Pressemappe: Mercedes-Benz Bus-Historie
Stuttgart
30.10.2008
Betont kompakt und wendig: der lupenreine Stadtbus O 322
  • Brückenschlag in die Moderne
  • Kapazität für 100 Passagiere
  • Innovative Voll-Luftfederung
In der Kette der großen Omnibusentwicklungen von Mercedes-Benz zählt der O 322 zu den wichtigen Bindegliedern zwischen zwei herausragenden Fahrzeuggenerationen. Für sich gesehen ist der ab August 1960 gefertigte Mercedes-Benz O 322 mit einer Produktion von 959 Exemplaren zwischen 1960 und 1964 zwar nicht der große Erfolg - der Mercedes-Benz O 321 H und der spätere O 302 rahmen ihn mit jeweils fünfstelligen Fertigungszahlen ein. Und auch ein dritter Erfolgsbus spielt in dieser Zeit eine große Rolle: der Linienbus Mercedes-Benz O 317.
Doch als Klammer von den runden Bussen der fünfziger Jahre zu den modernen, großzügigen Personentransportern mit Heckmotor hat der O 322 eine wesentliche Funktion. Stadtlinienbusse sind noch um 1960 herum nicht selten Varianten aus großen, multifunktionellen Baureihen vom Linien- bis zum Reisebus. Dies belegen entsprechende Modelle des Mercedes-Benz O 321 H ab 1954 und dessen Nachfolger O 302 ab 1965. Zwischendrin jedoch tummeln sich die Spezialisten wie der O 317 von 1958, ein reiner Linienbus mit liegendem Motor zwischen den Achsen. Ein Jahr später zeigt Mercedes-Benz mit dem O 322 im September auf der IAA einen weiteren Stadtbus, der im August 1960 in Produktion geht. Mit knapp zehn Meter Länge und 5,1 Meter Radstand ist der O 322 betont kompakt und wendig konstruiert. Im Heck arbeitet ein stehend eingebauter, leichter Reihensechszylinder aus der Baureihe 300. Er leistet aus nur 5,1 Liter Hubraum zunächst 110 PS.
Klar strukturierter Aufbau
Der O 322 besitzt im Prinzip die äußere Gestalt des O 317. Die große geteilte Frontscheibe, Dachrundungen mit knappem Radius und bündig mit der Außenwand abschließende Türen bestimmen die modernen und klaren Linien des Aufbaus. Die Seitenscheiben jedoch sind deutlich größer ausgeführt und damit eleganter als die kleinen Fenster des O 317, die Radläufe nicht mehr seitlich ausgestellt. Zum markanten und eckigen Gesicht passt das ebenso gestaltete Heck. Der Mercedes-Benz O 321 H und auch der spätere O 302 werden es vom O 322 übernehmen. Der neue Linienbus bietet erstaunlich viel Platz: Zu den 32 Sitzplätzen addieren sich im üblichen Einsatz 50 Stehplätze. Im Spitzenverkehr darf der O 322 sogar insgesamt 100 Passagiere befördern. Sie steigen vorne durch eine zweiflügelige, vor der Hinterachse durch eine vierflügelige Dreh-Schiebetür ein und aus. Beim vorderen Einstieg profitieren die Fahrgäste dank der steil aufragenden Windschutzscheibe von einem breiten Türausschnitt.
Klein, aber oho: Die Haltestellenbremse
Auch die Technik des O 322 hat es in sich. Mercedes-Benz setzt auf die innovative Voll-Luftfederung ohne zusätzliche Blattfedern, die zwei Jahre zuvor mit dem O 317 erstmals im Omnibusbau in die Großserie eingeführt wurde. Den Fahrern des O 322 erleichtert erstmals ein kleines Detail die Arbeit, das heute jeder Stadtbus besitzt: Die Haltestellenbremse mit einem kleinen Hebel am Armaturenbrett fixiert den Omnibus bequem bei einem kurzen Stopp. Außerdem profitieren die Fahrer von der Handlichkeit des Busses mit besten Sichtverhältnissen und einem Wendekreis von nur 18,4 Metern. Zu den Neuheiten des O 322 zählt außerdem der hydrostatische Lüfterantrieb: Der Kühlerlüfter läuft nicht ständig mit, sondern schaltet erst bei Kühlwassertemperaturen oberhalb von 84°C zu.
Der Mercedes-Benz O 322 ist im Jahr 1960 also ein moderner Bus, der im Detail neue Wege weist. Trotzdem hält sich die Nachfrage in Grenzen, er sitzt als zusätzliche Linienbusvariante in der Zange der zwei Erfolgsmodelle O 321 H und O 317. Bereits nach vier Jahren endet die kurze Karriere des O 322. Sein Nachfolger ist eine Stadtbus-Ausgabe der berühmten Baureihe O 302, deren Laufbahn 1965 beginnt. Wenige Jahre später nimmt 1969 die Geschichte der Stadtlinienbusse ohnehin eine ganz andere Wendung: Dann beginnt die Serienfertigung des hoch spezialisierten Standardbusses O 305. Er schlägt ein neues Buch der Omnibusgeschichte auf, dessen Seiten bis zum hochmodernen Stadtlinienbus Mercedes-Benz Citaro des Jahres 2000 reichen.
 
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