„Sternstunden“ sind in Berlin nicht mehr nur auf die Dunkelheit beschränkt. Dafür sorgen 27 Mercedes-Benz Stadtminibusse, die vor kurzem auf dem Gelände des ADAC-Sicherheitszentrums in Linthe offiziell an die Berliner Taxiinnung übergeben wurden.
Die Fahrzeuge vom Typ „Sprinter City 35“ kommen auf jenen Linien zum Einsatz, die von Fahrgästen nur wenig frequentiert werden. Es sind vor allem Schichtarbeiter und Nachtschwärmer, zuweilen auch Touristen, die innerhalb des so genannten Speckgürtels der Bundeshauptstadt auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
„Wir gewährleisten vor allem den Anschlussverkehr an den öffentlichen Nahverkehr und bringen die Leute nachts von U- oder S-Bahn nach Hause“, sagt Bernd Dörendahl, Vorsitzender der Taxiinnung Berlin. Mit dem Einsatz der Mercedes Sprinter City betritt der Verband Neuland, vor allem in Bezug auf Zertifizierung, Technik und Qualifizierung des Personals. Für Fahrzeuge von Mercedes-Benz entschieden sich die Verantwortlichen einerseits aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, ihres Anspruches an die Fahrer- und Fahrgastsicherheit und ihres Komforts. Entscheidend war außerdem der funktionierende rundum Service, den die Unternehmer aus dem Taxigeschäft kennen und schätzen. „Ansprechpartner haben wir direkt vor Ort“, so Dörendahl.
Bis vor kurzem wurden die Linien, auf denen die Sprinter City zum Einsatz kommen, aus wirtschaftlichen Gründen von Großraumtaxis bedient. Als die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) jedoch feststellten, dass die Fahrgastzahlen stetig stiegen, galt es, zu handeln. Die BVG schrieb einen entsprechenden Auftrag aus, an der sich die EvoBus GmbH, Markenvertrieb Mercedes-Benz Omnibusse, beteiligte – und gewann. Mit zwölf Sitz- und zehn Stehplätzen fahren die Sprinter City 35 mit einem optimalen Raumangebot für die Fahrgäste, ein Rollstuhl- oder ein Kinderwagenplatz inklusive. Dass die Fahrzeuge behindertengerecht ausgestattet sein müssen, war eine Vorgabe an die künftigen Betreiber, private Taxi- und Busunternehmen, die in der Innung des Berliner Taxigewerbes E.V. organisiert sind und auch schon in der Vergangenheit wenig genutzte Linien bedienten.
An modernsten Anforderungen wurde auch die Innenausstattung der Minibusse orientiert. So verfügen die Sprinter City 35 über ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem, das einzelne Fahrzeug mit Zentrale und Haltestellen verbindet. Vollkommen elektronisch arbeitet das Fahrkartensystem. Kein Wunder, schließlich hat Mercedes-Benz seine immense Erfahrung aus dem Linienbussektor in die Entwicklung des Sprinter City einfließen lassen. Funksystem und Alarmknopf sind als Sonderausstattung enthalten.
Hergestellt wurden die 27 Sprinter City für Berlin, wie alle Mercedes-Benz Minibusse, im Mercedes-Benz Minibuswerk Dortmund. Das Minibuswerk firmiert als Mercedes-Benz Minibus GmbH und ist eine einhundertprozentige Tochter der EvoBus GmbH, die wiederum eine 100%ige Tochter der Daimler AG ist. Sie gehört zu den größten Anbietern in ihrem Segment in Europa und bietet für das komplette Minibus-Programm eine Sachmängelhaftung von 24 Monaten auf alle Fahrzeugumfänge.
Das Mercedes-Benz Minibusprogramm umfasst aktuell 12 Modelle, die sich auf die vier Baureihen Sprinter Transfer, Sprinter Travel, Sprinter City und Sprinter Mobility verteilen. Die für den Einsatz im Stadt-, Überland- und Reise- und Mobility-Verkehr entwickelten Minibusse besitzen ein zulässiges Gesamtgewicht zwischen 3,5 t und 5,65 t bei Fahrzeuglängen von 5,9 m bis 7,7 m.
Die Baureihe Sprinter Transfer ist auf die Einsatzbereiche Überlandlinie, Shuttle und Tagesausflugsverkehr zugeschnitten. Fünf unterschiedlich große Überland-Varianten mit Platz für bis zu 22 Fahrgästen stehen im Programm. Die Baureihe Sprinter Travel bietet bis zu 19 Fahrgästen hohen Reisekomfort – auch auf mehrtägigen Etappen. Sprinter City heißt die Modell-Linie mit Niederflurkonzept für den Stadtlinien-Einsatz mit bis zu 30 Steh- und Sitzplätzen. Das Segment Sprinter Mobility schließlich ist für die Beförderung von Fahrgästen konzipiert, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Die Modellreihe Sprinter City ist ein echter Spezialist für den innerörtlichen Linienverkehr. Basiert der kompakte Sprinter City 35 (Länge: 6,9 m, bis zu 22 Fahrgastplätze) auf einem veränderten Kastenwagen, so ist das zweite Modell, der größere Sprinter City 65 (Länge 7,7 m, maximal 30 Fahrgastplätze), auf Anhieb an seinem eigenständigen Aufbau mit einem tragenden Omnibus-Gerippe und seiner Panorama-Verglasung zu erkennen. Für den Stadtverkehr sind beide Modelle durch eine zweiflügelige Außenschwingtür vorn mit einer lichten Durchgangsweite von 1 250 mm prädestiniert. Sie führt über einen flachen Einstieg in den großzügigen Niederflurbereich zwischen den Achsen, der im City 35 rund 3,2 Quadratmeter und im City 65 aktuell 3,6 Quadratmeter umfasst. Hier finden stehende Fahrgäste Platz, ebenso ist ausreichend Raum für Kinderwagen oder Rollstühle zur Verfügung. Mobilitätseingeschränkten Fahrgäste sowie Eltern mit Kinderwagen ermöglicht eine ausklappbare Rampe den komfortablen Ein- und Ausstieg.
Als Fahrgast-Bestuhlung findet der leichte, körpergerecht ausgeformte Kunststoff-Schalensitz „City-Star Eco“ mit Sitz- und Rückenpolster Verwendung. Eine weitere, einflügelige Außenschwingtür nach der Hinterachse gehört beim Sprinter City 65 zum Serienumfang.
Die Modellreihe Sprinter City überzeugt mit einer umfangreichen und gleichermaßen funktionellen wie attraktiven Ausstattung, die mit ihrem Farbkonzept, den Boden- und Seitenwandverkleidungen, den Sitzen oder der modularen Innendecke bewusst Anleihen beim großen Markenbruder Mercedes-Benz Citaro nimmt. Gleiches gilt für den Klimakomfort. Leistungsstarke Konvektoren-Heizungen mit Axiallüftern, sowie Fahrer- und Fahrgastklimaanlagen mit Frisch- und Umluftfunktion zählen zum Ausstattungsprogramm.
Angetrieben wird der Stadtlinienbus von Euro 5-Vierzylinder-Dieselmotoren mit serienmäßigen Motorleistungen von 95 kW (129 PS) im Sprinter City 35 und 120 kW (163 PS) im Sprinter City 65. Die Kraftübertragung auf die Hinterachse übernimmt jeweils eine komfortable Fünfgang-Wandlerautomatik. Ist für den Sprinter City 35 auf Wunsch eine Luftfederung an der Hinterachse zu bekommen, so zählt sie beim größeren Modell zum Serienumfang. Die optionale Kneeling-Einrichtung zum besonders leichten Ein- und Aussteigen bleibt dem größeren Stadt-Minibus vorbehalten. Ein Retarder ist für beide Stadtbus-Varianten lieferbar. Beläuft sich das zulässige Gesamtgewicht beim Sprinter City 35 auf 5,0 t, so fährt der größere Sprinter City 65 aufgrund der höheren Fahrgastzahl serienmäßig mit 5,65 t zulässigem Gesamtgewicht.