsen. Die bisherigen Anlagen gingen noch auf Neuerungen im Jahr 1965 zurück, als wiederum die noch von Benz & Cie. 1909 errichteten Anlagen ersetzt worden waren. Die jüngsten Maßnahmen zusammen machen die Gießerei zu einem leistungsfähigen und konkurrenzfähigen Betrieb – wenige Jahre zuvor war ihre Existenz noch bedroht, weil es kostengünstigere Angebote am Markt gab.
Ein neues Unternehmen entsteht: EvoBus
Anfang 1995, genau 100 Jahre nach der Fertigung des ersten Omnibusses durch Carl Benz und der Aufnahme eines Omnibus-Linienverkehrs zwischen Siegen, Netphen und Deuz, entsteht ein neues Unternehmen im Konzern: Die beiden Marken Mercedes-Benz Omnibusse und Setra, seit 1995 zu Daimler-Benz gehörend, finden unter dem Dach der EvoBus GmbH zusammen, zuständig für das Omnibusgeschäft des Konzerns in Europa. Künftig sorgt ein Produktionsverbund mehrerer Standorte für eine effiziente und kostengünstige Herstellung. Das Tochterunternehmen der damaligen Daimler-Benz AG soll sich als Erfolgsgeschichte erweisen: 2005, zehn Jahre nach der Gründung von EvoBus, gibt es einen Produktionsverbund mit fünf Standorten in vier Ländern, 16 Tochtergesellschaften in den großen Märkten Europas sowie die gemeinsame Dienstleistungsmarke OMNIPlus mit 42 eigenen Servicecentern und 26 Gebrauchtfahrzeug-Centern.
Auf der Internationalen Automobilausstellung für Nutzfahrzeuge (IAA) im Jahr 1996 stellt Mercedes-Benz das Forschungsfahrzeug Innovisia aus, ein O 404 SHD mit der geballten Kompetenz des gesamten Konzerns, um den Omnibus beim Thema Sicherheit ganz nach vorn zu bringen. Die Neuerungen sind zahlreich, unter anderem macht das neuartige Federungssystem Active Body Control (ABC) den O 404 sicherer und erhöht zugleich den Fahrkomfort. Das Fahrer-Warn-System (FWS) hilft dem Fahrer: Ein akustisches Signal warnt frühzeitig, wenn der Bus von der Fahrspur abkommt. Und der Abstands-Regel-Tempomat (ART) reagiert intelligent auf sich ändernde Verkehrsbedingungen und Geschwindigkeiten. Heute sind derlei Technologien Serienstand.
Marktanforderungen initiieren 1999 in Mannheim eine Vergrößerung der Anlage zur Kathodischen Tauchlackierung (KTL): Die bisherige Lackiererei war auf Omnibuslängen bis 12,5 Meter begrenzt, doch die Busunternehmer ordern zunehmen auch längere Fahrzeuge. So nimmt die neue Anlage Rohkarossen und Fahrgestelle bis 15 Meter Länge und damit auch Dreiachsbusse auf. Die jährliche Kapazität der Anlage liegt bei mehr als 5000 Fahrzeugen. Rund 10 Millionen DM hat EvoBus in den Umbau investiert.
50 Jahre Tauschmotoren aus Mannheim
Ein besonderes Jubiläum feiert das Werk 1999: 50 Jahre Tauschmotoren aus Mannheim. Bei Nutzfahrzeugen mit ihrer langen Lebensdauer ist es gang und gäbe, das Antriebsaggregat bei Bedarf nicht gegen einen neuen Motor, sondern gegen ein generalüberholtes und somit neuwertiges Exemplar auszutauschen. Dabei spielt auch der Zeitvorteil eine große Rolle: Das Auswechseln eines Motors vollzieht sich häufig schneller als die Reparatur eines defekten Aggregats. Die Tauschmotoren entsprechen technisch dem Stand neuer Serienmotoren, sind also auf dem aktuellsten Entwicklungsniveau, und sie enthalten grundsätzlich nur Mercedes-Benz Originalteile. Deshalb erreichen Tauschmotoren die gleiche Laufleistung wie neue Aggregate und erhalten ebenfalls die gleiche Garantie. Die Jahreskapazität ist hoch: Zum Beispiel im Jahr 1998 verlassen rund 6000 Tauschmotoren das Werk. Über die Jahre kommt eine eindrucksvolle Gesamtzahl zusammen: 2006 feiert das Unternehmen den Bandablauf des 500 000. Tauschmotors in Mannheim.
Eine neue Abholungshalle und ein neu gestaltetes Design-Studio
Der Produktbereich Mercedes-Benz Omnibusse präsentiert sich von Oktober 2001 an den Kunden bei der Abholung neuer Busse im Mannheimer Werk noch attraktiver: Auf dem dortigen Gelände ist ein neues Omnibus-Auslieferungszentrum mit einer Gesamt-Investitionssumme von 9 Millionen DM erbaut worden. Das helle und freundliche Gebäude öffnet sich durch viele Glasflächen nach außen. Es bietet auf einer Gesamtfläche von 2760 Quadratmetern insgesamt zwölf Stellplätze für abholbereite Omnibusse.
Das völlig neu gestaltete Design-Studio für Mercedes-Benz Omnibusse in Mannheim wird im November 2001 eingeweiht. Auf zwei Etagen mit rund 450 Quadratmeter Fläche sind nun die Designberatungen für die äußere und innere Gestaltung aller Mercedes-Benz Omnibusbaureihen konzentriert. Denn die Räumlichkeiten dienen nicht nur den Designern als Arbeitsplatz, sondern auch und vor allem der Beratung von Kunden, die sich bei der Auswahl individueller Lackierungen und Innenraum-Ausstattungen beraten lassen. Das ist wichtig für das Auftreten im Markt: Jeder Bus ist das „Aushängeschild“ des Busunternehmers; vom Bustyp, seiner farblichen Gestaltung, seiner Ausstattung, seinem Fahrgastkomfort und seiner unverwechselbaren Corporate-Identity-Anmutung hängt oftmals die Entscheidung des Fahrgasts für eine Fahrt oder Reise mit einem bestimmten Unternehmen ab.
Mit der „Synchronen Fabrik“ in die Zukunft
Der Konzern investiert beständig in den Standort Mannheim. Von 2007 an sind es beispielsweise rund 150 Millionen Euro für die so genannte „Synchrone Fabrik“: Für die Motorenfertigung entstehen bis 2008/2009 neue Fertigungsanlagen in der Gießerei, der Zerspanung und der Nockenwellenproduktion, außerdem wird eine neue Montagehalle gebaut. Bei der Werkserweiterung wird verstärkt darauf geachtet, Lärm, Emissionen und Verkehr in den angrenzenden Wohngebieten zu reduzieren. In der „Synchronen Fabrik“ erfolgen alle Bearbeitungs- und Versorgungsvorgänge der Zulieferteile synchron und zeitnah zum jeweils das Montageband durchlaufenden Motor. Sie hebt das Werk weit ins 21. Jahrhundert hinein und macht es in einem geänderten Marktumfeld absolut konkurrenzfähig.
Bundesministerin Schavan besucht das Werk
Hoher Besuch kommt im Januar 2008: Dr. Annette Schavan, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, informiert sich im Werk Mannheim über neue Wege der Qualifizierung von Fachkräften. Die Bundesministerin diskutiert das Thema mit mehreren Unternehmensvertretern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Arbeiten und Lernen im Fachbereich“ – ALF. ALF ist ein Gemeinschaftsprojekt der Daimler AG, der IG Metall und der Infoman AG Stuttgart zur Entwicklung und Erprobung eines intranetfähigen Lernsystems zur permanenten Qualifizierung von Produktionsfacharbeitern am Arbeitsplatz.
Das Werk Mannheim mit Motorenwerk und Gießerei hat heute gut 5000 Mitarbeiter, in der Berufsausbildung befinden sich ca. 220 Mitarbeiter. Hergestellt werden Dieselmotoren für Nutz- und Sonderfahrzeuge, Industrie-Dieselmotoren sowie Tauschmotoren, die Jahresproduktion liegt bei 410 000 Einheiten. Die Gießerei fertigt Nutzfahrzeug-Zylinderkurbelgehäuse, -Zylinderköpfe, -Hinterachsbrückengehäuse sowie Schwungräder und verarbeitet dazu jährlich rund 107 000 Tonnen guten Grauguss. Das Werk hat eine Fläche von 888 344 Quadratmetern, die Produktionsfläche für die Motoren beträgt rund 320 000 Quadratmeter, die der Gießerei 103 000 Quadratmeter. Im Jahr 2008 werden seit 1949 insgesamt 7,5 Millionen Motoren hergestellt sein.
Das EvoBus-Werk Mannheim hat per 2005 eine Produktionsfläche von 183 000 Quadratmetern auf einem Fabrikgelände von 306 000 Quadratmetern. Im EvoBus-Produktionsverbund ist es für den Rohbau von Mercedes-Benz Stadt-, Überland- und Reisebussen sowie von Setra Überland- und Reisebussen zuständig sowie für die Lackierung, Montage und das Finish von Mercedes-Benz Stadtbussen. Beschäftigt sind rund 3.400 Mitarbeiter, darunter sind ca. 180 Auszubildende.
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