Mercedes-Benz Unimog U 20: Kompaktes Tanklöschfahrzeug für Waldbrandbekämpfung in Luxemburg
Wörth/Luxemburg
30.05.2011
  • Zivilschutzbehörde im Großherzogtum Luxemburg baut
    auf Unimog
  • Zügiger Einsatz auch in sehr schwierigem Gelände
  • Effektive Ausnutzung des Löschwassers
Wörth/Luxemburg - Einen Unimog U 20 hat die Zivilschutz­behörde in Luxemburg in Betrieb genommen. Das Tanklösch­fahrzeug hat einen Aufbau der Gimaex-Schmitz Fire and Rescue GmbH in Wilnsdorf und wird den 2010 in Dienst gestellten Unimog U 5000 in der Waldbrandbekämpfung des Groß­herzog­tums Luxemburg unterstützen.
Zügiger Einsatz auch in sehr schwierigem Gelände
Hohe Böschungswinkel von 30 Grad hinten und 27 Grad vorn erlauben einen zügigen Einsatz auch in sehr schwierigem Gelände. Zudem sind die Module des Aufbaus in der Gewichtsverteilung auf dem maximal 9,3 t schweren Fahrzeug ideal platziert. Der 2000 Liter fassende Wassertank steht unmittelbar hinter dem Fahrerhaus, dahinter ist die feuerwehrtechnische Beladung untergebracht. Die spezielle Bereifung ist für Straße und Gelände gleichermaßen geeignet. Der Vierzylinder-Reihenmotor des Unimog U 20 leistet 110 kW (150 PS). Das Getriebe mit acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgängen eignet sich vor allem durch die Langsamfahreignschaften bestens im Gelände als auch für den „pump & roll“ Einsatz, dem löschen während der Fahrt. Lieferbar ist der Unimog U 20 optional auch mit einem 130 kW (177 PS) starken Motor. Das modere Fahrerhaus erleichtert der Feuer­wehrbesatzung in Truppstärke (1/2) durch komfortable Ausstattung und ausgefeilte Ergonomie die Arbeit nachhaltig.
Effektive Ausnutzung des Löschwassers
Der Aufbauhersteller Gimaex-Schmitz hat das TLF 10/20-1 mit seinem viel beachteten One Seven® Druckluftschaumsystem ausgerüstet. Es erzeugt aus den mitgeführten 2000 Litern Wasser insgesamt fast 14 000 Liter Löschmittel, ein wichtiger Aspekt bei der problematischen Wasserversorgung im Falle von Wald­bränden. Das System führt über Druckluft dem Wasser ein Schaummittel zu, das aus einem Tropfen Wasser sieben Schaumblasen entstehen lässt. Ein wesentlicher Vorteil des Systems liegt weiterhin darin, daß mit einem kompakten und leichten Fahrzeug große Mengen an Löschmittel transportiert werden können. Das Löschmittel dringt tief in das Brandgut ein und bewirkt eine starke Durchfeuchtung. Insbesondere bei Waldbränden sind die Feuerwehren oft mit unter der Oberfläche schwelendem Feuer konfrontiert. Die vom Fahrzeugmotor ange­triebene Pumpe hat eine Nennleistung von 1000 l/min bei 10 bar. Die Abgabe des Löschmittels erfolgt über zwei Schnellangriffs­haspeln mit einer maximalen Reichweite von 40 m. Eine Vorbau­winde mit einer maximalen Zugkraft von 5400 kg ergänzt die Ausstattung.
Feuerwehrtradition beim Unimog
Der Einsatz von Unimog bei der Feuerwehr hat eine lange Tradition. Nicht nur bei der Waldbrandbekämpfung, sondern auch beim Brandschutz im Tagebau, in Industriebetrieben, auf Flug­häfen und auf der Schiene arbeiten auf der ganzen Welt Unimog der hochgeländegängigen Baureihe U 4000 und U 5000, der Geräte­träger U 300/ U 400/ U 500 sowie der Unimog U 20 als treue und bewährte Helfer.
60 Jahre Mercedes-Benz Unimog
Zwei große Jubiläen kann der Unimog in diesem Jahr feiern: Vor 60 Jahren, genau am 3. Juni 1951, entstand in Gaggenau der erste Mercedes-Benz Unimog und im Dezember 2010 lief im Mercedes-Benz-Werk Wörth das 10 000ste Exemplar der Reihe U 300/ U 400/ U 500 vom Band. Mit höchster Geländegängigkeit durch Allradantrieb und Schnellfahreigenschaften auf der Straße war seinerzeit ein einzigartiges Fahrzeugkonzept geschaffen worden. Seitdem haben sich die Unimog nicht nur im Winterdienst, in der Grünflächenpflege sowie bei diversen Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau bewährt, sondern auch bei der Waldbrand­bekämpfung und Baumverpflanzung, beim Profilieren von Gräben und Bohren von Erdlöchern sowie bei Rangierarbeiten auf der Schiene oder Rettungsdiensten in unwegsamem Gelände.
Insgesamt liefen in 60 Jahren mehr als 380 000 Einheiten des „Universal-Motor-Geräts“ vom Band. Früher wurde der Unimog ausschließlich in Gaggenau produziert, seit 2002 befindet sich die Produktionsstätte jedoch in Wörth. Die Daimler AG feiert dieses Jubiläum 2011 mit vielfältigen Veranstaltungen.
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