Technologiekooperation RoCC für breiten Einsatz moderner Sicherheitstechnologien; Automobilhersteller und Zulieferer wollen Radarsensorik für alle Fahrzeugklassen nutzbar machen
Neubiberg
28.05.2009
Presseinformation der Technologiekooperation „Radar on Chip for Cars“, RoCC (BMW Forschung und Technik GmbH, Continental AG, Daimler AG, Infineon Technologies AG, Robert Bosch GmbH)
Technologiekooperation RoCC für breiten Einsatz moderner Sicherheitstechnologien; Automobilhersteller und Zulieferer wollen Radarsensorik für alle Fahrzeugklassen nutzbar machen
Neubiberg, 28. Mai 2009 – Die BMW Forschung und Technik GmbH, die Continental AG, die Daimler AG, die Infineon Technologies AG und die Robert Bosch GmbH gründen die Technologiekooperation „Radar on Chip for Cars“ (RoCC). Ziel der gemeinsamen Forschungstätigkeiten ist es, Radarsysteme von hoher Zuverlässigkeit in allen Fahrzeugklassen verfügbar zu machen und so die Sicherheit von Automobilen deutlich zu verbessern. Das Budget für das dreijährige Projekt beläuft sich auf über 17 Millionen Euro. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 8,3 Millionen Euro aus dem Förderprogramm ITK2020, Schwerpunkt „Innovationsallianz Automobilelektronik“ gefördert. Im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung sollen Beiträge zur Reduzierung der Verkehrsunfälle geleistet werden, hier insbesondere dadurch, dass innovative Lösungen möglichst schnell auch in den Kompakt- und Kleinwagenklassen zur Anwendung kommen.
Im Rahmen der Zusammenarbeit werden die fünf Unternehmen gemeinsam hochintegrierte, kostenoptimierte Auto-Radarsensorik im Frequenzbereich von 76 bis 81 GHz sowohl für den Fernbereich (bis zu 250 Meter Reichweite) als auch für den Nahbereich (Reichweite von fünf Zentimeter bis 20 Meter) erarbeiten. Infineon Technologies ist Projektkoordinator. Auf wissenschaftlicher Seite unterstützen die Universitäten Bochum, Bremen, Erlangen-Nürnberg, Stuttgart und Ulm, die Technische Universität München sowie die Hochschule Ulm.
Im Vorgängerprojekt KOKON (Kfz-Höchstfrequenz-Elektronik), das ebenfalls vom BMBF gefördert wurde, wurden die Grundlagen für die automotive Radarsensorik gelegt und ein Technologievorsprung von mindestens zwei Jahren am Standort Deutschland erarbeitet. Ergebnisse aus KOKON führten zur Entwicklung und Markteinführung der ersten Radarchipfamilie für 77 GHz auf Basis von Silizium-Germanium (SiGe) durch Infineon (RASICTM) und zu ihrem Einsatz im weltweit ersten automotiven 77-GHz-Radarsystem durch Bosch (LRR3), das im Hochfrequenzteil nur noch siliziumbasierte Schaltkreise verwendet. Continental realisierte mit Hilfe der SiGe-Chips von Infineon den ersten Demonstrator eines Nahbereichsradarsystems bei 79 GHz.
Nahbereichssensoren werden heute mit Ultrabreitbandtechnik bei 24 GHz realisiert, deren europäische Frequenzzulassung aber nur noch bis zum Jahr 2013 läuft. Im RoCC-Projekt soll die Umstellung auf den in der Europäischen Union bereits freigegebenen Frequenzbereich bei 79 GHz vorbereitet werden, wobei die Kosten dieser höherfrequenten Sensoren nicht über denen heutiger 24-GHz-Systeme liegen sollten.
Das bedeutet eine große Herausforderung an Halbleitertechnologie, Sensoraufbautechnik und Einbau im Auto, die nur in dem Verbund-projekt aus einigen der bedeutendsten Firmen der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer gemeistert werden kann.
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